Eigentlich eine Aussage, die ein wenig befremdlich ist. “Du gehörst mir” – das rüttelt ja schon ein wenig an unseren Selbstbestimmungswünschen und der urmenschlichen Sehnsucht nach Freiheit. Jemand anderem gehören – das klingt nicht gut. Da kommen Gedanken an Leibeigene und Sklaven in den Sinn. Nein. Ich will mir gehören. Niemand anderem. Ich will mein Leben selbstbestimmt führen und nicht fremdbestimmt. Selbstgesteuert und nicht fremdgesteuert.

Vielleicht kommt es aber auch darauf an, wer es ist, der diese Aussage trifft: “Du gehörst mir!”

Ich höre sie aus dem Mund eines liebenden und immerwährend gnädigen Gottes:

Fürchte dich nicht, ich habe dich befreit! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! (Die Bibel, Jesaja 43,1)

Aus diesem Mund klingt das für mich nicht befremdlich sondern vertraut. Nicht einengend, sondern die Grenzen meines irdischen Daseins erweiternd. Nicht erdrückend, sondern befreiend. Aus zwei ganz einfachen Gründen.

Fürchte dich nicht!

Gott leitet die Beschreibung unseres Abhängigkeitsverhältnisses zu ihm mit den Worten ein: “Fürchte dich nicht!” Und wenn wir ehrlich zu uns sind: Grund genug zum Fürchten haben wir. Dazu müssen wir nicht einmal die im Zusammenhang mit Furcht oft zitierten Nachrichten und tagesaktuellen Meldungen der großen weiten Welt anschauen und hören. Dazu reicht etwas ganz anderes: Ein Hören auf unser Herz. Und wenn wir ehrlich sind – ja, das ist an dieser Stelle nicht ganz einfach – werden wir Momente der Furcht erkennen.

Gerade dort, wo das Leben nicht den Weg nimmt, den wir gerne hätten. Gerade dort, wo uns die Dinge aus den Händen zu gleiten scheinen und wir nicht mehr alles unter Kontrolle haben. Gerade dort, wo wir wissen, dass jetzt eigentlich der nächste Schritt dran ist – aber das Land, das wir betreten, ein Land der Ungewissheit, der Veränderung und des Nichtwissens ist. Dabei wissen wir doch so gerne alles und tun meistens nur Dinge, die wir im Vorfeld abschätzen und einschätzen können. Alles andere nennen wir Abenteuer, Experiment, Ungewissheit, Zweifel. Situationen in unserem Leben, die wir eben nicht programmiert haben und die uns treffen, ohne dass wir es ahnten. Und oft ist das begleitet von Furcht.

Gott sagt aber: “Fürchte dich nicht!” Und wenn er das sagt – sollten wir es dann nicht auch befolgen? So schwer das ist? Sollten wir dann nicht einfach seine ausgestreckte Hand nehmen, einschlagen, fest zugreifen und nie mehr loslassen?

Das Leben ist voll von Furchtmomenten – großen und kleinen. Manchmal zieht es uns den Boden unter den Füßen weg, manchmal ist es einfach ein Moment des Nichtwissens. Wie gut, wenn wir dann nicht alleine sind. Wie gut, wenn wir dann wissen, dass es jemanden gibt, der sagt: Fürchte dich nicht!

Du bist frei!

Gott sagt aber noch viel mehr. Er sagt “Ich habe dich befreit!” Und wenn mich jemand befreit, dann bin ich frei. Ich bin weder gefangen noch eingeengt von den Dingen um mich herum. Ich bin frei, weil es jemanden gibt, der mich frei gemacht hat und mich befreit leben lässt. Vielleicht ist das gerade auch eine Folgerung dessen, dass ich furchtlos lebe. Im Neuen Testament ist ein Jesus-Wort überliefert, das ich in dieser Hinsicht äußerst befreiend finde:

Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen! (Die Bibel, Johannes 8,32)

Ich sehe schon die Diskussion: Was ist Wahrheit? Falsche Frage! Wer ist Wahrheit? Das ist die richtige Frage, auf die es eine einzige und ewig gültige Antwort gibt:

Jesus sagt: “Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.” (Die Bibel, Johannes 14,6)

Wer einmal diese wahre Freiheit und befreiende Wahrheit entdeckt hat, weil er mit Jesus lebt, für den ist es ein Wohlklang, wenn er hört: “Du gehörst mir!” Weil es kein Geringerer sagt, als der, der dieses Universum erschaffen und ins Dasein geliebt hat. Und der auch dann noch sagt “Du gehörst mir!”, wenn unser Herz uns mal wieder verurteilen und die Furcht überhand nehmen will. Der auch dann noch sagt “Du gehörst mir!”, wenn wir das Zeitliche segnen und in seine Herrlichkeit eintreten.

Weil das aber alles andere als ein Vertrösten auf das Jenseits ist, sondern die Ewigkeit Gottes schon hier und jetzt, während du diesen Artikel liest, in dein Leben dringen will, ein kleiner Tipp: Nimm dir einen Moment und lass es auf dich wirken, dass Gott zu dir sagt: “Du gehörst mir!”

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