Tag 9

    “So wahr mir Gott helfe!”

    aus dem Amtseid des Bundespräsidenten und Bundeskanzlers, GG Art.56
    Mitten im Alltag
    Seit gestern haben wir einen neuen Bundeskanzler: Olaf Scholz. Bei seiner Vereidigung verzichtete er auf den Zusatz: “So wahr mir Gott helfe.” Er ist aus der Kirche ausgetreten – also Olaf Scholz, nicht Gott! Da ist das konsequent und ich will lieber für unsere Regierung beten als mit dem Zeigefinger auf sie zeigen. Denn mal Hand aufs Herz, wenn du dich als Christ bezeichnest: Wie oft hast du gestern im Tagesverlauf an Gott gedacht und die Dinge getan “so wahr dir Gott helfe”?
    Wenn du ähnlich gestrickt bist wie ich, dann wirst du gestern Momente gehabt haben, in denen du nicht mit Gottes Eingreifen gerechnet hast oder halt einfach “dein Ding gemacht hast.”
    Mich erinnert der Advent immer auch daran, dass es ja nicht darum geht, einmal im Jahr diese besondere Zeit zu haben, in der man sich daran erinnert, dass Jesus in diese Welt gekommen ist und wieder kommen wird. Vielmehr soll doch unser ganzes Leben “adventlich” sein, also mit dem Ankommen, mit der Ankunft von Jesus rechnen.
    Und diese Woche ist schon wieder so voll, dass ich eigentlich immer mal wieder nur den hier machen kann: 🙈
    Kennst du sicher. Der Affe, der dir sagt: “Oh no! Du hast es verbockt!” Auch ich lebe oft genug nicht “so wahr mir Gott helfe”, sondern wenn ich ehrlich bin ist das eher so ein: “So wahr ich mir selbst helfe und wenn das nicht reicht, bitte ich Gott, dass er mir hilft.”
    Advent – das ist immer auch die Challenge, jeden Tag neu damit zu rechnen, dass Gott mir hilft – und zwar nicht erst dann, wenn ich am Ende meines Lateins bin, sondern schon viel früher. Oder um es anders auszudrücken: “Gebet ist niemals unsere letzte Option, sondern immer unsere erste!
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