Tag 4

    Advent heisst: Warten.

    Mitten im Alltag
    Irgendwie kommt es mir so vor, als ob das diesjährige Warten im Advent zu einer besonderen Geduldsprobe wird. Momentan warte ich immer wieder darauf, welche neuen Corona-Verordnungen veröffentlicht werden und was sich unsere Kirchenleitung in Baden obendrauf noch an Verordnungen ausgedacht hat. Und ich bin ehrlich: Mich macht das mürbe. Sehr sogar. Manchmal nervt’s mich einfach nur noch. Auch jetzt weiß ich nicht, ob wir das, was wir als Gemeinde an Weihnachten geplant haben, auch wirklich durchführen können. Wer weiß, was da noch so an Verordnungen kommt.
    Also: Warten!
    Doch eigentlich warten wir ja auf etwas ganz anderes: Wir warten auf Weihnachten und damit verbunden auf die Geburt von Jesus….naja, also geboren ist er ja schon. Wir erinnern uns also daran, dass er geboren wurde – und warten quasi auf die Erinnerung. Hä? Echt jetzt? Mal im Ernst: Worauf warten wir denn im Advent? Es ist doch nicht so, als ob wir das Ende nicht schon wüssten! Wir haben den Film schon zig mal gesehen: 24 Türchen, 24 Kilo Weihnachtsplätzchen, 4 Kerzen und dann kommt die große Sause an den Feiertagen.
    Natürlich heißt Advent auf deutsch “Ankunft” (aus dem Lateinischen). Und dennoch ist Advent und Warten nicht voneinander zu trennen.
    Worauf wartest du? Worauf wartest du noch? 
    Ich warte nicht auf die “Geburt von Jesus”. Ich weiß, dass er schon geboren wurde. Ich warte vielmehr darauf, dass in diesem Advent viele Menschen ihn kennenlernen. Ich warte darauf, dass er sich auf besondere Weise offenbart und in dieser Pandemie Menschen begegnet. Ich warte darauf, dass sein Wirken noch viel sichtbarer wird. Und ich warte darauf (oder eher gesagt: ich hoffe darauf), dass du just in diesem Moment weißt: Jesus kommt spätestens rechtzeitig! Du wartest darauf, dass Jesus in deinem Leben eingreift? Er wird es tun! Warte ab – auch wenn es nicht immer leicht ist. 
    “Die auf den Herrn warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie gehen und werden nicht matt.” (Jesaja 40,31)
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