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Bist du frei?

Spontan sagst du wahrscheinlich “Ja!”, denn wenn du das hier liest, hast du Zugang zum World Wide Web, kannst lesen und hast irgendein elektronisches Gerät vor deiner Nase. Dir geht’s im Prinzip ganz gut und du lebst wahrscheinlich recht frei.

Ich stelle dir die Frage aber noch mal: “Bist du frei?”

Deine Antwort wird nun nicht mehr so einfach ein “Ja” sein, darauf könnte ich wetten. Mir ging es so, als ich mir diese Frage zum wiederholten Mal stellte.

Frei. Was heißt das? Wann bin ich das? Wovon bin ich frei?

Was bedeutet “frei sein”?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr festigt sich in mir der Eindruck, dass wir oft viel mehr innerlich unfrei sind als äußerlich. In unserer westeuropäischen Kultur und Gesellschaft sowieso. In diktatorischen Staaten mag das anders sein.

Frei zu sein bedeutet nicht, tun und lassen, was ich will. Das ist Grenzenlosigkeit – aber keine Freiheit.

Frei zu sein heißt: Tun und lassen, was Gott will. Das ist wirkliche Freiheit – warum? Darauf komme ich am Ende es Artikels.

Ich erinnere mich noch an ein Gespräch, das ich im Studium führte. Mein Gesprächspartner hatte aus meiner Sicht Ansichten, die sich mit meinen Ansichten nicht unbedingt vereinbaren ließen – genauer gesagt: gar nicht. Es war ein intensives und anregendes Gespräch. Als ich in einem Nebensatz fallen ließ, dass die Bibel als Wort Gottes für mich Richtschnur in meiner ethischen Urteilsfindung ist, meinte mein Gegenüber: “Du bist nicht frei! Du bist Sklave der Bibel!”

Ich entgegnete, dass wir bei einer solchen Sichtweise, alle Sklaven einer übergeordneten Instanz sind – und wenn es eine linke Ideologie ist, wie es bei meinem Gesprächspartner der Fall war.

Ich selbst betrachtete mich freilich nicht als Sklaven – sondern als frei. Warum? Weil ich nicht tun, lassen und denken konnte, was ich wollte, sondern ich wusste: Gottes Wille für mein Leben ist wesentlich besser als mein eigener Wille. Also war ich (und bin es heute noch) dankbar, frei zu sein in dem, dass mir Gott heilsame Begrenzungen gibt, in denen ich mich bewegen kann.

Ich weiß, dass dies für atheistisch und agnostisch denkende Menschen äußerst schwierig nachzuvollziehen ist. Aber eines ist doch klar: Selbst eine propagierte Grenzenlosigkeit wird zur Grenze des eigenen Lebens und ethischen Denkens. Da wähle ich doch lieber eine Begrenzung, von der ich weiß, dass dessen “Erfinder” Jesus sagt:

Ich lebe und ihr sollt auch leben.Die Bibel, Johannes 14,19

Frei zu sein bedeutet für mich also, Tag für Tag wieder neu den Versuch zu unternehmen, dem Willen Gottes zu folgen und so zu leben, dass mein Denken, Tun und Handeln möglichst kongruent zu diesem Willen ist.

Wovon bin ich befreit?

In erster Linie: von mir selbst. Am Anfang der Bibel wird vom so genannten “Sündenfall” berichtet. Der Mensch lebt im Paradies, in ungetrübter Nähe zu Gott, genießt sein Leben, seine Freiheit (Gott hat ihm gesagt, was er essen darf und was nicht, er hatte also Grenzen gesetzt) und alles, was um ihn herum ist. Da kommt der Teufel in Gestalt einer Schlange und verführt den Menschen dazu, von der Frucht zu essen, von der es ihm verboten ist, zu essen. Mit welchem Argument tut er das?

Gott weiß, dass eure Augen geöffnet werden, wenn ihr davon esst. Ihr werdet sein wie Gott und das Gute vom Bösen unterscheiden können.Die Bibel, 1. Mose 3,5

“Ihr werdet sein wie Gott!” Das ist es, was uns heute immer und immer wieder im Weg steht, frei zu sein. Wir wollen selbst über uns bestimmen und möglichst alles selbst entscheiden. Wir glauben, dass wir selbst am Besten wissen, was gut und böse ist für unser Leben.

Das geschieht natürlich vollkommen subtil und automatisch: Wir vergessen Gott einfach! That’s it. Klingt hart, aber so ist doch die Realität. Wir haben Tag für Tag so viele Entscheidungen zu treffen, da treffen wir sie lieber alleine, als noch einen Ratgeber mit an Bord zu holen. Und ich rede jetzt nicht von den trivialen Entscheidungen, was wir anziehen und was wir kochen sollen. Es sind eher die großen Entscheidungen, unseren Beruf, unsere Partnerschaft, unsere Familie, unsere Zukunft und unsere Finanzen betreffend. Schnell treffen wir Entscheidungen aus uns selbst heraus, anstatt uns in die Freiheit zu begeben und Gott zu fragen, was er wohl tun würde. So paradox es klingt: Mich von Gott abhängig zu machen ist der erste Schritt in wahre Freiheit!

Zur Freiheit befreit

Der Grund dafür liegt schlicht und einfach darin, dass Gottes Wesen Liebe ist! Wäre Gott ein diktatorischer Despot, wie wir sie auf Erden zu Genüge haben, wäre es der Ritt in den Untergang, mich von ihm abhängig zu machen. Das wäre keine Freiheit – das wäre Sklaverei. Und der Gesprächspartner in meinem Studium hätte absolut recht. Nun ist es aber gerade so, dass ich als Christ an einen Gott glaube, dessen Wesen Liebe ist – unbeschreibliche, unendliche, unglaubliche und bedingungslose Liebe. Das habe ich in verschiedenen Artikeln immer wieder zum Ausdruck gebracht – zum Beispiel hier (“Erkenne deine wahre Identität in Jesus“), hier (“Gott ist gut“) oder hier (“Gott als Vater – sein eigentliches Wesen“).

Einer der am meisten zitierten Bibelverse drückt das auf knappe aber so zielsichere Weise aus:

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Die Bibel, Johannes 3,16

Gott ist Liebe (steht so übrigens auch in der Bibel in 1. Johannes 4,16) und aus dieser Liebe heraus schenkt er uns wahre Freiheit. Eine Freiheit, die nicht durch Grenzenlosigkeit besticht, sondern eine Freiheit, die durch den Tod seines Sohnes Jesus am Kreuz für uns erst ermöglicht wurde.

Deswegen schreibt Paulus im Galaterbrief einen Gedanken, der mich schon seit langer Zeit begeistert, der aber nur Sinn ergibt, wenn wir die Güte und Liebe Gottes als Freiheit erkennen – auch wenn wir dadurch “gebunden” sind an seinen Willen – aber lieber lasse ich mich an seinen Willen binden als an mein menschliches, selbstsüchtiges und “durch die Schlange verdorbenen” Willen.

Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben. Jetzt kommt es darauf an, dass ihr euch nicht wieder vom Gesetz versklaven lasst. Die Bibel, Galater 5,1

Wer Jesus glaubt und ihm vertraut, der ist nicht nur frei geworden von dem, was ihn knechten will. Vielmehr noch: Er und sie darf als Befreite(r) leben! Und das heißt auch: Sich nicht wieder neu “versklaven” lassen von menschlichen oder dämonischen Kräften und Gesetzen.

Das klingt in der Theorie ganz nett, ich weiß. Viel schwieriger ist es, das auch zu leben.

Folgende Fragen können dir dabei behilflich sein, mehr und mehr in der Freiheit zu leben, zu der Jesus dich befreit hat:

  • Habe ich mein Leben Jesus anvertraut?
  • Was hindert mich daran, ihm ganz zu vertrauen?
  • Welche Bereiche meines Lebens sind von dieser Freiheit noch unberührt, weil ich meinen eigenen Willen durchsetzen möchte?
  • Welche Bereiche meines Lebens sind besonders anfällig dafür, meinen eigenen Kopf durchzusetzen anstatt Gott zu fragen?
  • Wer kann mir dabei helfen, mehr und mehr in Freiheit zu leben?

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Christen – lacht mehr!

[Eine kleine Vorbemerkung: Ich weiß, es gibt Phasen im Leben, da ist uns überhaupt nicht nach Lachen zumute. Solltest Du Dich in solch einer Phase befinden, verstehe diesen Artikel nicht als Angriff. Ich schreibe ihn vor allem deswegen, weil ich Glaube, dass Christen großartige Gründe haben, zu lachen – und das leider im Allgemeinen vergessen oder gar verboten bekommen. Es geht mir nicht darum, Leid, Not oder Schwierigkeiten “wegzulachen” – dafür gibt’s genug komische Seminar-Angebote auf dieser so skurrilen Welt.]

Du musst kein Optimist sein, um zu lachen! Es reicht, wenn du Christ bist! Leider aber habe ich den Eindruck, dass vor lauter “Kampf gegen die Spaßgesellschaft” wir Christen das Lachen oft vergessen. Oder in den Keller dazu gehen – natürlich in den Kirchenkeller. Logisch.

Lachen – auch in Bedrängnis

Ich las in einem Leseplan in der youversion-App (eine absolut empfehlenswerte App: www.bible.com/de/) vor wenigen Tagen folgende Sätze:

Unabhängig von allem, was Sie heute vielleicht durchmachen: Freuen Sie sich! Liebe Freunde, bewahren Sie sich Ihren Humor. Er wird Ihnen helfen, Ihre Prüfungen zu bestehen.

Um welche Bibelstelle ging es? (Ich wette, dass einige jetzt auf die falsche Stelle, nämlich auf Philipper 4 tippen.) Um diese hier:

Es ist die Hoffnung auf ein ewiges, von keiner Sünde beschmutztes und unzerstörbares Erbe, das Gott im Himmel für euch bereithält.

Bis dahin wird euch Gott durch seine Kraft bewahren, weil ihr ihm vertraut. Und so erfahrt ihr schließlich seine Rettung, die am Ende der Zeit für alle sichtbar werden wird.

Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn ihr jetzt noch für eine kurze Zeit auf manche Proben gestellt werdet und viel erleiden müsst.Die Bibel, 1. Petrus 1, 4-6

Der erste Petrusbrief richtet sich an Christen, die unter Verfolgung durch den römischen Kaiser leben. Wenige Jahre und Jahrzehnte nachdem Jesus gestorben und auferstanden ist, formten sich die ersten christlichen Gemeinden. Zunächst in Jerusalem und später auch darüber hinaus, verstreut im Römischen Reich. Petrus schreibt an Christen, deren Leben also alles andere als gechillt ist. Ich finde das bemerkenswert. Der Kontext ist wichtig, damit wir verstehen, dass Petrus hier nicht Christen adressiert, deren Leben ohnehin ganz einfach ist.

Lachen ist gesund

Das sagt der Volksmund – aber auch die Medizin. Denn Lachen senkt den Blutdruck und regt das Immunsystem an. Durch Ausschüttung bestimmter Hormone kann zeitweise sogar das Schmerzempfinden beeinträchtigt werden – alles natürlich von Mensch zu Mensch verschieden.

Und denken wir beim momentanen Fitness-Hype nur mal daran, dass beim Lachen mindestens 17 Gesichtsmuskeln aktiviert werden, dann kannst du dir deine Dauerkarte im Fitness-Center sparen. Wobei – so ein Sixpack im Gesicht ist vielleicht gar nicht mal so lustig.

Wir wissen aber eins: Lachen ist nicht nur gesund, sondern auch ansteckend und beziehungsfördernd. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, die gerne und viel lachen oder sich so verhalten, dass ich selbst lachen muss. Natürlich lache ich nicht über die Menschen, sondern über deren Witze oder sonst etwas. Ganz banal. Ganz simpel. Ganz einfach. Wir sollten öfters wieder dahin zurück kehren, die kleinen Dinge im Leben zu feiern.

Also schon “rein menschlich” betrachtet (und es gäbe sicher noch jede Menge mehr zu sagen) ist Lachen wichtig, weil es auch in schwierigen Situationen uns immer wieder Kraft gibt und uns – zumindest phasenweise – aus einem Tief herausholt.

Das Lachen Gottes

Vielleicht überrascht dich die Überschrift ein wenig, aber auch Gott lacht. Wir lesen davon in der Bibel. Zugegeben: Es ist weniger, weil ihm Petrus einen Witz erzählt hat, eher ist es ein sieghaftes Lachen.

Warum geraten die Völker in Aufruhr? Weshalb schmieden sie Pläne, die doch zu nichts führen? Die Mächtigen dieser Welt rebellieren: Sie verschwören sich gegen Gott und den König, den er auserwählt und eingesetzt hat .

“Kommt, wir wollen uns befreien”, sagen sie, “wir schütteln ihre Herrschaft ab!”
Aber Gott im Himmel kann darüber nur lachen, nichts als Spott hat er für sie übrig.Die Bibel, Psalm 2, 1-4

Ok, nicht die einfachste Stelle. Aber ich möchte mal die Perspektive dahingehend einnehmen: Wenn Gott lacht bzw. über etwas “nur lachen kann”. Dann bedeutet das, er steht über den Dingen, er thront über den Dingen. Das tun wir nicht. Aber Gott. Und als Christ kann ich mich an seine Seite Stellen und ebenfalls lachen – aber aufgepasst, hier wird’s heikel: Niemals über Menschen. Never ever! Ich kann aber der Gefahr, der Angst, dem Scheitern oder was auch immer “ins Gesicht lachen” – weil Gott an meiner Seite ist. Nur leider schaffen wir das nicht immer so.

Das hat auch schon Martin Luther erkannt und schreibt in seiner Auslegung der Psalmen:

“Denn wenn der Heilige Geist sagt, Gott lache und spotte den Gottlosen, so tut er es um unsertwillen, damit auch wir mit Gott lachen und nicht zittern und zagen. Wer das immer und überall kann, der ist ein wahrer Doktor der Theologie, aber weder Petrus, noch Paulus, noch die anderen Apostel haben es gekonnt, darum müssen auch wir bekennen, dass wir in dieser Kunst noch Schüler und noch keine Doktoren sindMartin Luther

Im Alten Testament bekommen Sarah und Abraham als hochbetagte Menschen noch ein Kind von Gott verheißen (nachzulesen in 1. Mose 17). Ihre Reaktion: Sie lachen. Dieses Lachen ist eher ein ungläubiges, ja vielleicht sogar verächtliches Lachen – und das auch noch Gott gegenüber. Ihr Sohn kommt zur Welt und trägt den Namen “Isaak” – was bedeutet: Gott lacht.

Hier ist aber kein verächtliches, ungläubiges Lachen gemeint, sondern ein fröhliches, ein von Herzen kommendes Lachen. Gott handelt, Gott lässt ein Wunder geschehen – und das alleine ist Anlass zum Lachen.

Die Freude am Herrn ist meine Stärke

Aber wir können doch nicht einfach so lachen und lustig sein als Christen? DOCH! Unbedingt! Ich wünschte mir manchmal, wir würden noch mehr lachen über die ganz alltäglichen, banalen Dinge, über Situationskomik und Wortwitz. Wer aber noch eine fromme Begründung braucht, der findet sie in Nehemia 8:

Die Freude am Herrn gibt euch Kraft.Die Bibel, Nehemia 8,10

Auch hier ist der Kontext interessant – und der Rest des Verses, den ich gleich noch zitieren werde. Wir sind zur Zeit des Alten Testamentes. Das Volk Israel hat seine wohl bis heute dramatischste Phase erlebt: Das babylonische Exil. Jerusalem und der Tempel wurden von der damaligen babylonischen Weltmacht zerstört und große Teile des Volkes wurden in das ferne babylonische Reich deportiert. Im Buch Nehemia wird geschildert, wie die Aufbauarbeiten nach diesem Exil vonstatten gingen. Und nach erfolgreicher Arbeit sollen die Israeliten etwas Bestimmtes tun. Das steht in diesem Vers 8, wenn man ihn nämlich mal ganz liest und nicht nur auf den letzten Teil beschränkt.

Und nun geht nach Hause, esst und trinkt! Bereitet euch ein Festmahl zu und feiert! Gebt auch denen etwas, die sich ein solches Mahl nicht leisten können! Dieser Tag gehört unserem Gott. Lasst den Mut nicht sinken, denn die Freude am Herrn gibt euch Kraft!Die Bibel, Nehemia 8,10

Was? Um Himmels Willen! Die Israeliten werden aufgefordert, eine Party zu feiern? Korrekt! So ist Gott. Er weiß nämlich, was uns Menschen gut tut: das Lachen, das Feiern, das Fröhlichsein. Nicht umsonst habe ich einen Beitrag geschrieben mit dem Titel “Christen – feiert mehr!“.

Natürlich kann man das Lachen nicht verschreiben oder gar vorschreiben. Dennoch glaube ich aber, dass wir als Christen auch dafür bekannt sein sollten, dass wir lachen; dass wir fröhlich sind – und dass wir das auch zum Ausdruck bringen.

Warum? Weil wir einen Gott an unserer Seite haben, der aller Gefahr, allem Zweifel, aller Trauer, allem Leid ins Gesicht lachen kann, weil er größer und stärker als alles ist. Das wiederum lässt uns natürlich im tiefsten Leid nicht immer sofort laut loslachen, das ist mir durchaus bewusst.

Ich finde es aber dennoch interessant und ehrlich gesagt eine ziemliche Provokation, dass Petrus gerade an Christen in großer Not und Verfolgung geschrieben hat: “Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn ihr jetzt noch für eine kurze Zeit auf manche Proben gestellt werdet und viel erleiden müsst.

Worüber? Dass auf Christen ein unglaublich großartiges und wunderbares ewiges Leben wartet, dessen Kraft und Schönheit schon hier auf der Erde immer wieder durchblitzt und erfahrbar ist, weil Gott uns bewahren wird in seiner Kraft und Liebe.

Und wenn dir noch nicht zum Lachen zumute ist, ist das alles kein Problem. Dann lass dir aber eines sagen: Schämen musst du dich nicht für dein Lachen – und in den Kirchenkeller musst du nicht gehen. Der ist nämlich schon besetzt von denen, die nicht verstanden haben, wie sehr Gott will, dass wir das Leben lieben und das zum Ausdruck bringen. Überirdisch – weil wir übernatürlich gesegnet sind.

Und weil ich glaube: Wenn wir unser Lachen und unseren Humor dauerhaft verlieren, hat der Teufel einen Teilsieg errungen.

An alle Väter da draußen

Wissen wir eigentlich, wann wir das letzte Mal mit unseren Kindern auf dem Bett toben, sie mit Mama und Papa “kuscheln”, sie auf unseren Schoß springen, sie uns mit ihrer Naivität zum Lachen bringen, sie es toll finden, wenn wir sie “süß” nennen, sie uns das Gefühl der vollkommenen Geborgenheit geben, sie unsere Hand ergreifen und es in uns ein ganz besonderes Gefühl auslöst?

Wir wissen nicht, wann das “letzte Mal” sein wird

Liebe Papas,
wir wissen oft, wann sie das erste Mal “Papa” sagen, unsere Hand ergreifen und uns einen Kuss geben. Aber wann ist das “letzte Mal”? Keiner kann das wissen, keiner kann es sagen.

Umso wichtiger ist es, dass wir als Papas mit unseren Kindern Zeit verbringen und Dinge tun, die niemand anderes mit unseren Kindern tun kann. Verrückte Sachen. Naive Sachen. Unglaubliche Sachen. Sinnlose Sachen. Kindliche Sachen. Was auch immer: Es kommt die Zeit schnell genug, in der unsere Kinder “funktionieren” müssen, leisten müssen, abliefern müssen, sich beweisen müssen und die Realität der Ellenbogen in unserer Gesellschaft kennen lernen.

Umso wichtiger ist es doch, dass wir sie mitnehmen in eine Welt und in eine Zeit, in der sie möglichst unbeschwert erfahren: Ich habe einen Papa, der mich liebt, der mit mir Zeit verbringt, weil er will und nicht weil er muss. Weil er mich liebt, nicht weil ich eine Aufgabe bin. Und weil es ihm nicht peinlich ist, auch mal Sachen zu machen, die “man als Erwachsener aber nicht macht”.

Es kommt der Tag…

Es kommt der Tag – da ist es zu spät. Da nimmt dich dein Kind nicht mehr an die Hand, weil es – und das ist auch gut so! – groß genug ist, um diese eine Situation zu meistern.

Es kommt der Tag, da springt es nicht mehr auf deinen Schoß und wirft sich dir um den Hals (und spätestens wenn dein Kind 40 ist, ist das vielleicht auch ganz gut so).

Und wehe, du nennst dein Kind noch “süß” – es kommt die Zeit, da wirst du dein Kind damit eher reizen als zum Lachen bringen.

In jedem Papa schlagen zwei Herzen (und damit spiele ich nicht auf “die Kraft der zwei Herzen” an). Sind deine Kinder noch “klein”, willst du, dass sie “groß und stark” werden, dass sie ihr Leben meistern, immer eigenständiger werden und sich entwickeln. Gleichzeitig willst du das aber nicht, weil du spürst: Je mehr sie genau das tun, desto weniger bleiben sie so “klein und süß”. Das ist der Lauf der Dinge, der uns Papas allen zu schaffen macht.

Halte die Reihenfolge ein!

Setz deine Kinder auf Platz 3!

Hä?

Platz 1: Gott

Platz 2: Dein(e) Partner(in)

Platz 3: Deine Kinder

Ganz einfach. Wenn Du Platz 2 und 3 vertauschst, bekommst du spätestens dann ein Problem, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn du aber noch andere Dinge auf Platz 3 stellst wie deinen Job, deine Gemeinde, deine Hobbys oder __________ – dann wird es deinen Kindern schaden.

Natürlich kann man das nicht so strikt voneinander trennen. Doch es sollte zumindest in Kopf und Herz verankert sein, dass die ersten drei Plätze vergeben sind und sich nichts dazwischen drängen darf.

Als Gott den Menschen schuf (nachzulesen in der Bibel auf den ersten Seiten in 1. Mose 1 und 2), setzte er ihn als Beziehungswesen auf diese Erde. Und das tat er genau in dieser Reihenfolge.

Zunächst schuf Gott den Menschen. Und als er das tat, geschah etwas bis dahin noch nie Dagewesenes, etwas Unglaubliches, etwas Faszinierendes:

Da nahm Gott, der HERR, etwas Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen. Die Bibel, 1. Mose 2,7

Der Mensch wurde ein lebendiges Wesen in Abhängigkeit und durch die Vollmacht Gottes. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch war entstanden – und zwar nicht irgendwann, sondern gleich zu Beginn menschlicher Existenz.

Dann gab Gott dem Mann eine Frau als Partnerin an die Seite und sie sollten Kinder zeugen, eine Familie gründen, nicht mehr nur “Mann und Frau” sondern auch “Mama und Papa” sein:

Dann sagte Gott: “Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.”

So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach: “Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz!”Die Bibel, 1. Mose 1, 26-28a

So etwas wie “Gemeinde” kam erst viel, viel später. Für alle Christen, die jetzt ein schlechtes Gewissen haben, weil sie Gemeinde vor Familie platziert haben: Ihr habt dieses schlechte Gewissen zurecht! Und natürlich ist die Trennlinie auch hier nicht ganz easy: Ich möchte, dass meine Kinder im Glauben wachsen – deswegen sollen sie auch Teil der Gemeinde sein. Und doch ist diese nicht wichtiger als die Familie.

Deswegen: Halte die Reihenfolge ein!

Das Beste, das du deinen Kindern geben kannst

…ist nicht die tollste Schule der Gegend, die schönsten Klamotten, die besten Spielzeuge, ihr Auto oder Führerschein zu finanzieren oder ein Sparvertrag bei der Bank deines Vertrauens.

Das Beste, das du deinen Kindern geben kannst ist deine Liebe als Papa – weil das eine Liebe ist, die niemand anderes deinen Kindern geben kann. Niemand! Nur du! Und diese Liebe ist manchmal verrückt, manchmal ist sie ganz spießig. Sie ist wild und sie ist zärtlich. Sie ist streng und sie ist lustig. Sie ist so vieles. Eines aber ist die Liebe eines Vaters zu seinem Kind immer: Unersetzlich!

Am Wochenende waren wir mit einigen Papas beim “Vater-Kind-Zelten” am Schluchsee. Es war eine geniale Zeit mit meinen Kindern, mit anderen Papas und mit anderen Kindern. Ich glaube, dass es allen gutgetan hat. Mir hat es das auf jeden Fall und dieses Wochenende ist sicherlich der Grund für diesen Beitrag.

Ich habe wieder mal aufs Neue gemerkt, wie schnell die Zeit verfliegt und wie die Tage, Wochen, Monate, Zeiten nicht zurückkommen werden. Sie sind weg.

Ich habe noch nicht gehört, dass jemand im Rückblick auf sein Leben sagte: “Ich hätte mehr Sinnlos-Diskussionen auf Facebook führen müssen!” oder “Ich hätte noch mehr Hochglanz-Fotos bei Instagram posten sollen!” Ich glaube aber, dass es nicht wenige Väter gibt, die zurückblicken und sagen:

“Ich hätte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen sollen – einfach Zeit. Weil ich sie liebe. Und dann hätten wir Verrücktes, Abgefahrenes, ganz Normales aber auch Sinnloses und Sinnvolles gemeinsam gemacht, weil meine Kinder dann meine Liebe gespürt und erlebt hätten.”

Es kommt nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an. Ich habe ein “Fulltime-Job”. Mein Kalender würde sich von ganz alleine füllen als Pastor – und dann würde ich immer noch nicht genug tun. Ich könnte von allem noch mehr tun: Mehr Zeit in die Predigt investieren, mehr Meetings abhalten, mich mehr um die Menschen kümmern, mehr planen und strukturieren, mehr beten, mehr verwalten, mehr Bücher lesen, mehr Bibelarbeiten vorbereiten, noch mehr Gottesdienste abhalten, mehr in die Mitarbeiter investieren, mehr ________ – whatever! Ich könnte meinen Kalender platzen lassen und hätte immer noch zu wenig getan.

Eines aber kann ich nicht: Glauben, dass ich schon irgendwie mit meinen Kindern Zeit finde. Seit meine Kinder auf der Welt sind habe ich deswegen mir zum Vorsatz genommen, jeden einzelnen Tag ganz bewusst Zeit mit ihnen zu verbringen. Das klappt – würde ich mal sagen – an 90% meiner Arbeitstage auch wirklich. Selbst dann, wenn ich meine ToDo-Liste und meinen Kalender gleichzeitig anschaue. Weil es mir wichtig ist. Weil ich weiß: Meine Kinder brauchen mich als ihren Papa, weil niemanden ihnen das geben kann, was ich ihnen gebe. Und weil ich mich nach meinen Kindern sehen und sie liebe.

Liebe Papas:

Ihr seid der Hammer! So oft seid ihr zerrissen zwischen dem, was man von euch “fordert” und dem, was ihr geben wollt. Ihr habt einen Job, bringt euch in einer Gemeinde ein, seid in Vereinen aktiv, habt vielleicht ein Häuschen, um das ihr euch kümmert und Eltern oder weitere Verwandtschaft, die fordert. Das alles lastet als jede Menge Verantwortung auf euren Schultern. Und dann sind da noch die Kinder, die ihr lieben und begleiten wollt. Ich weiß, dass ihr oft denkt “Ich bin nicht gut genug! Ich bin kein guter Vater!” Ich kenne eure Gedanken. Ich habe sie auch. Aber glaubt mir: Jeder Moment, den ihr in das Leben eurer Kinder investiert, ist ein goldener Moment.

Und wenn es euch wieder zerreißt, weil ihr denkt, dass ihr nicht gut genug seid, nicht genug investiert: Dann nehmt euer Kind in den Arm und sagt ihm, dass ihr es liebt. Oder geht zu ihm und spielt mit ihm – und wenn’s ‘ne Runde Pferde-Quartett ist (auch das kann Spaß machen und man lernt jede Menge über Pferde). Helft ihm bei den Hausaufgaben oder geht mit ihm ein Bier trinken (jaja, bei entsprechendem Alter, schon klar). Whatever. Es sind nicht die großen Dinge, die zählen, sondern die kleinen Momente, in denen eure Kinder merken:

Ich habe einen Papa, der mich liebt, wie ich bin.

Das reicht. Vollkommen! Wisst ihr warum? Weil ich als Christ genau das gleiche glaube:

Ich habe einen himmlischen Papa, der mich liebt, wie ich bin.

Und das reicht.

Danke, liebe Papas! Ihr wisst genauso wie ich: Wir gewinnen durch das “Papa Sein” viel mehr, als dass wir verlieren.

Werft euer Vertrauen nicht weg!

Sonntag, 16. Juni 2019. Thema des Gottesdienstes: “Werft euer Vertrauen nicht weg!” Wochen vorher stand es fest, in den Tagen davor bekam es für viele plötzlich eine besondere Dringlichkeit auf Grund von extrem schwierigen Lebensumständen. Und ich denke: In der Theorie ist das echt einfach – aber ganz praktisch?

Der ganze Vers aus dem Hebräerbrief im Neuen Testament der Bibel lautet:

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.Die Bibel, Hebräer 10,35

Zerbrochenes Vertrauen in Gott ist nicht unchristlich

Leider gibt es bis heute (und ich befürchte: auch bis morgen und übermorgen) Christen, die der Ansicht sind, dass ein in Gott zerbrochenes Vertrauen frevelhaft, unverzeihlich und im Ranking irgendwo bei den vermeintlichen Todsünden einzuordnen ist. Dabei ist das großer Unsinn und ich bitte dich, das aus deinem Kopf zu streichen – was schwierig ist, wenn es dir über Jahre eingetrichtert wurde.

Ein Blick in die Bibel genügt und wir sehen Menschen, deren Vertrauen in Gott zerbrochen wurde. Diese Menschen machen kein Hehl daraus und sprechen es sehr deutlich aus.

Menschen wie Hiob, Jeremia oder Johannes der Täufer – um nur ein paar wenige zu nennen – erleben mit Gott großartige Dinge und sind gleichzeitig wie bei einer Achterbahnfahrt auch wieder auf dem Boden der Tatsachen oder im Looping des Zweifels, der sie hin und her wirft. Und es fehlte nicht viel, dann hätten sie ihr Vertrauen komplett über Bord geworfen.

Natürlich will ich dich nicht ermutigen, dein Vertrauen in Gott über Bord zu werfen – im Gegenteil. Ich möchte dir aber sagen, dass du weder ein schlechter Mensch noch schlechter Christ bist, wenn dir das Vertrauen für den Moment abhanden kommt. Es fühlt sich schrecklich an und dennoch ist es “normal”. Normal deswegen, weil du nicht der oder die Erste bist. In der Bibel gibt es viele Personen, denen es so ging.

Gott ist größer

Und Gott? Dem macht das wenig aus. Seit Jahrtausenden muss er damit leben, dass Menschen ihr Vertrauen in ihn verlieren. Und er muss aushalten, dass sie das ihm schonungslos um die Ohren hauen.

Ich schreie zu dir, Herr, und schon am Morgen kommt mein Gebet vor dich. Warum, Herr, hast du mich verstoßen? Warum verbirgst du dein Angesicht vor mir? Die Bibel, Psalm 88, 14+15
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber keine Rettung ist in Sicht, ich rufe, aber jede Hilfe ist weit entfernt! Mein Gott! Ich rufe am Tag, doch du antwortest nicht, ich rufe in der Nacht und komme nicht zur Ruhe. Die Bibel, Psalm 22, 2+3

Wie gut, dass es die Psalmen in der Bibel gibt. In der ganzen Bandbreite des Lebens und der Gottesbeziehung drücken sie aus, was Menschen empfinden: Glück, Dankbarkeit, Anbetung Gottes – und gleichzeitig zerbrochenes Vertrauen, Frust und Wut.

In all diesen Facetten mit Gott reden – das nennen Christen “Gebet”. Ein von Herzen ehrliches Reden und kein frommes Geplapper, von Dingen, die uns gar nicht auf dem Herzen liegen. Kurz und knapp hat es der große C.S. Lewis ausgedrückt:

„Beten heißt: Gott sagen, was in uns ist – nicht, was in uns sein sollte.“C.S. Lewis

Gott hält es nicht nur aus, sondern er sehnt sich danach, dass wir ihm das sagen, was uns auf dem Herzen liegt. Für mich beruhigend, tröstend und gleichzeitig Zuversicht weckend ist eine Stelle im Neuen Testament, die wenig bekannt ist oder zitiert wird. Ein Vers aus dem ersten Johannes-Brief, der sehr betont, wie großartig die Liebe Gottes zu uns Menschen ist und wie wir Menschen gleichzeitig dazu berufen sind, einander zu lieben. Ein großer Anspruch, an dem wir schnell auch scheitern können. Deswegen wohl schreibt Johannes:

Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott barmherziger mit uns ist als wir selbst. Er kennt uns ganz genau. Die Bibel, 1. Johannes 3,20

Das ist beruhigend und ermutigend zugleich, weil es einen Gott beschreibt, der nicht richtend und verurteilend auf uns Menschen schaut. Vielmehr ist er der liebende Vater, der uns durch und durch kennt. Er kennt uns mit unserem Vertrauen und unserem Misstrauen genauso wie mit unseren Möglichkeiten und Begrenzungen. Und in allem ist er barmherzig, liebevoll, gnädig, wohltuend und durch und durch gut – wie es in einem anderen Psalm auch heißt:

Barmherzig und gnädig ist der Herr, groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe!Die Bibel, Psalm 103,8

Warum Vertrauen in Gott zerbricht…

Es wird immer unterschiedliche Gründe geben, weshalb unser Vertrauen in Gott erschüttert oder gar zerbrochen sein mag. Das können persönliche, biografische Katastrophen sein. Krankheit, Todesfälle, Verlust der Arbeit, schwierige finanzielle oder familiäre Situationen.

Oder es sind Enttäuschungen, die wir durch Menschen (oder auch durch Gott) erleben, wobei es manchmal schon hilft, sich das Wort “Enttäuschung” mal genau anzuschauen. Ent-täuschung bedeutet doch, dass eine Täuschung zu Ende geht. Oder um es anders zu sagen:

Enttäuschung ist das Ende falscher Erwartung.

Auch die “Unfassbarkeit Gottes” kann uns manchmal an den Rand unseres Vertrauensvermögens bringen. Dort, wo wir Gott nicht verstehen, wo wir gehofft hätten, dass er anders reagiert oder dass er überhaupt etwas tut. Das kann manchmal ganz schön hart sein.

Andererseits möchte ich aber auch an keinen Gott glauben, den ich mit meinem begrenzten Verstand 100%ig fassen kann. Das wäre kein Gott, sondern ein Trugbild, ein Zerrbild, ein Möchtegern-Gott, der aber niemals dem Gott der Bibel entspricht.

Martin Luther spricht in seiner Gotteslehre deswegen auch vom “deus absconditus”, dem “verborgenen Gott”. Unter anderem stützt er seine Lehre auch einen Vers aus dem alten Testament.

Ja, Herr, du bist ein Gott, der sich verborgen hält, du Gott und Retter Israels. Die Bibel, Jesaja 45,15

Ich erinnere mich noch gut, wie ich im Studium mit dem damaligen Leiter eines christlichen Studentenwohnheims diskutiert habe und mich darüber aufgeregt habe, wie man von einem “verborgenen Gott” sprechen könne. Denn durch sein Wort, die Bibel, als auch durch den Heiligen Geist habe sich Gott doch vollständig offenbart. Nun, auch ich werde älter und hoffentlich ein bisschen weiser und muss heute sagen: Ja, diese verborgene Seite Gottes gibt es. Ich sehe darin aber keinen Hinweis auf einen in sich nicht konsistenten oder gar einen in sich selbst widersprechenden Gott. Vielmehr muss ich als Mensch anerkennen, dass ich Gott niemals vollständig verstehe oder gar erklären kann.

Das mag es in der Theorie und in der Erklärung einfacher machen – in der Praxis aber kann es mein Vertrauen in Gott ziemlich auf die Probe stellen.

Kleines Vertrauen – großer Gott

“Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.” So lautet der Vers aus Hebräer 10 und man muss doch fragen: Was ist denn diese Belohnung? Schauen wir in den Kontext der Empfänger dieses Briefes, dann wir es wohl das ewige Leben bei Gott sein, das sie erhalten werden. Das soll ihnen zum Trost in einer Situation schlimmster Verfolgung sein, da der Hebräerbrief an Christen gerichtet ist, die unter Verfolgung, Folter und Hinrichtung auf Grund ihres Glaubens litten.

Dennoch glaube ich aber, dass es kein Vertrösten auf das Jenseits ist. Ich glaube, dass ein Vertrauen in Gott schon hier auf der Erde eine Belohnung erhält. Es reicht ein kleines bisschen Vertrauen – und es kann Göttliches entstehen. Ich bin der festen Überzeugung: Gott kann viel mehr, als ich mir das jemals ausdenken oder zurechtlegen könnte. Deswegen gilt:

Aus Zerbruch entsteht Neues. 
Kaputtes wird heilsam. 
Aus Zerstörtem entsteht Schönheit.

Davon bin ich überzeugt – und ja: Ich wünschte mir manchmal (ok, zugegeben: sehr oft), dass es schneller sichtbar und erlebbar ist.

Gleichzeitig weiß ich aber, dass Gott nichts unmöglich ist und mein kleines Vertrauen vollkommen ausreicht, weil Gott schon groß ist. Da muss es mein Vertrauen nicht auch noch sein. Kleines Vertrauen – großer Gott. Das reicht – und doch ist es manchmal so schwer. Deswegen am Ende ein paar Tipps, wie du in Momenten und Phasen, in denen dein Vertrauen in Gott zu zerbrechen scheint, am besten “überlebst”.

1. Nichts fromm kaschieren

“Aber in der Bibel steht doch, dass uns alle Dinge zum besten dienen. Das wird schon wieder. Kopf hoch!” So oder so ähnlich klingen manche (hoffentlich wenigstens gut gemeinte) fromme Ratschläge, die man schnell mal zu hören bekommt. Ganz ehrlich: Wenn du das nicht glauben kannst, dann lass es! Es bringt nichts, dass du dich einem frommen Druck aussetzt und anfängst, Dinge zu sagen oder zu glauben, die du eigentlich gar nicht glaubst.

Sei ehrlich zu dir selbst. Lass zu, dass dir nicht danach ist, Gott jetzt anzubeten mit Liedern und Gebeten. Lass zu, dass dir eher danach zumute ist, Gott anzuklagen und ihn anzuschreien.

2. Klagen. Klagen. Klagen.

Und dann klage, was das Zeug hält. Den oben zitierten Psalm 22 hat Jesus am Kreuz gebetet. Er hat Gott angeschrien. Wieso solltest du das nicht auch tun dürfen? Eben. Und es gibt noch viele andere so genannte “Klagepsalmen” in der Bibel. Sie zeigen eines: Menschen haben dann, wenn ihnen das Vertrauen in Gott abhanden zu kommen schien, Gott angeklagt und angeschrien. Tu es ihnen gleich! Ansonsten frisst du die Enttäuschung, die Wut, den Schmerz nur in dich hinein – und glaub mir: Das schmeckt nicht!

3. Nicht alleine sein

Ich glaube, dass es für den Teufel eines der größten Möglichkeiten ist, unser Vertrauen in Gott komplett zu zerstören, wenn wir in solchen Phasen alleine für uns bleiben. Dann hat er die große Chance, uns Lügen ins Hirn und Herz zu hämmern, die hinten und vorne nicht stimmen. Er wird versuchen, unseren Zweifel an Gottes Liebe, Gnade, Güte und Barmherzigkeit noch größer werden zu lassen.

Deswegen: such die Gemeinschaft! Zumindest mit einem Christen oder einer Christin. Ja, dir mag vielleicht nicht danach sein, in den Gottesdienst zu gehen und vielen anderen zu begegnen. Ok. Aber: Bleib nicht ganz allein. Dietrich Bonhoeffer hat dazu mal ein wunderbares Wort gesagt, das ich schon oft zitiert habe und das ich zu komplett unterschreibe:

Der Christus im Wort des Bruders ist immer größer als der Christus in meinem Herzen.Dietrich Bonhoeffer

4. Das große Bild vor Augen haben

Schreib es dir auf, häng es dir an den Kühlschrank, lass es in deinem Smartphone dich immer wieder erinnern oder schreib es an den Badezimmerspiegel – whatever. Aber behalte das große Bild vor Augen. Behalte vor Augen, dass Gott es gut mit dir meint, dass er nichts Schlechtes für dich im Schilde führt, sondern dass er dir Zukunft und Hoffnung geben will.

Du kannst es mit eigenen Worten formulieren oder einen Bibelvers verwenden; du kannst dir ein Foto als Hintergrund auf deinem Smartphone wählen, welches das “große Bild” ausdrückt oder, oder, oder. Ein möglicher Vers wäre dieser:

Ich, der Herr, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt! Die Bibel, Jeremia 29,11

Und sei dir sicher:

Gottes Wort gilt!
Gottes Trost setzt sich durch!
Gottes Liebe gewinnt!


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Vater, Sohn und…?

“Heiliger Geist” würden jetzt viele Christen im Theologie-Bingo rufen. Logisch: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Aber – ist es wirklich so logisch? Nein! Christen glauben an einen Gott, der sich in drei Personen zeigt: Gott als Vater, der zugleich Schöpfer von Himmel und Erde ist. Der alles ins Dasein gerufen hat.

Gott als Sohn, Jesus Christus, der nicht selbstherrlich daran festhielt, Gott zu sein, sondern auf diese Erde kam, Liebe lebte und am Kreuz für uns Menschen starb.

Gott als Heiliger Geist….und da setzt es dann bei manchen leider aus. Aber wir stehen kurz vor Pfingsten und ich dachte mir: Es ist wichtig zu betonen, dass der Heilige Geist nicht nur eine nette Vollendung einer trinitarischen Formel ist, sondern Gott in Person. Das verändert alles. Alles!

Stell dir mal vor…

Stell dir vor, du bist einer von denen, die mit Jesus durch die Lande ziehen. Hautnah erlebst du, wie Jesus Blinden ihr Augenlicht zurückgibt, wie Lahme wieder gehen und Besessene von Dämonen befreit werden. Du erlebst, wie Menschen an seinen Lippen hängen, wenn er von Gottes Liebe predigt. Du spürst diesen “Spirit”, von dem Jesus erfüllt ist, der ihn umgibt und der Menschen schon von Ferne erkennen lässt: Dieser Jesus ist besonders!

Du bist total geflasht. „Normal“ ist das alles auch nach langer Zeit noch nicht. Immer wieder bist du von Jesus fasziniert und weißt genau: Das ist nicht nur ein Mensch. Das ist der verheißene Retter. Der Sohn Gottes, ja: Das ist Gott selbst! Krass! Endlich ist der gekommen, von dem es in den alten Schriften der Propheten heißt:

Freut euch, ihr Menschen auf dem Berg Zion, jubelt laut, ihr Einwohner von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin. Die Bibel, Sacharja 9,9
Der Geist des HERRN wird auf ihm ruhen, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem HERRN. Dieser Mann wird den HERRN von ganzem Herzen achten und ehren. Er richtet nicht nach dem Augenschein und fällt seine Urteile nicht nach dem Hörensagen. Unbestechlich verhilft er den Armen zu ihrem Recht und setzt sich für die Rechtlosen im Land ein. Sein Urteilsspruch wird die Erde wie ein Stockhieb treffen; ein Wort von ihm genügt, um die Gottlosen zu töten. Gerechtigkeit und Treue werden sein ganzes Handeln bestimmen, sie umschließen ihn wie ein Gürtel seine Hüften. Die Bibel, Jesaja 11, 2-5
Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet.

Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte.

Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. Die Bibel, Jesaja 53, 3-5

Wir spulen die Zeit etwas vor. Jesus verabschiedet sich von seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Es ist die Zeit kurz vor seiner Kreuzigung. Die Jünger spüren: Das wird nicht einfach. Aber Jesus redet voller Liebe und Leidenschaft zu seinen Freunden. Zwar lesen wir in der Bibel nicht, dass für sie eine Welt zusammenbricht, aber ich stelle es mir so vor. Der Mann, der ihr Leben vollkommen umgekrempelt und auf den Kopf gestellt hat, mit dem sie absolut abgefahrene Dinge erlebt haben – der wird sie nun verlassen. Nachlesen kannst du das in der Bibel in Johannes 14-17.

Unverschämt? Unfassbar? Unglaublich?

Und dann setzt Jesus dem Ganzen die Krone auf. Da sitzen seine Jünger irgendwie ziemlich geknickt vor ihm, weil ihr Meister sie verlassen und sterben wird – die Auferstehung haben sie ja noch nicht erlebt. Und da sagt er ihnen auf den Kopf zu:

Es ist besser für euch, wenn ich gehe!Die Bibel, Johannes 16,7

Echt jetzt, Jesus? Es ist gut, es ist sogar besser, dass du gehst?

Ich stelle mir die Jünger Jesu vor, wie sie ihren Mund nicht mehr zukriegen und die Augen weit aufgerissen sind, kopfschüttelnd schauen sie sich an – und dass sie Jesus nicht für verrückt erklären, ist alles. Aber Moment. Das ist nicht alles. Jesus schiebt die Begründung hinterher:

Es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der Heilige Geist nicht, der an meiner Stelle für euch da sein wird. Wenn ich nicht mehr bei euch bin, werde ich ihn zu euch senden.Die Bibel, Johannes 16,7

BÄM! Das hat gesessen. Jesus verspricht seinen Freundinnen und Freunden nicht nur, dass der Heilige Geist kommt. Sondern, dass er an seiner Stelle da sein wird und dass er ihn sendet.

Der Heilige Geist ist Gott

Das alleine reicht mir, um eines zu wissen: Wenn Jesus Gott ist – dann ist es der Heilige Geist auch. Denn er vertritt Jesus hier auf der Erde. Er ist es, der zu mir spricht, der mir die Bibel verständlich macht, der in Bildern, Visionen und durch Lieder, durch Bibelstellen, Predigten und die Schöpfung redet. Heute noch. Als Gott. Nicht als Kraft, nicht als Macht, nicht als durch das Universum wabernde Masse – einzig und allein als Gott.

Deswegen liebe ich es, immer wieder mit ihm zu reden. Mitten im Alltag. Vor Entscheidungen bitte ich ihn um Weisheit. In Konflikten bitte ich ihn um Offenbarung. Bei tollen Sachen danke ich ihm. In besonderen Momenten bete ich ihn einfach mit Worten an. Einfach so. Weil er Gott ist und mir das Halt, Kraft und jede Menge Freude gibt. Dir auch? Probier’s aus!

Und deswegen glaube ich, dass es auch in der Kirche eine Rückbesinnung auf den Heiligen Geist geben muss. Selten erlebe ich so gehäuft theologisch unqualifizierte Aussagen von theologisch Hochqualifizierten als dann, wenn es um den Heiligen Geist geht. Dabei trifft sie nicht selbst die Schuld – zumindest nicht direkt. Aber unsere Staatskirche hat es leider geschafft, so inhaltslos vom Heiligen Geist zu reden, dass man ihn auf den Buntmacher von Kirche, den Geburtstagsmacher von Kirche (an Pfingsten) und das Anhängsel in der trinitarischen Formel von “Vater, Sohn und Heiliger Geist” reduziert.

Dabei reicht ein Blick in die Apostelgeschichte um zu sehen, was der Heilige Geist als Person, als Gott, alles bewirkt. Ich sehne mich danach und ich wünsche mir so sehr von Herzen, dass er das auch wieder mehr und mehr in unserer Kirche tut. Nicht irgendwann. Nicht vielleicht. Heute. Hier. Jetzt. Und dass er nicht damit aufhört.

Denn wenn Christen von “Gott” sprechen – dann meinen sie: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Falsch: Vater, Sohn und Heilige Schrift

Sicher: Man kann auch auf der anderen Seite vom kirchlichen Pferd fallen. In manchen vom Pietismus (den ich sehr liebe!) geprägten Gebieten, habe ich den Eindruck, dass es anders klingen würde. Da würde diese Formel am liebsten “Vater, Sohn und Heilige Schrift” heißen. Aber nein. Als Christen beten wir kein Buch an – wir beten einen Gott an, der seinen Willen uns in einem Buch vollständig offenbart hat.

Ein weitere Blick in eine “Geschichte”, nämlich in die Kirchengeschichte. Und damit meine ich nicht diese alte, vergessene Zeit vor vielen hundert Jahren, sondern die Geschichte Gottes mit seiner Kirche seit es die Kirche gibt. Dieser Blick reicht aus und wir sehen: Der Heilige Geist hat nie aufgehört, große Dinge zu tun: Menschen werden geheilt, Menschen erleben übernatürliche Gaben und Wunder, Menschen versöhnen sich mit Gott und Menschen – und am wichtigsten: Menschen werden auf Zeit und Ewigkeit gerettet. Der Heilige Geist ist zum Glück viel, viel souveräner, als dass er sich von meiner defizitären Theologie aufhalten ließe. Nein. Er kann viel mehr! Und ich wünsche mir, dass er tut, was er kann und nicht nur das tut, was ich zulasse.

Energie-Kick für den Glauben

Christen beten einen Gott an, der sich in dreifacher Weise zeigt: als Vater (wie schön ist das denn bitte!), als Sohn und als Heiliger Geist! Insofern ist auch die Frage “Darf ich zum Heiligen Geist beten?” eigentlich eine leicht zu beantwortende Frage. Wenn ich mit “Nein” antworte, sage ich: “Nein, du darfst nicht zu Gott beten.” Antworte ich mit “Ja”, sage ich: “Ja, du darfst zu Gott beten.” Ich praktiziere das Gebet zum Heiligen Geist schon seit vielen, vielen Jahren. Es hat mein Glaubensleben sehr bereichert und einen neuen “Boost” gegeben, einen “Energie-Kick”, wie ihn sonst nur irgendwelche Getränke verheißen.

In diesem Sinne: Fröhliche und geisterfüllte Pfingsten!

Dieser Beitrag ist die ausführliche Form eines gekürzten Beitrages, den ich für den Instagram-Account “OHNE LIMIT GELIEBT” geschrieben habe.

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Abenteuer Macher

“Abenteuer Macher” ist kein Buch wie jedes andere. In vielerlei Hinsicht. Das erste was auffällt: Es ist schwer, es ist besonders, es hat ein schönes Layout. Kein 0815-Cover, keine Standard-Gestaltung – sondern besonders; lass dich überraschen!

Entdecke deine Leidenschaft und wachse über dich hinaus

So lautet der – zugegeben etwas sehr reißerische – Untertitel. Aber – und das ist das Schöne daran: Es ist keine hohle Phrase, sondern wenn man das Buch liest, wird man Hinweise und Gedanken mit auf den Weg bekommen, die genau dabei helfen: Die eigene (!) Leidenschaft zu entdecken und über sich selbst hinauszuwachsen, weil man wagt, das Unmögliche zu denken und in Angriff zu nehmen.

Ein Grund dafür ist: Das Buch ist politisch unkorrekt – und das mag ich sehr. Warum? Wir Deutschen tragen in uns diesen “Abwäge-Wahn”. Man darf nicht von einer Sache so begeistert sein, dass man vermeintlich von dieser Seite des Pferdes fallen könnte. Immer schön abwägen. Immer die Vor- und Nachteile benennen. Immer schön “Ja, aber” sagen. Davon findet sich in “Abenteuer Macher” herzlich wenig – und das ist so unglaublich wohltuend.

Autor Bastian Kästner (Jahrgang 1983) studierte “Internationales Management” in Amsterdam, schloss dieses mit dem Master im Bereich der Konsumpsychologie ab und ist selbst so ein “Abenteuer Macher” ob als selbständiger Unternehmer oder passionierter Mountainbiker. Das kommt im Buch nicht nur zwischen den Zeilen, sondern immer und immer wieder ganz explizit durch. Kästner will – so verstehe ich ihn zumindest – allen Mut machen, die – wie er – Lust auf “Abenteuer” und auf “Machen” haben, es auch anzugehen und durchzuziehen. Er ermutigt dazu, sich nicht von den Abwäge-Wahnsinnigen abschrecken und entmutigen zu lassen und nicht im Scheuklappen-Modus aber dann doch im Fokus-Modus die Dinge anzugehen und anzupacken. Eben: zu machen! Und das tut gut.

Dieses Buch lädt zum Querdenken ein

So steht es ganz am Anfang im Buch – und es ist die perfekte Überschrift für das, was einen beim Lesen der Seiten erwartet. Eine Einladung, die Dinge zu hinterfragen, anders als gewohnt anzugehen, mutig zu sein, visionär zu sein, quer zu denken, “out of the box” sich bewegen und einfach: sich einzulassen auf ein Abenteuer, das man schlicht und einfach mit “machen” – und ich ergänze: “statt nur reden” – beschreiben kann.

Sicher: Bastian Kästner ist Unternehmer – ich bin Pfarrer. Ziemlich unterschiedliche Berufe – und so wird es auch dem ein oder anderen gehen, der dieses Buch in die Hand nehmen wird. Die Tipps sind aber branchenübergreifend und berufsübergreifend sehr hilfreich für alle, die gerne etwas bewegen möchten.

Was mich begeistert: Kästner schafft es, nicht nur im Träumen und Visionieren zu bleiben, sondern bringt die Leidenschaft auf die Straße. Nicht zuletzt tut er dies auch mit Interviewpartnern. Die Gespräche mit Menschen, die etwas bewegt haben, sich nicht entmutigt haben lassen und die mit Visionen andere begeistert haben, sind inspirierende und hoffnungsmachende Praxisbeispiele. Sehr zu empfehlen!

Aber nicht nur die Interviewpartner sind Mutmacher und Muntermacher. Kästners Gedanken über Leidenschaft, Mut, Sehnsucht und “thinking out of the box” sind wirklich inspirierend. Er schafft den Spagat, seine visionären Gedanken nicht von einer alltäglichen Routine zu verdrängen und gleichzeitig bleibt er aber mit beiden Beinen auf dem Boden. Deswegen sind seine Gedanken auch mehr als nur ein paar aneinandergereihte Schlagwörter.

Und das macht das Buch so besonders – lesenswert. Aber auch im positiven “schwergewichtig”. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, das Buch – weil es auch so schön in Kapitel eingeteilt und strukturiert ist – “nebenher” zu lesen. Und das nimmt ihm die Kraft. Man muss sich die Zeit nehmen, sich hineingeben in die Gedanken und dann das “herausziehen”, was einen momentan am meisten anspricht. Und davon wird es – versprochen – jede Menge geben. Aber dazu braucht es ein bewusstes Lesen. Wer das möchte, kann am Ende eines jeden Kapitels sich Notizen über das Gelesene machen.

Praktische Tipps, inspirierende Statements, Ermutigung zum “Machen”

So würde ich mit wenigen Worten “Abenteuer machen” zusammenfassen: Dieses Buch gibt praktische Tipps, die wirklich hilfreich sind, ohne sich in einer Patentrezept-Oberflächlichkeit zu verlieren. Sowohl durch die Aussagen der Interviewpartner aus ganz unterschiedlichen Branchen als auch durch Kästners Erfahrungsschatz liefert “Abenteuer machen” eine ganze Menge an Inspiration. Und nicht zuletzt: Dieses Buch tut genau das, wozu es geschrieben wurde: Es macht Mut, “zu machen”, sich auf das Abenteuer “Machen” einzulassen und nicht im Träumen, Visionieren und Reden stehen zu bleiben.

Danke, Bastian Kästner, für dieses Wunderwerk an Inspiration!

Mehr Infos zum Autor unter www.bastiankaestner.com.

Abenteuer Macher
304 Seiten
ISBN: 978-3-417-29440-8
Verlag: SCM Verlag
Preis: 19,99 EUR

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Exzellenz – ein Schlüssel für Gemeindewachstum

“Das Beste geben mit dem, was mir zur Verfügung steht an Gaben, Zeit, Finanzen, Material.”

Das ist Exzellenz.

Es geht nicht darum, andere Menschen zufriedenzustellen oder ihren Ansprüchen zu genügen. Im Gegenteil: Exzellenz hat sehr viel mit einer Reise zu sich selbst, zu seinen Überzeugungen und seinen Gaben zu tun – und wie ich diese für Gott einbringe.

Exzellenz ehrt den Schöpfer

In manchen Gemeinden gibt es das “arrogante Gönnersyndrom”, das sich wie folgt äußern kann:

“Ich habe bei mir auf dem Dachboden noch ein altes Sofa. Das wäre doch super für den Jugendkeller. Ich würde es der Gemeinde auch spenden.”

Oder: “Mein Computer zuhause ist jetzt 8 Jahre alt und schmiert immer mehr ab. Könnt ihr den im Gemeindebüro noch gebrauchen? Ich schenke ihn euch!”

Das ist nichts anderes als Majestätsbeleidigung. Gott hat keinen Schrott produziert, sondern eine wunderschöne Schöpfung. Aber manche Menschen meinen, wir könnten ihn mit dem zweitbesten, was wir haben, zufriedenstellen. Unfassbar.

Der Knackpunkt mag vielleicht darin liegen, dass wir oft nicht verstehen, dass – was immer wir tun – wir tun es für Jesus. So schreibt es Paulus im Kolosserbrief.

Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn letztlich dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn. Ihr könnt sicher sein, dass ihr von ihm einen Lohn bekommt – das Erbe, das er im Himmel für euch bereithält. Darum dient ihm, Christus, dem Herrn!Die Bibel, Kolosser 3,23+24

Mit dem was wir in der Gemeinde, im Beruf, im Alltag, im Verein, in der Schule und wo auch immer tun – wir tun es für Jesus. Sollte es da nicht selbstverständlich sein, dass wir für den das Beste geben, der sein Bestes für uns gab? Sollte es nicht klar sein, dass wir keine faulen Kompromisse eingehen und meinen, schon irgendwie die zweitbeste Lösung als die beste verkaufen zu können?

Ich glaube, es ist immens wichtig, diesen “Switch” zu vollziehen: Wir tun es nicht für Menschen. Wir tun es für Jesus. Natürlich fällt es uns viel leichter – zumindest wenn du Christ bist – das im Blick auf die Gemeinde zu verstehen. Klar, da arbeiten wir “für Jesus” – aber wie oft sind wir scheinbar abhängig vom Lob oder der Kritik anderer Menschen?

Exzellenz entsteht durch Hingabe

Was wir als “Exzellenz” bezeichnen, ist nur ein Teil unserer Selbst. Paulus schreibt im Kolosserbrief “Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe.” Für mich ist das der Schlüssel dazu, wie ich Exzellenz lebe.

Hingabe. Ein großes Wort in der frommen Welt. Ich will es auf einen ganz einfachen, gut zu merkenden Satz reduzieren:

Hingabe ist meine Antwort auf Gottes erlösende Gnade.

So einfach ist das. Wie ich mit meinem Leben auf die Gnade, die Gott mir schenkt, antworte – das ist “mein Level der Hingabe”.

Durch das Kreuz auf Golgatha zeigt sich die Gnade Gottes manifest. Dort sehen wir, was es Gott gekostet hat, uns neues Leben zu schenken. Durch das Kreuzesgeschehen hat Gott uns mit sich versöhnt, macht uns vor sich gerecht und schenkt Versöhnung und Erlösung nicht nur in der vertikalen Gottesbeziehung, sondern auch in der horizontalen Beziehung zu Menschen. Das Kreuz ist die umfassende und endgültige “Bescheinigung” Gottes, dass er voller Gnade ist und diese Gnade ein Geschenk für uns Menschen ist.

Und nun des Pädagogen liebste Frage: “Was macht das mit dir?” Und schon bist du drin im Level deiner Hingabe. Was diese umfassbar große Gnade mit dir anstellt und wie du darauf reagierst in der sichtbare und lebendige Ausdruck deiner Hingabe.

Und aus dieser entspringt deine Exzellenz, durch die du deinen Schöpfer ehrst. Um es einfach zu sagen im Wissen, dass unser Leben niemals so einfach und linear verläuft:

Exzellenz entsteht durch Hingabe. Hingabe ist meine Antwort auf Gottes erlösende Gnade.

Perfektion ist Exzellenz-Feind Nr. 1

Das klingt jetzt alles so nett – in der Praxis ist der Grat aber schmal, auf dem man sich befindet. Denn um die Ecke lauert der Exzellent-Feind Nr. 1: die Perfektion.

Der Unterschied von Exzellenz und Perfektion ist relativ einfach – in der Theorie.

Exzellenz ist intrinsisch motiviert, Perfektion extrinsisch.

Während die Exzellenz sagt “Ich bin “on fire” für Jesus! Ich bin begeistert! Ich bin…” zeigt die Perfektion mit dem Zeigefinger auf den anderen und sagt “Du musst das besser machen! Du musst diesem Ideal entsprechen! Du musst…”

Das Problem: Wir leben in einer “perfekten Gesellschaft”. Eine Gesellschaft, die ständig ihre vom Perfektionismus-Wahn getriebenen Verhaltensmuster an mich anlegt. Nicht nur durch die Werbung – auch ganz einfach durch zwischenmenschliches Verhalten, durch die Art und Weise, wie man am Arbeitsplatz oder in der Schule miteinander umgeht – oder oder oder. Es gibt so viele Momente, in denen wir immer wieder den vermeintlich perfekten Ansprüchen anderer entsprechen sollen – und daran scheitern.

In der Gemeinde arbeite ich in verschiedenen Teams mit. Wenn nun irgendetwas nicht rund läuft und im Meeting ein Mitarbeiter über den anderen Mitarbeiter “herzieht” und ihm direkt oder über ihn sagt, dass er besser werden muss, ist meine Aufgabe als Leiter eine ganz einfache: Ich frage ihn, der gerade so schön am Urteilen ist, was denn sein Beitrag ist, damit die Dinge besser werden. Ich richte seinen Fokus auf sich selbst und nicht auf den anderen. Leichter gesagt als getan.

Wir müssen aber verstehen, liebe Pastorinnen und Pastoren, liebe Leiterinnen und Leiter in und von Gemeinden: Exzellenz ehrt unseren Schöpfer. Diese entsteht durch Hingabe als Antwort auf die erlösende Gnade Gottes. Das wiederum bedeutet, dass ein Richten und Urteilen über andere zu Perfektionismus, aber nicht zu Exzellenz führt.

Exzellenz stellt den Schöpfer in den Mittelpunkt – Perfektion stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Und dort, wo nicht mehr Gott im Mittelpunkt ist, wird’s schräg. Furchtbar schräg.

Der Eisberg

Was wir als “exzellent” bewerten, ist nur die Spitze des Eisbergs. Dahinter (oder darunter) findet sich die Hingabe des Menschen.

Wir empfinden den Gesang im Worship als “exzellent”. Warum? Weil die Person mit ganzer Hingabe singt. Sie trainiert ihre Stimme, sie will auf den Heiligen Geist hören, sie verinnerlicht dass das, was sie tut, nicht für Menschen sondern für Jesus tut. Vielleicht hat sie einige andere Dinge sein lassen, um noch mehr zu proben und sich diesem Dienst hinzugeben.

Wir hören eine exzellente Predigt. Warum? Weil die Person, die sie hält, sich stundenlang hingegeben hat, gebetet hat, im Wort Gottes gesucht und geforscht hat, mit dem Heiligen Geist im Austausch war, “was dran ist”. Sich eingeschlossen hat, fokussiert hat oder whatever – schlicht und einfach: sich hingegeben hat.

Wir nehmen wahr, dass die Gemeinderäume exzellent aussehen. Warum? Weil die Person, die dekoriert und geputzt hat, sich im Klaren darüber war: Ich mache Gott damit eine Freude. Wenn sich die Menschen auch darüber freuen, ist das super – aber in erster Linie diene ich Gott.

Als der Hirtenjunge David zum König von Israel gesalbt wurde, war das eine kleine Überraschung, denn seine Brüder waren durchaus eher von “königlicher Statur” als er. Dennoch wurde er auserwählt. Warum?

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.Die Bibel, 1. Samuel 16,7

So verhält es sich auch mit der Exzellenz und der Hingabe. Du kannst dir sicher sein: Wo Menschen etwas “exzellent” tun, steht dahinter jede Menge Hingabe. Diese wiederum aber ist nicht nur ein nettes Wort – sie wird ganz praktisch mit viel Zeit, Kraft, Nerven, Suchen, Ringen, Fragen, Beten. Exzellenz ist also niemals nur ein zufälliges Produkt. Sie ist viel, viel mehr.

Wie beim Eisberg: Was wir über der Wasseroberfläche sehen ist nicht der größte Teil des Eisbergs. Es ist sogar nur ein kleiner Teil des gesamten Eisberges.

Und deswegen ist es doch vollkommen klar, dass Kirche mehr Exzellenz benötigt und Exzellenz ein Schlüssel für Gemeindewachstum und eine gesunde Kultur in der Gemeinde ist.

Denn es bedeutet, dass noch mehr Menschen die Gnade Gottes für ihr Leben erkannt und empfangen haben und mit ihrer Hingabe darauf antworten. Das wiederum wird ein Segen für unsere Gemeinde, unsere Gesellschaft und unser ganzes Land sein.

Also. Kirche. Mehr Mut zu Exzellenz!

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K5-Leiterkonferenz “UND!” – Inspiration & Leidenschaft pur

1.000.000 Menschen für Jesus gewinnen. Das ist das eigentliche Ziel des K5-Leitertrainings. Es Geht nicht um Programme, um K5 oder Denominationen. Es geht um Jesus. Und darum, dass in den nächsten Jahren ihm 1.000.000 (in Worten: eine Millionen) Menschen neu folgen und sich für ihn entscheiden.

Am Wochenende fand im GOSPEL FORUM in Stuttgart nun die K5-Leiterkonferenz statt. Um es vorwegzunehmen: Für mich war es vielleicht die intensivste Gemeinde-Konferenz, die ich bisher besucht habe. Viele Konferenzen haben ihren je eigenen Reiz. Willow Creek-Leitungskongresse mit 10.000 Besuchern genauso wie kleine Konferenzen. Was ich aber in Stuttgart am Wochenende erlebt habe, war outstanding!

Zwei Tage waren vollgepackt mit jeder Menge Inspiration durch begnadete Redner und begeisterte Jesus-Nachfolger, tiefer, echter, mitreißender Worship der “Urban Life Church” sowie jede Menge Netzwerken und Gespräche mit den Teilnehmern aus meiner eigenen Gemeinde.

Eine riesige Fülle an Inspiration

Die Palette der Inputs war riesig, aber was sich durchzog, war eines: Authentizität. Echtheit. Ehrlichkeit. Keine Maske, kein frommes Gerede, keine von Ecken und Kanten befreiten feingeschliffene Vorträge.

Da war ein Josh Kelsey der “C3 New York City” dabei, dessen Feuer und Leidenschaft für Jesus und Gemeindeentwicklung den Raum erfüllte. Er ließ uns ganz neu die Leidenschaft “für den Einen” entdecken – und dass dies aber genauso viel Invest bedeutet wie für die 99 anderen.

Oder eine Mia Friesen, die sehr authentisch und ehrlich von ihrer etwas unkonventionellen und “unstrukturierten” Art des Zeitmanagements sprach, aber in der kurzen Zeit mehr vermittelte, als es andere Zeitmanagement-Gurus in stundenlangen Vorträgen nicht schaffen.

Das Unternehmerehepaar Claudia und Fred Jung erzählte von einer unglaublich tragischen Geschichte und referierte darüber, was in Zeiten der Krise wirklich trägt. Die Atmosphäre im Saal war so dicht und zum Zerreißen gespannt, wie ich es noch selten bei solch großen Veranstaltungen erlebt habe. Unbelievable.

Oder ein Konstantin Kruse von der “Ecclesia Church” in Nürnberg, der wohl irgendwie in unserer Gemeinde “gelauscht” haben muss. Absolut großartig, was er über Gemeindeentwicklung und Gemeindewachstum referierte, wie direkt er kommunizierte und Dinge ansprach, bei denen ich nur immer wieder mit dem Kopf nicken konnte.

Nicht zuletzt eine Talkrunde zum fünffältigen Dienst, an denen große Persönlichkeiten für jeweils einen Dienst Rede und Antwort standen und aus dem Nähkästchen ihrer Erfahrung plauderten: Klaus-Günter Pache (Paulus-Gemeinde Bremen), Mario Wahnschaffe (CLW Bonn), Ulrich Neuenhausen (Forum Wiedenest), Heinrich-Christian Rust (Braunschweiger Friedenskirche) und Stefan Vatter (AHELP).

Das sind nur ein paar wenige Einblicke in diese inspirierende und segensreiche Konferenz. Vor dem Start der Konferenz gab es für die Übertragungsleiter der Standorte für das K5-Leitertraining einen Network-Brunch, bei dem man sich nicht nur vernetzen konnte, sondern noch einmal viel vom “K5-Herzschlag” und der “K5-DNA” spüren konnte.

Die “K5-DNA”

Martin Schneider (Forum Wiedenest) moderierte durch diesen Network-Brunch. Das war super – denn dadurch wurde diese “K5-DNA” noch einmal sehr, sehr deutlich. Wenn ich sie beschreiben müsste, kann ich das nur mit ein paar wenigen Stichpunkten gar nicht tun – aber ich versuche es:

  • Leidenschaft für Jesus und seine Gemeinde.
  • Evangelistischer Herzschlag
  • Sehnsucht nach Einheit unter Christen und ihren Denominationen
  • Ausbildung von Leitern als Schlüsselkompetenz
  • Riesige Erwartungshaltung gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes
  • Mut und Kühnheit, alles zu tun, dass Menschen Jesus begegnen
  • Ehrliches Hinterfragen von Dingen, die nicht funktionieren
  • Liebe zum Detail und Sinn für Exzellenz & Innovation

Das alles habe ich durch die beiden Tage der Konferenz immer und immer wieder gefunden. Und das ist es, was auch mein Herz höher schlagen lässt: Weil Gott nichts unmöglich ist, will ich Teil dieses “Movements” sein und alles daran setzen, dass diese eine Millionen Menschen in Deutschland Jesus nachfolgen. Und by the way: Seit der Konferenz sind es nur noch 999.999 – wie cool ist das denn!

Ich glaube, es ist schlicht und einfach an der Zeit, dass wir mutige und kühne Schritte gehen in Deutschland. Vorbei ist die Zeit, in der sich die Denominationen untereinander bekriegen. Wir brauchen Einheit. Wir müssen sie leben – denn darauf liegt eine Verheißung, die so groß ist, dass ich noch nie verstanden habe, weshalb Christen sie nicht ernster nehmen:

Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. Die Bibel, Johannes 17,21

Die Einheit unter Christen wird ein Schlüssel-Moment dafür sein, dass sich eine Millionen Menschen (und mehr!) in Deutschland für Jesus entscheiden werden. Dieser Geist der Einheit war in Stuttgart zu spüren. Eine Einheit, die sich als “ein Team” versteht, Menschen für Jesus zu gewinnen.

UND!

Kurz und knapp war das Thema der Konferenz, aber absolut durchschlagend: “UND!” Ich habe gelernt, mehr im “UND!” als im “Entweder – Oder” zu denken. Das ist nicht immer einfach, das fordert sogar ziemlich heraus. Ganz simple Beispiele, die eigentlich nicht neu sind, aber in der Praxis dann durchaus herausfordernd sein können:

Jesus ist Gott UND! Mensch.

Gott UND! der Mensch handeln.

Prädestination UND! freier Wille.

Innovation UND! Tradition.

Allrounder UND! Spezialisten.

Für mich ganz persönlich war im Blick auf das “UND!” der Vortrag von Josh Kelsey äußerst inspirierend. Das Gleichnis vom “Verlorenen Schaf” (Lukas 15, 1-7) macht deutlich, was “UND!” in der Gemeindearbeit bedeutet: Der Hirte sorgt sich um die 99 Schafe UND! um das eine Schaf, das verloren gegangen ist.

Bin ich bereit, den gleichen Invest für das eine verlorene Schaf zu bringen wie für die 99 anderen Schafe? Eben nicht die 99 und das Eine gegeneinander auszuspielen, sondern im UND! zu denken und das “Entweder – Oder” nicht zulassen.

Im Gespräch mit anderen Teilnehmern der Konferenz habe ich festgestellt: Ich bin nicht der einzige, der von diesen zwei Tagen absolut begeistert und inspiriert nach Hause fährt. Die hohe Dichte an persönlicher “Bewegtheit” hat mich aber ehrlich gesagt schon ein bisschen überrascht. Das war ich von Konferenzen und Kongressen nicht gewohnt. Dass man den ein oder anderen Vortrag als “super” empfindet – ja klar. Aber dass man vom “Spirit” einer Konferenz so angesteckt wird nicht nur als einzelner, sondern in einer großen Menge – das ist einzigartig.

DANKE! DANKE! DANKE!

Nachdem wir den ersten K5-Schulungstag bei uns in der Gemeinde abhielten, habe ich schon einen Beitrag hier auf meinem Blog geschrieben. Darin war es mir ein Anliegen, den Verantwortlichen von K5 meinen Dank auszusprechen. Und damit soll auch dieser Artikel enden.

DANKE, liebes K5-Team, dass ihr in Deutschland, in die Gemeinde Jesu, in die Leiterinnen und Leiter investiert, damit noch mehr Menschen Jesus nachfolgen.

DANKE, dass ihr diese Konferenz angeboten habt, die nicht nur für mich ein unglaublich großer Segen war und ich bin überzeugt: Die Inhalte dieser Konferenz werden in Deutschland eine Segensspur nach sich ziehen.

DANKE, dass ihr großen Glaubensmut bewiesen habt, diese Konferenz durchzuziehen, auch wenn es im Vorfeld einige Hürden und Hindernisse zu überwinden galt.

DANKE, dass ich euch von Herzen gerne abnehme und absolut glaube, dass es euch nicht um K5 sondern um die eine Millionen geht.

Ihr seid großartig und ich bin gespannt, welche Kreise das K5-Leitertraining in Deutschland ziehen wird.

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