Gemeinde ist etwas Wunderbares. Für mich ist sie die Hoffnung dieser Welt. Denn wenn sie ihren Job richtig macht, dann ist in ihr und durch sie Jesus vollkommen präsent.

Nun ist es aber so, dass sich unsere Gesellschaft verändert. Vor 100 Jahren hätte noch kein Mensch gedacht, dass Du auf so einen komischen Bildschirm starrst und eine “Page” im “World Wide Web” “aufrufst”. Also – Veränderung ist angesagt. Auch in der Gemeinde.

Und da wird’s heikel. Sehr heikel.

Denn es gibt doch so viel, das wir lieb gewonnen haben:

Die harten Kirchenbänke, das abgegriffene Gesangbuch, dessen aktuellstes Lied aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stammt, dieses Musikinstrument, dessen Anteil am Musikmarkt im Promillebereich liegen dürfte und nicht zu vergessen: Auf Donnerstag, 20 Uhr brauchst Du keinen Termin legen, denn hier war schon immer und wird auch immer ____________ (setze eine beliebige Gemeindeveranstaltung ein) sein.

Also. Veränderung. Du gute Güte – das wird nicht so leicht.

Was?

Schnell fragen wir uns: “Was sollen wir tun?”

Aber das ist die falsche Frage.

Beim „Was“ sind Menschen immer anderer Meinung:

  • der eine mag eine wohltemperierte und gut registrierte Orgel
  • der andere mag die Band, die es mal so richtig krachen lässt und den Worship so richtig abgehen lässt
  • der eine mag den Gottesdienst am liebsten um 6 Uhr, denn dann ist er noch taufrisch und hat den ganzen Tag vor sich
  • der andere kommt eher erst nach 15 Uhr und dem sonntäglichen Mittagskaffee auf Touren und Gottesdienst mag er nicht vor 19 Uhr
  • der eine geht ganz in der Liturgie und ihrer ehrwürdigen Sprache auf
  • der andere mag’s salopp und locker – Hauptsache, man versteht’s

Und jetzt? Sich auf das “Was” stürzen bringt nichts – außer Meinungsverschiedenheiten.

Wie?

Ähnlich gestaltet sich übrigens die Lage, wenn man nach dem “Wie” fragt.

  • Wie werden wir das alles bezahlen?
  • Wie nehmen wir die Menschen mit?
  • Wie können wir sicher sein, dass das richtig ist?
  • Wie lange wird das dauern?

Wetten, dass bei 5 anwesenden Personen es zu jeder Frage mindestens zwei unterschiedliche Antworten geben wird?

Sich auf das “Wie” stürzen bringt nichts – außer Meinungsverschiedenheiten.

Aber es gibt sie. Die eine Frage, die in Veränderungsprozessen wirklich hilft:

Warum?

  • Weil Gott jeden Menschen einzigartig liebt und wir uns fragen müssen: Wie können wir als Gemeinde dieser Liebe nicht im Weg stehen?
  • Weil Gott sich nach jedem einzelnen Menschen sehnt – auch wenn der Mensch das (noch) nicht tut. Wie können wir als Gemeinde dem Menschen aber dabei helfen, seine gottgegebene Sehnsucht nach dem Ewigen zu entdecken? In der Bibel steht: “In das Herz des Menschen hat Gott den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist.” (Prediger 3,11)
  • Weil Gott sich etwas bei Gemeinde gedacht hat – und zwar weniger im Sinne von “gemein” sondern eher im Sinne von “Gemeinschaft”.
  • Weil Gott will, “dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.” (Die Bibel, 1. Timotheus 2,4)

Sich immer wieder diese “Warum”-Frage zu stellen, ist die Frage, die nach vorne bringt.

Warum tun wir das alles?

Warum investiere ich mich in die Gemeinde?

Warum leite ich die Gemeinde?

Warum lasse ich das bei allem Frust nicht einfach bleiben?

Darum. Weil das “Was” und “Wie” zweitrangig ist.

Es geht um das “Warum”.

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