Ostersonntag. Der wahrscheinlich wichtigste Tag unserer Menschheitsgeschichte. Jesus besiegt den Tod und wird von den Toten auferweckt. So berichtet es die Bibel an ganz unterschiedlichen Stellen.

Ein kurzes, knackiges, uraltes Glaubes-Statement hat Paulus den Christen in Korinth geschrieben.

Angenommen, es gibt keine Auferstehung der Toten

Angenommen, es gibt wirklich keine Totenauferstehung: Dann ist auch Christus nicht auferstanden. Und wenn Christus nicht auferstanden ist, ist es sinnlos, dass wir das Evangelium verkünden, und sinnlos, dass ihr daran glaubt. Und nicht nur das: Wir stehen dann als falsche Zeugen da, weil wir etwas über Gott ausgesagt haben, was nicht zutrifft. Wir haben bezeugt, dass er Christus auferweckt hat; aber wenn es stimmt, dass die Toten nicht auferweckt werden, hat er das ja gar nicht getan.

Um es noch einmal zu sagen: Wenn die Toten nicht auferstehen, ist auch Christus nicht auferstanden. Und wenn Christus nicht auferstanden ist, ist euer Glaube eine Illusion; die Schuld, die ihr durch eure Sünden auf euch geladen habt, liegt dann immer noch auf euch. Und auch die, die im Glauben an Christus gestorben sind, sind dann verloren. Wenn die Hoffnung, die Christus uns gegeben hat, nicht über das Leben in der jetzigen Welt hinausreicht, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen. (1. Korinther 15,13-19)

Würde ich nicht glauben (können), dass Jesus wirklich und leibhaftig von den Toten auferstanden ist, würde ich meinen Job an den Nagel hängen, meine ganzen christlichen Bücher verkaufen und von dem Erlös erstmal so richtig einen drauf machen. Weil das aber genauso unwahrscheinlich ist wie dass ich demnächst Ballett tanzen werden, lasse ich es bleiben und bin mir dessen bewusst, dass an Ostern die Menschheitsgeschichte neu definiert wurde.

…und wenn doch…

Weil Jesus – so glaube ich es – wirklich von den Toten auferstanden ist, ist sein Leiden und sein Tod mit einem tiefen Sinn verbunden. Nicht nur, dass er mir dadurch den Zugang zu Gott ermöglichte (siehe mein Beitrag “Karfreitag. Das Kreuz mit dem Kreuz“), sondern dass ich aus der Kraft seiner Auferstehung nun leben kann.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, kann Hoffnung wachsen, wo Menschen nur Perspektivlosigkeit bedrückt.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, kann Kraft selbst dort erwachsen, wo ich nur Schwäche sehe.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, gibt es Heilung für meine Wunden – gleich welcher Art. Ach ja. Auch für deine – natürlich.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, brauche ich keine Angst zu haben vor dem Tod (vor dem Sterben habe ich sie manchmal in der Tat), weil ich fest darauf vertraue, in seine Arme hinein zu sterben.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, gibt es Zukunft wo die Gegenwart nur grausam und trist ist.

Weil Jesus auferstanden ist und den Tod besiegt hat, ist er stärker als alle destruktive und dunkle Macht und Kraft in deinem Leben.

Wäre Jesus nicht von den Toten auferstanden, würde ich mich in einer Gesetzesreligion bewegen müssen oder mich dem Gutmenschentum anschließen müssen. Beides ist für mich weder tragfähig noch attraktiv. Nicht in diesem Leben, noch in einem zukünftigen – das es dann aber gar nicht geben würde.

…wäre es das Beste!

Vielleicht ist es mein mangelnder Glaube an das Gute im Menschen, vielleicht meine Naivität, mein mir von Gott geschenkter Glaube – oder eine interessante Mischung aus allem: Rein aus logischen Gründen erschließt sich mir vieles nicht, was in unserer Welt geschieht, wenn ich nicht glauben könnte, dass es einen Gott gibt, der die Menschen liebt und deswegen seinen Sohn gab, “damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden sondern das ewige Leben haben” (Johannes 3,16).

Falls das jetzt zu abstrakt klingt, dann schau dir nur mal folgende Phänomene an:

  • Aus einem jähzornigen Menschen wird jemand, der andere Menschen liebt und ihnen dient.
  • Aus einem rechthaberischen Menschen wird jemand, der anderen zuhört, ihnen hilft und nur das Beste für sie möchte.
  • Menschen erleben eine übernatürliche Heilung, nachdem sie von Ärzten schon für tot erklärt wurden.
  • Unter Androhung von Folter und Tod bekennen sich Menschen zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.
  • Durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch wurden im Namen Jesu soziale Systeme wiederhergestellt, Menschen ihre Würde zurückgegeben und die Ungleichheit von Menschen auf Grund ihrer Herkunft, ihrer körperlichen Merkmale oder sonstigen Gegebenheiten aufgehoben.
  • Die Kirche – nicht als Institution, sondern als Gemeinschaft derer, die diesem auferstandenen Wanderprediger namens Jesus vertrauen – wird im Prinzip seit ihrer Gründung immer wieder totgesagt. Sie erfreut sich bis heute jedoch blendender Vitalität – zumindest an vielen Orten und auf vielen Kontinenten unseres Erdballs.
  • Selbst Atheisten, Religionskritiker und bekennende Nicht-Christen haben durch die Weltgeschichte hindurch das Faszinosum dieser Bewegung beschrieben.
  • In einer patriarchalen Gesellschaft waren Frauen nach den Zeugnissen des Neuen Testaments die ersten Zeugen am leeren Grab. Damit sagen die Autoren: “Entweder schreibe ich völligen Unsinn oder ich kann sogar Frauen (ich weiß, dass das aus heutiger Sicht doof klingt) als Zeugen anführen.
  • Du! Weil Du als ein Ebenbild Gottes geschaffen bist, für das Jesus in den Tod ging und auferweckt wurde, damit seine Auferstehungskraft in Dir richtig groß wird!

In diesem Sinne: Ostern hat mehr zu bieten, als ein paar Eier zu suchen. Aber die gehe ich jetzt gleich im Garten verstecken.

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