Jedes Jahr immer ein Stückchen mehr und dieses Jahr auf irgendeine Weise ganz besonders habe ich den Eindruck: Kaum einer ist zur Zeit in “Adventsstimmung”.

Aber vielleicht ist das auch gut so. Sicher: So eine romantisch-verklärte Parallel-Realität zu dieser umkämpften, zerrissenen und tristen realen Realität hätte doch was.

Wer weiß: Hat sich Gott genau so gefühlt, als er sich auf den weiten Weg zum Stall nach Bethlehem machte und es kurz vor Jesu Geburt den allerersten Advent gab?

Wenn Gott es für nötig erachtet hatte, Mensch zu werden, weil wir Menschen es verlernt haben, Menschen zu sein, dann muss es recht unmenschlich zugegangen sein. Damals. Vor dem ersten Advent.

Wie viel mehr freut sich Gott wohl heute über jeden einzelnen Menschen, der in dieser Adventszeit sich auf den Weg macht, und die Reise zu diesem Gott antritt, der sich schon längst auf den Weg zu uns Menschen gemacht hat?

Wenn Du Dich also auch nicht so ganz in Adventsstimmung befindest, dann bist du in bester Gesellschaft. Also mach dir keinen Stress und halt dich einfach an den, der den weiten Weg aus der Ewigkeit hierher auf die Erde gegangen ist, der ihn erst in die Krippe und dann ans Kreuz führte.

Obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, Gott gleich zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er nahm menschliche Gestalt an und wurde wie jeder andere Mensch geboren.

Er erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus werden einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme soll zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr! (Die Bibel, Philipper 2, 6-11)

Wirklich Advent wird dort, wo dieser Jesus ankommen und bleiben darf.

 

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