Als Gemeindeleiter sehe ich mich immer wieder Situationen ausgesetzt, deren Ende ich noch überhaupt nicht abschätzen kan.

Hinzu kommen Situationen, in denen ich mich frage: “Bin ich auf dem richtigen Weg?”

Und dann gibt es auch noch die Situationen, die einem auch wirklich das letzte bisschen Motivation rauben.

Glaube mir: Ich spreche aus Erfahrung.

Du musst nicht einmal eine leitende Person sein, es reicht nämlich schon, wenn du das einmal auf deinen Glauben überträgst.

Situationen, bei denen du nicht weißt, wie sie ausgehen werden.

Situationen, in denen die Unsicherheit wesentlich größer ist, als die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.

Situationen, in denen du am liebsten alles – und auch den Glauben – über Bord werfen möchtest.

Kürzlich ermutigte mich jemand per Mail mit folgendem Zitat.

“There ist no situation so chaotic that God cannot from that situation create something that is surpassingly good. He did it at creation. He did it at the cross. He is doing it today.” (Handley Moule)

Auf deutsch:

“Es gibt keine noch so chaotische Situation, aus der Gott nicht etwas unvergleichlich Gutes erschaffen könnte. Er tat es bei der Schöpfung. Er tat es am Kreuz. Er tut es heute.” (Handley Moule)

Diese Aussage half mir, ganz neu den Blick von zwei Dingen wegzurichten: Einmal von der Situation, die so zerfahren erscheint und zum anderen weg von mir selbst. Weder geht es um mich, noch geht es um das Baden in Selbstmitleid, Zweifeln, Fragen und scheinbarer Unlösbarkeit von Problemen.

Vielmehr geht es darum, den Blick auf Gott zu richten, der es geradezu liebt, aus chaotischen Situationen etwas unvergleichlich Gutes zu erschaffen. Sicher: So ganz teilnahmslos kann man da nicht sein. Es erfordert eine Menge Selbstbeherrschung aber auch ein gewisses Maß an Vertrauen, Gott das Ruder zu überlassen.

Aber eines ist sicher: Mag die Situation noch so chaotisch, herausfordernd oder belastend sein: Das muss kein Anzeichen sein, dass du einen Fehler gemacht hast oder in die falsche Richtung leitest. Vielmehr ist es ein Vor-Stadium, auf welches etwas unvergleichlich Gutes folgen kann – wenn du loslässt. Und das ist wohl das größte Problem, denn meist sind wir doch schnell dabei, die Probleme selbst lösen zu wollen, anstatt sie aus der Hand zu geben.

Und wenn ich bedenke, was Gott bei der Schöpfung tat und was er am Kreuz vollbrachte, merke ich: Meine menschlichen Worte und Kategorien für “gut” reichen bei weitem nicht aus, um in der Tiefe zu erkennen, was Gott tut. Und was er jeden Tag tut – in deinem und in meinem Leben.

Und für alle, die als (Gemeinde-)Leiter sich diesem Problem immer wieder stellen müssen, noch ein schönes Zitat von Andey Stanley (Pastor der Northpoint Community Church):

“Uncertainty is a permanent part of the leadership landscape. It never goes away. Uncertainty is not an indication of poor leadership; it underscores the need for leadership.” (Andy Stanley)

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen schönen Beitrag wie für den gesamten inspirierenden Blog! Den verfolge ich nun mit großem Interesse und Gewinn. Alles Gute für das weitere Schreiben!

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