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Diagnose: Tot!

Lüge – tot – geht’s noch, Gott?

Zugegeben: Es gibt Geschichten in der Bibel, die fordern uns echt heraus. Oder besser gesagt: Da sträuben sich uns die Nackenhaare, wenn wir sie lesen. Eine davon ist die Geschichte eines Ehepaares, die lügen – und daraufhin tot umfallen. Die beiden heißen Hananias und Saphira, verkaufen einen Acker, behalten ein Teil des Geldes für sich, geben den Rest ihrer Gemeinde mit der Behauptung, das sei alles, was sie bekommen hätten für den Acker. Die Folge der Lüge: sie sind beide tot.

Nachlesen kannst du die Geschichte in Apostelgeschichte 5, 1-11.

Apostelgeschichte 5,1-11 lesen
1 Ein Mann aber mit Namen Hananias samt seiner Frau Saphira verkaufte einen Acker, 2 doch er hielt mit Wissen seiner Frau etwas von dem Geld zurück und brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen.
3 Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten hast? 4 Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.
5 Als Hananias diese Worte hörte, fiel er zu Boden und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten. 6 Da standen die jungen Männer auf und deckten ihn zu und trugen ihn hinaus und begruben ihn.
7 Es begab sich nach einer Weile, etwa nach drei Stunden, da kam seine Frau herein und wusste nicht, was geschehen war. 8 Aber Petrus sprach zu ihr: Sag mir, habt ihr den Acker für diesen Preis verkauft? Sie sprach: Ja, für diesen Preis.
9 Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich hinaustragen. 10 Und sogleich fiel sie zu Boden, ihm vor die Füße, und gab den Geist auf. Da kamen die jungen Männer und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.
11 Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die das hörten.

1Schlüssel zum Verständnis

Um zu verstehen, dass es hier um viel, viel mehr als nur um „Lügen“ geht, müssen wir wissen, wie die Gemeinde damals „tickte“.

Ein Schlüssel zum Verständnis des Ganzen war für mich der Kommentar von N.T. Wright zu dieser Stelle.

Die urchristliche Gemeinde trat nämlich an die Stelle des Tempels. Alle Wesensmerkmale der ersten Gemeinde wie bspw. Gebet, Gemeinschaft, gegenseitige Versorgung und Hingabe waren auch Merkmale des Tempels. Paulus schreibt den Korinthern später dann dies in ihr Herz bzw. fragt sie, ob sie das denn vergessen hätten.

Die Gemeinde als Summe ihrer einzelnen Jesus-Nachfolger tritt an die Stelle des Tempels.

2Der Tempel ist Gott heilig

…und nicht nur das. Er ist nach jüdischem Verständnis der Ort, an dem Gott wohnt – nämlich im Allerheiligsten des Tempels. Deswegen ist der Tempel für Gott heilig. Immer wieder gibt es im ersten Teil der Bibel Geschichten über Menschen, die sich am Tempel Gottes „vergingen“ – indem sie bspw. die damals geltenden Opfer- und Ritualvorschriften missachteten.

Das Ganze macht es natürlich nicht leichter zu verstehen. Aber mal im Ernst: Wir nehmen immer gerne die Schokoladenseite Gottes für uns in Anspruch, die ja auch wahr ist: Er liebt uns und vergibt uns. Er ist gnädig, hat mit unserem Leben etwas vor. Er heilt und er ist treu.

Gottes Wesen ist aber auch: heilig! Und dieses Heilige entzieht sich unserer menschlichen Vorstellungskraft, weil wir nicht im Entferntesten ermessen können, wie heilig Gott ist. Dazu gehört aber auch, dass er keinen Makel duldet, wenn seine Heiligkeit oder das, was ihm heilig ist, beschmutzt wird – beispielsweise der Tempel oder seit Ostern: die Gemeinde!

Hananias und Saphira haben beide gelogen. Ich finde es äußerst wichtig, mal genau hinzuschauen, warum sie gelogen haben.

3Der Grund der Lüge

Petrus ist geistlich auf der Höhe und erkennt sofort, dass die Lügen des Menschen nicht einfach nur so entstehen. Sie haben einen Ursprung. Sie haben einen Grund. Genauer gesagt: sie haben einen Vater. Den Vater alle Lügen nämlich – den Teufel, den Satan.

Jesus hat über ihn einmal gesagt: „Er ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Johannes 8,44)

Wer lügt, tut das nicht einfach so, sondern weil der Teufel selbst ihn zum Lügen verführt und getrieben hat. Klingt krass – ist aber eigentlich gar nicht verwunderlich. Wir sind den ganzen Tag umgeben von Eindrücken und Einflüssen, von Menschen, Ereignissen und Reizen. Von Dingen, die uns gut tun und von Dingen, die uns nicht gut tun. Wir sind von unseren Emotionen genauso umgeben und durchdrungen wie wir es von der Luft zum Atmen sind.

Unser Herz wird durch das erfüllt, das die Möglichkeit hat, von außen in unser Innerstes vorzudringen.

Sei dir dessen also bewusst. Und Petrus selbst schreibt es dann später in einem Brief und drückt es folgendermaßen aus.

1. Petrus 5,8
„Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ (1. Petrus 5,8)

Paulus und Hananias sind verschlungen worden, weil sie nicht aufgepasst haben. Über die genauen Motive steht nichts im Text. Wie konnte es also dazu kommen, dass sie verschlungen wurden, dass der Teufel so viel Macht über sie hatte, dass sie logen und sich am Heiligtum Gottes, seiner Gemeinde, versündigten? Wir wissen es nicht – aber ich möchte dir einen „Teufelskreis“ (im wahrsten Sinne) vorstellen, der Möglichkeiten enthält, in denen wir heute in der Gefahr stehen, auf die Lügen des Teufels hereinzufallen.

4Momente, die gefährlich sind

Eines vorweg: Der „Kampf zwischen Gut und Böse“ ist kein Kampf auf Augenhöhe.

Im Neuen Testament steht eine Kernwahrheit über diesen Kampf zwischen Jesus und dem Teufel, die wir allen Überlegungen immer im Gepäck haben müssen, weil es sonst ziemlich schräg wird:

1. Johannes 3,8
„Denn dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre!“

Und dennoch gilt eben auch das, was in 1. Petrus 5,8 steht. Welche dieser Momente sind für dich gefährlich? Oder sie waren schon gefährlich und du weißt, das ist deine Baustelle?

Bitterkeit
Aus welchen Quellen nährst du dich? Schnell kann es passieren, dass du enttäuscht bist von Freunden, von der Familie, von Kollegen – und von der Gemeinde. Leider geschieht unter Christen genau das Gleiche wie überall sonst auch: Wir beginnen, „hintenrum“ zu reden, zu meckern, zu lästern – und werden bitter. Irgendwie so was muss es auch bei Hannas und Saphira gewesen sein, wenn du dir mal Apostelgeschichte 5,9 durchliest. So oder so: Bitterkeit ist bitter. Dennie nährt dich nicht. Sie vergiftet dich und der Teufel hat leichtes Spiel, seine Lügen zu platzieren nach dem Motto: „Sollte Gott wirklich gesagt haben…?“
kein Vertrauen
Das Leben ist manchmal nicht leicht. Definitiv nicht! Und gerade in solchen Momenten fällt es uns schwer zu glauben, dass Gottes gut mit mir meint; dass er mich liebt; dass er mit meinem Leben etwas vorhat. Sei vorsichtig. Denn gerade in solchen Momenten schleicht der Teufel umher nach dem Motto: „Siehst du. Ich hab’s dir doch schon immer gesagt. Auf Gott ist kein Verlass. Auf ihn kannst du nicht vertrauen!“
Zweifel
Die etwas rationalere Variante ist die des Zweifels: Kann das alles wahr sein? Kann das stimmen, was in der Bibel steht? Woher will ich wissen, dass das keine 2000 Jahre alte und lange Lügengeschichte ist? Zweifel sind per se nicht schlimm – wenn sie dich dazu bringen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dann tu das! Such das Gespräch mit jemandem, dem du vertraust und benenne deine Zweifel – aber mach das nicht mit dir alleine aus.
Hochmut
In eine ganze andere Richtung geht ein weiterer gefährlicher Moment. Der Hochmut! Der kommt ja bekanntlich vor dem Fall. Hochmut ist der Moment, in dem wir so auf uns selbst fixiert sind, dass wir weder für Gott noch für den Nächsten einen Blick haben. Hochmut ist die Fixierung auf uns selbst, die der Teufel Evan im Paradies und Jesus in der Wüste verlangte. Wann hast du das letzte Mal in einer Sache nachgegeben, dich selbst und deine Motive hinterfragt? Sollte das länger als eine Woche her sein, wäre es nicht verwunderlich, wenn der Hochmut um die Ecke schaut.
Sofa statt Spielfeld
Du bist aufgerufen, dein Leben in der Identität als Kind Gottes zu leben – und das heißt: In dieser Welt einen Unterschied zu machen, weil du Kind Gottes bist. Sowohl in deiner Gemeinde als auch an dem Platz, an den Gott dich gestellt hat in Familie, Beruf, Verein und Nachbarschaft. Das geht aber nur, wende diese Identität auch ergreifst und nicht auf dem Sofa rumhängst. Denn auf dem Sofa gewinnst du nichts – nur eines: Kalorien! Und du wirst geistlich eingelullt werden, so dass der Teufel leichtes Spiel hat, seine Lügen zu platzieren: „Sollte Gott gesagt haben, dass du wirklich einen Unterschied in dieser Welt machst?“ Vorsicht vor dem Sofa – und ab aufs Spielfeld!
alleine glauben
Selbst wenn du zu einer Gemeinde gehörst, besteht die Gefahr, dass du deinen Glauben alleine lebst. Das ist immer fatal – deswegen gibt es im ersten Teil der Bibel ein wunderbares Sprichwort: „Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“ (Prediger 4,12) Alleine stehst du immer in der Gefahr, dass die Lügen des Teufels weite Kreise ziehen. Deswegen such dir Menschen, die dich inspirieren, die in dein Leben, in dich investieren und dich prägen – einzelne Menschen oder eine Kleingruppe.

Solche Momente werden nicht erst, sondern haben schon Auswirkungen auf deinen Glauben, auf dein geistliches Leben und erzeugen einen Prozess des geistlichen Sterbens.

Unser natürlicher Reflex auf solche „gefährlichen Momente“ und diesen Prozess ist leider der, dass wir etwas tun oder „machen“ wollen. Aber das wird nicht helfen. Sondern nur eines:

5Nur eines hilft!

Die Ironie des Ganzen: Der Name „Hananias“ heißt übersetzt: „Gott ist gnädig (gewesen)!“

Hätte der Kerl seinen Namen mal gelebt.

Gnade können wir uns nicht verdienen. Sie ist das ultimative Geschenk Gottes an uns, das sich Tag für Tag erneuert.

Gnade ist die zweite Chance – dauerhaft.

Sie ist die ausgestreckte Hand Gottes für unser Leben!

Gnade ist Gottes Wesen. Im ersten wie im zweiten Teil der Bibel gibt es unzählige Geschichte, die zeigen: Gott ist gnädig.

Weil seine Gnade so mächtig und entwaffnend ist und all unsere Bestrebungen mit einem Lächeln auf die Seite schiebt, ist ein viel zitierter Vers aus dem zweiten Teil der Bibel so kraftvoll, in dem Gott sagt:

2. Korinther 12,9
„Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

Ja und jetzt? Wie ist diese Gnade verfügbar? Einfach so?

Soll ich dir ehrlich was sagen? JA! Lass uns den Glauben an Jesus nicht komplizierter machen, als wir es in 2.000 Jahren schon geschafft haben.

Wir werden ja regelrecht dazu aufgefordert, diese Gnade uns immer wieder abzuholen:

Hebräer 4,16
„Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.“

Hol dir diese Gnade ab! Im Gebet, Lobpreis oder im Lesen der Bibel. Egal wie. Egal wo. Sie ist verfügbar – wir dürfen und können und sollen sie jederzeit nehmen. das ist Evangelium pur.

Und weil diese göttliche Gnade viel, viel größer ist als unser menschliches Vorstellungsvermögen und jederzeit abrufbar ist, kannst du eines tun: Du kannst „All in“ gehen.

6All in

Beim Poker gibt es den Begriff des „All in“. Das heißt: Du setzt alles ein, was du hast.

„All in“ heißt: Alles geben – nichts zurückhalten.

„All in“ – genau das haben Hananias und Saphira nicht getan. Sie haben etwas zurück behalten und sind nicht „all in“ gegangen.

Zwei vielleicht etwas provokante Fragen am Schluss:

  1. In welchem Lebensbereich gehst du nicht „All in“ und hältst etwas vor Gott zurück?
  2. Wodurch schadest du deiner Gemeinde, die für Gott heilig ist?

Beide Fragen habe ich mir auch gestellt. Ich weiß, sie haben es in sich. Aber das hat dieser Text aus Apostelgeschichte eben auch. Diese Buch der Bibel ist so voll mit ganz besonderen Ereignissen und Geschichten. Immer wider wird erzählt, wie „Zeichen und Wunder“ durch die Apostel geschahen.

Ich glaube, diese Sehnsucht haben viele Christen heute immer noch. Und ich glaube, dass ein Ernstnehmen dessen, was wir durch die Geschichte von Hananias und Saphira lernen, Voraussetzung dafür ist, auch heute Zeichen und Wunder in diesem apostolischen Maß zu erleben. Gott ist der gleiche – gestern, heute und morgen.

Seine Heiligkeit gilt damals wie heute. Seine Macht, Zeichen und Wunder geschehen zu lassen, gilt damals wie heute.


Dieser Beitrag ist die Zusammenfassung eines Teils meiner Predigt vom 22. April 2018. Diese kannst du dir als Podcast oder auf der Homepage unserer Gemeinde anhören.

www.wutachblick.de // iTunes // podcast.de

 


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Adam, Eva und die Evolution

Bibel oder Evolution? Wem kann ich glauben, wenn es um die Entstehung der Welt geht?

Schöpfung. Urknall. Evolution. Kreationismus. 7 Tage. Zeitabschnitte. Millionen Jahre. 6000 Jahre.

Ja was denn nun? Wem kann ich glauben? Wem soll ich glauben? Was sollte ich auf keinen Fall glauben?

Es gibt wohl kaum ein anderes Thema, welches ein Gegenüber von „Glaube und Wissenschaft“ konstruiert wie die Frage nach der Entstehung der Welt.

Timothy Keller ist ein begnadeter und feinsinniger Denker. Nicht umsonst wird er als „C.S. Lewis des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet.

Gedankenanstöße

Keller liefert mit diesem Buch kein Patentrezept, was Christen glauben sollen und was nicht. Das kann er auf Grund der Knappheit auch nicht. Das Buch umfasst gut 40 Seiten und regt vielmehr zum Weiterdenken an.

Im Prinzip hebt Keller die Diskussion und die Frage nach dem – für ihn vermeintlichen – Gegensatz zwischen Schöpfungsglauben und modernistischem Weltbild auf eine Metaebene. Er beschreibt knapp beide Sichtweisen, geht aber vor allem auf grundlegende Fragen bzw. Schwierigkeiten ein:

  • die Autorität der Bibel
  • die mangelnde Trennschärfe zwischen Biologie und Philosophie
  • die Frage, ob Adam und Eva geschichtliche Gestalten waren
  • das Problem des Bösen und der Gewalt

Evolution vs. Evolution

Keller trifft eine brillante und grundlegende Unterscheidung. Oftmals wird der Evolutionstheorie und der Evolution an sich eine philosophische und erkenntnistheoretische Funktion beigemessen, die jedoch die eigentliche Substanz der Evolution bei weitem übersteigt.

Deswegen unterscheidet Keller die rein biologische Evolution von einer Evolutionstherorie, welche einen Beitrag zur Frage nach der Entstehung der Welt und dem Sinn und Zweck menschlichen Daseins leisten will – was sie aber gar nicht kann. Interessant ist, wie Keller dann versucht, die biologische Evolution in ein schöpferisches Verständnis der Entstehung der Welt zu implementieren.

Auch wenn man ihm nicht in allen Aussagen und Schlussfolgerungen folgen mag, so hebt er die Diskussion von einer oftmals polemisch geführten Auseinandersetzung auf eine sachliche Ebene, die nur gut tun kann.

Clevere Fragen

Können Adam und Eva historische Personen sein, auch wenn man die Evolution im biologischen Sinne annimmt? Welches Verständnis der Heiligen Schrift ist vonnöten, um den Autoren der biblischen Zeugnisse und ihren Anliegen gerecht zu werden? „Wenn Gott diese Welt durch die Evolution geschaffen hat, können wir Genesis 1 nicht wörtlich verstehen. Warum sollen wir dann andere Teile der Bibel wörtlich nehmen?“ (Seite 16)

Das snd nur wenige Frage, die Keller implizit und explizit in „Adam, Eva und die Evolution“ stellt. Diese Fragen regen an zum Weiterdenken. Diese Fragen regen aber auch an, eigene Positionen zu hinterfragen und gründlich(er) zu durchdenken. Diese Fragen regen ebenso an, um im Diskurs um die Entstehung der Welt nicht in eine konfrontative sondern in eine gewinnende Haltung zu kommen.

Fazit

Dieses kleine Buch bietet mehr Denk- und Sprengstoff, als es große Werke mit hunderten von Seiten tun. Keller schafft es einmal mehr mit seinen genialen Gedankengängen und seiner faszinierenden Weisheit und Cleverness Denkwege zu begehen, die weiter bringen. Er verfällt nicht in klassische „Entweder-Oder-Muster“ sondern baut Brücken zwischen Positionen, die lange Zeit als unvereinbar nebeneinander stehen. Ohne mit ihm in allen Aussagen und Schlussfolgerungen übereinzustimmen, habe ich dieses Buch mit großem Gewinn gelesen. Vor allem deswegen, weil es mich angeregt hat, meine eigene Theorie und Theologie zu hinterfragen, tiefer zu bohren und zu forschen, wie wir die Bibel gut und verantwortungsvoll verstehen können.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, dem dieses Thema unter den Nägeln brennt. Besonders empfehle ich es Pastorinnen und Pastoren, da diese immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert werden. In „Adam, Eva und die Evolution“ finden sich keine schlichten und platten Antworten, aber in Kürze jede Menge „Futter“, das fruchtbare (Streit-)Gespräche um diesen Themenkomplex nährt.

Infos:
48 Seiten
4,99 EUR
ISBN: 978-3-7655-4330-2
Brunnen-Verlag

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K5-Leitertraining – Gott übertrifft alle Erwartungen!

Unglaublich.

Großartig.

Unbeschreiblich.

So könnte man etwas bezeichnen, was ich mir vor wenigen Monaten noch nicht einmal hätte träumen lassen.

Man kann aber auch ein Wort dafür verwenden, wie es jemand extra dafür mal in die Runde warf (Danke, Lena!):

Erwartungssprengend!

Erwarte mehr von Gott!

Letzten Herbst bin ich auf das K5-Leitertraining aufmerksam geworden. Es hat mich sofort begeistert und inspiriert. Nach weiterer Beschäftigung damit habe ich gemerkt: Das ist genau das, was wir in der Gemeinde benötigen. Also habe ich den Ältesten davon erzählt – und die fanden es genauso gut.

Gut. Dann mal eine Anmeldeseite auf unserer Homepage entwickelt, eine kurze Info-Veranstaltung in der Gemeinde abgehalten, Flyer bestellt und Zusatzflyer bedruckt, in Newslettern informiert und in den sozialen Netzwerken geteilt: „Wir bieten das K5-Leitertraining in unserer Gemeinde an!“

Kein Zufall

Das Geniale: Es passt wunderbar in unseren momentanen Veränderungsprozess in der Gemeinde. Wir haben im Frühjahr 2017 einen Prozess angestoßen, den wir „Vision 2020“ nennen. Schau ihn dir mal an und lies ein paar Zeilen dazu unter folgendem Link:

www.wutachblick.de/2017/09/21/vision-2020-gott-erfahren-begeistert-leben/

Gott ist einfach so gut! Denn das K5-Leitertraining fügt sich nahtlos in diese Strategie ein. Genauer gesagt in das Ziel für das Jahr 2020. Was wir im Ältestenkreis nach viel Beten, Ringen, Diskutieren, Planen, Auf-Gott-Hören, Feedback-Bekommen und Externe-Drüberschauenlassen entwickelt haben für das Jahr 2020 bekommt durch das K5-Leitertraining die konkrete Umsetzungsmöglichkeit. Das kann einfach kein Zufall sein!

So weit, so gut. Doch. Wie viele werden sich anmelden?

Hier kommen wir zum – was meine Person betrifft – unrühmlichen Teil. Ich habe anfangs für mich so gedacht: „Also wenn sich 30 anmelden, wäre das gut – insgeheim rechne ich mal mit 50 Personen.“

Machen wir es kurz: Es haben sich 91 Personen angemeldet, davon sind 88 aus unserer Gemeinde und drei aus dem näheren Umfeld.

Und dann ging’s los

Und dan ging es am Samstag, 14. April los. Wir haben den K5-Schulungstag vom November „nachgeholt“ und einen total genialen Tag in unserer Gemeinde erlebt. Wir haben fünf auf ihre je unterschiedliche Weise total inspirierende Vorträge angesehen. Wir haben gemeinsam Gott angebetet, die Gemeinschaft genossen, über die Gemeinde nachgedacht und ein tolles Catering gehabt (kein Wunder; unser Catering-Team ist professioneller als so manche professionellen Teams).

Kurzum: Ich bin Gott unglaublich dankbar für diesen Tag, den wir erlebt haben. Und ich weiß eines: Das war erst der Anfang! Das war der Anfang des K5-Leitertrainings in unserer Gemeinde. Das war der Anfang eines Abenteuers. Das war der Anfang einer neuen Ära in unserer Gemeinde – wer weiß.

DANKE!

Ich bin immer wieder begeistert und fasziniert, wenn sich Menschen in das Reich Gottes investieren – und das nicht nur für sich, ihre Gemeinde, ihr Werk alleine. Sondern für viele, viele andere.

Hinter dem K5-Leitertraining stehen vor allem zwei „Institutionen“ (vor allem im übertragenen Sinn kann man die beiden so benennen):

Zum einen ist das die Kirche für Oberberg und das Forum Wiedenest. In Person möchte ich hier ganz ausdrücklich und persönlich Artur Siegert (leitender Pastor der „KFO„) danken. Ich hatte die Möglichkeit, ihn beim Willow Creek-Leitungskongress im Februar kurz und ein wenig ausführlicher bei einem K5-Multiplikatorentreffen Anfang März kennenzulernen.

Sein Herz und seine Leidenschaft für Jesus ist unbeschreiblich groß. Sein Herz und seine Leidenschaft für Menschen, die Jesus noch nicht kennen, ist faszinierend. Sein Herz und seine Leidenschaft für Leiterschaft ist über die Maßen inspirierend!

DANKE ARTUR!

DANKE FORUM WIEDENEST!

DANKE KFO!


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Das Prinzip vom Einfluss

Die Maßeinheit für Führungskompetenz ist Einfluss – nicht mehr und nicht weniger

Gemeinden und vor allem Gemeindeleitungen sollten sich immer vor Augen halten: Der Mensch steht gerade in der heutigen Zeit unter vielen Einflüssen. Durch die Medien werden Meinungen, Werte und Produkte transportiert, die sein Leben „besser“ machen sollen.

Überall Einfluss ausgesetzt

Auf der Arbeit will der Vorgesetzte etwas erreichen und die Kollegen machen einem das Leben nicht immer leicht.

In der Familie gibt es viele Beziehungen, die Zeit (und Nerven) kosten und dadurch Einfluss auf unser Leben haben.

Teil einer Ortsgemeine zu sein, bedeutet auch, dass von dort Einfluss auf mein Leben ausgeübt wird.

Und da sind wir am Knackpunkt: Wenn der heutige Mensch schon so vielen Einflüssen ausgesetzt ist – wie wichtig ist es dann, wenn Gemeinde einen großen Einfluss auf sein Leben ausübt. Aus einem Grund: im Glauben an Jesus reifer und mündiger zu werden.

Führen heißt: Einfluss ausüben

Die Maßeinheit für Führungskompetenz ist Einfluss – nicht mehr und nicht weniger.“ (John Maxwell, S. 26)

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich genau davor viele Gemeindepfarrerinnen und Pfarrer, Pastorinnen und Pastoren scheuen. Sie wollen gute Predigten halten, Kranke besuchen und den Konfirmandenunterricht überleben. Aber Einfluss ausüben? So ganz direkt, so dass Leben verändert wird? Jetzt wirklich? Ja! Unbedingt! Sonst lass deinen Job bleiben!

Wir sollten uns im Klaren darüber sein, dass Gemeindeleiter nichts anderes ist als Einfluss auf das Leben anderer Menschen auszuüben. Nur mal so am Rande: Schlechte Gemeindearbeit hat schlechten Einfluss auf Menschen. Insofern ist es sehr entscheidend, wie wir als Gemeinde auftreten, wie wir uns präsentieren, wie Menschen Gemeinde wahrnehmen.

Führen und Leiten heißt: Einfluss ausüben – und ich ergänze „wollen“. Einfluss ausüben wollen.

Bewusstsein für Einfluss schaffen

Und da ist es schon fast trivial, aber es muss gesagt werden: Mach dir als Führungs- und Leitungsperson einer Gemeinde bewusst, dass du Einfluss ausüben kannst. Und entscheide dich dafür, Einfluss auf das Leben von Menschen zu nehmen.

Andere Menschen und Rahmenbedingungen tun das auch – und zwar den ganzen Tag! Wie viel wertvoller ist es doch, was wir als Gemeinde Menschen an Kraft und Inspiration mit für ihr Leben geben können.

Als Kirchengemeinde vor Ort haben wir die unglaublich wunderbare Chance, dass wir das Leben von Menschen positiv und lebensverändernd beeinfluss können. Klar – wir können es auch lassen und einfach ein churchy Programm runterspulen. Das kannst du so machen – dann ist es aber am Ziel und an der Intention gleichermaßen vorbei.

Übe Einfluss aus, so gut es nur geht! Und dieser Einfluss beschränkt sich nicht darauf, dass am Sonntag Gottesdienst ist. Dieser Einfluss bedeutet weit mehr.

Konkrete Einflussnahme

Am Sonntagmorgen mag vielleicht der größte Teil deiner Gemeinde auf einmal versammelt sein. Aber ebenso der größte Teil dieses größten Teils hat vermutlich schon am Dienstag einiges vergessen, was am Sonntag gepredigt wurde.

Einfluss zu nehmen bedeutet, das nicht nur am Sonntagmorgen zu tun.John C. Maxwell

Einfluss ist mehr als Inspiration. Einfluss bedeutet mehr, als am Sonntagmorgen eine gute Predigt zu halten. Einfluss bedeutet mehr, als den Sonntagmorgen als das Zentrum des Gemeindelebens zu betrachten. Sicher: Hier sollten so viele Menschen wie möglich zusammen kommen. Keine Frage. Aber Gemeinde ist weit, weit mehr als der Sonntagmorgen.

Einfluss nehmen bedeutet, das Leben der Menschen so stark zu beeinflussen, dass sie ihr Leben ändern – und ihr Ändern leben.

Und das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Hier nun ein paar konkrete Tipps und Hinweise, ohne dass ich behaupten will, dass bei mir schon alle den Sprung von der Theorie in die Praxis geschafft haben:

  • Nutze alle erdenklichen modernen Kommunikationsmittel, um mitten im Alltag Einfluss auf deine Gemeindeglieder auszuüben – im positiven Sinne natürlich.
    • Mit der Bibel-App „youversion“ kannst du gemeinsam in der Bibel lesen oder Veranstaltungen mit Bibelstellen, Notizen, Impulsen und der Möglichkeit für eigene Notizen erstellen.
    • Gestalte die Homepage deiner Gemeinde so, dass sie auch ohne weiteres mobil ansprechend darstellbar ist.
    • Interagiere mit den Menschen in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram. Die überwiegende Mehrheit deiner Gemeindeglieder wird in irgendeiner Weise „digital unterwegs“ sein.
  • Biete Kurse an, in denen du noch mehr Einfluss ausüben kannst – bspw. den „SHINE-Kurs“ oder den „ALPHA-Kurs„. In diesen Kursen können sich Menschen, die sonst „nur“ in den Gottesdienst kommen, sehr intensiv mit dem Glauben und verschiedenen Themen auseinandersetzen.
  • Nimm die Predigten am Sonntagmorgen auf und veröffentliche sie als Podcast. Das ist einfacher, als es sich anhört. Bei Bedarf gebe ich dir gerne Tipps, wie es rein technisch funktioniert.
  • Sende deinen Gemeindegliedern regelmäßig einen Newsletter, der die Inhalte ansprechende transportiert. Lieber weniger reinpacken in einen Newsletter und dafür öfters schicken, um die Verbindung kontinuierlich zu halten.

Deiner Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur eines: Sei dir bewusst, dass der Sonntagmorgen-Gottesdienst nicht reicht, um Einfluss auszuüben.

Dieser Beitrag ist ein Teil einer Reihe über die „Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“ von John C. Maxwell und versucht, diese konkret für die Arbeit in der Kirchengemeinde vor Ort zu übertragen.


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Alle Beiträge aus der Reihe „Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“:

Ostern – ein Geständnis.

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute ist Ostern und ich muss dir etwas gestehen, was in unserer Zeit  nicht mehr selbstverständlich ist. Egal, ob in unserer „Gesellschaft“, in der Kirche oder wo auch immer.

Ich gestehe: Ich glaube den Berichten des Neuen Testaments über die Auferstehung Jesu und dass das Grab am Ostermorgen nicht voll, sondern leer war.David Brunner

Aber nicht, weil die Jüngerinnen und Jünger Jesu den Leichnam gestohlen hätten, sondern weil Jesus von den Toten auferstand und zu neuem Leben erweckt wurde!

Ja, ich glaube das. Und dass ich dadurch ein Exot sein mag – so what? Denn ich weiß eines: Ohne den Glauben an eine leibliche Auferstehung und ein leeres Grab am Ostermorgen aufgrund der Auferweckung Jesu von den Toten wäre mein Glaube vollkommen sinnlos. So wie Paulus es schon in seinem wunderschönen „Auferstehungskapitel“ (1. Korinther 15) geschrieben hat:

Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn, und euer Glaube hätte keine Grundlage.1. Korinther 15,14

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich glaube so sehr an die Auferstehung Jesu, wie ein kleines Kind – und deswegen nenne ich mich selbst „naiv“. In meinem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Berichte des Neuen Testaments (auch des Alten Testaments) absolut verlässlich und glaubwürdig sind, dass sie historisch zuverlässig und alles andere als erstunken, erlogen oder über die Jahrhunderte verfälscht wurden.

Wer so etwas behauptet, dem fehlt jegliche wissenschaftliche Grundlage. Denn ich habe nicht nur „die Erfahrung gemacht“, sondern bin den Dingen bis durch den Zweifel hindurch auf den Grund gegangen.

Ostern ist das Ende der historisch-kritischen Methode und aller liberaler Theologie, welche sich über Gottes Wort erhebt.

Ostern ist gleichzeitig der Beginn eines unglaublich faszinierenden Lebens mit dem Auferstandenen. Mit dem Jesus von Nazareth, der als Sohn Gottes auf wundersame Weise in diese Welt kam und als Sohn Gottes für mich aus dieser Welt ging, als er am Kreuz starb. Um dann am dritten Tag endgültig wiederzukommen. Naja. Und um dann nach 40 Tagen wieder in die Herrlichkeit der geistlichen Welt, aus der er gekommen ist, zurückzukehren.

Ja, klar. Eine kleine Achterbahnfahrt der irdischen oder eben nichtirdischen Präsenz Jesu ist das schon. Aber seit Pfingsten – zehn Tage nachdem Jesus zurück kehrte in die geistliche Realität – lebt Gottes Geist auf dieser Erde in jedem, der Jesus vertraut. Und das ist grandios. Das ist „Gott auf der Erde“. Wow!

Jesus ist für mich stellvertretend am Kreuz gestorben. Und er ist um meiner Rechtfertigung willen (Römer 4,25) wieder auferstanden von den Toten.

Was gibt mir in dunklen Zeiten Hoffnung?

Was stärkt mich, wenn ich kraftlos bin?

Wieso ist die Bibel so lebendig und „spricht“ in mein Leben hinein?

Was macht Gemeinde Jesu, des Auferstandenen, auch heute noch so einzigartig?

Was lässt mich hoffen, dass eines Tages Gerechtigkeit siegt – und zwar Gerechtigkeit Gottes und nicht die eines Menschen?

Wodurch wird mein Leben erneuert, erfüllt und richtig sinnvoll?

Warum kann ich glauben, dass mir meine Schuld vergeben ist und ich vor Gott gerecht bin?

Die Antwort besteht aus vier Worten. Ein Satz. Aber der ist kraftvoll. Seit knapp 2.000 Jahren und wird es bis in alle Ewigkeit bleiben:

Der HERR ist auferstanden!

In diesem Sinne wünsche ich Dir fröhliche, bunte und vor allem gesegnete Ostern, die du hoffentlich in der Gewissheit verbringst, auch einer von den Freunden des Auferstandenen zu sein.


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P.S. Wenn du noch mehr zum Thema lesen willst, empfehle ich dir diesen Artikel:

7 Gründe, warum Ostern Dein Leben vom Kopf auf die Füße stellt

 

5 Gründe, Jesus zu feiern

Es beginnt die Karwoche. Nein, die schwäbische Variante davon ist nicht die Kehrwoche. Die Karwoche ist die letzte Woche im Leben Jesu. Christen auf der ganzen Welt erinnern sich an sein Leiden, Sterben und die Auferstehung.

Und womit beginnt die ganze Woche? Mit Feiern! So muss das sein!

Am so genannten Palmsonntag feiern Christen das, was Juden vor ungefähr 2.000 Jahren gefeiert haben – besser gesagt: den. Und der ist Jesus. Kein Geringerer als er reitet auf einem Esel in Jerusalem ein. Er nimmt alttestamentliche Messiasverheißungen für sich in Anspruch und sagt den Menschen: „Schaut her. Ich bin es. Der König aller Könige. Der Herr aller Herren!“

Die Menschen jubeln und sind begeistert. Sie sind außer sich, wie wir es sonst nur im Fußballstadion sind. Und das hat einen Grund: Sie feiern Jesus. Und das ist gut so. Wir feiern ihn nämlich viel zu selten.

Sie singen und tanzen. Sie jubeln und beten. Nicht irgendwas, sondern den „großen Lobgesang“ – Psalm 113-118.

Deswegen findest du hier ausgehend von Psalm 118 messianisch gedeutet 5 Gründe, Jesus zu feiern.

1Jesus ist immer gnädig

Jesus ist und bleibt und wird immer sein: gut und gnädig. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Gut. Gnädig. So fühlen wir uns ja nicht immer. Unser Leben nimmt seinen Lauf – und ruckzuck findet sich in unserem Herzen, in unserem Leben, in unserem Umfeld jede Menge andere Dinge wie Hass, Streit, Verletzungen, Krankheit, Tod oder Erschrecken vor dem eigenen Selbst.

Aber dabei bleibt es nicht. Jesus ist gnädig. Durch und durch gut und gnädig. Egal, wie du über dich selbst denkst – Jesus denkt immer besser über dich. Er gibt dir immer eine zweite Chance. Immer! Er hat Lösungen und Möglichkeiten parat, in denen wir nur Unmöglichkeiten sehen.

Jesus ist gnädig. Das bedeutet auch, dass er dich nich verdammt, wo du es vielleicht selbst bei dir tust.

Jesus ist und bleibt gut und gnädig.

Das ist und das bleibt vor allem anderem in deinem Leben eine wunderbare Nachricht. Und: es ist der erste von fünf Gründen, Jesus zu feiern.

2Jesus schenkt Freiheit

„Ausweglose Situationen“ und „Bedrängnis“. Kennen wir. Ich muss dir keine Beispiele aufzählen. Eventuell steckst du nämlich gerade mitten drin in einer dir ausweglos scheinenden Situation oder erlebst Bedrängnis.

Dummerweise haben wir so eine Angewohnheit und fokussieren uns auf die Herausforderung oder Bedrängnis – anstatt uns auf Jesus zu fokussieren.

Es gibt im Neuen Testament, dem zweiten Teil der Bibel, einen ganz simplen, aber faszinierenden Satz:

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
2. Korinther 3,17

Das heißt nichts anderes als: Freiheit ist verfügbar. In jedem Moment, denn wenn du Christ bist, lebt Gottes Geist in dir. Auch wenn der Vers im Zusammenhang von Gesetz vs. Evangelium von Paulus ausgesprochen wurde, bin ich der Überzeugung, dass er generell gilt: Wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit.

Und jetzt nehme ich dich mit hinein in etwas ganz Faszinierendes und Kraftvolles für ausweglose Situationen und Bedrängnisse. Die Grundlage dafür steht ebenfalls im Neuen Testament. Dort sagt Jesus Folgendes:

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.
Matthäus 18,18

Luther hat hier nur seinen zweitbesten Tag gehabt bei der Übersetzung, denn das, was im Himmel geschieht, steht im „Futur II“. Das bedeutet: Eine Aussage, die in der Zukunft abgeschlossen sein wird.

Spannend. Denn dann heißt es: „Ihr bindet das, was im Himmel gebunden worden sein wird und ihr löst das, was im Himmel gelöst worden sein wird!“

Freiheit in ausweglosen Situationen und in Bedrängnissen erleben wir auch dort, wo wir in der Kraft der Autorität des Namens Jesu sprechen. Aber nicht, weil es an uns liegt, dass wir etwas binden und lösen könnten (was Luthers Übersetzung suggeriert), sondern weil wir den Namen Jesu in eine Situation hineinsprechen und dieser die Kraft hat, Dinge zu binden oder zu lösen. Und zwar in der Form, wie es in der geistlichen Realität schon geschehen ist.

Konkret. Am Beispiel. Wenn ich für Kranke bete, bete ich nicht nur um Heilung sondern ich spreche in Jesu Namen auch Heilung über dieser Person aus. Warum? Weil ich ganz entspannt sein kann, da es nicht an mir liegt. Ob die Krankheit gebunden (festgehalten, bleiben) wird oder ob sie gelöst (geschlagen) wird, das ist in der himmlischen Welt, in der geistlichen Realität entschieden. Ich spreche in der Kraft der Autorität des Namens Jesu – was dann geschieht, liegt nicht in meiner Hand. Aber meine Perspektive hat sich geändert. Und zwar grundlegend.

Auch, weil Freiheit keine Möglichkeit, sondern Gewissheit ist. Jesus sagte einmal:

Wenn euch nun der Sohn frei macht,
so seid ihr wirklich frei.
Johannes 8,36

Natürlich hat der Teufel ein echtes Interesse daran, uns vorzutäuschen, wir seien nicht frei. Stimmt aber nicht. In Jesus gibt es nur noch Freiheit – auch wenn sie umkämpft ist.

Und wieder ein Grund, Jesus zu feiern.

3Jesus macht furchtlos

Menschen haben Angst und Furcht vor ganz unterschiedlichen Dingen. Meistens ist das komplett irrational, nicht erklärbar und argumentativ nicht zu lösen. Es fühlt sich eklig und furchtbar an und man wünschte sich, dass es ganz schnell vorbei geht.

Ich frage mich: Wie um alles in der Welt können Menschen behaupten, Angst oder Furcht sei ein guter Ratgeber? Angst und Furcht können Stopp-Schilder oder Warnhinweise sein. Keine Frage. Aber Ratgeber? Ganz ehrlich: Ich möchte meine Entscheidungen und mein Leben nicht maßgeblich von Angst und Furch geleitet und inspiriert werden. Ich kenne einen viel, viel besseren Ratgeber: der Geist Gottes!

Klar – es gibt Situationen, da fürchten wir uns und haben Angst. Leider. Es wäre besser, es ginge auch ohne. Aber umso wichtiger ist es, sich mal Gedanken zu machen, was die Fakten sind – und dann der Furcht entschieden ins Gesicht lächeln:

  • In Jesus ist meine Identität, ein geliebtes Kind des Höchsten zu sein – nichts weniger als das!
  • Was ist der „worst case“? Was ist der „best case“? Jesus hat am Kreuz von Golgatha alles – aber auch wirklich alles – auf sich genommen und für uns getragen. Was also sollte sich ihm noch in den Weg stellen?
  • Kenne deine Furcht! Stell dich ihr in den lichten Momenten und sag ihr, wie groß dein Gott ist!
  • Kenne deine Bibel! Es gibt so viele wunderbare Anti-Furcht-Geschichten in der Bibel. Im Folgenden nur ein kleiner Auszug aus Psalm 34:

Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 

Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr. ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr. (Psalm 34,4-9.19-20)

Wenn das mal kein Grund ist, Jesus zu feiern!

4Jesus vollbringt Wunder

Was ist eigentlich ein Wunder? Zu schnell denken wir an die außerordentlichen Manifestationen eines Wunders wie beispielsweise eine spontane Heilung. In meinen Augen ist das nur eine Form von Wunder, aber nicht die einzige Form. Wunder sind viel mehr. Wunder sind so wunderbar, dass wir sie manchmal gar nicht sehen. Eigentlich ist recht schlicht definiert, was ein Wunder ist:

„Das Übernatürliche berührt das Natürliche…“

That’s it! Und das ist gewaltig. Eine „gewaltige Tat“, wie es in Psalm 118 steht.

Meine begrenzten Möglichkeiten, meine menschliche Begrenztheit wird durchdrungen von Gottes grenzenlosen Möglichkeiten. Gottes Realität trifft auf meine Realität. Das ist ein Wunder, das sich ganz unterschiedlich äußert:

  • Heilung – innerlich und äu0erlich
  • Befreiung – von Süchten, Ängsten, Gewohnheiten
  • Belebung des Glaubenslebens – durch Predigt, Lobpreis oder Gebet

Das Zitat, was ein Wunder ist, müsste aber noch um einen Halbsatz ergänzt werden:

„…und danach ist es besser als vorher.“

Das ist ein Wunder. Und das geschieht jeden Tag!

Kenne deine Furcht, kenne deine Bibel!

Kenne dein Wunder!

…und du wirst eines erleben! Noch ein Grund also, Jesus zu feiern.

5Jesus lässt mich leben

Das klingt jetzt fast schon banal – aber es ist eine tiefe Wahrheit: Jesus will dein Leben! Jesus will, dass du lebst! Er will, dass dein Leben aufblüht und du seinen Segen empfängst!

Jesus will nicht, dass es dir schlecht geht! Er will nicht deinen Tod! Jesus will dich nicht runterdrücken und knechten.

Das hat auch einen Grund. „…und erzählen, was der Herr getan hat.“ So endet der Vers in Psalm 118,17.

Paulus schriebt im Neuen Testament:

Ja, jeder kann sehen, dass ihr selbst
ein Brief von Christus seid.
2. Korinther 3,3a

Was steht bei dir? Welche Zeilen sind da zu lesen?

Ich glaube, ganz viel Gutes, Kraftvolles, Segensreiches. Viel Liebe. Viel Gnade. Denn ob du es wahrgenommen hast oder nicht: Du wirst Gott in deinem Leben schon erfahren haben. Vielleicht benennst du es anders? Vielleicht merkst du gar nicht, dass es wie ein „Wink des Himmels“ ist, dass es einen liebenden Vater gibt, der dich segnet?

Gott tut Gutes in deinem Leben! Verlass dich darauf! Und wenn du das tun möchtest, gebe ich dir drei Tipps mit, wie das relativ einfach geht:

  1. Danke Gott am Morgen für den vor dir liegenden Tag und die Möglichkeiten, die sich darin befinden.
  2. Bitte Gott, dass er dir die Augen öffnet für sein Wirken, für seine Wunder, für sein Reden, für sein Handeln in deinem Leben – an diesem Tag.
  3. Geh aufmerksam und sensibel durch den Tag – und du wirst sehen, wo Jesus in dein Leben hinein spricht.

Gott lässt dich nicht nur irgendwie leben, sondern er will die beste Lebensausgabe, die es gibt, genau für dich! Ein Grund zum Feiern!


Dieser Beitrag ist die Zusammenfassung eines Teils meiner Predigt vom 25. März 2018. Diese kannst du dir als Podcast oder auf der Homepage unserer Gemeinde anhören.

https://wutachblick.de/predigten-2/ // iTunes // podcast.de

Dieses wunderbare Lied haben wir direkt vor der Predigt gesungen:


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Das Prinzip des Deckels

Führung, Leitung – Deckel im Sinne von gedeckelt? Ja genau. Etwas verwirrend? Lies weiter!

John Maxwell erzählt im ersten Kapitel seines Buches Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“ die faszinierende Geschichte zweier Brüder, die eine tolle Geschäftsidee hatten, aber in ihrer Leistungsfähigkeit „gedeckelt“ waren. Erst eine dritte Person, die eine echte Führungskraft war, hob den Deckel an und es kam zum Durchbruch einer Fast Food-Kette, die weltweit bekannt ist: McDonald’s.

So oft geschieht es, dass jemand eine gute Idee hat, die Ressourcen an und für sich auch zustande kommt – aber die Idee wird nie geboren. Wie kommt das? Das Leistungsniveau wird durch die Führungsfähigkeit gedeckelt.

In der Gemeinde sieht das dann so aus:

  • Jemand hat die Idee, einen ALPHA-Kurs ins Leben zu rufen, hat auch schon 3-4 Mitarbeiter, die mit am Start sind und die Gemeinde besitzt ein ansprechendes Gemeindehaus oder ein Gasthaus im Ort stellt eine Räumlichkeit zur Verfügung. Aber die Gemeindeleitung ist der Ansicht, dass das jetzt „nicht dran“ ist, nicht in die Gemeinde „passt“ oder schlicht und einfach „Nein“ sagt.
  • Irgendwie geht es mit der Gemeinde nicht „voran“, obwohl mit Mitarbeitern, geistlichem Fundament und nötigen Ressourcen (Gebäude, Finanzen) doch irgendwie alles gegen zu sein scheint.
  • Die Gottesdienste sind gut – keine Frage. Aber es gibt doch in der Ästhetik des Raumes, im Bühnendesign sowie der Ausdrucksweise der Lobpreisteams stets „Luft nach oben“. Nach dem Gottesdienst wird das in Gesprächen beim Kaffee auch thematisiert – aber ändern tut sich schon seit Jahren nichts.

Es geht überhaupt nicht darum, dass alles schlecht ist. Gar nicht. Sondern es geht vielmehr darum, dass die Dinge irgendwie nicht weitergehen – obwohl entweder die Idee, das Geld, die Mitarbeiter oder die Räumlichkeiten da wären – und im frustrierendsten Fall: Alles davon!

Ein großartiges Prinzip einfach erklärt

Eine einfache Grafik erklärt, was Maxwell mit dem Prinzip des Deckels meint.

(John C. Maxwell: Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien„, S.21+22)

Durch eine Erhöhung der Führungsfähigkeit (y-Achse) wird die Leistungsfähigkeit (graue Fläche) um ein Vielfaches mehr erhöht als nur durch die Erhöhung des Leistungsniveaus (x-Achse).

Was bedeutet diese Dynamik und die einzelnen Begriffe im Blick auf die Ortsgemeinde? Ich möchte dies sowohl im Blick auf einzelne Führungspersonen (meistens der Gemeindeleiter/Pastor) als auch im Blick auf Führungsgremien (Leitungsteam der Gemeinde) genauer unter die Lupe nehmen.

Leistungsniveau

Das Leistungsniveau ist das, was einzelne Personen als auch die Gemeinde als Ganzes an Ressourcen und Fähigkeiten zur Verfügung hat. Dabei spielen unterschiedliche Dinge eine Rolle:

  • die Belastbarkeit und das Leistungsniveau einzelner Mitarbeiter, Leiter und des Leitungsteams als Ganzem
  • Die Menge an Zeit, die einzelne aufbringen können für den/ihren Dienst in der Gemeinde.
  • Das Wissen und KnowHow, das Einzelne in ihrem Bereich und im Blick auf Leitung haben.
  • Die finanzielle Schlagkraft einer Kirchengemeinde.
  • Die räumlichen Ressourcen, die zur Verfügung stehen für unterschiedliche Angebote.

Kurzum: Alle materiellen und immateriellen Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Dabei kommt es nicht auf eine Wertigkeit dessen an, was der eine oder die andere imstande ist „mehr“ zu leisten als andere. Es geht lediglich um eine Bestandsaufnahme.

Führungsfähigkeit

Hier nun wird es spannender. Was ist „gute Führung“? Da ließe sich jetzt einiges dazu schreiben – und das wurde es ja auch schon – ich will es einmal schlicht ausdrücken (in Anlehnung an Bill Hybels):

Führung bedeutet, eine Gruppe/Gemeinde/Organisation von „hier“ nach „dort“ zu führen.

Die notwendige Antwort auf das, was sich ständig als Veränderung in unseren Kirchengemeinden abspielt, heißt: Führung.

Führung bedeutet, eine Gemeinde durch einen Veränderungsprozess zu führen, zu dem natürlich auch Phasen der Konsolidierung, des Innehaltens, des Reflektierens und Auswertens gehören. Ohne Veränderung gibt es keine Führung. Ohne Veränderung wäre Führung nicht nötig, ohne Führung ist Veränderung aber Chaos.

Wer keine Veränderung möchte oder Veränderung aus dem Weg geht und sie nicht selbst initiiert, ist keine Führungskraft.

Diese Definition beinhaltet aber auch, dass Führung ein „Sorgetragen“ für eine Gruppe/Gemeinde/Organisation bedeutet. Es geht also niemals um dich selbst sondern um die Gruppe, in unserem Fall: um die Gemeinde, die dir anvertraut ist als Leiter und Führungskraft.

Fragen an einen guten Leiter

Diese Gedanken und die folgenden Fragen kannst du sowohl für das Leitungsteam einer Gemeinde, für den leitenden Pastor/leitende Pastorin als auch für Leiter einzelner Gruppen verwenden um selbst zu schauen, wo auf einer Skala von 1-10 das Kreuzchen für die Führungsfähigkeit gemacht werden müsste. Der Einfachheit halber schreibe ich immer nur von „der Leiter“. Das beinhaltet aber eben auch ein Leitungsteam, eine Leiterin und eine Leitung auf Gruppen-Ebene innerhalb der Gemeinde.

  • Wie sehr hat der Leiter das Gesamtbild und die Gesamtentwicklung der Gemeinde im Blick oder ist nur auf „seinen Bereich“ beschränkt?
  • Hat der Leiter Menschen, die ihm folgen, oder geht er ganz alleine?
  • Ordnet sich der Leiter einer Gesamtleitung unter?
  • Wie sehr initiiert der Leiter Veränderungsprozesse?
  • Sieht der Leiter die Notwendigkeit von Veränderung?
    • Wann hat sich der Ablauf/das Programm einer bestimmten Gruppe (Jungschar, Jugendkreis, Hauskreis) zuletzt verändert auf Grund dessen, dass der Leiter dies initiiert hat?
    • Wie offen ist der Leiter für Veränderungsvorschläge seiner Mitarbeitenden?
    • Beschäftigt sich der Leiter mit den Trends und Gewohnheiten der Menschen, die er leitet?
    • Wann ist ihm schon einmal der Satz über die Lippen gehuscht „Das war schon immer so?“ (Analog: „Das hat sich bewährt.“ oder „Das haben wir immer so gemacht.“)
  • Lässt sich der Leiter von außen inspirieren, coachen und kritisch hinterfragen?

Leistungsfähigkeit

Das (zumindest) Fortbestehen aber vor allem das Wachstum einer Kirchengemeinde hängt in nicht wenigem Maß von der Führungsfähigkeit ihrer Leiters, Leitungsgremium und einzelnen Leitern innerhalb der Gemeinde ab. In der Leistungsfähigkeit trifft die Führungsfähigkeit auf das Leistungsniveau. Es ist sozusagen die Kombination von beidem und beschreibt, wie sehr die Kirchengemeinde Einfluss ausübt auf ihr Umfeld, auf die Menschen vor Ort und darüber hinaus.

Man könnte sagen, dass mit „Leistungsfähigkeit“ das gemeint ist, was wir uns so oft wünschen und was landauf landab ich immer wieder höre: „Wir wollen Menschen mit dem Evangelium von Jesus erreichen.“

Super. Aber wie schlagkräftig seid ihr dabei als Gemeinde? Es ist die Kombination aus Leistungsniveau und Führungsfähigkeit, wie es John Maxwell in seinem ersten Kapitel beschreibt: „Das Prinzip des Deckels.“

Um es drastisch zu sagen: Die Schlagkraft – oder drücken wir es frommer aus: Die Tiefe und Weite, wie sehr Menschen und das Umfeld einer Gemeinde mit dem Evangelium nachhaltig erreicht werden können, hängt maßgeblich von der Führungsqualität des Leiters und des Leitungsgremiums ab. Das macht die zweite Grafik wunderbar deutlich.

Die Führungsqualität eines Leiters oder Leitungsgremiums „deckelt“ dessen Leistungsfähigkeit – oder hebt diese an.

Und jetzt?

Schenkt man den Grafiken und Maxwells Ausführungen Glauben, dann ist es in der Tat so: Eine Steigerung der Führungsqualität sorgt für mehr Leistungsfähigkeit.

Das hat in meinen Augen auch etwas Entlastendes, denn es bedeutet:

Wir müssen nicht „mehr“ machen und schaffen – sondern nur das „Richtige“ tun.

Und das „Richtige“ ist in meinen Augen: in die Führungs- und Leitungsqualität investieren. That’s it. Eigentlich ist das nicht so schwierig, denn es gibt tolle Kongress, inspirierende Podcasts und jede Menge guter Literatur.

Gleichzeitig ist dieses Schema ein wunderbarer Ratgeber für die Neu-Einstellung von Personal oder dem Übertragen von Leiterschaft auf Ehrenamtliche. 

Stehst du also vor der Herausforderung, eine neue Stelle in deiner Gemeinde zu besetzen – beispielsweise der Lobpreispastor, Jugendpastor oder Kinderpastor – dann halte dir immer vor Augen: Es geht nicht nur um das Leistungsniveau, sondern mindestens genauso auch um die Führungsfähigkeit dieser Person!

Wenn wir an der Qualität unserer Leitung, also an der Führungsfähigkeit, arbeiten, dann wird uns das unserer Gemeindearbeit einen größeren Schub geben, als wenn wir an vielen Ecken und Enden einfach „noch mehr investieren“.

Dieser Beitrag ist ein Teil einer Reihe über die „Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“ von John C. Maxwell und versucht, diese konkret für die Arbeit in der Kirchengemeinde vor Ort zu übertragen.


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Alle Beiträge aus der Reihe „Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“:

Fünf Finger Formel

Stell dir vor, du hältst ein Bilderbuch in der Hand, haptisch und optisch absolut ansprechend. Es erinnert an den Weltbestseller „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Aber dieses Buch liest du nicht deinen Kindern vor – sondern liest es selbst.

Stell dir vor, der Inhalt dieses Buches hilft dir, positiven Einfluss zu nehmen: auf deine Gemeinde, dein Business, deine Kunden oder deine Mitarbeiter.

Stell dir vor, die Formel für diesen Erfolg trägst du immer bei dir und kannst sie einfach nicht vergessen.

Willkommen bei der „Fünf-Finger-Formel„. Einmal mehr ist der Kommunikationsagentur „Bär Tiger Wolf“ ein absoluter Geniestreich gelungen. Die „Fünf-Finger-Formel“ ist ein ausgezeichnetes Tool, um deine Vorträge, Berichte oder Predigten besser zu gestalten. Und zwar in der Form, dass den wirklich wichtigen Fragen der Hörerinnen und Hörern begegnet wird. Gleichzeitig hat deine Rede absolute Relevanz. Und die Formel garantiert dir (fast), dass niemand einschlafen wird.

Das Prinzip der „Fünf-Finger-Formel

  1. Starker Fokus (Daumen)
  2. Relevanz zeigen (Zeigefinger)
  3. Herausragende Frage (Mittelfinger)
  4. Antwort (Ringfinger)
  5. Greifbare Struktur (kleiner Finger)

Es gibt wirklich viele Redenberater und gerade auch als Pfarrer habe ich so einige „Kommunikationskonzepte“ und „So wird Ihre Predigt noch besser“-Ratgeber gelesen. Mich überzeugt die „Fünf-Finger-Formel“ besonders deswegen, weil sie einfach zu merken ist. Gleichzeitig hat sie den Fokus auf die absoluten Essential einer jeder Rede (egal in welchem Kontext).

Unter der homiletischen Lupe

Der große Praxistest steht noch aus. Aber als ich das Buch in den Händen hielt, war meine kommende Predigt im Großen und Ganzen fertig. Also habe ich mal die fünf Finger drüber gelegt – und siehe da: Es funktioniert durchaus. Vor allem schärft es die Sinne. Die Sinne dafür, einen Fokus in der Message zu haben und relevant zu sein.

Es gibt leider viele Predigten, die Antworten geben auf Fragen, die nie gestellt wurden. Und wahrscheinlich auch nie gestellt werden.

Ich glaube, dass die „Fünf-Finger-Formel“ durchaus ein brauchbares Tool für die Predigtvorbereitung ist. Denn alle fünf Finger sind auch für die Predigt von Bedeutung.

Jede Predigt benötigt einen Fokus und sollte in einem Kernsatz zusammengefasst werden können. Wenn eine Predigt keine Relevanz für die Zuhörer besitzt, braucht sie auch erst gar nicht gehalten werden. Die „herausragende Frage“ wiederum ist vielleicht der Knackpunkt schlechthin. Welche Frage könnte es sein, die von „der Gemeinde“ gestellt werden kann? Von der Gemeinde, die so heterogen ist wie kaum eine andere Gruppe. Das wird spannend, aber wird die Predigt von einer guten zu einer sehr guten Predigt machen.

Theologisch interessant ist der Ringfinger. „Antwort in Form eines Versprechens, einer Chance oder eines Angebots“. Ist es nicht genau das, was das Evangelium möchte? Nicht nur ein bisschen „Balsam für die Seele“ – sondern (prophetischer) Zuspruch und Verheißung auf Basis der Wahrheit in Person – Jesus Christus. Hören wir auf, nur „eventuelle“ Antworten zu geben. Sondern trauen wir vielmehr unseren Predigten zu, dass sie in geistlicher Vollmacht dem Hörer Antworten geben. Antworten auf Fragen, die der Hörer auch stellt und die ihn bewegen.

Der kleine Finger schließlich kann dafür sorgen, dass die Predigt rhetorisch greifbar und verständlich wird. „Lässt sich die Antwort meinem Begriff oder Bild gliedern?“ Viele Predigten – und ich fasse mich da an die eigene Nase – würden an Tiefe gewinnen, wenn wir in Bildern sprechen. Jesus ist ein gutes Vorbild. Er gebrauchte in seinen Gleichniserzählungen ständig Bilder. Das Schaf, der Weinstock, die Tür, das Ackerfeld und vieles mehr.

Fazit

Ich will versuchen, die „Fünf-Finger-Formel“ auf meine Predigten anzuwenden. Denn ich glaube, dass sie dadurch relevanter, präziser, nachhaltiger und verständlicher werden. Aber auch andere Reden, die wir halten, lassen sich wunderbar mit dieser Formel vorbereiten. Vor allem auch dann – aber nicht als Ausrede, sondern als Erleichterung – wenn die Zeit knapp ist oder die Anfrage spontan ist.

Mehr Infos zur „Fünf-Finger-Formel“ und die Möglichkeit zur Bestellung:

www.baertigerwolf.de/5finger/

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