Gedanken

…und was ist deine Realität?

Gestern nach dem Gottesdienst hatte ich ein sehr interessantes Gespräch. Es könnte jedoch sein, dass dieser Artikel ein wenig verstörend wirken kann – dann müssen wir uns vielleicht face to face unterhalten.

In dem Gespräch ging es darum, was eigentlich Realität ist und was Störfaktoren, Zugaben, nice to have aber eben nicht Realität ist.

Als Christ kann ich sagen: Meine Realität ist, dass ich ein Kind Gottes bin. Dass es einen Gott gibt, der nicht irgendwo auf den Wolken thront und mit den Planeten Murmeln spielt, sondern der alles darin gibt (und am Kreuz gab), dass ich als sein Kind lebe.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir (ok, wer ist wir? Ich nehme jetzt mal so den durchschnittlichen Christen im deutschsprachigen Europa) dem Glauben den Raum beimessen, den er eben noch bekommt, wenn wir alles andere in unserem Leben und Alltag gemanagt bekommen.

Wie wäre es aber, wenn wir den Spieß mal umdrehen? Wie wäre es, wenn wir zuerst in der Realität des Glaubens leben würden und aus dieser heraus den Alltag mit seinen ganzen Herausforderungen annehmen?

Wie wäre es, wenn wir folgende geistliche Wahrheit ernst nehmen und daraus leben würden:

Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas Neues hat begonnen. (Die Bibel, 2. Korinther 5,17)

Viel mehr drehen wir uns aber um Probleme, Herausforderungen, Alltagsbewältigungen, Schmerzen, Sorgen, Einkäufe, Hoffnungen, Politik, Erledigungen, Verabredungen, Enttäuschungen, Hausaufgaben, Krankheiten, Geld, Termine, Hobbys und was weiß ich noch alles.

Und wenn unsere Gedanken damit soweit fertig sind, dann fragen wir uns in einem guten Moment: “OK, und wie soll ich das nun als Christ meistern? Gott, kannst du mir auch noch irgendwie helfen?” In einem weniger guten Moment fragen wir (uns) nicht mal das.

Es wird Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Realitätswahrnehmung.

Wer Jesus nachfolgt, der ist frei von diesen Dingen. Nicht, dass sie nicht mehr da wären – oh nein. Beim besten Willen nicht. Sie sind es. Und wie!

Aber das genuin Neue im “zu Jesus gehören” ist doch, dass unsere Realität zuerst davon bestimmt ist, dass wir ein Kind Gottes sind; ein Kind des Höchsten. Und dann kommt der Rest. So schwer es klingt, so hart es klingt: Nicht deine Probleme, deine Herausforderungen, ja sogar nicht einmal deine Schmerzen, Angst und Zweifel aber auch nicht deine Hobbys, Leidenschaften und angenehmen Seiten des Lebens haben dich zu bestimmen, sondern einzig die Wahrheit: Ich bin ein geliebtes Kind Gottes.

Wie das geht? Ein Kind Gottes zu sein? Darum ging es gestern im Gottesdienst auch – und es gibt eine einfache Antwort darauf, denn es sind nicht alle Menschen automatisch durch die Geburt Kinder Gottes. Die Antwort lautet:

Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. (Die Bibel, Johannes 1, 12)

Probier’s aus! Und du wirst sehen: Das Leben hat weit mehr zu bieten, als das, was wir sehen – wenn wir das Leben nur richtig betrachten und von der richtigen Seite aus angehen und leben.

Wenn Paulus im Epheserbrief (Epheser 1,3) schreibt, dass Gott uns mit “allem geistlichem Segen des Himmels gesegnet hat”, dann ist es genau das, was auf uns wartet, wenn wir das Leben sehen, das eigentlich die Realität ist – hinter all den Dingen, die sich uns in den Weg stellen.

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