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Ostern – ein Geständnis.

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute ist Ostern und ich muss dir etwas gestehen, was in unserer Zeit  nicht mehr selbstverständlich ist. Egal, ob in unserer “Gesellschaft”, in der Kirche oder wo auch immer.

Ich gestehe: Ich glaube den Berichten des Neuen Testaments über die Auferstehung Jesu und dass das Grab am Ostermorgen nicht voll, sondern leer war.David Brunner

Aber nicht, weil die Jüngerinnen und Jünger Jesu den Leichnam gestohlen hätten, sondern weil Jesus von den Toten auferstand und zu neuem Leben erweckt wurde!

Ja, ich glaube das. Und dass ich dadurch ein Exot sein mag – so what? Denn ich weiß eines: Ohne den Glauben an eine leibliche Auferstehung und ein leeres Grab am Ostermorgen aufgrund der Auferweckung Jesu von den Toten wäre mein Glaube vollkommen sinnlos. So wie Paulus es schon in seinem wunderschönen “Auferstehungskapitel” (1. Korinther 15) geschrieben hat:

Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn, und euer Glaube hätte keine Grundlage.1. Korinther 15,14

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich glaube so sehr an die Auferstehung Jesu, wie ein kleines Kind – und deswegen nenne ich mich selbst “naiv”. In meinem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Berichte des Neuen Testaments (auch des Alten Testaments) absolut verlässlich und glaubwürdig sind, dass sie historisch zuverlässig und alles andere als erstunken, erlogen oder über die Jahrhunderte verfälscht wurden.

Wer so etwas behauptet, dem fehlt jegliche wissenschaftliche Grundlage. Denn ich habe nicht nur “die Erfahrung gemacht”, sondern bin den Dingen bis durch den Zweifel hindurch auf den Grund gegangen.

Ostern ist das Ende der historisch-kritischen Methode und aller liberaler Theologie, welche sich über Gottes Wort erhebt.

Ostern ist gleichzeitig der Beginn eines unglaublich faszinierenden Lebens mit dem Auferstandenen. Mit dem Jesus von Nazareth, der als Sohn Gottes auf wundersame Weise in diese Welt kam und als Sohn Gottes für mich aus dieser Welt ging, als er am Kreuz starb. Um dann am dritten Tag endgültig wiederzukommen. Naja. Und um dann nach 40 Tagen wieder in die Herrlichkeit der geistlichen Welt, aus der er gekommen ist, zurückzukehren.

Ja, klar. Eine kleine Achterbahnfahrt der irdischen oder eben nichtirdischen Präsenz Jesu ist das schon. Aber seit Pfingsten – zehn Tage nachdem Jesus zurück kehrte in die geistliche Realität – lebt Gottes Geist auf dieser Erde in jedem, der Jesus vertraut. Und das ist grandios. Das ist “Gott auf der Erde”. Wow!

Jesus ist für mich stellvertretend am Kreuz gestorben. Und er ist um meiner Rechtfertigung willen (Römer 4,25) wieder auferstanden von den Toten.

Was gibt mir in dunklen Zeiten Hoffnung?

Was stärkt mich, wenn ich kraftlos bin?

Wieso ist die Bibel so lebendig und “spricht” in mein Leben hinein?

Was macht Gemeinde Jesu, des Auferstandenen, auch heute noch so einzigartig?

Was lässt mich hoffen, dass eines Tages Gerechtigkeit siegt – und zwar Gerechtigkeit Gottes und nicht die eines Menschen?

Wodurch wird mein Leben erneuert, erfüllt und richtig sinnvoll?

Warum kann ich glauben, dass mir meine Schuld vergeben ist und ich vor Gott gerecht bin?

Die Antwort besteht aus vier Worten. Ein Satz. Aber der ist kraftvoll. Seit knapp 2.000 Jahren und wird es bis in alle Ewigkeit bleiben:

Der HERR ist auferstanden!

In diesem Sinne wünsche ich Dir fröhliche, bunte und vor allem gesegnete Ostern, die du hoffentlich in der Gewissheit verbringst, auch einer von den Freunden des Auferstandenen zu sein.


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P.S. Wenn du noch mehr zum Thema lesen willst, empfehle ich dir diesen Artikel:

7 Gründe, warum Ostern Dein Leben vom Kopf auf die Füße stellt

 

5 Gründe, Jesus zu feiern

Es beginnt die Karwoche. Nein, die schwäbische Variante davon ist nicht die Kehrwoche. Die Karwoche ist die letzte Woche im Leben Jesu. Christen auf der ganzen Welt erinnern sich an sein Leiden, Sterben und die Auferstehung.

Und womit beginnt die ganze Woche? Mit Feiern! So muss das sein!

Am so genannten Palmsonntag feiern Christen das, was Juden vor ungefähr 2.000 Jahren gefeiert haben – besser gesagt: den. Und der ist Jesus. Kein Geringerer als er reitet auf einem Esel in Jerusalem ein. Er nimmt alttestamentliche Messiasverheißungen für sich in Anspruch und sagt den Menschen: “Schaut her. Ich bin es. Der König aller Könige. Der Herr aller Herren!”

Die Menschen jubeln und sind begeistert. Sie sind außer sich, wie wir es sonst nur im Fußballstadion sind. Und das hat einen Grund: Sie feiern Jesus. Und das ist gut so. Wir feiern ihn nämlich viel zu selten.

Sie singen und tanzen. Sie jubeln und beten. Nicht irgendwas, sondern den “großen Lobgesang” – Psalm 113-118.

Deswegen findest du hier ausgehend von Psalm 118 messianisch gedeutet 5 Gründe, Jesus zu feiern.

1Jesus ist immer gnädig

Jesus ist und bleibt und wird immer sein: gut und gnädig. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Gut. Gnädig. So fühlen wir uns ja nicht immer. Unser Leben nimmt seinen Lauf – und ruckzuck findet sich in unserem Herzen, in unserem Leben, in unserem Umfeld jede Menge andere Dinge wie Hass, Streit, Verletzungen, Krankheit, Tod oder Erschrecken vor dem eigenen Selbst.

Aber dabei bleibt es nicht. Jesus ist gnädig. Durch und durch gut und gnädig. Egal, wie du über dich selbst denkst – Jesus denkt immer besser über dich. Er gibt dir immer eine zweite Chance. Immer! Er hat Lösungen und Möglichkeiten parat, in denen wir nur Unmöglichkeiten sehen.

Jesus ist gnädig. Das bedeutet auch, dass er dich nich verdammt, wo du es vielleicht selbst bei dir tust.

Jesus ist und bleibt gut und gnädig.

Das ist und das bleibt vor allem anderem in deinem Leben eine wunderbare Nachricht. Und: es ist der erste von fünf Gründen, Jesus zu feiern.

2Jesus schenkt Freiheit

“Ausweglose Situationen” und “Bedrängnis”. Kennen wir. Ich muss dir keine Beispiele aufzählen. Eventuell steckst du nämlich gerade mitten drin in einer dir ausweglos scheinenden Situation oder erlebst Bedrängnis.

Dummerweise haben wir so eine Angewohnheit und fokussieren uns auf die Herausforderung oder Bedrängnis – anstatt uns auf Jesus zu fokussieren.

Es gibt im Neuen Testament, dem zweiten Teil der Bibel, einen ganz simplen, aber faszinierenden Satz:

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
2. Korinther 3,17

Das heißt nichts anderes als: Freiheit ist verfügbar. In jedem Moment, denn wenn du Christ bist, lebt Gottes Geist in dir. Auch wenn der Vers im Zusammenhang von Gesetz vs. Evangelium von Paulus ausgesprochen wurde, bin ich der Überzeugung, dass er generell gilt: Wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit.

Und jetzt nehme ich dich mit hinein in etwas ganz Faszinierendes und Kraftvolles für ausweglose Situationen und Bedrängnisse. Die Grundlage dafür steht ebenfalls im Neuen Testament. Dort sagt Jesus Folgendes:

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.
Matthäus 18,18

Luther hat hier nur seinen zweitbesten Tag gehabt bei der Übersetzung, denn das, was im Himmel geschieht, steht im “Futur II”. Das bedeutet: Eine Aussage, die in der Zukunft abgeschlossen sein wird.

Spannend. Denn dann heißt es: “Ihr bindet das, was im Himmel gebunden worden sein wird und ihr löst das, was im Himmel gelöst worden sein wird!”

Freiheit in ausweglosen Situationen und in Bedrängnissen erleben wir auch dort, wo wir in der Kraft der Autorität des Namens Jesu sprechen. Aber nicht, weil es an uns liegt, dass wir etwas binden und lösen könnten (was Luthers Übersetzung suggeriert), sondern weil wir den Namen Jesu in eine Situation hineinsprechen und dieser die Kraft hat, Dinge zu binden oder zu lösen. Und zwar in der Form, wie es in der geistlichen Realität schon geschehen ist.

Konkret. Am Beispiel. Wenn ich für Kranke bete, bete ich nicht nur um Heilung sondern ich spreche in Jesu Namen auch Heilung über dieser Person aus. Warum? Weil ich ganz entspannt sein kann, da es nicht an mir liegt. Ob die Krankheit gebunden (festgehalten, bleiben) wird oder ob sie gelöst (geschlagen) wird, das ist in der himmlischen Welt, in der geistlichen Realität entschieden. Ich spreche in der Kraft der Autorität des Namens Jesu – was dann geschieht, liegt nicht in meiner Hand. Aber meine Perspektive hat sich geändert. Und zwar grundlegend.

Auch, weil Freiheit keine Möglichkeit, sondern Gewissheit ist. Jesus sagte einmal:

Wenn euch nun der Sohn frei macht,
so seid ihr wirklich frei.
Johannes 8,36

Natürlich hat der Teufel ein echtes Interesse daran, uns vorzutäuschen, wir seien nicht frei. Stimmt aber nicht. In Jesus gibt es nur noch Freiheit – auch wenn sie umkämpft ist.

Und wieder ein Grund, Jesus zu feiern.

3Jesus macht furchtlos

Menschen haben Angst und Furcht vor ganz unterschiedlichen Dingen. Meistens ist das komplett irrational, nicht erklärbar und argumentativ nicht zu lösen. Es fühlt sich eklig und furchtbar an und man wünschte sich, dass es ganz schnell vorbei geht.

Ich frage mich: Wie um alles in der Welt können Menschen behaupten, Angst oder Furcht sei ein guter Ratgeber? Angst und Furcht können Stopp-Schilder oder Warnhinweise sein. Keine Frage. Aber Ratgeber? Ganz ehrlich: Ich möchte meine Entscheidungen und mein Leben nicht maßgeblich von Angst und Furch geleitet und inspiriert werden. Ich kenne einen viel, viel besseren Ratgeber: der Geist Gottes!

Klar – es gibt Situationen, da fürchten wir uns und haben Angst. Leider. Es wäre besser, es ginge auch ohne. Aber umso wichtiger ist es, sich mal Gedanken zu machen, was die Fakten sind – und dann der Furcht entschieden ins Gesicht lächeln:

  • In Jesus ist meine Identität, ein geliebtes Kind des Höchsten zu sein – nichts weniger als das!
  • Was ist der “worst case”? Was ist der “best case”? Jesus hat am Kreuz von Golgatha alles – aber auch wirklich alles – auf sich genommen und für uns getragen. Was also sollte sich ihm noch in den Weg stellen?
  • Kenne deine Furcht! Stell dich ihr in den lichten Momenten und sag ihr, wie groß dein Gott ist!
  • Kenne deine Bibel! Es gibt so viele wunderbare Anti-Furcht-Geschichten in der Bibel. Im Folgenden nur ein kleiner Auszug aus Psalm 34:

Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 

Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr. ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr. (Psalm 34,4-9.19-20)

Wenn das mal kein Grund ist, Jesus zu feiern!

4Jesus vollbringt Wunder

Was ist eigentlich ein Wunder? Zu schnell denken wir an die außerordentlichen Manifestationen eines Wunders wie beispielsweise eine spontane Heilung. In meinen Augen ist das nur eine Form von Wunder, aber nicht die einzige Form. Wunder sind viel mehr. Wunder sind so wunderbar, dass wir sie manchmal gar nicht sehen. Eigentlich ist recht schlicht definiert, was ein Wunder ist:

“Das Übernatürliche berührt das Natürliche…”

That’s it! Und das ist gewaltig. Eine “gewaltige Tat”, wie es in Psalm 118 steht.

Meine begrenzten Möglichkeiten, meine menschliche Begrenztheit wird durchdrungen von Gottes grenzenlosen Möglichkeiten. Gottes Realität trifft auf meine Realität. Das ist ein Wunder, das sich ganz unterschiedlich äußert:

  • Heilung – innerlich und äu0erlich
  • Befreiung – von Süchten, Ängsten, Gewohnheiten
  • Belebung des Glaubenslebens – durch Predigt, Lobpreis oder Gebet

Das Zitat, was ein Wunder ist, müsste aber noch um einen Halbsatz ergänzt werden:

“…und danach ist es besser als vorher.”

Das ist ein Wunder. Und das geschieht jeden Tag!

Kenne deine Furcht, kenne deine Bibel!

Kenne dein Wunder!

…und du wirst eines erleben! Noch ein Grund also, Jesus zu feiern.

5Jesus lässt mich leben

Das klingt jetzt fast schon banal – aber es ist eine tiefe Wahrheit: Jesus will dein Leben! Jesus will, dass du lebst! Er will, dass dein Leben aufblüht und du seinen Segen empfängst!

Jesus will nicht, dass es dir schlecht geht! Er will nicht deinen Tod! Jesus will dich nicht runterdrücken und knechten.

Das hat auch einen Grund. “…und erzählen, was der Herr getan hat.” So endet der Vers in Psalm 118,17.

Paulus schriebt im Neuen Testament:

Ja, jeder kann sehen, dass ihr selbst
ein Brief von Christus seid.
2. Korinther 3,3a

Was steht bei dir? Welche Zeilen sind da zu lesen?

Ich glaube, ganz viel Gutes, Kraftvolles, Segensreiches. Viel Liebe. Viel Gnade. Denn ob du es wahrgenommen hast oder nicht: Du wirst Gott in deinem Leben schon erfahren haben. Vielleicht benennst du es anders? Vielleicht merkst du gar nicht, dass es wie ein “Wink des Himmels” ist, dass es einen liebenden Vater gibt, der dich segnet?

Gott tut Gutes in deinem Leben! Verlass dich darauf! Und wenn du das tun möchtest, gebe ich dir drei Tipps mit, wie das relativ einfach geht:

  1. Danke Gott am Morgen für den vor dir liegenden Tag und die Möglichkeiten, die sich darin befinden.
  2. Bitte Gott, dass er dir die Augen öffnet für sein Wirken, für seine Wunder, für sein Reden, für sein Handeln in deinem Leben – an diesem Tag.
  3. Geh aufmerksam und sensibel durch den Tag – und du wirst sehen, wo Jesus in dein Leben hinein spricht.

Gott lässt dich nicht nur irgendwie leben, sondern er will die beste Lebensausgabe, die es gibt, genau für dich! Ein Grund zum Feiern!


Dieser Beitrag ist die Zusammenfassung eines Teils meiner Predigt vom 25. März 2018. Diese kannst du dir als Podcast oder auf der Homepage unserer Gemeinde anhören.

https://wutachblick.de/predigten-2/ // iTunes // podcast.de

Dieses wunderbare Lied haben wir direkt vor der Predigt gesungen:


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Das Prinzip des Deckels

Führung, Leitung – Deckel im Sinne von gedeckelt? Ja genau. Etwas verwirrend? Lies weiter!

John Maxwell erzählt im ersten Kapitel seines Buches Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien” die faszinierende Geschichte zweier Brüder, die eine tolle Geschäftsidee hatten, aber in ihrer Leistungsfähigkeit “gedeckelt” waren. Erst eine dritte Person, die eine echte Führungskraft war, hob den Deckel an und es kam zum Durchbruch einer Fast Food-Kette, die weltweit bekannt ist: McDonald’s.

So oft geschieht es, dass jemand eine gute Idee hat, die Ressourcen an und für sich auch zustande kommt – aber die Idee wird nie geboren. Wie kommt das? Das Leistungsniveau wird durch die Führungsfähigkeit gedeckelt.

In der Gemeinde sieht das dann so aus:

  • Jemand hat die Idee, einen ALPHA-Kurs ins Leben zu rufen, hat auch schon 3-4 Mitarbeiter, die mit am Start sind und die Gemeinde besitzt ein ansprechendes Gemeindehaus oder ein Gasthaus im Ort stellt eine Räumlichkeit zur Verfügung. Aber die Gemeindeleitung ist der Ansicht, dass das jetzt “nicht dran” ist, nicht in die Gemeinde “passt” oder schlicht und einfach “Nein” sagt.
  • Irgendwie geht es mit der Gemeinde nicht “voran”, obwohl mit Mitarbeitern, geistlichem Fundament und nötigen Ressourcen (Gebäude, Finanzen) doch irgendwie alles gegen zu sein scheint.
  • Die Gottesdienste sind gut – keine Frage. Aber es gibt doch in der Ästhetik des Raumes, im Bühnendesign sowie der Ausdrucksweise der Lobpreisteams stets “Luft nach oben”. Nach dem Gottesdienst wird das in Gesprächen beim Kaffee auch thematisiert – aber ändern tut sich schon seit Jahren nichts.

Es geht überhaupt nicht darum, dass alles schlecht ist. Gar nicht. Sondern es geht vielmehr darum, dass die Dinge irgendwie nicht weitergehen – obwohl entweder die Idee, das Geld, die Mitarbeiter oder die Räumlichkeiten da wären – und im frustrierendsten Fall: Alles davon!

Ein großartiges Prinzip einfach erklärt

Eine einfache Grafik erklärt, was Maxwell mit dem Prinzip des Deckels meint.

(John C. Maxwell: Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien“, S.21+22)

Durch eine Erhöhung der Führungsfähigkeit (y-Achse) wird die Leistungsfähigkeit (graue Fläche) um ein Vielfaches mehr erhöht als nur durch die Erhöhung des Leistungsniveaus (x-Achse).

Was bedeutet diese Dynamik und die einzelnen Begriffe im Blick auf die Ortsgemeinde? Ich möchte dies sowohl im Blick auf einzelne Führungspersonen (meistens der Gemeindeleiter/Pastor) als auch im Blick auf Führungsgremien (Leitungsteam der Gemeinde) genauer unter die Lupe nehmen.

Leistungsniveau

Das Leistungsniveau ist das, was einzelne Personen als auch die Gemeinde als Ganzes an Ressourcen und Fähigkeiten zur Verfügung hat. Dabei spielen unterschiedliche Dinge eine Rolle:

  • die Belastbarkeit und das Leistungsniveau einzelner Mitarbeiter, Leiter und des Leitungsteams als Ganzem
  • Die Menge an Zeit, die einzelne aufbringen können für den/ihren Dienst in der Gemeinde.
  • Das Wissen und KnowHow, das Einzelne in ihrem Bereich und im Blick auf Leitung haben.
  • Die finanzielle Schlagkraft einer Kirchengemeinde.
  • Die räumlichen Ressourcen, die zur Verfügung stehen für unterschiedliche Angebote.

Kurzum: Alle materiellen und immateriellen Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Dabei kommt es nicht auf eine Wertigkeit dessen an, was der eine oder die andere imstande ist “mehr” zu leisten als andere. Es geht lediglich um eine Bestandsaufnahme.

Führungsfähigkeit

Hier nun wird es spannender. Was ist “gute Führung”? Da ließe sich jetzt einiges dazu schreiben – und das wurde es ja auch schon – ich will es einmal schlicht ausdrücken (in Anlehnung an Bill Hybels):

Führung bedeutet, eine Gruppe/Gemeinde/Organisation von “hier” nach “dort” zu führen.

Die notwendige Antwort auf das, was sich ständig als Veränderung in unseren Kirchengemeinden abspielt, heißt: Führung.

Führung bedeutet, eine Gemeinde durch einen Veränderungsprozess zu führen, zu dem natürlich auch Phasen der Konsolidierung, des Innehaltens, des Reflektierens und Auswertens gehören. Ohne Veränderung gibt es keine Führung. Ohne Veränderung wäre Führung nicht nötig, ohne Führung ist Veränderung aber Chaos.

Wer keine Veränderung möchte oder Veränderung aus dem Weg geht und sie nicht selbst initiiert, ist keine Führungskraft.

Diese Definition beinhaltet aber auch, dass Führung ein “Sorgetragen” für eine Gruppe/Gemeinde/Organisation bedeutet. Es geht also niemals um dich selbst sondern um die Gruppe, in unserem Fall: um die Gemeinde, die dir anvertraut ist als Leiter und Führungskraft.

Fragen an einen guten Leiter

Diese Gedanken und die folgenden Fragen kannst du sowohl für das Leitungsteam einer Gemeinde, für den leitenden Pastor/leitende Pastorin als auch für Leiter einzelner Gruppen verwenden um selbst zu schauen, wo auf einer Skala von 1-10 das Kreuzchen für die Führungsfähigkeit gemacht werden müsste. Der Einfachheit halber schreibe ich immer nur von “der Leiter”. Das beinhaltet aber eben auch ein Leitungsteam, eine Leiterin und eine Leitung auf Gruppen-Ebene innerhalb der Gemeinde.

  • Wie sehr hat der Leiter das Gesamtbild und die Gesamtentwicklung der Gemeinde im Blick oder ist nur auf “seinen Bereich” beschränkt?
  • Hat der Leiter Menschen, die ihm folgen, oder geht er ganz alleine?
  • Ordnet sich der Leiter einer Gesamtleitung unter?
  • Wie sehr initiiert der Leiter Veränderungsprozesse?
  • Sieht der Leiter die Notwendigkeit von Veränderung?
    • Wann hat sich der Ablauf/das Programm einer bestimmten Gruppe (Jungschar, Jugendkreis, Hauskreis) zuletzt verändert auf Grund dessen, dass der Leiter dies initiiert hat?
    • Wie offen ist der Leiter für Veränderungsvorschläge seiner Mitarbeitenden?
    • Beschäftigt sich der Leiter mit den Trends und Gewohnheiten der Menschen, die er leitet?
    • Wann ist ihm schon einmal der Satz über die Lippen gehuscht “Das war schon immer so?” (Analog: “Das hat sich bewährt.” oder “Das haben wir immer so gemacht.”)
  • Lässt sich der Leiter von außen inspirieren, coachen und kritisch hinterfragen?

Leistungsfähigkeit

Das (zumindest) Fortbestehen aber vor allem das Wachstum einer Kirchengemeinde hängt in nicht wenigem Maß von der Führungsfähigkeit ihrer Leiters, Leitungsgremium und einzelnen Leitern innerhalb der Gemeinde ab. In der Leistungsfähigkeit trifft die Führungsfähigkeit auf das Leistungsniveau. Es ist sozusagen die Kombination von beidem und beschreibt, wie sehr die Kirchengemeinde Einfluss ausübt auf ihr Umfeld, auf die Menschen vor Ort und darüber hinaus.

Man könnte sagen, dass mit “Leistungsfähigkeit” das gemeint ist, was wir uns so oft wünschen und was landauf landab ich immer wieder höre: “Wir wollen Menschen mit dem Evangelium von Jesus erreichen.”

Super. Aber wie schlagkräftig seid ihr dabei als Gemeinde? Es ist die Kombination aus Leistungsniveau und Führungsfähigkeit, wie es John Maxwell in seinem ersten Kapitel beschreibt: “Das Prinzip des Deckels.”

Um es drastisch zu sagen: Die Schlagkraft – oder drücken wir es frommer aus: Die Tiefe und Weite, wie sehr Menschen und das Umfeld einer Gemeinde mit dem Evangelium nachhaltig erreicht werden können, hängt maßgeblich von der Führungsqualität des Leiters und des Leitungsgremiums ab. Das macht die zweite Grafik wunderbar deutlich.

Die Führungsqualität eines Leiters oder Leitungsgremiums “deckelt” dessen Leistungsfähigkeit – oder hebt diese an.

Und jetzt?

Schenkt man den Grafiken und Maxwells Ausführungen Glauben, dann ist es in der Tat so: Eine Steigerung der Führungsqualität sorgt für mehr Leistungsfähigkeit.

Das hat in meinen Augen auch etwas Entlastendes, denn es bedeutet:

Wir müssen nicht “mehr” machen und schaffen – sondern nur das “Richtige” tun.

Und das “Richtige” ist in meinen Augen: in die Führungs- und Leitungsqualität investieren. That’s it. Eigentlich ist das nicht so schwierig, denn es gibt tolle Kongress, inspirierende Podcasts und jede Menge guter Literatur.

Aber eines ist klar: Wenn wir an der Qualität unserer Leitung, also an der Führungsfähigkeit, arbeiten, dann wird uns das unserer Gemeindearbeit einen größeren Schub geben, als wenn wir an vielen Ecken und Enden einfach “noch mehr investieren”.

 

Dieser Beitrag ist ein Teil einer Reihe über die “Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien” von John C. Maxwell und versucht, diese konkret für die Arbeit in der Kirchengemeinde vor Ort zu übertragen.

Die vorherigen Beiträge im Bereich “Die Kunst des Leitens”:


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Fünf Finger Formel

Stell dir vor, du hältst ein Bilderbuch in der Hand, haptisch und optisch absolut ansprechend. Es erinnert an den Weltbestseller “Die kleine Raupe Nimmersatt”. Aber dieses Buch liest du nicht deinen Kindern vor – sondern liest es selbst.

Stell dir vor, der Inhalt dieses Buches hilft dir, positiven Einfluss zu nehmen: auf deine Gemeinde, dein Business, deine Kunden oder deine Mitarbeiter.

Stell dir vor, die Formel für diesen Erfolg trägst du immer bei dir und kannst sie einfach nicht vergessen.

Willkommen bei der “Fünf-Finger-Formel“. Einmal mehr ist der Kommunikationsagentur “Bär Tiger Wolf” ein absoluter Geniestreich gelungen. Die “Fünf-Finger-Formel” ist ein ausgezeichnetes Tool, um deine Vorträge, Berichte oder Predigten besser zu gestalten. Und zwar in der Form, dass den wirklich wichtigen Fragen der Hörerinnen und Hörern begegnet wird. Gleichzeitig hat deine Rede absolute Relevanz. Und die Formel garantiert dir (fast), dass niemand einschlafen wird.

Das Prinzip der “Fünf-Finger-Formel

  1. Starker Fokus (Daumen)
  2. Relevanz zeigen (Zeigefinger)
  3. Herausragende Frage (Mittelfinger)
  4. Antwort (Ringfinger)
  5. Greifbare Struktur (kleiner Finger)

Es gibt wirklich viele Redenberater und gerade auch als Pfarrer habe ich so einige “Kommunikationskonzepte” und “So wird Ihre Predigt noch besser”-Ratgeber gelesen. Mich überzeugt die “Fünf-Finger-Formel” besonders deswegen, weil sie einfach zu merken ist. Gleichzeitig hat sie den Fokus auf die absoluten Essential einer jeder Rede (egal in welchem Kontext).

Unter der homiletischen Lupe

Der große Praxistest steht noch aus. Aber als ich das Buch in den Händen hielt, war meine kommende Predigt im Großen und Ganzen fertig. Also habe ich mal die fünf Finger drüber gelegt – und siehe da: Es funktioniert durchaus. Vor allem schärft es die Sinne. Die Sinne dafür, einen Fokus in der Message zu haben und relevant zu sein.

Es gibt leider viele Predigten, die Antworten geben auf Fragen, die nie gestellt wurden. Und wahrscheinlich auch nie gestellt werden.

Ich glaube, dass die “Fünf-Finger-Formel” durchaus ein brauchbares Tool für die Predigtvorbereitung ist. Denn alle fünf Finger sind auch für die Predigt von Bedeutung.

Jede Predigt benötigt einen Fokus und sollte in einem Kernsatz zusammengefasst werden können. Wenn eine Predigt keine Relevanz für die Zuhörer besitzt, braucht sie auch erst gar nicht gehalten werden. Die “herausragende Frage” wiederum ist vielleicht der Knackpunkt schlechthin. Welche Frage könnte es sein, die von “der Gemeinde” gestellt werden kann? Von der Gemeinde, die so heterogen ist wie kaum eine andere Gruppe. Das wird spannend, aber wird die Predigt von einer guten zu einer sehr guten Predigt machen.

Theologisch interessant ist der Ringfinger. “Antwort in Form eines Versprechens, einer Chance oder eines Angebots”. Ist es nicht genau das, was das Evangelium möchte? Nicht nur ein bisschen “Balsam für die Seele” – sondern (prophetischer) Zuspruch und Verheißung auf Basis der Wahrheit in Person – Jesus Christus. Hören wir auf, nur “eventuelle” Antworten zu geben. Sondern trauen wir vielmehr unseren Predigten zu, dass sie in geistlicher Vollmacht dem Hörer Antworten geben. Antworten auf Fragen, die der Hörer auch stellt und die ihn bewegen.

Der kleine Finger schließlich kann dafür sorgen, dass die Predigt rhetorisch greifbar und verständlich wird. “Lässt sich die Antwort meinem Begriff oder Bild gliedern?” Viele Predigten – und ich fasse mich da an die eigene Nase – würden an Tiefe gewinnen, wenn wir in Bildern sprechen. Jesus ist ein gutes Vorbild. Er gebrauchte in seinen Gleichniserzählungen ständig Bilder. Das Schaf, der Weinstock, die Tür, das Ackerfeld und vieles mehr.

Fazit

Ich will versuchen, die “Fünf-Finger-Formel” auf meine Predigten anzuwenden. Denn ich glaube, dass sie dadurch relevanter, präziser, nachhaltiger und verständlicher werden. Aber auch andere Reden, die wir halten, lassen sich wunderbar mit dieser Formel vorbereiten. Vor allem auch dann – aber nicht als Ausrede, sondern als Erleichterung – wenn die Zeit knapp ist oder die Anfrage spontan ist.

Mehr Infos zur “Fünf-Finger-Formel” und die Möglichkeit zur Bestellung:

www.baertigerwolf.de/5finger/

Die Gebetshausbewegung

Diese Buch nimmt etwas auf, was in den letzten Jahren und wenigen Jahrzehnten in Deutschland entstanden ist: Die Gebetshausbewegung. In den Medien vor allem in jüngster Zeit ist diese Bewegung durch das Gebetshaus Augsburg sehr präsent. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass auch das Gebetshaus Augsburg Teil einer Gebetshausbewegung ist.

Fundiert

Rainer Harter (Gründer und Leiter des Gebetshaus Freiburg) geht dieser Gebetshausbewegung auf eine sehr fundierte Weise nach. Im ersten Teil des Buches skizziert er historische und theologische Grundlagen der Gebetshäuser – und das ist gut so. Denn eine Bewegung lebt davon, dass sie einen gesunden “Unterbau” hat. Und dieser besteht aus einer guten und gesungen Lehre und Theologie.

Harter macht einen kleinen Streifzug durch die Kirchengeschichte und erläutert die unterschiedlichen Facetten des Gebets(hauses). Interessant finde ich und möchte dir ans Herz legen besonders das Kapitel “Kontinuierliches Gebet in der Kirchengeschichte” (S. 48ff). In diesem Kapitel wird deutlich, welche Bedeutung das anhaltende und ununterbrochene Gebet in der Kirchengeschichte schon früh hatte. Es ist keine Erscheinung der (Post-)Moderne.

In einem zweiten Teil wird es dann sehr persönlich. Zurecht trägt er die Überschrift “Gebetshaus und du”. In großartiger Ehrlichkeit schreibt Harter, “was das Gebetshaus mit einem macht”. Zum Beispiel befindet sich das Gebetshaus Freiburg mitten in einer Einkaufspassage. Wer eine zeitlang im Gebetshaus war, wird nun plötzlich mit der Realität konfrontiert. Welten prallen aufeinander beim Verlassen oder Betreten des Gebetshauses. Darin liegen Chancen und Gefahren. Sich alleine dessen bewusst sein, ist der erste Schritt. Der zweite ist, jemanden zur persönlichen Begleitung und Beratung an der Seite zu haben.

Das ist nur ein Beispiel, wie konkret Harter darin wird, welche Bedeutung ein Gebetshaus für einen selbst haben kann.

Praktisch

Im dritten Teil des Buches wird es dann ganz praktisch. Harter geht auf elementare Fragen ein, die jeden bewegen, der davor steht, ein Gebetshaus zu gründen. Harter reichert seine ohnehin schon tiefen und inspirierenden Gedanken mit Ergebnissen einer Umfrage an. Vierzehn Gebetshäuser hat er befragt nach unterschiedlichen Themen wie Herausforderungen bei der Gründung, dem Verhältnis zu lokalen Gemeinden oder den aktuellen Herausforderungen.

Der Leser bekommt kein 1:1 umsetzbares Patentrezept sondern einen reichen Schatz an Erfahrungen in der Gründung und dem Leiten eines Gebetshauses.

Natürlich erfordert es ein wenig mehr Arbeit, diesen Abschnitt zu lesen und auf sich selbst bzw. die eigene Situation zu transferieren. Einfacher wäre es in der Tat, ein paar Checklisten an die Hand zu bekommen – und los geht’s.

Aber so einfach ist es eben genau nicht – und das macht Harter sehr deutlich und gleichzeitig aber auch sehr viel Hoffnung, selbst ein “Gebetshausmissionar” zu werden.

Inspirierend

Dieses Buch ist absolut inspirierend. Es zeichnet in der Rückschau die kirchengeschichtliche Entwicklung und Bedeutung des anhaltenden Gebets. Gleichzeitig spiegelt es aber auch wider, wie groß die Gebetshausbewegung in der Gegenwart geworden ist. Darüber hinaus macht es einfach Freude, die Leidenschaft und Begeisterung Rainer Harters nachzuempfinden.

Aber auch immer wieder an das Wesentliche der Gebetshausbewegung erinnert zu werden: das Gebet. Das klingt trivial, zieht sich aber wie ein roter Faden durch das Buch – sei es durch biblische Texte zum Gebet oder durch Erfahrungswerte Harters (und anderer). Beides macht deutlich: Auch und gerade beim Gründen eines Gebetshauses ist eines wichtig und nicht zu vergessen: das Gebet.

Zudem wird der Wert dieses Buch “angereichert” durch viele Statements und Ausführungen weiterer geistlicher Leiter. Das lässt natürlich noch einmal weitere Stimmen zu Wort kommen und verschafft dem Buch noch einen weiteren Horizont – als es ohnehin schon auf sehr angenehme Weise hat.

Rainer Harter: Die Gebetshausbewegung

Verlag: SCM (www.scm-shop.de/die-gebetshausbewegung.html)

256 Seiten / 16,95 EUR


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Heilige Unruhe

“Da muss man doch was machen! Da kann man doch nicht so einfach zuschauen!” Eine heilige Unruhe macht sich in dir breit.

Du schaust im Fernsehen die Nachrichten.

Im Internet liest du etwas, das dich aufwühlt.

Du hast eine Begegnung gehabt, die dir keine Ruhe lässt.

Du nimmst die Menschen um dich herum wahr.

Eine heilige Unruhe kann auf ganz unterschiedliche Weise in dir entstehen und zum Vorschein kommen.

Was ist das eigentlich?

…fragst du dich jetzt. Vor einigen Jahren hörte ich Bill Hybels (Gründer und Pastor der Willow Creek Community Church) über die “heilige Unruhe” sprechen. Im Februar auf dem Leitungskongress hat er in seinem letzten Referat nochmals kurz darüber gesprochen.

Eine heilige Unruhe entsteht in dir dort, wo die Not anderer Menschen und deine eigenen Leidenschaften und Begabungen ungefiltert aufeinander treffen.

Das ist eben der Moment, in dem du nicht nur sagst: “Man sollte etwas unternehmen”, sondern “Ich werde etwas unternehmen!” Von einem allgemeinen Unwohlsein kommt es zu einer existentiellen Betroffenheit, die in dem Entschluss mündet, tätig zu werden.

Eine heilige Unruhe lässt dich vom Sofa aufspringen, die Schuhe anziehen und tätig werden. Das ist der “unruhige” Teil dieser heiligen Unruhe.

Der “heilige Teil” daran ist der, dass diese Erkenntnis von Nöten auf dir von Gott geschenkte Begabungen und Leidenschaften trifft. Du spürst regelrecht, wie Gott dir zuruft: “Mach was! Ich habe dir alles dafür gegeben, was du brauchst.”

Ähnlich wie bei den Propheten im Alten Testament oder bei Mose, bei Abraham, bei Gideon und Simson oder auch im Neuen Testament bei den Jüngern und Aposteln. OK, nicht alle sind von alleine drauf gekommen – sogar die wenigsten. Und dennoch ist es der Moment, in dem du spürst: “Das kommt nicht von mir. Gott bewegt das in meinem Herzen!”

Die Kraft der heiligen Unruhe

Und genau darin liegt die unglaubliche Kraft der “heiligen Unruhe” begründet. Interessanterweise kommt diese in der Bibel an ganz wenigen Stellen sogar explizit vor. Mir ist das in der intensiven Vorbereitung zu meiner Predigt am 18. Februar 2018 aufgefallen. Im Rahmen unserer Predigtreihe “Vom Traum zur Wirklichkeit – Lebe!” ging es um den Stolperstein “Kraft”. Zu Grunde lag die Geschichte aus 1. Mose 41: Josef deutet die Träume des Pharaos.

Und dann gibt es da eine total faszinierende Stelle in 1. Mose 41,8:

Klingt erst einmal unscheinbar, aber es geht um das, was Luther mit “und sein Geist war bekümmert” übersetzt. Im Hebräischen (der Sprache, in der das Alte Testament verfasst wurde) steht hierfür ein Verb, das noch an drei anderen Stellen im Alten Testament vorkommt – und sonst nicht mehr.

Dieses Verb bedeutet so viel wie “von Gottes Geist umgetrieben werden”. Es lässt sich gar nicht 100% genau übersetzen, aber meint: Gottes Geist bewegt mich; Gottes Geist stößt etwas in mir an; Gottes Geist treibt mich um und macht mich unruhig.

Die anderen Stellen, an denen dieses Verb vorkommt sind

  • Richter 13,25: “In Mahane-Dan, das zwischen den Städten Zora und Eschtaol gelegen ist, begann der Geist des Herrn ihn [Simson] zu bewegen.”
  • Daniel 2, 1-3: “Im zweiten Jahr seiner Herrschaft hatte Nebukadnezar nachts einen Traum, der ihn so sehr verstörte, dass er nicht mehr schlafen konnte. Er ließ seine Zauberer, Zeichendeuter, Wahrsager und Astrologen rufen, damit sie ihm erzählten, was er geträumt hatte. Als sie alle vor ihm versammelt waren, sagte er: “Ich hatte einen Traum, der mich sehr beunruhigt. Ich möchte wissen, was er bedeutet.”
  • Psalm 77,5: “Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.”

Die heilige Unruhe spürst du genau dort, wo der Heilige Geist dich umtreibt, dich nicht ruhig werden lässt, du eben nicht sagen kannst: “Ach, das wird schon wieder!” Vielmehr sagst du: “Das wird erst wieder, wenn ich meiner heiligen Unruhe nachgegangen bin!”

Der heiligen Unruhe nachgehen

Und das ist der Moment, den viele leider komplett verpassen. Der heiligen Unruhe nachzugehen bedeutet: Vom Sofa aufzustehen. Aus dem Schlaf erwachen. Die Komfortzone verlassen. Umdenken. Neu denken. Anders denken. Umkehren.

Das Blöde ist: Oft hindert unser Verstand uns daran, dieser heiligen Unruhe nachzugehen. Wir stellen uns vor, wie doof wir dastehen, wenn unsere “Unruhe” sich als unbegründet erweist. Oder wir erfinden in unseren Köpfen die unmöglichsten worst case-Szenarien, die vollkommen surreal sind. Manchmal ist es aber auch schon Entmutigung, die wir auf dem Weg erfahren haben. Wir haben unsere “heilige Unruhe” artikuliert und andere haben uns belächelt oder als verrückt abgetan.

Liebe Leiter: An dieser Stelle nur mal der kleine Hinweis, wie wichtig es ist, auch verrückten Ideen erst einmal Gehör zu schenken.

Und das bitte ich auch dich, der du vielleicht so eine “heilige Unruhe” verspürst und dir auch so deine Gedanken machst. Und denkst: “Oh nein. Das ist alles viel zu verrückt!”

Dann sage ich: Glückwunsch! Für das Reich Gottes kann’s nicht verrückt genug sein. “Verrückt” liegt zudem im Auge des Betrachters. Und falls du mit “verrückt” lediglich meinst: “Das passt nicht in den Mainstream” – super. Das hat Jesus auch nicht!

Bitte tu dir und deiner Gemeinde einen Gefallen: Geh deiner “heiligen Unruhe” nach. Spricht mit jemandem darüber. Bete und frag den heiligen Geist, was er dazu meint. Lies in der Bibel und schau, ob du ähnliche Situationen findest oder Bibelverse, die in deine “heilige Unruhe” hinein sprechen.

Aber bitte mach diesen einen Fehler nicht, den schon viele vor dir gemacht haben: Setz dich wieder hin und tu so, als sei nichts gewesen!

Du kannst nie wissen, wann der Heilige Geist auch durch dich zu anderen sprechen möchte. Und wer weiß: Vielleicht ist es genau deine heilige Unruhe, welche die Leitung deiner Gemeinde oder ein Team eines Bereichs benötigt hat, um an einem bestimmten Punkt weiter zu kommen.

Meine heilige Unruhe

Meine heilige Unruhe ist die, dass ich es einfach nicht ertragen kann, wenn die Gemeinde Jesu nicht ihr volles Potenzial entfaltet.

Ich werde unruhig,

  • wenn Gemeinde sich auf Traditionen beruft, die maßgebender sein sollen als Gottes Wort.
  • wenn Gemeinde nicht versteht, den Menschen von heute auch mit Formen von heute zu begegnen.
  • wenn ich Einzelschicksale mitbekomme, die durch institutionelle, soziale Ungerechtigkeit seitens des Staates große Steine in den Weg gelegt bekommen, ihr Leben zu entfalten.
  • wenn geistlich faule Kompromisse geschlossen werden, nur um das eigene Überleben zu sichern.
  • wenn Gemeinde sich nur um sich selbst dreht und nicht um die, für die Jesus gekommen ist: die Verlorenen.
  • wenn einzelne Gemeindeglieder andere Gemeindeglieder daran hindern, ihr Potenzial zu entfalten, das Gott ihnen gegeben hat.
  • wenn einzelne Menschen nicht in ihrer Berufung leben können, weil ihre Gemeinde nicht ihr Potenzial entfaltet.

Und ich bin Gott so unglaublich dankbar, dass es in der evangelischen Kirchengemeinde Wutachtal so viele Menschen gibt, die ihre heilige Unruhe erkannt haben und ihr nachgehen.

  • Da gibt es einige Frauen, die es nicht aushalten und ganz unruhig werden, wenn andere Frauen ihren Wert, ihre Bestimmung, ihre Kraft nicht kennen. Deswegen gibt es momentan den ersten und in wenigen Wochen den zweiten SHINE-Kurs (www.wutachblick.de/shinewoman).
  • Woche für Woche investieren Menschen in die nächste Generation, weil sie es nicht aushalten, dass Kinder und Jugendliche ohne Jesus aufwachsen. Deswegen haben wir drei Kinderclubs, einen Club für Teens und viele Angebote für Jugendliche.
  • Weil Menschen unruhig darüber werden, dass andere den Glauben nur sonntags leben, leiten sie einen unserer knapp 20 Hauskreise.
  • Als Gemeindeleitung treibt es uns unglaublich um (so wie es wohl bei Simson damals war), dass Leiter ihr Potenzial entfalten sollen. Deswegen bieten wir das  K5-Leitertraining an und freuen uns riesig darauf.

Was ist deine heilige Unruhe?

Wo spürst du, dass der Heilige Geist dich umtreibt?

Geh dem nach! Geh dieser Unruhe nach!


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Die Kunst des Leitens VIII: Innovativ sein – kannst du lernen!

In Gesellschaft, Kirche und Politik benötigen wird dringend Menschen, für die Innovation kein Fremdwort ist. Die Geschichte zeigt: Ohne sie würden wir heute noch mit der Kutsche zur Arbeit fahren, Abends die Kerze auslöschen und uns zum Schlafen auf Stroh betten.

Da es aber in der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder innovative Köpfe gab und gibt, macht unser Leben, unser Lebensstandard und unsere Lebensumstände erstaunliche Fortschritte – dank Innovation.

1Wir benötigen mehr denn je Innovation in der Kirche

Mehr denn je benötigen wir auch in der Kirche innovative Köpfe, die sich mit dem “Status Quo” nicht zufrieden geben und denen ein “Das war schon immer so” herzlich egal ist. Nein, besser: Die ein “Das war schon immer so” erst so richtig anspornt, es anders zu machen.

Ich ärgere mich über solch einen Satz nur noch bedingt – mich spornt er an, meinem Gegenüber ganz einfach zu zeigen: “…und deswegen machen wir es jetzt mal ganz anders, weil es uns nicht sonderlich weit gebracht hat.”

Es gibt so ein Mythos, der besagt, dass innovative Köpfe innovativ geboren werden und wenn du nicht dazu gehörst, hast du einfach Pech gehabt. Ich sage: Nein! Definitiv nicht! Ich bin der festen Überzeugung, dass innovativ zu sein eine Gabe ist, die wir geschenkt bekommen – aber die wir auch zumindest teilweise erlernen können. Sicherlich ist ein gewisses Grundtalent nicht von schlechten Eltern. Und dennoch glaube ich aber, dass wir vieles lernen können, was Innovation angeht. Allen voran können wir über unsere Haltung und unsere Einstellung zu Innovation selbst entscheiden.

Dieser Artikel soll dir ein paar Gedankenanregungen geben, wie du innovativer werden kannst und wie du in deiner Gemeinde Innovation noch mehr den Boden bereiten kannst, als du es ohnehin schon tust. Vielleicht musst du in diesem Kontext gar nicht selbst der Innovator an sich sein, sondern bereitest anderen innovativen Köpfen in deiner Gemeinde den Weg. Das wird euch einen richtigen Schub nach vorne geben.

2Leaders are readers

Dieser Grundsatz gilt für Leiter. Klar. “Leiter sind Lesende”. Definitiv. Aber ich würde sagen: Das gilt auch für Menschen, die innovativ sind. Sie lesen, lesen, lesen – weil dadurch ihr “think tank” immer mehr angefüllt wird. Und sie lesen nicht nur Fachliteratur – sondern kreuz und quer alles, was ihnen in die Finger kommt.

Blogartikel, Fachmagazine, Ratgeber, Sachbücher, Romane, den kicker – whatever. Ich glaube, es ist eine unterschätzte Grundfertigkeit: Lesen! Aber nicht das Lesen alleine ist es, was einen Menschen zur Innovation treibt, sondern wie er liest.

Ich entdecke mich immer wieder dabei, wie ich schon beim Lesen in Gedanken das Rad weiterspinne, die Geschichte weiter entwickle oder mich frage, wieso hier nicht etwas anderes steht. Und selbst wenn ich den “kicker” lese, beginne ich im Kopf nach Parallelen zur Gemeindearbeit zu suchen und was mich von dem, was ich da lese, jetzt inspirieren kann, meine Gemeinde noch besser werden zu lassen.

Darüber hinaus ist es schlicht und einfach auch die Menge an Content, welche ein Wissen vergrößert und verbreitert – und das kann nie schaden, weil Innovation niemals eindimensional verläuft.

3Fokus auf die Innovation

Innovative Menschen, die mich am meisten inspirieren und prägen sind die, deren Fokus vollkommen klar ist. Sie verzetteln sich nicht mit tausend Dingen, sie wollen es erst recht nicht allen recht machen und sie wissen darum, dass sie nicht alles schaffen. Sie wissen aber auch: Die Zeit, die Kraft, die Ideen, die sie haben – die wollen sie richtig einsetzen. Das heißt nicht nur “volle Kraft voraus”, sondern: Voller Fokus auf die Innovation.

Gerade im kirchlichen Kontext höre ich dann immer wieder gerne Sätze wie: “Aber wir müssen doch alle mitnehmen” oder “Aber es beginnt doch alles ganz klein” oder “Jesus hat es auch nicht allen recht gemacht” – richtig. Gerade letzter Satz ist ein Eigentor aller Innovationswiderspenstigen in der Kirche.

Und ich bin der festen Überzeugung: als evangelische Landeskirche stehen wir beim besten Willen nicht in der Gefahr, unseren Fokus zu sehr auf Innovation zu richten. Solange immer noch davon ausgegangen wird, dass der liturgische Gottesdienst “Standard” ist und alle weiteren Gottesdienstformen “ergänzend” sind, hat das Schiff ziemliche Schieflage und bewegt sich alles andere als auf Innovationskurs.

Und wieso bedeutet Innovation bei manchen Menschen automatisch, man wolle andere Menschen “nicht mitnehmen”? Das ist eine bsolut irrationale Verhaltensweise und Argumentation, die einen Grund hat: die Angst vor Veränderung. Und die wiederum ist verständlich. Klar. Das Gehirn sucht nach Analogien, findet keine – also bekommt es ein wenig Muffensausen und fragt sich: “Wie wird das alles nur werden? Da bleibe ich doch lieber in der kuscheligen Komfortzone, die ich schon so lange kenne.”

Aber Leute, so wird das nix. Wenn wir uns als Kirche Innovation gegenüber in den Weg stellen, dann werden wir mit der Zeit sehen, dass Kirche einen noch viel größeren Relevanzverlust im Blick auf die Gesellschaft zu beklagen hat, als sie das ohnehin schon tut.

Gleichzeitig geschieht dieses “in den Weg stellen” sehr subtil – und oftmals auch gar nicht beabsichtigt – hoffe ich zumindest! Und ich rufe allen zu, die ihr Innovation möchtet:

“Haltet durch! Ihr seid nicht alleine!”

4Fokus auf die Menschen

Ich möchte keinen Innovation um der Innovation willen, denn diese hat weder Nachhaltigkeit noch Sinnhaftigkeit. Deswegen geht der Blick und Fokus auch dorthin, wofür die Innovation sein soll. Auf deutsch: die Menschen!

Als Gemeindepfarrer beispielsweise ist es meine Aufgabe, für eine Gesamtgemeinde zuständig zu sein – und nicht für einzelne Gruppierungen. Es ist meine Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass der Kurs, den wir als Gemeinde nehmen, der richtige ist für die Gesamtgemeinde – und nicht nur für einzelne Gruppierungen.

Ich bin froh und dankbar, dass ich das nicht alleine bewerkstelligen muss, sondern ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen habe, einen Coach und nicht zuletzt eine wunderbare Ehefrau, die mir alle auf unterschiedliche Weise Kraft, Feedback aber auch Korrektur geben auf dem Weg.

Nur Sadisten erfinden etwas, das der Menschheit schadet. Kluge innovative Köpfe wollen mit ihrer Innovation der Menschheit dienen.

Das bedeutet: Lenke den Blick einfach mal auf die Menschen. Als Gemeindepfarrer gesprochen: Auch auf die, die noch gar nicht jeden Sonntag oder zu den Angeboten unter der Woche erscheinen. Warum? Sie haben keine Stimme!

Der Kirchenchor, die Jungscharen, die Senioren, die Alteingesessenen, die Jugendlichen – sie alle kommen vor. Wenn sie in deiner Gemeinde vertreten sind, dann haben sie auch eine Stimme und werden diese verwenden. Diejenigen aber, die noch gar nicht zur Gemeinde gehören, haben logischerweise keine Stimme. Und es ist deine Aufgabe als Leiter, gemeinsam mit deinem Leitungsgremium dieser Gruppe auch eine Stimme zu geben, damit das Orchester vollständig ist. Das vergessen leider nur viele.

Das bedeutet konkret: Wer sind diese Menschen? Wo leben sie? Wie leben sie? Was machen sie im Alltag? Wo sind ihre Lieblingsplätze? Was ist ihre Kultur? Wo “treiben sie sich rum”?

Fragen, die du ganz konkret anschauen kannst, um den Blick weg zu richten von der Innovation an sich und hin zu den Menschen, denen die Innovation zugute kommen soll.

5Probieren geht über studieren

Innovative Menschen begeistern mich – weil sie etwas riskieren. Sie tüfteln ihre Ideen nicht bis zum Sanktnimmerleinstag aus, sondern sie erwischen gerade den richtigen Zeitpunkt, um in Aktion zu treten. Natürlich muss vieles bedacht und geplant werden – nicht umsonst sind wir Deutsche. Das Volk der Dichter, Denker und Ingenieure. Ich glaube, in kaum einem anderen Land wird so viel geplant und durchdacht, ehe etwas an den Start geht.

Nur leider – davon bin ich überzeugt – verpuffen viele, viele Ideen, weil sie nie “in Aktion treten”. Warum? Weil wir glauben, alles müsse zu 100% durchdacht, geplant, verschriftlicht und “wasserdicht” sein. Aber ganz ehrlich: Das ist stinklangweilig.

Lass uns doch von Kindern lernen! Mein Sohn ist ein grandioser Baumeister. In seinem Kopf formen sich Ideen und Gedanken und es vergeht kaum eine Woche, in der er nicht irgendetwas Faszinierendes gebaut hat. Und zwar nicht immer aus dem gleichen Material, nein – sondern ganz unterschiedlich.

Kinder machen sich auch ihre Gedanken, ob etwas funktionieren kann, wie etwas zusammenpassen kann. Aber sie treten viel früher “in Aktion” als wir Erwachsenen. Ansonsten würden wir nicht so viele Kinderaugen strahlen sehen, weil ein Gedanke, eine Idee, eine “Erfindung” tatsächlich funktioniert.

Ich möchte noch mehr Erwachsenenaugen strahlen sehen!

Und ich glaube, das ist dort möglich, wo wir nicht alles bis ins letzte Detail durchdacht, geplant und vorbereitet haben. Das ist dort möglich, wo unsere kindliche Sehnsucht und unsere Innovationskraft aufeinander treffen und sie einander sagen: “Ich halte es nicht mehr länger aus. Lass uns in Aktion treten!”

Der Punkt, an dem das virulent wird, ist eigentlich recht einfach zu identifizieren. Zu Beginn einer jeden Innovation steht eine Leidenschaft, eine Idee, es folgen Planungen, Treffen, Gespräche, Vision Casting und weitere Treffen auch mit anderen Leiterinnen, Leitern und Mitarbeitenden. Alles bekommt eine größere Dynamik, nimmt Fahrt auf. Pläne entstehen, Checklisten werden abgearbeitet – es geht vieles voran.

Und dann. Der Moment. Der Moment, in dem du merkst: Irgendwie geht’s gar nicht mehr voran. Die Planungen sind zwar alle schön und gut, aber sie wecken die Leidenschaft nicht in noch mehr Menschen und die eigene Leidenschaft wird auch nicht größer. Spätestens jetzt ist der Moment erreicht, in dem zumindest ein Teil der Innovation Realität werden muss – oder alles verpufft. Und das will kein Mensch!

Denk an die Menschen, für welche du diese Innovation vorantreibst. Ihr Leben wäre ärmer ohne diese Innovation!

6Vertrauen auf Gottes Innovationswillen

Ja, diesen Begriff habe ich bewusst gewählt: Innovationswillen. Für mich drückt es nämlich noch viel mehr Gottes Wesen aus als der Begriff “Innovationskraft”, den du hier vielleicht erwartet hättest.

Gottes Wesen, sein Willen, ist durchdrungen von Innovation, von Erneuerung, von Neuschöpfung.

Als Gott begann, diese Erde, das Universum und alles Schöne zu erschaffen, war es sein Wille, der das alles begann. Dass er die Kraft dazu hat? Geschenkt! Aber den Willen, etwas ganz Neues zu erschaffen, musst du erst mal an den Tag legen. Gott war aber so sehr getrieben von seiner Liebe zu den Menschen, dass er nicht anders konnte, als diesem Innovationswillen nachzugehen (nicht nachzugeben!) und alles ins Rollen zu bringen, so dass wir eine wunderbare Schöpfung heute genießen können (und ja, leider, leider viel zu schlecht mit ihr umgehen).

Betrachten wir die Geschichte Gottes mit seinem Volk, so erkennen wir an vielen, vielen Stellen Gottes Willen zu Innovation. Er zeigt sich darin, dass er bereit war, ganz neue Wege zu gehen, ganz neue Dinge zu erschaffen, um seine geliebten Menschen zu retten und mit ihnen weiter den Weg zu gehen, den er mit ihnen gehen möchte.

  • Noah ließ er eine Arche bauen – ohne Wasser weit und breit
  • Abraham rief er aus gewohntem Umfeld heraus und führte ihn in ganz neues Land
  • mit den Königen und Richtern schrieb Gott teils wundersame Geschichten
  • Elija versorgte er übernatürlich
  • Jona ließ er mithilfe eines Wals am Leben
  • Jesus tat Wunder um Wunder
  • die Jünger taten Wunder um Wunder
  • die größte Bekundung des göttlichen Innovationswillen geschah am ersten Ostermorgen, als er Jesus von den Toten auferweckte
  • die Apostel gründeten etwas Neues, was sie “die Gemeinde” nannten
  • bis heute hört Gott nicht auf, mit seinem Willen zu bezeugen: er liebt Innovation

Innovation im Rahmen der Kirche trägt in sich eine zutiefst göttliche Verheißung, weil Gott selbst Innovation möchte.

Gott möchte nicht, dass seine Gemeinde, seine Braut, sein Leib, seine Kirche nur irgendwie daherkommt und ihr Dasein fristet. Nein, Gott liebt es, wenn seine Gemeinde, seine Menschen, für Innovation stehen, weil sie verstanden haben:

Ohne Innovation geht eine Kirche zugrunde.

Lass dich nicht entmutigen! Nicht jede Innovation zündet sofort. Aber keine Innovation ist auch keine Lösung. Lass dich nicht davon abbringen, sondern bleib dran.

Analysiere die Situation, bete und kommuniziere mit dem Heiligen Geist, umgib dich mit einem inspirierenden Team – und dann leg los. In Theorie und Praxis!


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Meine TOP 5 Podcasts

Wer auch immer den Podcast erfunden hat: Ein großes Dankeschön! Ich höre liebend gerne Podcasts: Beim Sport, im Auto oder einfach unterwegs, wenn ich ein wenig Inspiration benötige.

Ich will dir hier meine 5 Lieblingspodcasts vorstellen….ok, eigentlich sind es 6 – aber Nr. 6 läuft sozusagen außer Konkurrenz. Wenn du siehst, welcher Podcast es ist, wirst du wissen, warum dem so ist.

1Predigten aus der “Willow Creek Community Church”

Wenn du meinen Blog schon eine Weile verfolgst, dann hast du festgestellt, dass ich mich sehr gerne von der “Willow Creek Community Church” inspirieren lasse.

Vor allem von den Predigten, die immer häufiger von Steve Carter gehalten werden, aber immer wieder auch von Gründer und (noch) Senior Pastor Bill Hybels.

Klar – auf englisch. Das mag den ein oder anderen vielleicht ein wenig abschrecken, aber ich kann dir versichern: Die Predigten sind im Normalfall in absolut verständlichem Englisch gehalten und vor allem sind sie zutiefst inspirierend und ermutigend.

https://itunes.apple.com/us/podcast/podcast-willow-creek-tv/id327828246

2Carey Nieuwhof Leadership Podcast

Carey Nieuwhof ist Gründer und Teaching Pastor der Connexus Church in Ontario (Kanada) und ich verfolge seinen Blog und Podcasts schon einige Jahre. Ebenso habe ich einige seiner Bücher gelesen und mir zwei Leiterschafts-Onlinekurse von ihm gekauft, wobei ich noch nicht durch bin mit den Kursen…

Im Regelfall interviewt Carey Nieuwhof in seinem Podcast eine Leiterin oder Leiter zu einem bestimmten Thema.

Zusätzlich gibt es auf seiner Homepage zu jeder Podcast-Episode eine Seite, auf der Links und teilweise Dokumente stehen, von denen während des Podcasts gesprochen wird. Ebenso gibt es eine Mini-Zusammenfassung der jeweiligen Episode. Dadurch ist der Mehrwert natürlich nochmal höher. Absolute Empfehlung!

Carey Nieuwhof Leadership Podcast

3Predigten aus dem ICF Zürich

Wie gut, dass es die Predigten aus dem ICF Zürich auch auf deutscher Sprache und nicht nur auf “Schwyzerdütsch” gibt, auch wenn ich nach fast drei Jahren an der Schweizer Grenze das meiste inzwischen verstehe.

Ich liebe diese Predigten – vor allem von Leo Bigger – vor allem aus drei Gründen.

1. Sie sind absolut alltagsrelevant. Keine abstrakten Abhandlungen über irgendwelche theologischen Themen, sondern Predigten, welchen meinen Glauben im Alltag befeuern.

2. Die Predigten sind unglaublich kreativ. Nicht selten kommt es vor, dass ich beim Hören der Predigt denke: “Das will ich sehen” und zuhause dann den Video-Podcast anschaue, um zu sehen, wie die kreativen Elemente genau aussahen.

3. Entgegen landläufiger Meinung sind die Predigten theologisch tief und fundiert – sicherlich nicht jedermanns Sache und nicht jeder kann immer 100% theologisch-wasserdicht predigen – ich auch nicht. Aber man spürt den Predigten ab, dass jede Menge Arbeit dahinter steckt. Das fasziniert mich sehr.

Podcast ICF Zürich

4Craig Groeschel Leadership Podcast

Craig Groeschel ist ein unglaublich inspirierender Pastor der “Life.Church” in den USA.

Ich habe ihn das erste Mal 2010 in Karlsruhe auf dem Willow CreekLeitungskongress gehört (ein kurzer Ausschnitt seines Vortrags) und war total fasziniert von seiner sehr klaren Message, woraufhin ich dann begeistert sein Buch “Unwiderstehlich. Das Geheimnis anziehender Gemeinden” las.

Sowohl inhaltlich als auch rhetorisch ist Craig Groeschel ein ziemlich “schnörkelloser” Redner – aber gleichzeitig sind seine Worte und seine Art absolut liebenswert und sympathisch. Ein wunderbares Beispiel für mich, wie man klar und deutlich aber dennoch voller Wertschätzung und Liebe kommuniziert.

Übrigens: Es ist genau diese Gemeinde, welche die “YouVersion“-App – eine richtig gute Bibel-App für Smartphones und Tablets – entwickelt hat. Über diese App habe ich in meinem Artikel “Meine TOP 5 Apps als Leiter” geschrieben.

https://www.life.church/leadershippodcast/

5Predigten von Joseph Prince

Oha. Ich sehe schon, wie der ein oder andere sich jetzt verwundert die Augen reibt.

Was? Joseph Prince? Echt jetzt? JA!

Zugegeben: Er ist auf Platz 5 der Podcasts. Aber dennoch: Seine Predigten sind unglaublich erfrischend, auch wenn ich sie nicht jedem vorbehaltlos empfehlen würde. Der Begriff “Wohlstandsevangelium” ist ein großes Wort, das viele schon inflationär verwenden und ich kann nicht allem, was Prince predigt aus ganzem Herzen zustimmen. So what? Er meinen Predigten sicher auch nicht – ok, gut. Er hört sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht an.

Und doch: Die unendliche Gnade Gottes und die Fülle seines Segens und Reichtums, worüber Prince nicht müde wird zu predigen, tun nicht einfach nur gut. Es geht viel mehr als nur um Wellness für die Seele. Es geht darum, sich immer wieder vor Augen zu rufen, dass Gott ein GUTER Gott ist und ein LIEBENDER Vater – und das ganz tief ins Herz seiner Zuhörer zu schreiben, ist Joseph Princes tiefes Anliegen – und das finde ich gut.

https://www.josephprince.org/broadcast/podcast

6Predigten aus der evangelischen Kirchengemeinde Wutachtal

Ok, jetzt weißt du, weshalb Podcast Nr. 6 ein wenig außer Konkurrenz läuft, denn diesen höre ich mir weniger an – es sei denn, der Prediger vom Sonntag war nicht ich, sondern mein Kollege oder ein Gastprediger. Ansonsten kenne ich die Predigt ja schon…

Aber wer weiß: Vielleicht hast du Lust, den Podcast zu abonnieren

https://itunes.apple.com/de/podcast/evangelische-kirchengemeinde-wutachtal-predigten/id1196289507

https://www.podcast.de/podcast/616631/

https://wutachblick.de/predigten-2/


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