Diesen Satz mag ich überhaupt nicht und ich will dir auch sagen, warum das so ist.
Dieser Satz suggeriert, dass alles andere eigentlich viel besser wäre:
- Einen Freund um Rat fragen.
- Ungefiltert meine Emotionen in den WhatsApp-Status stellen.
- Goolge befragen.
- Die KI beauftragen, Lösungen zu suchen.
- Erst mal was essen.
- Lästern, stänkern und mich aufregen.
- Einen Beitrag in den sozialen Netzwerken verfassen.
- Die Dinge einfach selbst in die Hand nehmen.
Aber weil das alles nicht geholfen hat, kann man jetzt ja mal das Beten beginnen. Stimmt, da war ja was. Gott als Notnagel und Gebet als letzte Option, wenn alles andere nicht gefruchtet hat.
Das Problem dabei ist: Das ist ein falsches Verständnis von Gebet! Denn Gebet ist weder eine Aufgabe auf der frommen To-Do-Liste noch etwas, das man tun “muss” als Christ noch ist es irgendetwas in Richtung Wunscherfüllung. Ich bin davon überzeugt, dass dieses falsche Verständnis von Gebet auch (aber nicht nur) dafür sorgt, dass so wenige Menschen, so wenige Gemeinden beten.
Und um ehrlich sein: Ich habe die Kraft, die Schönheit, die Macht und den Impact des Gebets jahrelang unterschätzt. Wenn mein heutiges Ich meinem 30jährigen Ich zu Beginn seiner Tätigkeit als Pastor nur einen einzigen Rat geben dürfte, würde dieser lauten:
Gebet ist ganz anders
Es ist Beziehung und Leben, es ist kraftvoll und schön, es ist kostbar und gewaltig, es ist unergründlich und voller Verheißungen. Das Reden, das Hören und das Sein des Menschen vor und mit Gott – wie um alles in der Welt soll man das mit menschlichen Worten auch nur annähernd akkurat beschreiben können? Gebet ist und bleibt auch ein Mysterium, denn der Ewige trifft auf das Zeitliche, das Göttliche auf das Menschliche. Und das Verrückte: Gott selbst fordert uns in seinem Wort immer und immer wieder auf, diesen Weg zu gehen: zu beten!
Ich habe schon einmal geschrieben: Wenn Christen beten, dann ist es in erster Linie das Aufrechterhalten der geistlichen Vitalfunktion und Ausüben dessen, was ganz natürlich zum Wesen eines Christen gehört. Erst in zweiter, dritter, vierter Reihe ist es ein Bitten, Danken, Klagen.
Wir dürfen nicht den Fehler machen zu meinen, dass Beten etwas ist, das wir tun (müssen), weil es diesen oder jenen Charakter und Auswirkung haben soll. Nein – beten ist Teil unserer christlichen DNA. Es gehört unweigerlich dazu. Lass es mich dir drastisch schreiben: Ein Christ, der nicht betet, ist ziemlich krank – weil mit seiner DNA etwas nicht stimmt bzw. weil er gegen seine DNA lebt, gegen sein eigentliches Wesen, gegen seine ureigene Bestimmung – man ist das ätzend und schwer, ständig gegen sich selbst und gegen das „Normale und Natürliche“ anzukämpfen. Vielleicht fühlt sich das ein oder andere Leben deshlab auch so anstrengend an.
Wenn nun Gott selbst uns das Beten lehrt wie das Vaterunser in Matthäus 6, dann ist Gebet eines sicher nicht: Unsere letzte Option.
Nein – Gebet ist immer unsere erste Option. Es ist nie ein Notnagel, aber immer verfügbar. Gebet ist das Atemholen der Seele, es ist Ausdruck meiner Beziehung zu Jesus – eben: meine DNA!
Und dann kommen ja erst die Auswirkungen von Gebet: Mauern stürzen ein. Feinde werden bezwungen, Ängste überwunden und Krankheiten geheilt. Freude wird wiederhergestellt und Leben gerettet. Wie um alles in der Welt kann man da der Ansicht sein, dass Beten nicht unsere erste Option, sondern eine x-beliebige oder gar die letzte Option ist?
In seinem Klassiker „Vom Beten“ schreibt der norwegische Theologie-Professor Ole Hallesby:
Komm mit auf eine Reise!
Ich bin immer noch auf einer Entdeckungsreise, was das Gebet betrifft. Ich schaue zurück und weiß: Ich will nicht mehr ohne! Mein Leben ist so viel schöner geworden durch Gebet!
In Matthäus 7,7 sagt Jesus:
Das habe ich so oft schon erfahren. Aber es doch auch logisch: Wenn wir das tun, was unserer DNA, unserem Wesen entspricht, dann tut Gott auch das, was seinem Wesen entspricht. Wir bitten – er gibt. Wir klopfen an – er öffnet. Wir suchen – er lässt (sich) finden.
Mach dich mit auf die Reise! Es ist eine Abenteuerreise und Luxusreise zugleich. Luxus, weil du nur gewinnen kannst. Abenteuer, weil du nie weißt, wie es so ganz genau „funktioniert“. Es gibt eben nicht dieses Patentrezept, dass man „so und so“ beten müsse, und dann kommt die Erfüllung.
Manchmal ist es sogar so, dass auf eine Phase von Gebetserhörungen eine Phase des vermeintlichen Schweigens Gottes folgt – aber auf diese Phase des Schweigens wiederum eine Phase seines Redens folgt. Es wird nie langweilig – eben: Eine Abenteuerreise, bei der du nur gewinnen und niemals verlieren kannst.
Deswegen der schlichte Reminder zum Schluss:
Gebet ist niemals unsere letzte, sondern immer unsere erste Option!

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