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Kein Gott ist auch keine Lösung

Eine statistische Grundlage habe ich nicht, aber ich vermute: Viele Menschen, die keine Christen sind, sind es deswegen nicht, weil sie früher oder später merkwürdige bis verstörende Gespräche mit Christen hatten. So traurig das ist – so wahr ist es vermutlich (ich erinnere mich ja selbst noch an so manches Gespräch, das ich rückwirkend sicherlich anders hätte führen sollen).

Ab sofort gibt es dafür eine großartige Abhilfe: “Kein Gott ist auch keine Lösung” von Markus Voss. Nicht umsonst trägt dieses großartige Buch den Untertitel “Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen“.

Christlicher Influencer mit Substanz

Bevor wir uns das Buch genauer anschauen, gestatte mir die Frage (und Antwort): “Wer ist Markus Voss?”

Lass es mich mal so sagen: Auf Instagram tummeln sich so einige “christliche Influencer” (teilweise auch selbsternannt) und damit meine ich Accounts, die über 10k Follower haben. Allerdings fehlt mir bei vielen einfach die Substanz. Oft geht’s dann doch um die eigene Person (und das, was man so im Alltag macht, im Fitnessstudio, im Bad oder beim Essen). Das ist gut und schön und das kann jeder so handhaben, wie er das möchte, aber ich nutze Instagram weniger, um irgendwelchen Personen zu folgen (es sei denn, ich kenne sie persönlich), sondern vielmehr ihren Inhalten. Und hier sticht Markus Voss exzellent heraus. Jede Menge Videos, Inputs und Postings drehen sich darum, wie man #bibelfit (such mal auf Insta nach diesem Hashtag) wird. Überzeuge dich selbst: www.instagram.com/markusvossde/

Markus Voss ist Diplomtheologe und (laut Selbstvorstellung auf dem Buchrücken) “studierter Geisteswissenschaftler und mit seinem Programm “Mach dich #bibelfit!” einer der meistgefolgten christlichen Autoren Deutschlands. Seine Werke wurden mit zahlreichen Forschungspreisen und Stipendien ausgezeichnet.”

Sein Anliegen (in meinen Worten) ist es, den Glauben auch argumentativ und wissenschaftlich zu behaupten und schon gar nicht in die “Wissenschaft oder Glaube?”-Falle zu tappen. Ich würde aber auch nicht sagen, dass es reine Apologetik (also Verteidigung des Glaubens) ist, sondern schlicht und einfach geht Markus Voss der Frage nach: Gibt es wissenschaftliche Hinweise / Indizien, die nicht gegen sondern für den Glauben an den Gott der Bibel sprechen?

10 Verdachtsmomente – oder: Wie überzeugend der Glaube an einen christlich-biblischen Gott ist

Und das macht er in “Kein Gott ist auch keine Lösung” auf sehr raffinierte Weise, denn: Er geht 10 Verdachtsmomenten nach und behandelt diese ausführlich.

Okay, dann gehen wir jetzt in umgekehrter Reihenfolge 10 Verdachtsmomente durch, die aus meiner Sicht deutlich stärker dafür sprechen, dass der biblisch-christliche Gott existiert, als dass Er nicht existiert (und zum Schluss gibt’s noch zwei Bonus-Verdachtsmomente).Kein Gott ist auch keine Lösung, S.52

Diese 10 Verdachtsmomente sind so wichtig und weise ausgewählt (auch wenn es nach Aussage von Markus Voss noch wesentlich mehr gibt), dass ich sie dir hier wenigstens nennen möchte (ja genau, als Appetizer, damit du das Buch unbedingt liest):

#10: No one’s ever really gone – Nahtoderfahrungen

#9: Berichte über die Zukunft – erfüllte Prophezeiungen

#8: Das Böse – ein Hinweis auf Gott?!

#7: Intelligent Design & Evolution

#6: Do it again, brennender Steinbrocken, dann – Leben

#5: Bewusstsein & freier Wille – in einer materiellen Welt undenkbar

#4: Von völligem Chaos zu 1.206.000 Seiten Perfektion – die DNA

#3: Wie für uns gemacht – die perfekt balancierte Realität

#2: Wo zum Henker sind denn alle? – Das Fermi-Paradoxon

#1: Nichts, dann plötzlich Alles – der Urknall

Voss arbeitet in seinen 10 Verdachtsmomenten mit vorausgesetzten Annahmen, die sozusagen als Grundlage seiner Argumentation dienen. Das Gute daran: diese Annahmen sind allesamt vollkommen nachvollziehbar, nicht an den Haaren herbeigezogen und je nach Thema, das er im jeweiligen Kapitel anspricht, auch weithin Konsens.

Ich möchte nur zwei Beispiele erwähnen, um deutlich zu machen, wie logisch und korrekt Voss’ Abhandlungen sind (und nebenbei wirst du auch merken, wie gut verständlich er sich selbst bei hoher Komplexität des Themas ausdrückt).

Verdachtsmoment 10: No one’s ever gone – Nahtoderfahrungen

Voss schreibt:

Wenn nichtchristlicher Atheismus wirklich wahr wäre, dann gäbe es Gott und Übernatürliches definitiv nicht, mit dem Tod wäre alles aus und atheistische Denkweisen müssten steif und fest behaupten, dass sich alles ausschließlich auf natürlichem Wege erklären ließe.Kein Gott ist auch keine Lösung, S.53

Verdachtsmoment 4: Von völligem Chaos zu 1.206.000 Seiten Perfektion – die DNA

Voss schreibt:

Wenn Atheismus wahr wäre, dann gäbe es Gott definitiv nicht, sondern alles – auch Lebewesen und insbesondere Menschen – wären im Grunde nichts weiter als die banalsten, simpelsten Stoffgemische und atheistische Denkweisen müssten behaupten, dass sich diese unter völlig unkontrollierten Bedingungen in vollkommen chaotischen Umständen irgendwie von selbst zusammengefügt haben (“was Moleküle halt so machen”) und das rein zufällig die komplexesten Wesen des gesamten Universum ergeben hat: Halt ‘ne fast alltägliche Anordnung von simplen Kohlenstoffen.Kein Gott ist auch keine Lösung, S.156

Wenn dir diese beiden Beispiele nicht ausreichen oder nicht plausibel genug erscheinen – dann lies die anderen acht Verdachtsmomente, denn dazu müsstest du dir das Buch kaufen, wozu ich dich unbedingt ermutige!

Voss schreibt hier nicht im pseudowissenschaftlichen Bereich herum (in dem sich leider oftmals Christen bewegen), sondern belegt seine Annahmen und Thesen sehr genau.

Der Gedanke, die Plausibilität des christlichen Glaubens zu erhöhen, indem Verdachtsmomente aufgegriffen werden, bei denen jeder denkende Mensch stutzig wird, ist ein raffinierter Schachzug – und macht das Lesen des Buches regelrecht spannend.

Dass Voss am Ende eines jeden Verdachtsmomentes dahin kommt, dass dieser nur mehr die Existenz des biblisch-christlichen Gottes beweist, ist selbstredend. Bedeutungsvoll sind zwei Dinge: Zum einen der jeweilige Weg, den Voss geht, um dem Verdachtsmoment das zu entnehmen, was die Existenz des biblisch-christlichen Gottes mehr beweist als seine Nicht-Existenz. Zum zweiten genau dieser Begriff “biblisch-christlicher Gott”, denn darum geht es Voss: Nicht um ein unpersonales Wesen, das irgendwo in den Weiten des Universums für Gott gehalten werden kann. Voss geht es um den “biblisch-christlichen Gott”, der sich in der Bibel und in Jesus Christus offenbart hat.

Neues Testament und Auferstehung – glaubwürdig?

Diese 10 Verdachtsmomente bilden den ersten Hauptteil des Buches (und den größeren), während es noch einen zweiten Hauptteil gibt. In diesem widmet sich Markus Voss der Glaubwürdigkeit sowohl des Neuen Testaments als auch der Auferstehung Jesu im Besonderen. Und das hat einen Grund:

In unserer pluralistischen Gesellschaft wird die immense Bedeutung dieser Frage [Anmerkung: Es geht um die Frage “Welcher Gott eigentlich?”] häufig heruntergespielt: “Ach, naja, muss halt jeder selbst entscheiden. Hauptsache, der Glaube gibt einem Halt.”Kein Gott ist auch keine Lösung, S.232

Kommen dir solche Aussagen bekannt vor? Mir schon. Als Pfarrer begegne ich solchen Aussagen zwar nicht täglich, aber immer und immer und immer wieder. Voss spricht das Kernproblem bei der Gottesfrage hier offen und direkt an. Aber lass uns noch mal reinhören ins Buch, was er weiterschreibt – das macht die Bedeutung der Frage, um welchen Gott es denn geht, so wichtig:

Sorry, wer das sagt, bei dem fürchte ich, der hat keinen blassen Schimmer, wovon er redet. Stell dir einfach mal vor, Gott wäre in Wahrheit der altorientalische Gewitter- und Fruchtbarkeitsgott Ba’al und du würdest jetzt Zeus oder Odin anbeten und dich an deren Gebote und Regeln halten. Ba’al wäre not amused.Kein Gott ist auch keine Lösung, S.232

“Das ist mir zu weit hergeholt” sagst du. Ok, dann lass uns weiter reinhören in “Kein Gott ist auch keine Lösung“.

Stell dir mal vor, unsere muslimischen Freunde hätten Recht (was ich nicht denke) und Gott wäre in Wahrheit Allah des Qur’an (=Koran) und du würdest Jesus anbeten – eines kann ich dir sagen: Würde das stimmen, dann würde Allah Kleinholz aus dir machen.

Deshalb – unterschätz das nicht! – ist die Frage “Welcher Gott” aus meiner Sicht sogar fast noch wichtiger als die, ob es Gott gibt.Kein Gott ist auch keine Lösung, S.233

In beiden Hauptteilen habe ich gestaunt über die Weite, die Weisheit und den unglaublichen Schatz an Wissen, den Voss in seinem Buch “Kein Gott ist auch keine Lösung” vermittelt. Denn so ein pseudochristliches “das steht halt in der Bibel, deswegen musst du es glauben” wird aus seinem Mund nicht kommen – kein Wunder: Er selbst hat solche Sätze zu Genüge gehört, als er noch Atheist war.

Also zieht er seine Argumentation auf eine viel breitere und wissenschaftlichere Weise auf – eben auch im zweiten Hauptteil des Buches, in dem es um die Glaubwürdigkeit des Neuen Testamentes und der Auferstehung im Besonderen geht. Absolut cool ist es, wie er mit Beispielen des Alltags bzw. der Geschichte dies immer und immer wieder ganz anschaulich macht. Irgendwie so muss das gewesen sein, als Jesus zu den Menschen in Gleichnissen sprach, in denen er sich Bilder ihrer Alltagswelt bediente.

Also schaut Voss, wie Geschichtswissenschaft funktioniert und vergleicht dies mit dem Ermitteln in einem Kriminalfall.

Wie in einem heutigen Kriminalfall hast du im Wesentlichen drei Möglichkeiten, um zu gucken, wie plausibel und wahrscheinlich es ist, dass etwas passiert ist: 1) Fundstücke 2) Berichte von Zeugen 3) Kontext & AuswirkungenKein Gott ist auch keine Lösung, S.244

Sowohl die “Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806” als auch der “Prager Fenstersturz” als zwei historische Ereignisse dienen ihm als Grundlage, um die Auferstehung Jesu zu untersuchen.

Tja – und dann geht’s dem Neuen Testament und im Besonderen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu an die Nieren – denn auf diese und das Herz werden sie auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüft.

Gut gewappnet für heiße Gespräche

Kein Gott ist auch keine Lösung” ist eine wahre Goldgrube und ich bin Markus Voss von Herzen dankbar, dass er das Buch geschrieben hat, wie er es geschrieben hat. Der Untertitel kommt nicht von ungefähr, denn das ist Voss’ Anliegen, wenn man ihm auf Instagram oder YouTube (hier geht’s zu seinem Kanal) folgt: “Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen”

Ich nehme in Deutschland ein ganz verwirrendes Konstrukt an Meinungen wahr, wenn es um Gespräche geht, die den Glauben so ein bisschen auf den Prüfstand stellen wollen – nach dem Motto: “Echt jetzt? Glaubst du das, was in der Bibel steht?”

Da sind auf der einen Seite missionarische Atheisten, für die alleine die Existenz Gottes schon nicht denkbar ist und die oft starke Argumente ins Feld führen – oder aber ziemlich provokant daherkommen.

Dann gibt es viele von Herzen gläubige Christen, denen aber spätestens als drittes Argument nur noch ein “das steht aber so in der Bibel” rausrutscht.

Mit in der Gesprächsrunde sind liberale Theologen, die sich mit ihren bibelkritischen Äußerungen atheistischen Denkmustern annähern und nicht wahrnehmen (wollen), dass ihre Art der Theologie weltweit betrachtet nur eine Randerscheinung darstellt.

Und es gibt in dieser Runde diejenigen, die sich immer mehr von Glaubenssätzen und Wahrheiten verabschieden, die für das biblische Christentum grundlegend sind, weil sie vielleicht nie ernsthaft Zweifel äußern durften und in einer Art Trotzhaltung das Kind mit dem Bade ausschütten.

Schließlich gibt es diejenigen, denen die Frage nach einem höheren Wesen herzlich egal sind – allerdings ist das die große Minderheit.

Insofern macht es absolut Sinn, sich schlau zu machen, wie man Gespräche führen kann, in denen der Glaube “auf Herz und Nieren geprüft” wird und man eben nicht beim “das steht so aber in der Bibel” landet und damit ein ansonsten vielleicht fruchtbares und inspirierendes Gespräch beendet.

Das gesamte Buch ist also eine großartige Darlegung, weshalb es absolut plausibel ist, an den biblisch-christlichen Gott zu glauben. Du bekommst für dich selbst jede Menge Argumente und das ist großartig, denn es sind wirklich die großen Themen oder “Verdachtsmomente”, die immer wieder durch eigene Zweifel, durch Gespräche, durch die Medien, durch Kritiker auftauchen (manchmal wie aus dem Nichts) und durchaus zu Verunsicherung führen können. Markus Voss gibt dir mit “Kein Gott ist auch keine Lösung” ganz, ganz viel Substanz an die Hand.

Ganz praktisch und noch konkreter wird es am Ende des Buches (ab Seite 338) mit dem Bonuskapitel “Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen & gratis Onlinekurs.

Fazit: Du musst es lesen!

Ich glaube, du hast es bis hierhin schon gemerkt, wie begeistert ich von dem Buch bin. Einerseits und vor allem natürlich von dessen Inhalt – das habe ich dir bis hierhin deutlich dargelegt. Aber mich fasziniert und begeistert noch etwas Zweites (und Drittes): Es ist zum einen die Sprache des Buches. Bei manchen Zitaten wirst du schon gedacht haben “Oh, das ist ja gar nicht so schwer zu verstehen” – richtig! So ist es! Ich sehe es als eine ganz, ganz große Kunst an, wenn Menschen, die um einiges heller im Kopf sind als ich, es schaffen, ihre geistlichen und geistigen Erkenntnisse so darzulegen, dass ich sie verstehe und zum Lesen kein Fremdwörterbuch benötige. Markus Voss ist so jemand, der mich intellektuell in die Tasche steckt und gleichzeitig wie auf Augenhöhe mit mir (und dir) redet.

Damit zusammenhängend (das Dritte), was mich begeistert: der Stil! Voss schreibt locker, hier und da mit Emojis und das Buch liest sich eher wie eine Mitschrift eines Gesprächs unter Freunden als wie eine wissenschaftliche Abhandlung – was das Buch aber seinem Inhalt nach ist.

“Abgerundet” wird das Gesamterscheinungsbild durch schöne Illustrationen (und Covergestaltung) von Hannah Scholl (www.instagram.com/wellen_schoenheit/).

Ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen, weil es mich so gefesselt und begeistert hat – und das wird es hoffentlich auch dich! Also – gleich bestellen, lesen, verinnerlichen, für den Glauben gestärkt und für Gespräche mit Nichtchristen vorbereitet sein!

BONUS: Schau dich mal auf der Homepage von Markus Voss um – dort wirst du noch weitere sehr hilfreiche Lektüre und Online-Kurse finden: www.markusvoss.net

Markus Voss: Kein Gott ist auch keine Lösung
358 Seiten
ISBN: 979-8594077720
Preis: 8,73 EUR
Selbstverlag – Bezug über Amazon:
www.amazon.de/Kein-Gott-auch-keine-L%C3%B6sung/dp/B08TKG28RT

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ZUSAMMENFASSUNG

An den biblisch-christlichen Gott zu glauben ist weder dumm noch naiv. Es gibt gute Gründe dafür und sogar wissenschaftliche Indizien. "Kein Gott ist auch keine Lösung" beschreibt genau das auf eindrückliche, wissenschaftlich profunde, sprachlich sehr verständliche und insgesamt humorvoll-authentische Art und Weise. Markus Voss als Ex-Atheist weiß, wovon er schreibt. Ein "must read" für jeden, der mehr darüber wissen möchte, warum (nicht ob!) der Glaube an den Gott der Bibel plausibel ist.

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David Brunnerhttp://www.david-brunner.de
Bloggen ist mehr als nur Schreiben. Bloggen ist kreatives Denken, out of the box, nicht immer politisch korrekt – aber dafür von Herzen. Ehemann // Familienvater // Pfarrer // Autor // Visionär // Whisky // Grillen // Apple // KSC //
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6 Kommentare

    • Damit meine ich die Haltung, in der Glaube gegen Wissenschaft oder Wissenschaft gegen Glaube ausgespielt wird und man sich nicht die Mühe macht, beides in einem Miteinander zu sehen bzw. anzuerkennen, dass Wissenschaft und Glaube kein Widerspruch sind.

      • Es gibt ein klares Konfliktpotenzial zwischen Naturwissenschaft und christlichem Glauben: biblisch berichtete Wunder, die deutlich gegen Naturgesetze verstoßen. Für mich sieht es so aus, dass es zwar einzelne Theologen gibt, die die Existenz und Ausnahmefreiheit von Naturgesetzen anerkennen, aber im Großen und Ganzen mögen sich Kirche und Theologie nicht von dieser Art von Wunderglauben trennen, vielleicht können sie es auch nicht. Als gläubiger bzw. glaubenswilliger Ingenieur wird man je nach Kirche mehr oder weniger geduldet, solange man sich nicht allzu klar, laut und deutlich äußert, aber man fühlt sich nicht willkommen und manchmal auch nicht ehrlich gegenüber sich selbst.

        Ich bin jedenfalls Dietrich Bonhoeffer, wie in vieler anderer Hinsicht auch, sehr dankbar, dass er diesen Konflikt nicht kleingeredet, sondern klar angesprochen hat: “Ein gläubiger Ingenieur ist ein Zwitter.”

        • Ich glaube, an dem Punkt waren wir schon mal, oder? Für mich bedeuten Wunder nicht, dass Naturgesetze nicht stimmen, sondern dass es eine Macht gibt (für mich ist es der christlich-biblische Gott), die stärker ist als diese Naturgesetze und sie phasenweise/punktuell überbietet.

          • Es kann gut sein, dass wir schon mal an diesem Punkt waren. Naturgesetze sind für mich etwas anderes als juristische Gesetze, die der Souverän auch zeitweise oder dauerhaft abändern kann. Sie sind der Natur (Schöpfung) einbeschrieben. Die biblischen Wundergeschichten sind zeittypische Erzählungen, die man nicht glauben muss. Seit ich das für mich klargestellt habe, komme ich im Glauben weiter, wennn auch auf bescheidenem Niveau. Und es schränkt die Auswahl der für mich lesenswerten Theologen und Theologien ein, allerdings keineswegs nur auf moderne Denker und Gedanken.

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Kein Gott ist auch keine LösungAn den biblisch-christlichen Gott zu glauben ist weder dumm noch naiv. Es gibt gute Gründe dafür und sogar wissenschaftliche Indizien. "Kein Gott ist auch keine Lösung" beschreibt genau das auf eindrückliche, wissenschaftlich profunde, sprachlich sehr verständliche und insgesamt humorvoll-authentische Art und Weise. Markus Voss als Ex-Atheist weiß, wovon er schreibt. Ein "must read" für jeden, der mehr darüber wissen möchte, warum (nicht ob!) der Glaube an den Gott der Bibel plausibel ist.