Die Tage habe ich mal wieder eine dieser Erfahrungen gemacht, die einmal reicht. Ein zweites Mal ist nicht nötig. Versammelt waren sehr viele PfarrerInnen und ReligionslehrerInnen. OK, das ist für manche schon eine Erfahrung, die er nicht machen möchte. Aber das ist noch gar nicht das Problem.

Für mich – und ich schreibe hier sehr subjektiv wohlwissend, dass die Welt im Netz sehr klein ist – ist das Problem eher das gewesen, dass ich immer wieder dachte: “Was machst du hier eigentlich?” Sicher: Es ging um’s Tanzen. Im Reliunterricht. (Du kannst das Kopfkino wieder ausschalten. Ich kann nicht tanzen.)

Die beste Botschaft…

Ich habe mich immer wieder gefragt: Ist es das, was Kirche braucht? Ist es das, was Menschen brauchen? Sicher: Wir benötigen super Methoden und geeignete Tools, um die beste Botschaft der Welt an den Mann und an die Frau zu bringen. Aber geht es hier um diese beste Botschaft, die für mich darin besteht, dass Jesus für uns Menschen starb, um uns zu erlösen, freizumachen, wiederherzustellen und in die Gegenwart Gottes zu bringen?

Irgendwie habe ich keine wirkliche Antwort auf diese Frage gefunden.

Und jetzt – nach ein wenig Zeit des Überlegens – merke ich, was wir vor allem benötigen: den Heiligen Geist.

Und ja, genau so. Nicht “die Geistin”, von der bei besagter Veranstaltung auch die Rede war.

Randbemerkung ON: Theologen schaffen es einwandfrei, Worte zu kreieren, die kein Mensch versteht und die auch sonst in keinem Kontext vorkommen. Selbst die Rechtschreibprüfung hier bei WordPress unterstreicht mir “Geistin” rot. Schon wieder. Aber egal. Theologen können das einfach: Aussagen treffen zu Fragen, die nie gestellt wurden und mehr Dunkel als Licht zu bringen. Schade eigentlich. Mal davon abgesehen, dass es theologisch äußerst dürftig ist von “Geistin” (da, schon wieder rot unterstrichen) zu sprechen. Randbemerkung OFF.

Was unsere Kirche braucht: mehr Pfingsten!

Ich oute mich hier mal: Ich bin Charismatiker und das ist gut so!

Seit meines Studiums und dem Besuch einer freien charismatischen Gemeinde, in der ich auch mitarbeitete, kann ich gar nicht mehr anders. Und darüber bin ich äußerst glücklich.

Und immer mehr komme ich zu der Ansicht, dass wir weniger Programme, weniger Strukturdebatten, weniger Meetings und Planungen benötigen, sondern einfach mehr “Pfingsten”, mehr vom Heiligen Geist. Natürlich: das eine tun und das andere nicht lassen.

Streng genommen haben wir den Heiligen Geist in der Landeskirche lange genug gelassen – nämlich in Ruhe.

Und er uns auch.

Pfingsten liegt nun knapp 2000 Jahre zurück. Das sollte uns aber nicht daran hindern, dem Heiligen Geist in unserem kirchlichen Leben mehr Raum zu geben. Denn durch ihn finden Menschen zu Jesus, werden Menschen geheilt, bekommt Gottes Absicht Aktualität und wird Gemeinde lebendig. Durch ihn wird Christsein interessant und bunt. Durch ihn wird Gemeinde gebaut und wächst Gemeinde. Er ist es, der dem einzelnen Kraft und Hoffnung gibt. Das ist sein Job. Das kann er ganz besonders gut!

Egal, ob du Hauptamtlicher bist oder einfach nur Christ (das ist ja schon schwierig genug): Überlege dir mal, wie der Heilige Geist in dir und in deiner Gemeinde noch mehr Raum bekommt. Und vergiss die ganzen Vorurteile gegenüber Charismatikern, Pfingstlern und anderen. Lass mal ruhig zu, dass der Heilige Geist dein Leben und deine Gemeinde bestimmt. Ich wünsche es mir zumindest für mich und meine Gemeinde, weil ich merke: Wo das nicht geschieht, wird’s irgendwie komisch. Dann stehen Interessen von einzelnen Gruppierungen, Richtungen oder Menschen im Mittelpunkt. Die einen sagen “Wir brauchen mehr Orgel” die anderen sagen “Wir brauchen mehr Schöpfungsbewusstsein” andere sagen “Wir müssen mehr für die Armen tun” und andere sagen “Wir müssen uns um die Jugend kümmern” – alles gut und wichtig. Aber weißt du, was das Problem ist?

Diejenigen, die Gott noch nicht kennen, die haben keine Stimme in der Gemeinde. Da ruft keiner laut.

Und doch waren es doch gerade die letzten Worte Jesu hier auf der Erde, die uns das verdeutlichen: “Macht zu Jüngern alle Völker dieser Erde, indem ihr hingeht, indem ihr tauft, indem ihr lehrt!” (nach Mt 28,18-20)

Darum benötigen wir mehr Pfingsten….sowie Pfingstler und Charismatiker in der Landeskirche.

10 Kommentare

  1. Schicke hier ein spontanes Bestätigungs-“yes” ! Verbunden mit der Frage, ob Du denn schon eine Überweisungsträgerin ausgefüllt hast 😉 (auch hier sollte die Rechtschreibprüfung anspringen)

  2. David, aus vollem Herzen Amen dazu (mit deutlicher Betonung auf der zweiten Silbe, bin schließlich schon vor Jahren konvertiert)!

    Lass uns jeder an seinem (Seinem?!) Ort den Noch-nicht-Anwesenden Stimmrecht verleihen und ihnen den Heiligen Geist vorstellen wo wir sie treffen!

  3. Hallo 🙂
    Ich habe quer übers Netz irgendwie diese deine Seite gefunden und mich grob durchgelesen. Da mir der “gefällt mir ” Button fehlt 😉 nun der schriftliche Kommentar.
    Wunderschön zu lesen, toll wie und wo der Heilige Geist wirkt und toll, wo Gott seine Leute (hier:dich!) überall hat und gebraucht.
    Ach mensch, das tut gut zu lesen, sei gesegnet und Weisheit für deinen Dienst und Blog!!

  4. aMEN. 😀 Dem schließe ich mich an. Ich stehe auf die Landeskirche. Sie hat es mir irgendwie angetan, deshalb möchte ich dort auch eines Tages Pastorin werden. Ich bin jedoch auch eine Vollblut-Charismatikerin und finde es darum umso besser, Artikel wie diesen zu lesen. Es ist einfach schön, Menschen mit Passion und Visionen in unserer so Potenzial-reichen LK haben. Danke für’s Feuer fachen!

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