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Ein Gott. Ein Wort.

Sieben Schlüssel für ein neues Bibellesen

Ok, machen wir es kurz: Ich habe dieses Buch „in einem Rutsch“ gelesen, weil ich einfach nur begeistert davon bin. Selten geschieht so etwas und zugegeben, es ist mit 128 Seiten auch nicht der dickste Schinken. Aber das ist nicht einmal der Hauptgrund.

Dieser besteht schlicht und einfach darin, dass Detlef Kühlein auf solch geniale Weise den Leser „abholt“, dass man sich wie in einem Dialog vorkommt, aus dem man nicht mehr rausmöchte.

Ja, richtig gelesen: Dialog. Nicht Monolog. Denn Kühlein stellt immer wieder Fragen, erzählt von sich selbst, spricht den Leser direkt an und hat einen Schreibstil, der leicht zu lesen ist und dennoch nicht trivial daherkommt.

Wie er selbst schreibt, ist das zwar sein erstes Buch, aber wenn du denkst: „Warte mal. Detlef Kühlein. Den Namen habe ich doch schon mal gehört!“ Dann liegt das vermutlich daran, dass Detlef Kühlein seit vielen, vielen Jahren ein „big player“ ist, wenn es darum geht, Menschen den Schatz der Bibel vor Augen zu malen.

In erster Linie tut er dies durch „bibletunes. Die Bibel im Ohr“ (www.bibletunes.de). Ursprünglich gestartet als Hörbibel, gibt es inzwischen jede Menge Podcast und verschiedene Publikationen rund um das Buch der Bücher. Des weiteren ist Kühlein bekannt als Prediger und Referent – und zwar immer dann, wenn es darum geht, die Bibel lebendig werden zu lassen. Gut, das ist sie sowieso – aber viele Christen nehmen das gar nicht so wahr.

Und damit sind wir schon beim Knackpunkt dieses Buches.

Lust auf Bibellesen?

Viele Christen würden diese Frage mit einem „Hm, ja, weiß nicht. Eigentlich nicht so. Aber als guter Christ muss ich das tun, oder?“ beantworten.

Genau hier setzt Detlef Kühlein mit seinem Buch „Ein Gott. Ein Wort. Sieben Schlüssel für ein neues Bibellesen“ an.

Ich möchte das Bibellesen als Beziehungsgeschehen betrachten. Als echte Kommunikation zwischen Gott und Mensch. Da passiert etwas, wenn ich dieses Buch lese. Da öffnet sich etwas in mir. Wie und was da passiert, ist vermutlich sehr individuell. Aber bei einem bin ich mir sicher: Wenn du deine Bibel mit diesem Mindset liest, öffnest du dich einer göttlichen Wirklichkeit, die heute noch genauso aktuell ist wie zu der Zeit, als diese Worte geschrieben wurden.Ein Gott. Ein Wort., S.15

Das gesamte Buch ist nichts anderes als ein großes Werben um dieses Kommunikationsgeschehen. Kühlein weiß um die Müdigkeit im Blick auf Bibellesen unter Christen. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Gott nicht immer nur das 5-Sterne-Menü serviert, sondern uns manchmal auch harte Brocken zu lesen gibt. Und dennoch:

Wenn du die Schrift studierst und liest, dann kommst du zum Glauben, dann wächst dein Glaube. Dein Glaube wird mit jedem Vers tiefer verwurzelt.Ein Gott. Ein Wort., S.41

Und dafür bietet Kühlein dir, lieber Leser, sieben Schlüssel.

Sieben Schlüssel – und eigentlich noch viel mehr

Ganz praktisch wird das Buch, wenn Kühlein seine „sieben Schlüssel für ein neues Bibellesen“ vorstellt, wobei er selbst wichtige Vorbemerkungen bringt: Diese Liste an Schlüsseln ist sicherlich nicht vollständig und man sollte die Bibel nicht nur mit einem Schlüssel, sondern mit mehreren Schlüsseln lesen.

Diese sieben Schlüssel sind:

  1. Liebe
  2. Licht
  3. Kraft
  4. Nahrung
  5. Wachstum
  6. Spannung
  7. Frieden

Das scheint auf den ersten Blick zunächst wenig aussagekräftig bis trivial, wenn du das hier in meinem Artikel liest. Aber weit gefehlt! Denn Kühlein macht das ganz praktisch und gibt dir Tools und Tipps an die Hand, wie du mit einem (oder mehreren) dieser Schlüssel die Bibel wieder ganz neu lesen und lebendig werden lassen kannst. Denn:

Wir können also davon ausgehen, dass das Wort Gottes, wenn wir es hören und lesen, immer eine Wirkung in unserem Leben hat! Die Frage ist allerdings, ob wir die Auswirkungen dieser göttlichen Wirkung auch immer spüren und erfahren. Ich glaube, dass das nicht immer der Fall ist. Manchmal bleibt uns leider verborgen, was Gott tut.Ein Gott. Ein Wort., S.70

Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Buch ein sehr, sehr großer Gewinn für jeden sein wird, der das Bibellesen neu entdecken möchte. Und noch viel wichtiger: Für mich scheint das wie ein geistlicher Defibrilator, der ein für das Bibellesen erloschenes Herz wieder ganz neu beleben kann. Ja, das glaube ich sehr!

Weiterführende Tipps und Links

Abgerundet wird das alles durch jede Menge weiterführender Links und Tipps. Sowohl im Buch selbst – als auch in einem „Anhang“ am Endes des Buches. Dort findest du Hinweise auf weitere Literatur, auf Podcasts, auf Online-Tools und auch eine kurze Darstellung der verschiedenen Bibelübersetzungen.

Jens Kaldewey, den viele als Bibellehrer kennen und schätzen, steuert einige Gedanken dazu bei, was die Bedeutung des „einmal durch die ganze Bibel“-Lesens (und das mehrmals im Leben) aber auch des „meditierenden Lesens“ betrifft.

Meine ganz persönliche Erfahrung mit der Bibel ist folgende: Je mehr ich darin lese, desto mehr entdecke ich und desto eher habe ich den Eindruck, dass ich gar nicht viel weiß. Je weniger ich in der Bibel lese bzw. auch andere Menschen, wenn sie mir das im Gespräch offenbaren, desto eher besteht die Gefahr, dass man sich überschätzt.

Ich wünsche mir von Herzen, dass Christen Bibellesen nicht wie ein Pflichtprogramm ansehen, dass sie irgendwann aufgeben, sondern als das, wie es Detlef Kühlein in seinem Buch schreibt:

Wenn ich die Bibel öffne, kommt mir Gottes Atem entgegen. Mir kommt schöpferisches Leben entgegen. Gott selbst steckt zwischen diesen Buchseiten. Deswegen ist die Bibel auch kein normales Buch mit toten Buchstaben.

Sie ist lebendig, weil Gott durch sie spricht, weil Gott durch sie atmet.

Die Bibel ist also der frische und lebendige Wind, den mein Glaubensleben braucht.Ein Gott. Ein Wort., S.83

Deswegen: Wenn ich hier 5-Sterne-Bewertungen abgeben würde, würde „Ein Gott. Ein Wort. Sieben Schlüssel für ein neues Bibellesen“ sechs Sterne bekommen. Mindestens!

Detlef Kühlein: Ein Gott. Ein Wort. Sieben Schlüssel für ein neues Bibellesen

ISBN: 9783986951634

Preis: 14,90 EUR

Verlag: Gerth Medien (www.scm-shop.de/ein-gott-ein-wort.html)


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#81 Ostern – alles nur Fake News?

 Falls ja, sind wir verloren!

Lass uns mal so tun, als würden diese beiden Sätze stimmen.
„Jesus starb nicht stellvertretend für unsere Sünden. Jesus ist an Ostern nicht leibhaftig auferstanden.“

Was wäre dann? Wir wären allesamt verloren und könnten den christlichen Glauben (der dann ein solcher gar nicht wäre) an den Nagel hängen.

Warum? Darauf gehe ich in dieser Folge ein.

Und keine Sorge: Am Ende gebe ich dir einige Gedanken mit, die es ziemlich unmöglich machen, die leibliche Auferstehung von Jesus zu leugnen!

Der angesprochene Artikel auf meinem Blog zu „Jesus im ersten Teil der Bibel:

www.david-brunner.de/jesus-der-rote-faden-durch-die-bibel/

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#80 Longevity & Transhumanismus: Was sagt die Bibel dazu?

Der Wunsch des Menschen, unsterblich zu sein…

Longevity ist ein großer Trend derzeit.
Transhumanismus ist ein großer Forschungsbereich.
Hinter beidem steht der uralte Wunsch des Menschen, unsterblich zu sein – oder zumindest den Tod so weit es nur geht hinauszuzögern.

Wie ist das aus christlicher Perspektive zu beurteilen? Ist das womöglich der Ersatz für das „ewige Leben“? Welchen Gefahren setzt sich der Mensch aus und worauf sollten wir unser Vertrauen setzen?

Um all diese Fragen (und noch so manches mehr) geht es in dieser Folge.

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#79 Kommt jetzt der 3. Weltkrieg?

 …und wie Christen sich verhalten sollen

Ich gebe zu, dass der Titel schon ein bisschen reißerisch ist. Aber diese Frage ist mir in den sozialen Medien immer wieder begegnet. Auslöser ist das Geschehen im Nahen Osten und den Krieg rund um Israel und Iran.

Aber ganz ehrlich: So gut mancher Content auch ist, gibt es leider einige Äußerungen, die mir ziemlich auf die Nerven gehen, weil sie recht unqualifiziert sind.

Mach nicht mit bei der Panikmache! Wie? Das erläutere ich dir anhand des Bibelverses 2. Timotheus 1,7: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Feigheit, sondern der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung.“

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Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal

Warte! Bevor du jetzt sagst: „Ich bin kein Tagebuchschreiber“ – lies weiter! Denn es geht um mehr. Viel mehr! Es geht um dich. Um deinen Glauben. Um deine Bibellektüre. Um das Wort Gottes. Um die verändernde Kraft des Wortes Gottes. Um Studien, die genau das belegen und um 30 Tipps, wovon ich Tipp Nr. 28 besonders genial finde.

Gut. Danke, dass du weiterhin am Start bist.

„Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal“ von Jeannette Mokosch beinhaltet so viel Hilfreiches und Inspirierendes:

  • Viele Seiten, um während deines Bibelstudiums dir Notizen zu machen
  • 30 Tipps (oder eher Gedanken), die dich hineinnehmen in die große weite Welt des Bibellesens
  • Lesepläne, mit denen du in einem Jahr die gesamte Bibel oder den ersten bzw. den zweiten Teil der Bibel durchliest
  • motivierende, inspirierende und herausfordernde Fragen im Journal-Teil
  • last but not least: eine wunderschöne Ästhetik – allein dadurch wirst du das Buch nicht so schnell aus der Hand legen

Ich selbst bin kein „Journaling-Typ“ in der Hinsicht, dass ich in ein extra Buch Gedanken und Fragen aufschreibe, die mir beim Bibellesen kommen. Ich bin eher der Typ „Bitte mehr Schreibrand!“. Denn meine Notizen kommen direkt in die Bibel rein.

Für jeden was dabei

Aber ganz egal, welchem Team du dich zugehörig fühlst: „Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal“ hat für jeden etwas.

Ich habe es oben schon kurz erwähnt: In einem ersten Teil schreibt Jeannette Mokosch 30 Tipps zum Bibellesen, die großartig sind. Das reicht von ganz praktischen Hinweisen zum Farbsystem, mit dem du deine Bibel markierst bis hin zu grundsätzlichen Überlegungen, welche Bibelübersetzung die richtige für dich ist. Diese Tipps sind nicht nur ein paar Schlagworte, sondern ein bis zwei Seiten umfassende Gedanken. Kurz, ja – und doch gehaltvoll!

Es geht um den richtigen Ort, die richtige Zeit und wie du dich auf dein tägliches Lesen in der Bibel richtig gut vorbereiten kannst.

Darüber hinaus gibt dir Jeannette Mokosch einige „Nuggets“ mit auf den Weg, die sie aus diversen Studien rund um das Bibellesen gefunden hat (und die sind wirklich großartig!).

Aus eigener Erfahrung als Gemeindepfarrer weiß ich, dass das Lesen der Bibel schon lange nicht mehr selbstverständlich in christlichen Gemeinden ist, dass es aber in den letzten Jahren auch einige verheißungsvolle Aufbrüche in diesem Bereich gab und gibt, was mich hoffnungsvoll stimmt.

Und mit diesem Wort „hoffnungsvoll“ würde ich „Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal“ beschreiben. Jeannette Mokosch schafft es, ihre so große Leidenschaft für die Bibel in Worte zu fassen und diese so zu wählen, dass sie mich begeistern und inspirieren. Ich bin mir sicher: Wenn du alleine diese 30 Tipps gelesen hast, wirst du mehr Freude am Bibellesen haben und mehr Verlangen danach, wirklich täglich in Gottes Wort zu lesen.

Und um dir jetzt so richtig einen „Floh ins Ohr zu setzen“: Tipp Nr. 28 ist einfach nur genial!

Ich kann „Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal“ nur empfehlen. Und das Gute: Ob du nun ein Newbie im Bibellesen bist oder schon seit vielen Jahren mit der Bibel unterwegs bist: Das Buch wird dich inspirieren und ermutigen zugleich. Jeannette Mokosch schreibt so mega ehrlich und offen, dass es nicht schwer fällt, sich mit hinein nehmen zu lassen in ihre Faszination für die Bibel.

Must Read

Alleine wenn du ein paar Inspirationen und Gedanken der Ermutigung gebrauchen kannst, warum das Lesen der Bibel dein Leben wirklich positiv verändert, ist „Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal“ genau das Richtige für dich.

Unabhängig davon empfehle ich dir, auf ihrer Website www.jeannettemokosch.com zu stöbern und ihr auf Instagram zu folgen, denn dort bekommst du noch mehr Input für dein ganz persönliches Lesen und Leben mit der Bibel.

Jeannette Mokosch: Blühende Worte. Dein Bibellese-Journal

Seiten: 192

ISBN: 9783986951948

Preis: 17,00 Euro

Verlag: Gerth Medien (www.scm-shop.de/bluehende-worte-dein-bibellese-journal.html)


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Harry Potter und Yoga in der Kirche – wozu?

Heute bin ich auf Instagram auf zwei Beiträge aufmerksam geworden. Beides Mal – das unterstelle ich den jeweiligen Protagonisten einfach mal im Guten – wollten Menschen (Pfarrer) andere Menschen „in die Kirche bringen“. Das eine Mal waren es Yoga-Begeisterte und das andere Mal Harry Potter-Fans.

Also wurde die Kirche kurzerhand zu einem Fitness-Tempel umfunktioniert, jede Menge Matten ausgelegt und Menschen konnten ihre Yoga-Übungen unter Anleitung in einem gottesdienstähnlichen Setting, denn immerhin gab es ein Votum, Gebet und sogar eine kurze Predigt, verrichten.

Die Harry Potter-Fans wurden schon mit Nebelschwaden und gleißendem Farblicht in der Kirche willkommen geheißen und jede Menge (scheinbare?) Parallelen zwischen dem christlichen Glauben und Harry Potter wurden in den Raum gestellt.

Noch mal: Ich unterstelle den Verantwortlichen dieser Inszenierungen gute Absichten. Und natürlich fanden diejenigen, die sich davon ansprechen ließen und diese Art von Kirchenveranstaltung besuchten, das Ganze richtig gut (sonst wären sie a) nicht zur Veranstaltung gekommen und b) im Video nicht zu Wort gekommen).

Doch: Wozu das alles?

Um Menschen „in die Kirche zu bringen“. Aber was genau bedeutet das? Sollen Menschen einfach einen neuen Zugang zum Kirchengebäude bekommen? Sollen Schwellen niedrig und Berührungsängste abgebaut werden? Sollen Menschen einfach für Übersinnliches interessiert werden? Sollen Menschen Jesus Christus begegnen?

Was – um alles in der Welt – ist also Ziel des Ganzen?

Folgender Kommentar fand sich unter dem Artikel zum Yoga-Gottesdienst:

[Du kennst Chris Schuller noch nicht? Kann man ändern! Schau mal hier vorbei: www.followhiscall.com/de oder auf seinem Instagram-Profil.]

Versetzen wir uns doch mal hinein in die ersten Christen. Sie sind – spätestens in der zweiten Generation – umgeben von Verfolgung in einer Gesellschaft, die ungöttlich ist. Heidnische (Mysterien-)Kulte spielen eine große Rolle, die Menschen opfern ihren Göttern alles Mögliche (und Unmögliche), sind auf der Suche nach einem spirituellen Erlebnis und übernatürlichen Event. Heute nennen wir es: Yoga und Harry Potter.

Damals waren es der Mithras-Kult (zu dem es die wildesten Spekulationen gibt, inwiefern manche Christen Teil dieses Kultes waren), der Isis- und Osiriskult oder schlicht und einfach die Anbetung des Gottes „Pan“. Ich hab‘ dir hier mal ein Foto, das ich gemacht habe, als ich letztes Jahr in Israel war. Ganz im Norden des Landes findet sich eine Opferstätte dieses Gottes Pan, wo die wildesten und perversesten Opferpraktiken vollzogen wurden. Der Ort heißt heute Banjas – zu biblischen Zeiten Cäsarea Philippi. Von dem Loch im Felsen nahm man übrigens an, dass es der Eingang zur Unterwelt gewesen sei.

Um es auf den Punkt zu bringen: Christen haben sich seit jeher dadurch ausgezeichnet, dass sie eine konterkulturelle Lebensweise praktizierten. Das bedeutet, dass sie nicht einfach nur „gegen etwas waren“ – das wäre kontrakulturell. Nein – vielmehr waren Christen immer konterkulturell, stell es dir wie beim Fußball vor: Wer einen Angriff abwehrt und zum Gegenangriff ansetzt, spielt einen „Konter“. Es geht also nicht nur darum, dagegen zu halten, sondern selbst wiederum „nach vorne zu gehen“, proaktiv zu sein, einen Punkt (ein Tor) machen zu wollen.

Genau das zeichnet Christen aus: Sie leben in einer Kultur, in einer Gesellschaft, die in vielen Teilen dem widerspricht, wie Gott sich das Leben der Menschen vorgestellt hat. Deswegen sagt Gott durch Paulus:

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2 (Elberfelder Übersetzung)

Was wäre besser?

Jesus im Zentrum, so wie es Chris Schuller in seinem Kommentar auf Instagram geschrieben hat. Ich werde nicht müde, genau das immer und immer wieder zu betonen: Als Christen (und erst recht als Theologen/Pastoren/Pfarrer) ist es nicht unsere Aufgabe, die Kirchen zu füllen, sondern Menschen zu Nachfolgern von Jesus zu machen. So wie er es selbst gesagt hat: „Macht zu Jüngern alle Völker…“ (Matthäus 28,19). Das ist der Auftrag.

Dieser Auftrag wird dort erfüllt, wo wir uns darauf verlassen, dass eine biblische Verkündigung vollkommen ausreicht, um Menschen für Jesus zu gewinnen. Dazu gehört der Aufruf zur Umkehr und Buße genauso wie die Verheißung, dass der, der von neuem geboren wird durch den Heiligen Geist, ewiges Leben empfangen hat und nichts mehr dafür tun muss. Jede Sehnsucht, jeder Durst nach Leben, jedes ungestillte Bedürfnis kommt zur Vollendung, wenn wir ein Kind Gottes werden (was wir nicht durch unsere Natur sind, denn durch diese sind wir Geschöpfe, aber nicht Kinder Gottes). Wie? Recht einfach:

So viele ihn [die Rede ist von Jesus] aber aufnahmen, denen gab er die Vollmacht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.Johannes 1,12

Als Kirche haben wir einen USP (Unique Selling Point): Das Evangelium von Jesus Christus. Die gute Nachricht, dass er für die Sünde eines jeden Menschen stellvertretend am Kreuz auf Golgatha gestorben ist (Römer 3,23-25), um den Schuldbrief zu tilgen, der den Menschen so schwer belastet (Kolosser 2,14), und uns neues, ewiges Leben zu schenken (Johannes 4,13-14).

Das ist unsere Botschadft.

Das macht Kirche aus.

Und vor allem: Das müssen Menschen hören, um für Zeit und Ewigkeit gerettet zu werden und ein Leben zu führen, wie es sich ihr Schöpfer vorgestellt hat.

Es hat noch nie „funktioniert“ und es wird auch nie funktionieren, dass über solche Aktionen Menschen nachhaltig zum Glauben an Jesus kommen.

Natürlich: die (säkularen) Medien finden es cool, manche Menschen finden es cool und der Algorithmus auf Instagram springt im Dreieck. Und jetzt? Ist das der Auftrag von Kirche, dass Menschen und Medien uns „cool finden“? Jesus hat seinen Nachfolgern etwas ganz anderes verheißen.

Sensibilität gegenüber verfolgten Christen

Ich frage mich bei solchen Yoga- und Harry Potter-Aktionen (wie gesagt: Ich möchte die besten Absichten unterstellen!) immer, wie das wohl auf verfolgte Christen wirkt. Also nehmen wir nur mal die Glaubensgeschwister im Iran und in Somalia. In beiden Ländern kann es dich das Leben kosten, wenn du dich als Christ „outest“.

Sie leben ein „konterkulturelles Leben“ par excellence und sehen, wie Christen im Westen sich an die Gesellschaft und Kultur anbiedern, um Menschen zu bespaßen im Namen der Kirche, wo sie selbst um ihr Leben fürchten müssen und Entsetzliches schon erlebt haben, „nur“ weil sie in der Bibel lesen und Jesus nachfolgen.

Sollten unsere verfolgten Glaubensgeschwister davon mitbekommen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ihre Reaktion die ist, dass sie für uns hier im Westen beten. Und das zurecht!


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#77 Christen unter Druck – warum?

Überleben in Babylon

Seit Monaten stehen Christen unter Beschuss: Fragwürdige „Dokumentationen“ im Fernsehen oder auf YouTube über so genannte „Christfluencer“ und über christliche Gemeinden machen die Runde.

Aber auch im persönlichen Leben stellen viele Christen fest: Der Druck wird größer.

Warum ist das so? Und warum ist das eigentlich „ganz normal“?

Darum geht’s in diese Folge!

Rezension zum Buch „Faszination frühe Christen“:
www.david-brunner.de/faszination-fruehe-christen/

Mehr Infos (und Möglichkeit zur Anmeldung) zur Israel-Reise:
www.mideast.tours/reisen/israelreise-kirchgemeinde-wutachtal/

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Elberfelder Studien- und Kommentarausgabe

„Ich habe einen Schatz gefunden“ singt die Band Silbermond in ihrem Hit „Das Beste“. Ob sie die „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ meinten? Man weiß es nicht. Aber ich weiß es: Diese Bibel ist ein wahrer Schatz!

Im englischsprachigen Raum ist die „ESV Study Bible“ DIE Studienbibel schlechthin. Die hier besprochene Ausgabe der Elberfelder Bibel ist die deutsche Übersetzung davon bzw. die überarbeitet deutsche Fassung, da nicht alles 100% übernommen wurde, wie es in den Bemerkungen der deutschen Herausgeber zu lesen ist:

Über die Erklärungen hinaus enthält diese Studien- und Kommentarausgabe eine Vielzahl von anderen weiterführenden Texten, wobei wegen fehlender Relevanz oder juristischer Probleme im deutschen Sprachraum nicht alle Artikel der Originalausgabe übernommen wurden.

Aber alles der Reihe nach.

Zugrunde liegt der Text der Elberfelder Bibelübersetzung (Textstand TS 33), welcher an sich schon eine an den Ursprachen der Bibel (Hebräisch, Aramäisch, Griechisch) sehr nahe Übersetzung ist. Es mag zunächst ein wenig belanglos klingen, aber je mehr man in dieser Bibelausgabe liest, desto wichtiger wird dieser Aspekt: Der Text ist richtig gut und schön gesetzt. Typografie, Abstände und Ausrichtung sind so gut, dass das Lesen an sich schon Freude macht – gut: Das sollte beim Wort Gottes immer der Fall sein.

Aber (leider) kenne ich Bibelausgaben, in denen der Text nicht gut gesetzt ist, was das Lesen erschwert. Wie schön, dass dieses Hindernis in der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ nicht gegeben ist.

Doch kommen wir nun zum Eigentlichen – zum oben schon angesprochenen Schatz. Eigentlich müsste ich „Schatzkiste“ sagen, denn in dieser finden sich ganz viele wertvolle Dinge. So auch in der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“.

Erklärungen/Kommentare

Ich nenne diesen Bereich einfach mal den „Kommentarbereich“. Was ich damit meine? Auf (fast) jeder Seite der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ findest du ihn: Einen Bereich unten auf der Seite, in dem sich jede Menge Erklärungen und Kommentare zu einzelnen Versen oder Abschnitten im biblischen Text befinden.

Diese Kommentare und Erklärungen sind unterschiedlicher Art. Mal erklären sie einen großen biblischen Zusammenhang, mal zeigen sie unterschiedliche theologische Positionen zu einer nicht ganz einfachen Bibelstelle auf und mal sind es einfach sachliche Erklärungen bspw. zu Größen oder (Maß-)Einheiten, die ja allesamt aus einer Zeit stammen, die uns heute nicht mehr ganz so geläufig ist.

Wie groß dieser Kommentarbereich ist? Ganz unterschiedlich. Das hängt davon ab, was die Herausgeber als „kommentar-“ oder „erklärungswürdig“ hielten. Interessant dazu ist ein Hinweis in den einleitenden Seite der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“:

Die große Studien- und Kommentarausgabe der ELBERFELDER BIBEL enthält zwei Textsorten. Zunächst einmal die Texte der Bibel, also die Worte von Gott an uns. Sie stehen auf jeder Seite in einem vergleichsweise größeren Druckbild. Und ferner die Erklärungen, die lediglich menschliche Worte sind. Sie stehen kleiner gedruckt im unteren Teil der Seiten. Die unterschiedlichen Schriftgrößen sollen den Lesern bewusst machen, dass die Worte der Bibel selbst unendlich wertvoller sind als die Worte der Erklärungen.

Großartiges Zusatzmaterial

Zusätzlich zu den Erklärungen und Kommentaren gibt es großartiges Zusatzmaterial.

Das sind zum einen thematische Artikel am Ende der Bibel. Ich kann hier nur einen kleinen Auszug wiedergeben von dem, was sich dort findet. Überschrieben ist dieser ca. 200 (!) Seiten umfassende Bereich mit „Weiterführende Artikel zu Theologie, Ethik und der Bibel.

Dort finden sich zu folgenden Themen/Überschriften lesenswerte und hilfreiche Artikel: Gottes Heilsplan, Die Lehre der Bibel: Ein Überblick (darin geht es um Themen wie das Wesen Gottes, die Dreieinigkeit Gottes, die Person Christ, der Heilige Geist, das Werk Christi u.a.), Die Ethik der Bibel: Ein Überblick (Themen sind u.a.: Der Beginn des Lebens und die Abtreibung, Bioethik, Das Ende des Lebens, Ehe und Sexualethik, Krieg, Wahrheit und Lüge u.a.), Die Bibel verstehen, Die Bibel lesen, Der biblische Kanon, Die Zuverlässigkeit der Bibelhandschriften, Die Bibel und die Weltreligionen, Die Heilsgeschichte im Alten Testament und viele andere.

Weiteres großartiges Zusatzmaterial sind Karten und Zeichnungen, Abbildungen und Tabellen. So findet sich bspw. auf der Seite von Römer 8 im Kommentarbereich eine Tabelle, in der kurz und übersichtlich dargestellt wird, wo in Römer 8 von welcher Person der Dreieinigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) die Rede ist – mega hilfreich.

Ebenso helfen gerade im ersten Teil der Bibel, in dem so viele Namen, Orte und Länder vorkommen, zahlreiche Karten und Kartenausschnitte, sich zurechtzufinden.

Besonders schön: Dieses Karten- und Bildmaterial ist farbig.

Quelle: scm-shop.de

Einführungen zu den biblischen Büchern

Inzwischen finden sich solche Einführungen in manchen Bibelausgaben und meiner Meinung nach ist das auch unerlässlich. Wann wurde das vorliegende Buch geschrieben? Von wem wurde es geschrieben? Wer waren die Adressaten? Welche Themen werden in diesem Buch behandelt? Wo gibt es Stolpersteine und nicht ganz einfache Stellen – sowohl im Text als auch in der Entstehung?

Diesen so genannten „Einleitungsfragen“ gehen die Herausgeber der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ nach und schreiben zu Beginn eines jeden biblischen Buches einige (wenige) Seiten genau darüber. Und wieder ist es so hilfreich, dass diese Übersichten zu den biblischen Büchern sich nicht in irgendeinem Anhang befinden, sondern direkt auf den Seiten vor dem jeweiligen biblischen Buch.

Das Beste „Feature“ zum Schluss

Naja, die Headline ist ein bisschen reißerisch. Es ist eher die Gesamtschau auf diese Bibelausgabe, die mich so fasziniert, denn: All diese oben genannten Schätze findest du im „Fließtext“. Du musst nicht ständig hin- und herblättern oder ein Inhaltsverzeichnis bemühen.

So finden sich die Erklärungen bzw. Kommentare wie oben schon geschrieben direkt im unteren Teil der Seite. Aber auch alle weiterführenden Materialien wie Übersichten, Tabellen und Karten finden sich direkt im „Kommentarbereich“. Das ist besonders dann von ganz großem Nutzen, wenn du bspw. davon liest, dass Jesus sich in das Gebiet von Galiläa zurückzieht und du unten auf der Seite einen Kartenausschnitt mit dem See Genezareth und einigen Orten hast. Du findest dich sofort darin zurecht und bekommst jede Menge Zusatzinformationen, welche eigentlich nur eine Sache zum Ziel haben: Dass du beim Lesen den biblischen Text noch besser verstehst.

Theologische Ausrichtung

Wenn sich in einer Bibel so viele Erklärungen, Kommentare und Artikel finden, stellt sich die Frage: Welcher theologischer Ausrichtung sind diese zusätzlichen Texte?

Dazu zitiere ich zunächst die Herausgeber selbst:

Die große Studien- und Kommentarausgabe der ELBERFELDER BIBEL vertritt die klassisch-konservative Theologie in der Tradition der protestantischen Reformation. (Ausschließlich in diesem Sinn wird auch der Begriff „evangelikal“ verwendet.) Die Erklärungen wurden in der Überzeugung geschrieben, dass die Bibel vollkommen wahr ist. Bei Textstellen, in denen es angeblich Irrtümer oder Widersprüche gibt, werden mögliche Lösungen angeboten. Manchmal werden in den Erklärungen auch Auslegungen erwähnt, die nicht mir der klassischen evangelikalen Lehrmeinung übereinstimmen, um darzulegen, wie wund warum solche Ansichten im Widerspruch zur Bibel stehen. Im Rahmen der reformatorischen Theologie im Allgemeinen orientieren sich die Verfasser zuweilen an deren reformierter Ausprägung, die in den USA, der Schweiz und den Niederlanden verbreiteter ist als in Deutschland.Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe, S.VIII

Damit ist die theologische Ausrichtung der „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ gut beschrieben, wobei ich vor allem den letzten Satz sehr, sehr hilfreich finde. Meiner Wahrnehmung nach gibt es zwischen „klassisch konservativer“ bzw. „klassisch evangelikaler“ Schriftauslegung im deutschsprachigen Raum durchaus einige Unterschiede zu einer klassisch reformierten (nicht reformatorischen!) Schriftauslegung, was sich auch schon in der kirchlichen Landschaft im deutschsprachigen Raum zeigt, wenn man bspw. streng reformierte Theologen aus (Frei-)Kirchen mit „klassisch evangelikalen“ Theologen bzw. deren Auslegungen biblischer Texte vergleicht.

Wer ist Zielgruppe?

Die gute Nachricht: Du musst nicht Theologie studiert haben, um die „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ zu lesen – denn du studierst Theologie, wenn du sie liest: Das Lesen dieser Bibel mit ihren Erklärungen, Kommentaren und dem weiteren Zusatzmaterial ist im besten Sinn ein „theologisches Studieren“. Deswegen empfehle ich jedem, der tiefer einstiegen möchte in biblische Texte, in die Kultur und den Kontext biblischer Texte aber auch in theologische Fragen und Auseinandersetzungen (unserer Zeit) die Anschaffung dieser Bibelausgabe. Unbedingt! Ich selbst bin – wie man wahrscheinlich unschwer erkennen kann – absolut begeistert von dieser Ausgabe des Wortes Gottes.

Einziger Wermutstropfen: Die „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ ist nicht gerade günstig. Die Standardausgabe kostet 130 EUR, die Ausgabe mit Ledereinband und Goldschnitt 180 EUR. Das ist nicht wenig Geld, ja. Gleichzeitig muss jedoch auch deutlich gesagt werden: Die „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ enthält ja nicht „nur“ den biblischen Text, sondern mit all dem (in Auszügen oben aufgeführten) Zusatzmaterial, eine kleine theologische Bibliothek.

Oder anders ausgedrückt: Das ein oder andere Lexikon sowie der ein oder andere Kommentar zu „Zeit und Umwelt der Bibel“ ist in dieser Ausgabe enthalten, wodurch der Preis in meinen Augen gerechtfertigt ist – bei allem Verständnis dafür, dass es an und für sich nicht wenig Geld ist.

Aber ich bin mir sicher: Wer die „Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“ sein eigen nennt, wird mir zustimmen, eine wahre Schatzkiste in den Händen zu halten.

„Elberfelder Bibel. Die große Studien- und Kommentarausgabe“

Verlag: R.Brockhaus (www.scm-shop.de/elberfelder-bibel-die-grosse-studien-und-kommentarausgabe.html)

ISBN: 9783417258691

Preis: 130 Euro


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