Ich schreibe einen Kommentar.

Ich schreibe ihn nicht.

Ich schreibe einen Kommentar.

Ich schreibe ihn nicht.

Ich schreibe ihn.

Ich lösche ihn.

Ich bin erleichtert.

Bis zum nächsten Kopfschütteln.

So sieht es manchmal bei mir aus, wenn ich auf Facebook wieder einmal etwas von den Kampfliberalen, den wenig toleranten Toleranten, den Besserwissenden – oder kurz: den fundamentalistischen Fundamentalismuskritikern gelesen habe.

Dabei frage ich mich ernsthaft oft: Bin ich auch so? War ich so? Ich will so nicht sein!

Auf der einen Seite Toleranz und Liberalität einfordern – aber wenn dann mal was nicht so ganz passt, dann wird das niedergebügelt.

Nein – ich meine hier keine politischen Diskussionen und Posts – ich rede von theologischen Auseinandersetzungen. Da sehe ich das Ganze irgendwie noch potenziert.

A sagt etwas über den theologischen Sachverhalt B und positioniert sich mit einer sehr überzeugten – und manchmal auch überzeugenden – Meinung.

C findet, dass man B ganz anders – nämlich als D – sehen muss, weil A doch schon sehr recht(s)gläubig und fundamentalistisch (ohne den Begriff erklären zu können) sei und lehnt A kategorisch ab, damit C nicht länger C bleiben, sondern sich in D verwandeln darf.

Dumm nur, C dadurch auch nicht wirklich offener und tolerante ist als A – außer in der eigenen Wahrnehmung.

Spannend wird es dort, wo C vor einiger Zeit und Jahren noch die gleiche Meinung wie A – nämlich B – hatte, jetzt aber vehement D vertritt und sowohl A als auch B ablehnt.

Verwirrt? Ich auch. Zumindest manchmal. Und ich wünsche mir, dass A und C wieder zueinander finden.

3 Kommentare

  1. Joijoijoi. Frisch von der Leber weg.
    Geht’s Dir jetz besser? 😉

    Im Ernst: Du hast recht. Und dennoch ist das Thema so allgemeingültig, dass auch Deine Schlussfo(rd/lg)erung dann leider ein rhetorisches Gänseblümchen bleibt.

    Was tun wir also?

    • Mir ging es davor auch schon ganz gut. Danke der Nachfrage. 😉

      Das Wichtigste ist, dass man sich in Liebe und Offenheit begegnet – und zwar jedem Gegenüber. Auch und gerade dem, der so ganz anderer Meinung ist als ich.

      Ich glaube, wenn sich alle Beteiligten darüber im Klaren sind, dass nur dann ein wirklicher Prozess in Gang kommen kann, wird dieser auch stattfinden. Vorher werden Fronten nur verhärtet sein.
      Und manchmal muss man das seinem Gegenüber auch spiegeln und ihn darauf hinweisen, dass nicht nur “die bösen anderen” Ansichten haben, hinter die sie nicht zurückgehen.

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