Wenn in der Kirche mutige Menschen, die eine Vision und Leidenschaft haben, sich zusammentun,  entsteht nahezu immer etwas Historisches mit großartigem Ausmaß. Anders kann man nicht beschreiben, was “Mission Manifest” (www.missionmanifest.online) bedeutet.

Um was geht’s?

Auch wenn von einem “Comeback der Kirche” die Rede ist, so ist doch entscheidend: Es geht ihnen nicht primär um die Institution Kirche, sondern darum, dass Kirche wieder ihren missionarischen Auftrag wahrnimmt.

Mich beeindruckt, wie viele unterschiedliche (katholische) Gemeinden und Werke an diesem Manifest beteiligt waren, welche Einmütigkeit das ausdrückt und welche Kraft davon in unser Land ausgehen kann.

In der Präambel dieser 10 Thesen heißt es deswegen:

Nach menschlichem Ermessen wird die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz in wenigen Jahren kaum mehr eine gesellschaftlich wahrnehmbare Rolle spielen. Das ist weniger schade um die Kirche als schlimm für die Menschen, die Gott verlieren oder Jesus nie kennenlernen.

Dieses “Mission Manifest” wurde auf der MEHR-Konferenz in Augsburg zu Beginn dieses Jahres verabschiedet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wer den 10 Thesen zustimmt, kann sich online in die Unterzeichner-Liste eintragen – ich habe es auch getan.  Warum? Weil ich mich verpflichten möchte, mit meinem Leben und meinem Dienst als Pfarrer diesen 10 Thesen zu “folgen”.

Aber warum eigentlich?

Weil es jeder einzelne Mensch in Deutschland wert ist. Ganz egal, woran er glaubt, wen oder wie er liebt, welche Hautfarbe er hat und welches Gehalt (oder auch nicht) er bezieht. Gottes Liebe und sein rettendes Handeln durch Jesus gilt ALLEN Menschen. Und alle meint: A.L.L.E! Ohne Ausnahme!

Diese 10 Thesen rufen – teilweise auch schmerzlich – in Erinnerung, was der eigentliche Auftrag von Kirche ist, wie Kirche handeln soll und für wen sie da ist.

Weil “Kirche” das in den letzten Jahrzehnten immer wieder vernachlässigt hat, ist nach menschlichem Ermessen nicht damit zu rechnen, dass sich ihr Zustand bessert. Zu groß sind die Erosionsschäden, die durch bibelkritische Ideologien innerhalb der großen Kirchen entstanden sind.

Übernatürliches Handeln Gottes und die Kirche

Aber auch ein kirchliches Handeln, das alles Übernatürliche versucht wieder irgendwie natürlich zu erklären sorgt dafür, dass die übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes in unseren Kirchen nicht so oft zu finden ist, wie es wünschenswert wäre. Schon Paulus hat die Christen in Thessaloniki ermahnt:

Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! (Die Bibel, 1. Thessalonicher 5,19)

Diese Ermahnung wäre relativ sinnlos, wenn die Möglichkeit nicht bestehen würde, dass wir dem Wirken des Heiligen Geistes im Weg stehen könnten. Am einfachsten und (leider) effektivsten tun wir es dort, wo wir den Geist Gottes versuchen, mit unserem menschlichen Verstand zu erklären oder salopp meinen “Der Geist weht, wo er will”. Wie oft habe ich das schon bei “Kirchens” gehört und jedes Mal gedacht: “Das stimmt doch überhaupt nicht, weil es so gar nicht in der Bibel steht – auch wenn du dich auf Johannes 3,8 berufst. Dort steht aber, dass der “Wind” weht, wo er will – und nicht der Heilige Geist.”

Warum diese Thesen nötig sind? Weil die großen Kirchen in Deutschland ihren Teil dazu beigetragen haben – und ich nehme mich da nicht aus -, dass solch ein Ruf “ad fontes”, zu den Quellen, wieder nötig ist, damit Kirche ihre ganze Kraft und Schönheit entfalten kann, wie von ihr in Apostelgeschichte 2 berichtet wird:

Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete. (Die Bibel, Apostelgeschichte 2,47)

Typisch deutsch

Vollkommen klar ist, dass dieser noch so junge Impuls schon nach wenigen Tagen angegriffen und kritisiert wird. Frei nach dem Motto:

“Ich bin so deutsch, dass ich schon mal motze, auch wenn ich noch gar nicht weiß, um was es geht.”

Da wird davon gesprochen, dass es eine geeignete Kampagne wäre, um die Verkaufszahlen des dazugehörigen Buches in die Höhe schnellen zu lassen, da schlagen sich – natürlich nur verbal – Theologen die Schädel ein um einzelne Worte in einzelnen Thesen.

Können wir das nicht mal lassen? Können wir uns stattdessen nicht mal als Christen, Gemeinden, Werke, Einrichtungen und und und zusammentun und über manche Kleinigkeiten hinwegsehen und einmütig das Beste für unser Land wollen? Ginge das? Ich fände es außerordentlich genial, weil dahinter eine riesengroße Verheißung steht, von der wir im so genannten “hohepriesterlichen Gebet” Jesu lesen:

Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns, so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. (Die Bibel, Johannes 17,21)

Ich freue mich!

Ich bin auch Deutscher. Aber ich will anders reagieren. Ich freue mich einfach übermäßig, dass es diesen Aufbruch gibt. Viele Menschen (über 1.800) haben schon jetzt online unterzeichnet. Ich freue mich, dass diese 10 Thesen kurz, prägnant und inspirierend auf den Punkt bringen, um was es “bei Kirche” eigentlich geht.

Ich freue mich darüber, dass dieses “Mission Manifest” dazu beitragen wird, dass die missionarischen Bemühungen innerhalb der Kirchen aufflammen werden. Davon bin ich überzeugt – und wenn es “nur” bei einzelnen ist. Aber – der einzelne – war da nicht was? Genau. Der ist Jesus unendlich wichtig!

Ich hoffe und erwarte, dass wir in einigen Jahren sagen können: Durch “Mission Manifest” fand nicht nur ein Comeback der Kirche statt, sondern viele Menschen, denen Gott bis zu diesem Zeitpunkt relativ egal war, sind dadurch zu leidenschaftlichen Nachfolgern Jesu geworden.” Warum? Weil es einzelne Christen gab, Menschen wie du und ich, dich sich haben anstecken lassen von “Mission Manifest” und der leidenschaftlichen Liebe zu Jesus und zu den Menschen, die darin zu finden ist.

Und jetzt: Viel Segen und Inspiration beim Lesen der 10 Thesen!

 

 

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