Die Fülle des Heiligen Geistes

Was genau war das nochmal?

Mit großem Gewinn lese ich immer mal wieder bei den “alten Kirchenvätern” nach, was sie so theologisch zu sagen haben. Meist hat das mehr Substanz als das, was man heutzutage so auf Facebook an Text-Images teilt.

Einer der Kirchenväter, die mich mit am meisten inspirieren, ist Basilius von Cäsarea (330-379) oder auch “Basilius der Große” genannt. Deswegen würde ich ihn nicht unbedingt gleich als Helden bezeichnen, aber in unserer aktuellen Predigtreihe “Mein Held der Kirchengeschichte” schafft er es in dieses Ranking.

By the way: Hier wird es Predigten zu außerordentlich inspirierenden Menschen der Kirchengeschichte geben. Also: Herzliche Einladung: www.wutachblick.de/gottesdienst.

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Basilius über den Heiligen Geist

Zurück zu Basilius, genauer gesagt zu einer wunderbaren Aussage von ihm über den Heiligen Geist. (Wenn dich interessiert, was der Kerl sonst noch so auf dem Kasten hatte und wer er war, dann komm doch einfach am 6. September in den Gottesdienst in der ev. Kirchengemeinde Wutachtal.)

 

Eine Seele, die es fertig bringt, von der irdischen Anhänglichkeit sich frei zu machen, die ganze intelligible Schöpfung zu verlassen und wie ein Fisch aus der Tiefe an die Oberfläche emporzutauchen, wird dort, in der Region der reinsten Schöpfung, den Hl. Geist sehen, wo der Sohn und der Vater ist, den Geist, der von gleicher Natur und Wesenheit auch alles hat, die Güte, die Gerechtigkeit, die Heiligkeit, das Leben. (Quelle)

Wow. Da kann ich nur staunen über die Kraft dieser Worte und mich aufmachen in die “Region der reinsten Schöpfung”, wie Basilius das nennt.

Wie das geht? Sich freimachen von der irdischen Anhänglichkeit und die intelligible Schöpfung, also die nur durch den Verstand zu erfassende Realität, verlassen und dahinter zu schauen. Hinter das, was wir sehen, was wir hören, was wir wahrnehmen. Hinter das Augenscheinliche und unter die Oberfläche schauen. Sich nicht blenden lassen von dem, was uns entgegenkommt, sondern nach dem “Warum” und “Woher” zu fragen.

Die Fülle des Heiligen Geistes erschöpft sich nicht in Formen

Weder in einem kontemplativen Lebensstil noch in contemporary worship. Die Fülle ist mehr – und wahrscheinlich niemals ganz zu erlangen. Aber alleine das Streben nach dieser Fülle lässt mich aufbrechen in Gottes Möglichkeiten, wo ich nur Unmöglichkeiten sehe. Das Suchen dieser “Region der reinsten Schöpfung” wird eine Lebensaufgabe bleiben, aber hat für mich eine solche Anziehungskraft, dass ich weiß: “Da will ich hin! Hin an diesen Ort, an dem der Heilige Geist über alles Verstehen und Erkennen hinaus. Hin an diesen Ort, an dem die vollkommene Kraft des Heiligen Geistes spürbar und erlebbar ist.”

Und ich bin überzeugt, dass Gott uns immer wieder in diese Region ruft und uns lockt, indem sein Heiliger Geist heute noch Wunderbares wirkt und schafft und uns Menschen einen Anreiz schenkt, “mehr” davon zu wollen.

Und da lande ich unweigerlich wieder bei einem meiner Lieblingsthemen: Gemeinde. Für mich hat Gemeinde die Aufgabe, Menschen genau in diese Region zu führen, zu begleiten und zu rufen. Tut sie das nicht, dreht sie sich wahrscheinlich zu sehr um sich selbst und nicht um Jesus. Tut sie es aber, wird Großes und Wunderbares geschehen.

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