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Jesus – der einzig wahre Gott?

Jesus – einzig wahrer Gott? Schon der Titel des Buches als ernstgemeinte Frage ist für die meisten Zeitgenossen Provokation pur: Ein einzig wahrer Gott? Haben nicht alle irgendwie recht? Ist das nicht intolerant, zu behaupten, dass es nur einen einzig wahren Gott gibt?

Biografisch, ehrlich, facettenreich

Ravi Zacharias stellt die richtige Frage! Und er gibt eine fulminante Antwort – aber keine einfache oder gar schlichte Antwort. Seine Antwort ist ein ganzes Buch, das genauso facettenreich ist wie Jesu Leben und Lehre selbst.

Zacharias’ Antwort kann gar nicht simpel und schlicht sein, da er sich selbst auf eine Reise über viele, viele Jahre begeben hat, um herauszufinden, was die Antwort auf diese Frage ist.

In seinem Buch schildert er seine eigene Glaubensreise und kombiniert irgendwie alles miteinander, was ihm zwischen die Zeilen kommt – und das macht das Buch so einzigartig: seine eigenen Glaubenserfahrungen, sein Suchen in den unterschiedlichen Religionen, seine biografischen Erlebnisse, die bis in die Kindheit zurückreichen, biblische Aussagen über Jesus Christus, Aussagen anderer Religionen über Jesus Christus bis hin zu Aussagen, Zitaten, Interviews und (lyrischen) Texten von Religionskritikern und Philosophen.

Ein Zitat (fast) aus der Mitte des Buches gilt sowohl für sich – aber irgendwie ist es auch sinnbildlich für das ganze Buch:

Wenn jemand mit prophetischem oder göttlichem Anspruch auftritt, muss man sein ganzes Leben beobachten, ob es mit der vorgebrachten Lehre übereinstimmt. Etliche historische und philosophische Fragestellungen kommen ins Spiel, wenn man einen solchen Anspruch ernsthaft zu bewerten versucht.

Genau das macht Jesus so einzigartig. Die ganze Bandbreite seines Lebens und seiner Lehre kann dem Test der Wahrheit unterzogen werden. Jeder Aspekt seiner Lehre ist ein Glied im Gefüge des Ganzen. Wie bei einem Diamanten, der langsam gedreht wird, fängt jede Facette das Licht ein.Jesus - der einzig wahre Gott? S. 73

Ich empfehle diese Buch allen, welche wirklich auf der Suche sind nach einer Antwort auf die Frage “Ist Jesus der einzig wahre Gott?“. Aber auch jeder, der diese Frage eigentlich schon längst für sich beantwortet hat, wird fündig – spätestens dann, wenn der eigene Glaube, die eigene Überzeugung angezweifelt wird und gar nicht mehr so fest dasteht, wie man das mal glaubte.

Jesus? Keine billigen Antworten

“Jesus – der einzig wahre Gott?” gibt keine billigen Antworten – es vertröstet aber auch nicht oder bleibt schleierhaft. Im Gegenteil. Es wir sehr klar und deutlich – und das fundiert.

Ich würde diesem Buch gerne noch mehr Punkte geben, aber ich muss leider im Erscheinungsbild und in der Lesbarkeit ein wenig abziehen. Der Grund ist aber lediglich der, dass der ohnehin “starke Tobak” durch ein schöneres und besser gegliedertes Erscheinungsbild leichter lesbar wäre.

Denn eines ist klar: Dieses Buch ist keine leichte Kost. Das liest sich nicht “mal zwischendurch”. Ja ich würde sogar sagen, dass man die einzelnen Kapitel auch erst einmal ein wenig verarbeiten muss.

Das liegt auch daran, dass Ravi Zacharias eben keine (rein) theologische oder philosophische Abhandlung führt über die Frage nach der Exklusivität Jesu. Vielmehr sind es seine Verbindungen und Verknüpfungen mit seinem Leben, welche diesem Buch und der Frage eine besondere Tiefe verleihen.

Die Antwort auf diese Frage betrifft die Leserin und den Leser existentiell und ist eben nicht rein philosophisch zu beantworten – wenn sie es denn auf einer solchen Ebene überhaupt sein kann. Existentiell jedoch ist sie auf jeden Fall zu beantworten – und dies tut Ravi Zacharias auf einerseits intellektuelle aber andererseits auch ganz nahbar-persönliche Weise.

Wer dieses Buch mit dem ernsthaften Suchen nach der Antwort auf diese Frage angeht, der wird fündig werden. Denn wie sagte Jesus? Wer sucht, der findet!

Infos:
240 Seiten
16,00 EUR
ISBN: 978-3-7655-1249-0
Brunnen-Verlag
Mehr Infos über Ravi Zacharias:

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Das Prinzip des Lenkens

Wir schreiben das Jahr 1911. Der britische Polarforscher Robert Falcon Scott liefert sich mit seinem norwegischen Kontrahenten Roald Amundsen einen erbitterten und dramatischen Wettkampf. Wer von beiden erreicht als erster den Südpol?

Die Krone erhält Amundsen während Scott seine desaströse Planung des Unterfangens “Terra Nova” mit dem Leben bezahlen muss.

John C. Maxwell verwendet diese atemberaubende Geschichte als Grundlage für sein “Prinzip des Lenkens”.

Dieses Kapitel birgt so viele Schätze in sich, dass ich es eindringlich empfehle zu lesen.

Ich möchte an dieser Stelle nur bruchstückhaft ein paar Gedanken Maxwells betonen und sie für die Gemeindearbeit “übersetzen”.

Lenken bedeutet…

Maxwell gibt diesem Kapitel einen Untertitel, der ein guter Hinweis darauf ist, was “Lenken” bedeutet und was er mit dem “Prinzip des Lenkens” meint:

Steuern können viele das Schiff, aber nur der Kapitän steckt den Kurs ab.John C. Maxwell

Das mag einfach klingen, birgt aber doch sehr viel in sich. Denn um den Kurs abstecken zu können, bedarf es einiger Kernkompetenzen und Verantwortungen, die der Kapitän vorweisen sollte. Dabei möchte ich betonen: Wenn ich den “Kapitän” auf den Gemeindealltag transferiere, dann heißt das nicht automatisch “der Pfarrer/die Pastorin”, sondern ich meine damit (auch) das Leitungsgremium einer Gemeinde als solches, die Pfarrerin/den Pastor aber natürlich im Besonderen.

Und von diesem Kapitän schreibt nun Maxwell weiter:

Er lässt die ganze Fahrt schon im Voraus vor seinem inneren Auge ablaufen, bevor man den Hafen verlässt.Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien, S.50

Diese Kunst der Antizipation muss unbedingt im Leitungsorgan einer jeden Gemeinde gegeben sein. Warum? Weil diese Antizipation Amundsen das Leben gerettet hat! Und nicht wenige Gemeinden navigieren ziel- und planlos durch die Weltgeschichte und wundern sich dann, weshalb sie eines Tages vielleicht das Zeitliche segnen.

Wer steckt den Kurs in deiner Gemeinde ab?

Papier vs. Realität

Diese Frage ist gar nicht so trivial, denn auf dem Papier mag das die Gemeindeleitung, bestehend aus Ältesten und Pastor/Pfarrer, sein. Aber wie sieht es abseits des Papiers denn in der Realität aus? Gibt es vielleicht “Gemeinde-Dynastien”, also Familien, die schon seit Generationen “das Sagen” in der Gemeinde haben? Oder sind es Mitarbeitende, die “ihr Ding” machen – auch wenn der Kurs von der Leitung anders abgesteckt ist? Und wie kommen die Ideen und Gedanken der Gemeindeleitung denn bei den verantwortlich Leitenden in der Gemeinde an?

Du siehst: Auf dem Papier mag es einfach sein – in der Realität mag es schwierig sein und es mag viele geben, die gerne leiten. Aber Vorsicht – das kann nach hinten losgehen.

Zuversicht und Fakten

Ich höre immer wieder Statements wie “Wir können doch Methoden und Ideen aus der Wirtschaft nicht einfach so auf die Arbeit in der Gemeinde übertragen”. Stimmt. Das können wir nicht. Und das tut auch niemand. Zumindest ich nicht.

Denn im Vergleich zu Wirtschaftsunternehmen haben wir neben den Fakten noch eine weitere große Freundin: die Zuversicht. Denn diese formt und bildet sich aus den unzähligen wunderbaren Verheißungen der Bibel, auf denen wir unsere Gemeindearbeit gründen.

Gleichzeitig werde es aber fatal und verantwortungslos, wenn wir uns nur auf diese Zuversicht berufen und die Fakten außen vor lassen. Also benötigen wir Methoden und Herangehensweisen, die mit Fakten umgehen – und da können wir viel aus der Wirtschaft lernen. Sonst würdest du nicht diesen Artikel lesen, denn Maxwell verbindet beides: Er ist inzwischen ein weltweit gefragter Redner, Autor und Coach in großen Unternehmen – gleichzeitig ist er aber auch Pastor, oder besser gesagt: er war es, bevor jetzt als Coach und Berater unterwegs ist.

Zurecht schreibt er:

Manchmal ist es schwer, zwischen Optimismus und Realismus, Intuition  und Planung, zwischen Vertrauen und Fakten das Gleichgewicht zu halten. Doch gerade das braucht ein Leiter, der effektiv lenken möchte.Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien, S.52

Ganz praktisch

Deswegen gibt es am Ende des Beitrags ein paar Fragen. Es sind Fragen, die dir helfen sollen, deine Leitungsverantwortung im Sinne des Lenkens wahrzunehmen und gleichzeitig können es gute Fragen sein, um mit anderen Leitungsmitgliedern ins Gespräch darüber zu kommen, wer eigentlich was wohin lenkt – und den Kurs absteckt.

  • Wer steckt in unserer Gemeinde den Kurs in der Realität ab?
  • Haben wir für unser nächstes großes Projekt schon einmal “den Film vorwärts gespult” und die Situation, die Reaktionen, die Maßnahmen antizipiert?
  • Haben wir die Kosten (Finanzen, Ressourcen, Manpower, Zeit) überschlagen, um uns auf den Weg zu machen?
  • Was ist unser Ziel für die Arbeit in der Gemeinde in den nächsten 1, 2, 3, 5, … Jahren?
  • Wenn nicht alles so bleiben soll, wie es ist, wie soll es dann werden, damit wir in x Jahren sagen können: “Wir haben Zuversicht und Fakten verbunden, den Kurs abgesteckt und haben wie Amundsen den Sieg davon getragen?”

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Zwischen Furcht und Freiheit

Hätte ich dieses Buch doch nur früher in die Hand genommen…

… nein, dann wäre nicht alles besser geworden in meiner Erziehung, aber ich hätte mich wesentlich früher über die Inhalte dieses Buches freuen können. Der Schatz, der sich in “Zwischen Furcht und Freiheit” verbirgt, ist unbeschreiblich groß.

Mehr als eine Studie zu Erziehung

Dieses Buch ist eine gute Mischung aus Studie, Wissensvermittlung, Ratgebern und Typbeschreibungen. Tobias Faix und Tobias Künkler ist mit “Zwischen Furcht und Freiheit” ein Meisterwerk gelungen. Weshalb? Der Untertitel sagt schon alles: “Das Dilemma der christlichen Erziehung”.

“Zwischen Furcht und Freiheit” ist nicht der x-te ideologisch geprägte Erziehungsratgeber, sondern viel mehr. Zwei Jahre lang haben Faix und Künkler Daten gesammelt und legen allen Eltern mit diesem Buch nicht nur das Ergebnis der Studie vor, sondern geben sehr viel “Handwerkszeug” an die Hand – und zwar in unterschiedlicher Form: Sei es durch wissenschaftliche (bspw. aus der Soziologie und Psychologie) Erkenntnisse oder aber auch durch die Rollenbeschreibungen von Vätern und Müttern am Ende eines jeden Kapitels.

Themen und Fragen, die wirklich relevant sind

Zugegeben: vor allem für Eltern, die ihre Kinder – in welcher Form auch immer – im christlichen Glauben erziehen möchten. Und genau daher rührt auch der Titel der Studie.

Auf der einen Seite hat sich manche Enge geweitet und es sind in der Glaubenserziehung im Vergleich zu vor ein paar Jahrzehnten neue Freiräume und Freiheiten entstanden. Dies zeigt sich an einem sehr positiven Familienklima, einem liebevollen Gottesbild und dem Bewusstsein, dass man den Glauben der Kinder nicht erzwingen kann.

Auf der anderen Seite gibt es alte und neue Ängste: die beständige Furcht, dass das Kind nicht gläubig wird, die Angst, dass es sich für einen anderen Glauben als den der Eltern entscheidet, oder auch die Befürchtung, dass das eigene Kind sich eines Tages als homosexuell outen könnte.Zwischen Furcht und Freiheit, S.13

Dieses Zitat lässt nur einige Themen- und Fragefelder anklingen, um die es in dieser Studie geht. Darüber hinaus geht es aber bspw. auch um die eigene erlebte und die nun praktizierte Erziehung und wie beide miteinander in einem Verhältnis (oder eher: Spannung?) stehen. Es geht um die Frage nach der Relevanz von Gemeindezugehörigkeit und Gottesdienstbesuch, um die Wichtigkeit von “Kinder- und Jugendarbeit” in einer Gemeinde aber auch darum, welche Gottesbilder einerseits selbst gelebt werden und weitergegeben werden. Nicht zuletzt werden natürlich auch viele ethische Fragestellungen beleuchtet, die höchst interessante Ergebnisse ans Tageslicht bringen.

Die ersten neun Kapitel sind recht ähnlich aufgebaut: Sie enthalten die Ergebnisse der Studie, welche durch grafisch ansprechende Schaubilder sehr schnell zu verstehen sind. Zudem gibt es zum Thema passend weitere Informationen seitens der Autoren sowie am Ende eines jeden Kapitels das Protrait eines Mutters oder eines Vaters – voll und mitten aus dem Leben gegriffen.

Viele kleine und große Nuggets

Dieses Buch enthält viele große und kleine Nuggets. Angefangen bei den Portraits der Väter und Mütter am Ende der jeweiligen Kapitel. In manchen Aussagen oder Beschreibungen findet man sich selbst wieder – oder eben “auf keinen Fall”. Darüber hinaus gibt’s sogar die ein oder andere praktische Anregung, die Erziehung der eigenen Kinder noch “besser” oder abwechslungsreicher zu gestalten.

Auf Seite 21 wird in Kürze untersucht, wie oft in welcher Bibelübersetzung das Wort “Familie” vorkommt. Um es kurz und knapp zu sagen: Je moderner und jünger die Übersetzung, desto öfters kommt das Wort “Familie” vor. Der Grund? Es werden andere Wörter, die eigentlich gar nicht “Familie” im heutigen Sinne meinen, mit dem Begriff “Familie” übersetzt. Könnte darin vielleicht schon ein “Dilemma-Faktor” liegen, dass wir unser modernes Familienverständnis in biblische Texte hinein interpretieren? Wobei: Was heißt schon “modernes Familienverständnis”? Gibt es das eine Verständnis von Familie? Und gibt es das unter Christen? Und wenn ja – unter den evangelischen, katholischen oder freikirchlichen? Genau diesem Geflecht aus unterschiedlichen Gedanken und Meinungen geht “Zwischen Furcht und Freiheit” auf eindrückliche und inspirierende Weise auf den Grund.

Aber nicht nur in Sachen “Familie” gibt es unterschiedliche Verständnisse. Wie sieht es denn mit den Erziehungsstilen aus, wenn wir bspw. nur einmal den “einweisenden” und den “hinweisenden” Erziehungstil nehmen?

Eltern, die ihre Kinder einweisend zum Glauben erziehen, stellen sie also gewissermaßen vor eine alternativlose Entscheidung. Sie tun alles dafür, ihr Kind zum Glauben zu führen. Mit welchen Mitteln – ob eher durch äußeren Zwang und strenges Reglement oder durch den geräuschlosen Druck angedrohten Liebesentzugs – ist dabei zunächst einerlei.

Im Gegensatz dazu setzt eine hinweisende Erziehung auf eine zwar prägende, aber freiheitlichere Glaubensvermittlung. Dem Kind soll das Bewusstsein vermittelt werden, dass es unterschiedliche Frömmigkeitsstile, Traditionen und auch andere weltanschauliche Perspektiven gibt. Diese soll es kennenlernen und dazu erzogen werden, einmal mündig seine eigene Entscheidung aus diesen Alternativen zu treffen.Zwischen Furcht und Freiheit, S.74f

So inspirierend und erhellend ich diese beiden Stile im Blick auf die Glaubenserziehung finde, so sehr glaube ich aber auch, dass hier eine (unbewusste) Gefahr des Schwarz-Weiß-Dankens gegeben ist: Eine einweisende Glaubenserziehung führt in die Enge, während eine hinweisende Glaubenserziehung in die Weite führt. Verbindet man diesen Gedanken mit dem knappen “Selbst-Test”, den man online durchführen kann, bestätigt sich leider meine Vermutung, dass hier unnötigerweise ein Graben aufgemacht wird, den es faktisch nicht unbedingt geben muss.

Ein ganz besonderes Nugget für mich als Pfarrer ist natürlich die Frage nach der Wichtigkeit und Wertigkeit von Gemeindezugehörigkeit und Gottesdienstbesuch oder aber auch die Darstellung der hinweisenden Erziehung nach Denomination sowie die Darstellung eines strafend-kontrollierenden Gottesbildes nach Denomination sind teilweise überraschend, aber irgendwie auch positiv wie negativ überraschend, schwarz auf weiß gedruckt die Ergebnisse zu sehen.

87 Prozent der Eltern sagen, dass es ihnen wichtig ist, dass ihr Kind regelmäßig an einem Gottesdienst teilnimmt.Zwischen Furcht und Freiheit, S.135

Ein wertvoller und zukunftsweisender Beitrag

Von Herzen empfehle ich dieses Buch allen, die in irgendeiner Weise dieses “Dilemma der christlichen Erziehung” verspüren: allen Eltern, denen der christliche Glaube und dessen Vermittlung an ihre Kinder wichtig ist – aber auch allen in christlichen Werken und Gemeinden haupt- und nebenberuflich Tätigen, deren Arbeit in irgendeiner Weise mit “Kinder- und Jugendarbeit” beschrieben werden kann.

Denn: das zehnte und letzte Kapitel von “Zwischen Furcht und Freiheit” beinhaltet zwar keine 95 Thesen, aber zehn sehr, sehr gute und wichtige Statements zum Thema unter der Überschrift “Konsequenzen für Christen und Gemeinden”.

Infos:
248 Seiten
19,95 EUR
ISBN: 978-3-417-26813-3
SCM R. Brockhaus
Selbsttest: Welcher Erziehungstyp bin ich?

Die Schürze der Demut

Schürze. Demut. Geht’s noch komischer? JA!

Gutes Wort mit schlechtem Ruf

“Demut” ist im deutschen Sprachgebrauch überwiegend negativ konnotiert. Wir verbinden mit Demut nicht das Schönste, was unsere Gedankenwelt zu Tage bringen kann.

Demut erinnert im deutschen Sprachgebrauch an ein “Buckeln”, an “Kuschen”, an “Niederwürfigsein”, an alles andere eben als an “aufblühen”, “leben” oder “ach-ist-das-heute-wieder-schön”.

Demut kommt irgendwie ganz schlecht weg. Ich glaube, dass mit ein Grund auch der ist, dass Demut in christlichen Kreisen in der Tat diese oben genannten Assoziationen geweckt hat, weil es auch so vermittelt wurde. Herzlichen Dank auch! Das war ein großer Fehler!

Denn Demut hat damit rein gar nichts zu tun.

Demut – besser als ihr Ruf

Schauen wir vor allem in das Neue Testament, ergibt sich im Großen und Ganzen ein einheitliches Bild, dass Demut bedeutet: Ich erkenne willentlich eine höhere Autorität an, unterstelle mich dieser gerne und sehe mein zukünftiges Leben unter deren Perspektive.

Wenn ich als Christ nun sehe, dass diese “höhere Autorität” der himmlischer Vater, der Vater Jesu Christi, der “Papa” ist, wie Paulus ihn einmal nennt (Römer 8,15), dann gilt eines: Diese Wort ist beim bestem Willen wesentlich besser als sein Ruf.

Natürlich versucht der Mensch, sich davon zu lösen und sein Leben so zu gestalten, als ob es Gott nicht gäbe. Immer wieder will er seine Lebensfäden selbst in die Hand nehmen und entwirren. Christen haben gegenüber denen, die nicht an Jesus Christus glauben, einen Vorteil (ohne, dass es sie dadurch zu besseren Menschen machen würde): An dem Punkt, an dem sie erkennen, dass das doch nix wird, können sie eines tun: Kapitulieren. Umkehren. Anerkennen. Leben.

Kapitulieren vor sich selbst und den viel zu hohen Idealen, denen sie ohnehin nicht gerecht werden.

Umkehren in die immer offenen Armen eines auf sie wartenden himmlischen Vaters.

Anerkennen, dass er und nicht der Mensch Gott ist – und das auch gut so ist.

Leben in der Gewissheit, dass dieser göttliche Papa das beste Leben schenkt.

…und was soll die Schürze?

Die Schürze habe ich einmal mehr bei der Vorbereitung einer Predigt gefunden. Die Predigt war der Abschluss unserer Predigtreihe “Alltagshelden” und hatte das Thema: “Alltagshelden kämpfen nie alleine”. Falls du sie anhören willst, kannst du das im Podcast oder auf unserer Homepage gerne tun.

Ich liebe es, in die Tiefen der Bibel einzutauchen und zu entdecken, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Einen ganz besonderer Fall – und hier kommt die Schürze ins Spiel – ist 1. Petrus 5,5:

Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1. Petrus 5,5

Jetzt könnte man viel zu diesem Vers sagen. Ja. Konkret geht es mir aber um folgenden Teil des Verses:

“Alle aber miteinander haltet fest an der Demut.”

Unglücklicher – sorry, lieber Herr Dr. Martin Luther – hätte man diesen Vers nicht übersetzen können. Denn im griechischen Text wird dieser Vers durch ein ganz besonderes Bild gemalt. Wörtlich übersetzt – und damit das Bild aufgenommen – lautet dieser Vers:

“Legt auch alle gegenseitig die Demut an wie eine Schürze.”

Wow! Was ist das für ein starkes Bild!

Demut schützt dich

Die Demut als Schürze. Was macht eine Schürze? Sie schützt! Wenn ich koche oder grille, dann ziehe ich eine Schürze an. Warum? Damit die Kleidung nicht beschmutzt wird. Eine Schürze schützt! Vielleicht müsste man sie deswegen auch eine “Schütze” nennen. Wer weiß.

Ich finde das Bild unglaublich stark: Ich soll Demut wie eine Schürze anlegen, warum? Weil Demut mich schützt!

Demut schützt mich davor, mein Leben selbst in die Hand nehmen zu wollen.

Sie hilft mir, mich Gottes gutem Willen und seiner Liebe über meinem Leben zu unterstellen.

Demut zeigt mir, wer ich wirklich bin: Ein von Gott unendlich geliebter Mensch, der deswegen seine Zukunft ganz getrost im Vertrauen auf Gottes Liebe leben kann.

Sie schützt mich aber auch davor, dass ich durch egoistisches und selbstzentriertes Denken und Handeln mich und meine Mitmenschen verletze.

Demut – sie bekommt durch dieses Bild der Schürze eine große positive Konnotation und wird rausgeholt aus dem negativen Sumpf, in dem sie drinsteckt.

Sie ist eben genau nicht dieses “Unterwerfen”, dieses “Buckeln und Kuschen”, was landauf landab von ihr gezeichnet wird. Überhaupt nicht! Sie ist gerade das Gegenteil: Sie lässt mich erst richtig aufblühen und das Leben leben, das mein Schöpfer für mich vorgesehen hat. Weil ich nicht an meinen eigenen Idealen, Wünschen und Zielen mich orientiere, sondern mein Leben – und vor allem das, das noch vor mir liegt – aus seiner Sicht und unter seiner Leitung leben will.

Ich wünsche Dir, dass du diese Erfahrung machst: Demut schützt dich! Sie bringt dich näher zu deinem himmlischen Vater! Und sie ist alles andere als negativ – sie ist etwas Wunderschönes.

…und so sah das am Ende der Predigt dann aus:

 


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Die 4 Sprachen des Trostes

Trost. Trösten. Damit verbinden viele Menschen wahrscheinlich eine bestimmte Art zu trösten. Jemanden in den Arm nehmen, ihm Gutes zusprechen, für jemanden da sein, zuhören, eine Karte schreiben.

“Alltagshelden leiden und trösten” hieß am 10. Juni der Titel der Predigt unserer Gemeinde. In der Vorbereitung habe ich mich mit einem Abschnitt aus dem 1. Petrusbrief intensiv auseinandergesetzt. “Alltagshelden” sind Christen, welche ihren Glauben trotz vieler Widerstände, Zweifel und den Höhen und Tiefen des Alltags leben.

Zugrunde liegt der 1. Petrusbrief, der an Christen geschrieben wurde, die das Ganze in noch viel stärkeren Weise erlebten: in der Verfolgung.

Die 4 Sprachen

Konkret schreibt Petrus diesen Christen Folgendes:

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Sprüche 10,12). Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.Die Bibel, 1. Petrus 4,7-10

Ich empfinde diesen Text als äußerst befreiend und entspannend zugleich. Nicht wenige Menschen, deren Empathiefähigkeit sich nicht in Umarmungen und salbungsvollen Worten ausdrückt, können nämlich genauso trösten wie es andere auch tun.

Diese vier Sprachen also sind: Die Sprache des Gebets, die Sprache der Liebe, die Sprache der Gastfreundschaft und die Sprache des Dienens.

Die Sprache des Gebets

Die perfekte Sprache für alle, die Menschen nicht so sehr mögen, weil sie nicht direkt mit den leidenden Menschen zu tun haben, sondern mit Gott reden. OK, Spaß beiseite.

Nicht selten berichten auch heute noch Christen, die verfolgt werden, dass eine Sache sie ganz besonders tröstet: das Gebet anderer. Immer wieder lese und höre ich das beispielsweise in Berichten von “Open Doors“, einem Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen engagiert.

Wenn du für andere Menschen betest, die gerade leiden, dann bringst du sie vor Gottes Thron und proklamierst Jesu Namen über ihrem Leben. So gut! So wichtig! Kann es etwas Besseres geben?

“Aber die Menschen sehen oder hören mich doch nicht, wenn ich zuhause bete” magst du einwenden. Ja und? Es ist nicht wichtig, dass sie dich sehen, sondern wie Jesus ihr Leben verändert. Das tröstet sie! Und mit dem Gebet haben wir eine Sprache des Trostes, die eigentlich nicht schwierig ist – aber nicht alle sprechen diese Sprache. Manche stammeln sie nur. Andere aber sprechen sie, weil sie regelmäßig und voller Hingabe für andere beten.

Es fällt manchen Christen schwerer, manchen leichter zu beten. Wenn du zu denen gehörst, denen es leicht fällt, dann überlege doch: Wie kann mein Gebet zur Sprache des Trostes werden?

Die Sprache der Liebe

“Habt untereinander beständige Liebe” schreibt Petrus seinen Glaubensgeschwister. Eine Liebe, die nicht aufhört. Eine Liebe, die andauernd gilt.

Von dieser Liebe schreibt der große Glaubensbruder von Petrus, nämlich Paulus, an die Gemeinde in Korinth. Leider wird dieser Text immer wieder für die menschliche Liebe herangezogen. Das ist nicht ganz korrekt, denn immerhin spricht Paulus in diesem Abschnitt von er Liebe Gottes. Diese wiederum kann, soll und wird sich im Leben eines Christen zeigen – insofern ist es auch menschliche Liebe. Sie ist aber nicht gleichzusetzen mit der erotischen oder romantischen Liebe, die Menschen zueinander empfinden.

Denn diese Liebe geht viel tiefer. Sie ist viel stärker. Sie ist viel kraftvoller.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf.Die Bibel, 1. Korinther 13, 4-8

Das zu leben, was hier über die Liebe steht, fällt nur einem leicht: Gott. Uns Menschen nicht.

Und doch gibt es menschliche Lebewesen, die – warum auch immer – einen scheinbar größeren Liebestank haben, aus dem sie Liebe an ihre Mitmenschen weitergeben als andere. Vielleicht gehörst du dazu? Vielleicht ging es dir beim Lesen des Abschnittes so, dass es gar nicht mal so überraschend war, was da so steht.

Für dich ist es nichts “Besonderes”, wenn du anderen Menschen nicht nur liebevoll, sondern mit einer liebevollen Haltung – wie in 1. Korinther 13 beschrieben – begegnest.

Dann ist deine Sprache des Trostes wohl die Liebe. Lebe das bewusst, weil durch deine liebevolle Haltung andere Menschen nicht nur denken “Wow. Was für ein liebevoller Mensch.” Nein. Vielmehr. Sie werden getröstet.

Die Sprache der Gastfreundschaft

Hier wird es spannend. Denn schauen wir in den Kontext, in dem hier Christen aufgefordert werden, “gastfrei” zu sein, erkennen wir eines: Sie haben wohl gar kein richtiges “Zuhause”, zumindest keine Heimat. Denn der 1. Petrusbrief ist an Christen geschrieben, die in der so genannten “Diaspora” (Zerstreuung) wegen Verfolgung leben.

Und ausgerechnet in dieser Situation sollen sie auch noch gastfreundlich sein – “ohne Murren”. Ich glaube, was Petrus ihnen sagen will, ist: Geht die Extrameile! Auch wenn’s viel ist: Tut es für die, die Trost brauchen.

Kauft für sie ein. Bügelt ihre Wäsche. Helft ihnen ganz praktisch. Kocht ihnen was zu essen und nehmt sie als Gäste auf, wenn sie es brauchen.

Ich kenne Menschen, die sind so krass “praktisch veranlagt”, dass du nicht mal ein Wort sagen musst und sie wissen scheinbar genau, was du brauchst. Sie trösten dich und setzen dich in eine positive Verwunderung, weil sie den nächsten Schritt schon kennen – und ihn vor allem gehen. Und zwar unaufgefordert. Sie gehen ihn einfach.

Die Sprache des Trostes von solchen Menschen ist die der “Gastfreundschaft” – vielleicht ist es ja genau deine Sprache?!

Die Sprache des Dienens

Spätestens hier wird es noch interessanter, wenn wir den Kontext bedenken: Die christliche Gemeinde, das Christentum, die weltweite Bewegung der Jesus-Nachfolger – sie ist erst am Entstehen.

Aber was wohl schon damals der Fall war: Menschen in der Gemeinde haben nicht unbedingt das getan, wozu Gott sie berufen hat. Petrus aber macht sie darauf aufmerksam, dass es auch eine Sprache des Trostes ist, wenn jeder tut, wozu Gott ihn begabt hat, da dies zur Stärkung anderer gehört.

Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.1. Petrus 4,10

Interessant, dass Petrus hier vom “Haushalter der mancherlei Gnade Gottes” schreibt. Dieser “Haushalter” ist nicht der Sklave (doulos), der oft im Griechischen steht, sondern der Ökonom (oikomenos), also genau das, was wir uns heute unter einem Ökonomen durchaus vorstellen können: Der mit dem, was er anvertraut bekommen hat, verantwortungsvoll umgeht.

Gott hat jeden Christen mit Fähigkeiten begabt, um seiner Gemeinde zu dienen und einzelne dadurch zu trösten. Das Schöne: Du musst und sollst dich unter keinen Umständen mit anderen vergleichen. Andere gibt es genug – dich gibt es nur einmal! Verpasse nicht die Ausgabe deines Lebens, weil du immerzu damit beschäftigt bist, auf andere zu schauen.

Gott hat dich begabt; dir Gaben geschenkt; dich befähigt und stark gemacht.

Sprich diese Sprache des Trostes!

Zu guter letzt

Mir ist mit diesem Artikel wichtig, eines zu zeigen: Es gibt nicht die eine Sprache des Trostes. Es gibt wahrscheinlich sogar noch mehr als diese vier.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, “Trost” an sich noch näher unter die Lupe zu nehmen oder praktisch zu werden in den einzelnen Sprachen.

Mir geht es um eines: Dich hoffentlich ein wenig befreit zu haben von dem Druck, exakt so trösten zu “müssen”, wie das andere tun. Vielleicht öffnet dir dieser Beitrag auch ein wenig die Augen dafür, dass Gott uns ganz unterschiedlich gemacht hat. Und genau diese Vielfalt benötigen wir, um auf vielfältige Weise andere Menschen zu trösten – und selbst getröstet zu werden.

Kompromissloser Glaube wächst aus der Stille

Free-Photos / Pixabay

Vielen ist die Geschichte aus dem ersten Teil der Bibel bekannt: Daniel, ein Prophet Gottes, wird zur Strafe in eine Grube geworfen, in der hungrige Löwen warten. Er soll ihr Abendessen werden – aber Gott bewahrt ihn auf wundersame Weise.

Was bisher geschah…

Der Grund für diese Strafe war ein relativ schlichter: Er lebte seinen Glauben an Gott, genauer gesagt: Er betete. Zuvor wurde er von König Darius von Babylonien zu einem der drei Fürsten seines Königreiches bestimmt. Und das als ein “Fremder”, ein “Ausländer”, ein im Exil lebender Mann.

Die Bibel berichtet, dass Daniel nicht nur irgendein Fürst war, sondern der Beste:

Daniel aber übertraf die Fürsten und Landvögte alle, denn es war ein hoher Geist in ihm; darum gedachte der König, ihn über das ganze Königreich zu setzen.Daniel 6,3

Natürlich führte das bei anderen politischen Entscheidungsträgern zu Neid und Missgunst. Also umschmeichelten diese den König, woraufhin dieser tatsächlich ein Gesetz erließ, dass niemand einen anderen Gott anbeten dürfe als König Darius, den selbsternannten Gott.

Kompromisslos…

Und was tat Daniel, nachdem dieses Gesetz verkündet wurde?

Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. Das obere Stockwerk hatte Fenster in Richtung Jerusalem, die offen standen. Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat.Daniel 6,11

Ziemlich krass. Ziemlich verrückt. Ziemlich kompromisslos. Daniel ließ sich nicht einschüchtern von diesem Gesetz, sondern lebte seinen Glauben weiterhin. Mitten in einer Gesellschaft, in einer Kultur, die sich offen gegen seinen Gott und seinen Glauben wandte.

Kompromissloser Glaube eben. Daniel tat das, wovon wir später im zweiten Teil der Bibel lesen. Denn auch die ersten Christen in Jerusalem rund um ihren “Sprecher” Petrus fanden sich in einer Gesellschaft wieder, die nicht unbedingt als “christlich” bezeichnet werden kann:

Petrus und die anderen Apostel erwiderten: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!”Apostelgeschichte 5,29

Wie aber gelangt man zu solch einem kompromisslosen, starken und gefestigten Glauben? Was tat Daniel, was war an ihm “besonders”, dass er seinen Glauben kompromisslos lebte – koste es ihn auch das Leben?

…aus der Stille

Die Antwort darauf ist leicht zu überlesen. Du hast sie schon gelesen – aber vielleicht ist sie dir gar nicht so ins Auge gestochen.

…Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat.Daniel 6,11

Daniel lebte seinen Glauben aus einer regelmäßigen täglichen Stille heraus. Für ihn war es wichtig, Gott nicht nur dann zu danken, ihn anzubeten und ihn um etwas zu bitten, “wenn es ihm danach war”.

Daniel lebte seinen Glauben aber auch nicht aus einer falschen und gesetzlichen Routine heraus.

Daniel wusste: Kompromissloser Glaube wächst aus der Stille. Er kommt nicht von jetzt auf nachher und schon gar nicht in den besonders heißen Phasen des Lebens von jetzt auf nachher.

Kompromissloser, starker, gefestigter Glaube entsteht dort, wo wir uns bewusst und regelmäßig die Zeit mit Gott nehmen. Nur du und Gott. Sonst niemand und nichts. Kein Smartphone, keine anderen Menschen, keine Emails – nichts.

Diese Zeiten sind deswegen so wichtig, weil dir in diesen Zeiten bewusst wird, wer du bist: Ein Kind des Höchsten! Dir wird deutlich, wie groß und wie wunderbar Gott ist – den Du “Papa” nennen darfst! In diesen Zeiten vergewisserst du dich deiner Identität und wer du in Christus bist.

Im Glauben gibt es keine schnellen und platten Lösungen, keine Patentrezepte und kein Allheilmittel – weil Gott jedem Menschen auf individuelle Weise begegnet. Deswegen sieht deine Zeit “aus der Stille” sicherlich ganz anders aus als meine. Ich nehme sie mir morgens bewusst bevor alles losgeht: das Familienleben, die vielfältigen Aufgaben des Tages, die Emails, die Telefonate, Termine und Begegnungen.

Wann ist deine “Zeit der Stille”?

Wunderwaffe Wertschätzung

“Bad news are good news”. Solange wir diesen Teufelskreislauf glauben und nicht durchbrechen, haben Bücher wie “Wunderwaffe Wertschätzung” absolute Top-Priorität auf allen Schreibtischen und Nachttischen.

Unsere Welt ist voll mit schlechten Nachrichten, Mobbing, Lügen und Worten, die keinem guttun. Inzwischen nicht nur gesprochen, sondern längst auch geschrieben – offline wie online. Wie gut ist es, da etwas an die Hand zu bekommen, das uns hilft, aus dieser Welt keine bessere, aber zumindest für einzelne Menschen eine schönere zu machen.

Ein Staffellauf der Wertschätzung

Tim Niedernolte legt mit seinem Buch “Wunderwaffe Wertschätzung” kein Weltverbesserungsrezept dar. Es ist mehr. Viel mehr. Viel praktischer. Ehrlicher. Verletzlicher. Tiefgründiger.

Stell dir vor, irgendein Mensch bringt einem anderen Menschen ein Stück Wertschätzung entgegen, der wiederum nicht anders kann, als auch Wertschätzung weiterzugeben. Und statt dass ein negativer Kreislauf entsteht, wird der Staffelstab der Wertschätzung weitergereicht. Von Mensch zu Mensch, von alt zu jung, von religiös zu unreligiös, von dick zu dünn von … Mensch zu Mensch.

Niedernolte skizziert auf den erste Seiten seines Buches genau diesen Fall und der Gedanke ist in der Tat inspirierend: Was wäre, wenn wir alle dem anderen Menschen mehr Wertschätzung entgegenbringen würden, als wir es schon tun? Ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit, eine Geste, ein Blick, ein paar nette Worte, ein spendierter Kaffee, eine Einladung, eine nette Email oder eine WhatsApp, die aufbaut und ehrt. Wo ist das Problem? Klingt eigentlich gar nicht so schwierig. Eigentlich.

Niedernolte lässt in seinem Buch unterschiedliche Menschen zu Wort kommen, mit denen er über das Thema “Wertschätzung” spricht.

“Oh, ich bin es wohl nicht!”

Dabei geht Niedernolte auf die entwaffnend wundervolle Wirkung von Wertschätzung nicht nur für den ein, der sie empfängt, sondern auch für den, der sie gibt. In diesem Buch kommen unzählige Geschichten, Anekdoten, kleine Erinnerungen und Alltagssituationen zum Ausdruck, die zeigen: Eigentlich ist Wertschätzung ganz einfach.

Eigentlich.

Dass es nicht immer so einfach ist, wie es klingt – auch darauf geht Niedernolte in seinem Buch ein. Beispielsweise mit der Erzählung, wie er sich als TV-Moderator in der letzten Runde eines langen, ausgedehnten Casting-Verfahrens für eine TV-Show befand. Es vergingen Tage und Wochen ohne Rückmeldung, ob er den Job nun habe oder nicht – selbst auf Nachfrage kam keine Reaktion, bis er es dann eines Tages im Internet erfuhr: “Oh, ich bin es wohl nicht!”

Auch das gehört zur Wertschätzung. Ein Zweizeiler hätte gereicht. Und das hat nichts mit schlechtem Verlieren zu tun.

Ein langer Atem der Wertschätzung

Dass Wertschätzung zwar manchmal nur eine kleine Geste ist, aber als Lebensstil einen langen Atem benötigt, zeigen die Gesprächspartner, mit denen Niedernolte sich trifft.

Da ist das außergewöhnliche Model Pari Roehi, der Ex-Fußballprofi Marcell Jansen, der schon mit 21 Jahren ans Ende seiner Karriere dachte, das dann acht Jahre später eintraf und für jede Menge Kopfschütteln im Profi-Business sorgte.

Aber auch das Gespräch mit der Moderationskollegin Dunja Hayali zeigt: Wertschätzung ist ein Lebensstil, der sich manchmal in kleinen, kurzen, spontanen Dingen zeigt – aber nicht immer so ohne weiteres zu leben ist – ja, vielleicht sogar nicht ohne weiteres erlernbar ist.

Besonders faszinierend zu lesen war die Begegnung mit Michael Volkmer, Inhaber der Kreativagentur “Scholz & Volkmer“. Diese Agentur steht für ausgefallene, innovative Ideen, die sich vor allem der Wertschätzung und Nachhaltigkeit – oder altmodisch ausgedrückt: der Menschlichkeit – verschrieben hat. So entstammt beispielsweise die Aktion “Zeit statt Zeug” aus dem Ideenpool der Agentur “Scholz & Volkmer”. Dass mit dieser brillanten Idee aber auch Niederlagen und Rückschläge verbunden sind, kommt im Gespräch sehr deutlich rüber – leider. Man hätte sich gewünscht, das nicht lesen zu müssen.

Wertschätzung kann im Moment geschehen – sie als Lebensstil zu leben, ist aber ein langer Prozess. Bedeutet es doch, dass ich mich bewusst gegen gesellschaftliche Muster stelle und Wertschätzung lebe, wo andere mit Ignoranz oder Selbstverständlichkeit reagieren.

Inhaltlich und äußerlich top

“Wunderwaffe Wertschätzung” überzeugt mich auf vielen Ebenen.

Da ist zunächst die äußerliche Gestaltung. Die Begegnungen Niedernoltes mit seinen Gesprächspartnern wurden fotografisch festgehalten und dem Leser bieten sich wunderschöne Momentaufnahmen, die erahnen lassen, welche Tiefe die Gespräche hatten.

Immer wieder werden am Rand der Seiten einzelne Sätze hervorgehoben, die besonders ins Nachdenken führen oder den Inhalt der gelesenen Seiten zusammenfassen. Sehr hilfreich, um ein wenig “nachzuhängen” und darüber nachzudenken, was man gerade gelesen hat.

Denn: Es sind nicht nur die Begegnungen mit den Gesprächspartnern, die faszinierend sind. Nicht weniger inspirierend und lesesenwert sind die vielen Gedanken, die Niedernolte scheinbar “zwischendurch” über das Buch streut und so “Wunderwaffe Wertschätzung” zu einem Sammelsurium an Inspiration rund um das Thema Wertschätzung werden lässt. Seine vielen Begegnungen und Anekdoten, die er erzählt, lassen ihn glaubwürdig als einen Vorreiter in Sachen Wertschätzung erscheinen.

Deine Geschichte der Wertschätzung

Mich inspiriert dieses Buch ungemein dem zu folgen, was Niedernolte auf den letzten Seiten schreibt:

1. Ihre Art der Wertschätzung ist einzigartig. Ihr Umfeld, ihre Story, ihr Charakter machen Sie unverzichtbar für diese Gesellschaft, und so wie Sie kann niemand anderes wertschätzen. Durch ein liebes Wort, eine hilfreiche Geste, eine verrückte Aktion.

2. Passen Sie auf sich auf und seien Sie gut zu sich selbst. Wertschätzung fängt immer zuerst bei sich selbst an!

3. Ich bin mir sicher: Wenn wir anfangen, unsere Sicht auf die Gesellschaft und unseren Alltag wertschätzender zu gestalten, werden wir alle das große Glück dieser einfachen und doch so weitreichenden Lebenshaltung spüren und erleben.Wunderwaffe Wertschätzung, S. 190

In diesem Sinne: Fang doch gleich damit an, deine Geschichte der Wertschätzung zu schreiben oder fortzuführen. Ich glaube, wenn wir das auf die je unsere Weise tun, dann entsprechen wir dem Grundanliegen dieses Buches, das ich so unglaublich ehrlich, entwaffnend und mit der Wunderwaffe Wertschätzung bewaffnend finde.

Wir sollen keine kleinen Weltverbesserer werden – vielmehr können wir aber die Welt vieler Menschen ein bisschen schöner, bunter, lebensbejahender und glücklicher werden lassen. Tag für Tag.

Infos:
208 Seiten
18,00 EUR
ISBN: 9783863341817
adeo Verlag
Mehr Infos über Tim Niedernolte:

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Die heilende Macht der Liebe

Liebe

Liebe. Ich schreibe etwas über die Ehe. Wie krass ist das denn. Ich wüsste nicht, dass ich das schon einmal getan habe, weil ich mich als alles andere als einen “Ehe-Experten” betrachte. Beleg dafür ist, dass es das Schlagwort “Ehe” auf meinem Blog erst mit diesem Beitrag gibt.

Aber im Urlaub hat es mir ein Buch angetan, das schon eine Weile bei mir auf der “To Read”-Liste stand: “Ehe. Gottes Idee für das größte Versprechen des Lebens” von Timothy & Kathy Keller. Eine ausführliche Rezension wird folgen. Verlass dich drauf! Dieses Buch hat mich wie kein zweites beschäftigt, ermutigt, inspiriert und herausgefordert.

Heute will ich nur ein Zitat bzw. ein paar Gedanken teilen, die mich beim Lesen nicht mehr losgelassen haben.

Die Kellers schreiben auf Seite 149:

Die heilende Macht der Liebe in der Ehe ist gleichsam eine Miniaturausgabe der heilenden Macht Jesu.Timothy & Kathy Keller

Hammer, oder? Die Ehe als Miniaturausgabe der Liebe Jesu.

Etwas überzogen mag es schon klingen, aber ich glaube, die Kellers haben recht (und vor allem dann, wenn man ihr Buch gelesen hat und einen Einblick in ihre Ehe bekommen hat).

Kein anderer Mensch kennt uns so gut wie unser Ehepartner. Und wenn wir ihn lieben – und er uns – dann hat sein Wort weitaus mehr Macht als das Wort aller anderen Menschen. Die Kellers haben dafür einen Bibelvers herangezogen, der das verdeutlichen soll. Er steht in 1. Johannes 3,20:

Denn auch wenn das Herz uns verurteilt: Gott ist größer als unser Herz und erkennt alles. 1. Johannes 3,20

Dazu schreiben die Kellers dann auf Seite 148:

Ihr Herz mag Sie verurteilen, aber die Meinung, die Ihr Ehepartner von Ihnen hat, ist größer als Ihr Herz.Timothy & Kathy Keller

Insofern: Ja, es stimmt. Die heilende Macht der Liebe, die ein Ehepartner dem anderen entgegenbringt, ist eine Miniaturausgabe der heilenden Macht Jesu gegenüber jedem einzelnen Menschen.

Ich bin Gott zutiefst dankbar, dass er mir eine Ehefrau an die Seite gestellt hat, die genau diese Miniaturausgabe der heilenden Macht Jesu lebt. Ich habe es nicht verdient, ich habe es mir nicht erarbeitet – im Gegenteil: Ich verhalte mich oft nicht so, als ob es gerechtfertigt wäre, mir auch nur ein Stück dieser Miniaturausgabe entgegenzubringen. Aber sie gibt sie mir immer und immer wieder.

Sie ist ohnehin eine bewundernswerte, starke, liebenswerte, fürsorgliche, weise, treue, mutige, geistliche, wunderschöne und kreative Frau!

Danke, meine liebe Damaris!

Ihr Männer: Was auch immer vielleicht momentan nicht ganz so rund laufen mag: Seid eurer Ehefrau diese Miniaturausgabe der heilenden Macht der Liebe! Ihr könnt das. Weil Jesus euch dazu die Kraft gibt!


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