Start Blog

Kranker Glaube – und seine Heilung

0

Ich liebe Bücher, die auf allegorische Weise erzählen, wie einfach eigentlich der Glaube doch ist. Begonnen hat es mit der Circle-Trilogie (“Black”, “Red”, “White”) von Ted Dekker, weiter geht’s mit “Der Schrei der Wildgänse” und aktuell ist es das Buch “Die Stimme des Königs” von Brad Huebert. Ich will es dir absolut ans Herz legen, dieses Buch zu lesen – deswegen werde ich nicht viel über dieses Buch an sich schreiben, um dir nicht die Spannung zu nehmen – aber: Lies es!

Auf Seite 115 findet sich eine Aussage über den Glauben, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ich “übersetze” diese Aussage ein wenig aus dem Zusammenhang des Buches, da ich sonst erst einmal die ganzen Protagonisten der Erzählung hier vorstellen müsste – und das würde etwas weit gehen.

Wunder geschehen nicht durch Beten. Sie geschehen durch das Zusammenwirken des Menschen mit Gottes Geist auf der Welt. Glaube ist ein Dialog des Gehorsams, der ganz unterschiedliche aussehen kann. Manchmal wird er ein Gebet, manchmal wird daraus eine Umarmung, ein Essen, eine Schulter zum Ausweinen, ein Moment der Heilung oder ein furchtloses Eintreten für Gerechtigkeit. Wenn der Mensch betet, wo Gott eigentlich möchte, dass er handelt, ist das Gebet nutzlos. Wenn der Mensch handelt, wo Gott eigentlich möchte, dass er betet, handelt der Mensch aus eigener Kraft.

Bevor du weiterliest: Lies das Zitat nochmals durch. Es lohnt sich.

Dialog des Gehorsams

Ich liebe diese Beschreibung – sie ist so herrlich paradox. Dialog und Gehorsam – klingt nicht eher nach schlechter Pädagogik? Das mag daran liegen, dass wir “Gehorsam” negativ bewerten, was ganz unterschiedliche Gründe hat. Gehorsam ist aber an sich überhaupt nicht schlecht. Gehorsam aus Liebe und Vertrauen ist das Beste, was einem Menschen geschehen kann, weil er ein verlässliches Gegenüber hat, das es wert ist, den Gehorsam zu bekommen.

Eltern wünschen das von ihren Kindern und wenn fehlbare Eltern es schon wert sind – wie viel mehr dann Gott? Kein Kadavergehorsam, aber ein Gehorsam aus dem Wissen heraus: Wenn einer es nicht nur gut meint sondern wirklich durch und durch gut ist – wie doof wäre ich dann eigentlich, wenn ich ihm nicht gehorsam bin? Aber der menschliche Geist scheint auf Rebellion angelegt zu sein, weswegen ein Restzweifel im menschlichen Denken bleibt, ob Gott es wert ist, ihm Gehorsam zu leisten – und schnell erhebt sich der Mensch über Gott.

Ohne gleich ein großes Fass aufzumachen, ist das klassischste Beispiel für mich die Frage nach der Herangehensweise an die Bibel als Wort Gottes (“Hermeneutik” nennt man das im Fachjargon).

Aus diesem Wissen der Tiefe und der Verlässlichkeit des Gehorsams nun in einen Dialog mit Gott treten zu dürfen, sollte unsere Seele jubilieren lassen!

Zusammenwirken mit Gottes Geist

Alleine der Gedanke daran sollte uns schon die Schuhe ausziehen! Gottes Geist liebt es, mit Menschen zusammenzuwirken. Er liebt es, uns mit rein zu nehmen in sein heilsames Wirken hier auf der Erde. Klar – das sieht immer anders aus und – zugegeben – ist auch nicht immer leicht zu erkennen.

Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht so, dass es unverfügbar wäre, wie viele Theologinnen und Theologen, Pfarrerinnen und Pfarrer immer wieder behaupten und dann den schlauen Spruch bringen: “Der Geist weht eben wo er will.” Damit nehmen sie Bezug auf eine Bibelstelle, die leider aber was komplett anders aussagt:

Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. (Die Bibel, Johannes 3,8)

Da steht überhaupt nichts davon, dass der Geist Gottes weht – und ja, mir ist schon klar, das das Wort für “Geist” das gleiche ist wie für “Wind”. Nur macht’s auf Grund des Zusatzes “Du hörst zwar sein Rauschen” und dem Nachsatz “So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist” überhaupt keinen Sinn, davon auszugehen, dass Johannes 3,8 sagen will: “Gottes Geist weht, wo er will.”

Natürlich steht es in seiner göttlichen Autorität zu wehen, wo er will. Schon klar – aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass es nichts weiter ist, als ein Schönreden dessen, dass das Geistwehen grad nicht so stark ist oder nicht wahrgenommen wird.

Vielmehr ist hier davon die Rede, dass es sich so verhält bei einem Menschen, der aus dem Geist Gottes geboren ist – sprich: neu geboren oder wiedergeboren ist, von Neuem geboren ist, ein neuer Mensch wurde, weil Gottes Geist in ihm lebt.

Und mit diesem Geist Gottes, der zu Beginn aller Schöpfung schon präsent und am Wirken war, ist es jedem Christen möglich, zu kooperieren (=zusammenzuwirken). Noch ein Grund, dass unsere Seele jubiliert.

Und was machen wir draus? Gesetze!

Der Haken an der Geschichte ist nun, dass Christen über die Jahrhunderte bis heute die Kirche regelrecht selbst kraftlos machen, weil sie Regeln und Gesetze aufstellen, wie man sich nun als Christ zu verhalten habe und wie nicht.

Von wegen “10 Gebote” – viele Gemeinden, Denominationen, Christen und Kirchen kennen noch viel mehr Gebote:

  • Du musst jeden Sontag in den Gottesdienst.
  • Du musst jeden Tag in der Bibel lesen.
  • Du musst vor dem Essen beten.
  • Du musst jeden Tag mit Gott reden zu bestimmten Zeiten.
  • Du musst fasten.
  • Du musst die Stille suchen.
  • Du musst 10% deines Einkommens spenden.
  • Du musst vor dem Abendmahl alle Sünden bekennen.

Ich kann’s echt nicht mehr hören! Weißt du, was ich muss? Gar nix! Und du auch nicht! Wenn du diese Listenpunkte (und viele weitere) nur erfüllst, um dein frommes Gewissen zu beruhigen: Dann lass es – und such dir jemanden, mit dem du darüber redest, wie du von diesem frommen Pflichtbewusstsein befreit werden kannst.

Gott sehnt sich nach dir in einer Liebesbeziehung und nicht in einer Pflichtbeziehung. Er möchte dein Herz erfüllen und nicht dich knechten, weil du mal wieder einen (oder mehrere) Punkte nicht erfüllst.

Wir haben’s verbockt!

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass ich denke: “Wir haben’s echt verbockt!” Was haben wir aus dem Glauben an Jesus gemacht? Was haben wir aus dieser wunderbaren Herzensbeziehung gemacht? Oftmals einen trockenen, pflichtbewussten und leblosen Glauben, weil wir aus ihm gesetzliche Vorschriften gemacht haben. Oder kurz: wir haben einen ziemlich kranken Glauben daraus gemacht.

Das perfide an der ganzen Geschichte ist ja: die “Erfüllung” dieser Gesetze ist an sich nicht schlimm. Beten, in der Bibel lesen, für Gerechtigkeit einstehen, sich um Bedürftige kümmern, sonntags in den Gottesdienst zu gehen und einen bestimmten Betrag zu spenden – alles gut. Alles super. Keine Frage. Aber vollkommen leblos, wenn es aus Pflichtbewusstsein geschieht. Solltest du dich mal fragen (oder es schon getan haben), warum es dir diese “Dinge” keinen Spaß machen, obwohl sie doch so herrlich fromm sind – dann könnte es daran liegen, weil du sie tust, weil “man das halt so macht”.

Es gibt Hoffnung auf Heilung!

Denn aus der Liebe zu Jesus, dem Dialog des Gehorsams und dem Zusammenwirken mit Gottes Geist heraus wirst du merken, wie gut dir die Dinge, die ich oben aufgelistet haben, tun. Aber erst Glaube – dann Taten. Nicht andersrum, denn das geht in die Hose und hinterlässt in dir ständig ein Gefühl des Ich-werde-Gott-einfach-nicht-gerecht. Das stimmt ja auch. Das wirst du nicht, denn das bist du schon – durch Jesus!

Und dann, ja dann ist der Glaube eigentlich ganz anders: Freude, Lachen, Liebe, Annahme, Geborgenheit, Freisein, Vergebung, Heilung, Trost, Kraft, Hoffnung und vieles mehr. Was wäre unser Leben doch reicher und schöner, wenn diese Dinge immer mehr durch den Glauben an Jesus in uns groß und stark und kräftig werden – und eben nicht weil wir “müssen”, denn:

Glauben kann keinerlei Spuren von “Müssen” enthalten

Manchmal brauche ich solch ein Buch, das mich wieder mal auf allegorische Weise daran erinnert, was es mit dem Glauben eigentlich auch sich hat und wo ich selbst schief gewickelt bin, wo ich Meinungen und Vorstellungen vom Glauben folge, die Gott sicherlich nicht so erfunden hat – die sich aber in frommen Kreisen so festgesetzt haben, dass man sie beginnt zu glauben und ihnen nachzujagen (Leser des Buches “Die Stimme des Königs” werden bei diesem Wort aufhorchen) – ohne zu hinterfragen.

Lies das Buch “Die Stimme des Königs” – und noch viel wichtiger: Hör einfach auf die Stimme des Königs. Lass ihn zu dir reden – und folge seiner Stimme!

Das Comeback der Kirche

0

Wenn in der Kirche mutige Menschen, die eine Vision und Leidenschaft haben, sich zusammentun,  entsteht nahezu immer etwas Historisches mit großartigem Ausmaß. Anders kann man nicht beschreiben, was “Mission Manifest” (www.missionmanifest.online) bedeutet.

Um was geht’s?

Auch wenn von einem “Comeback der Kirche” die Rede ist, so ist doch entscheidend: Es geht ihnen nicht primär um die Institution Kirche, sondern darum, dass Kirche wieder ihren missionarischen Auftrag wahrnimmt.

Mich beeindruckt, wie viele unterschiedliche (katholische) Gemeinden und Werke an diesem Manifest beteiligt waren, welche Einmütigkeit das ausdrückt und welche Kraft davon in unser Land ausgehen kann.

In der Präambel dieser 10 Thesen heißt es deswegen:

Nach menschlichem Ermessen wird die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz in wenigen Jahren kaum mehr eine gesellschaftlich wahrnehmbare Rolle spielen. Das ist weniger schade um die Kirche als schlimm für die Menschen, die Gott verlieren oder Jesus nie kennenlernen.

Dieses “Mission Manifest” wurde auf der MEHR-Konferenz in Augsburg zu Beginn dieses Jahres verabschiedet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wer den 10 Thesen zustimmt, kann sich online in die Unterzeichner-Liste eintragen – ich habe es auch getan.  Warum? Weil ich mich verpflichten möchte, mit meinem Leben und meinem Dienst als Pfarrer diesen 10 Thesen zu “folgen”.

Aber warum eigentlich?

Weil es jeder einzelne Mensch in Deutschland wert ist. Ganz egal, woran er glaubt, wen oder wie er liebt, welche Hautfarbe er hat und welches Gehalt (oder auch nicht) er bezieht. Gottes Liebe und sein rettendes Handeln durch Jesus gilt ALLEN Menschen. Und alle meint: A.L.L.E! Ohne Ausnahme!

Diese 10 Thesen rufen – teilweise auch schmerzlich – in Erinnerung, was der eigentliche Auftrag von Kirche ist, wie Kirche handeln soll und für wen sie da ist.

Weil “Kirche” das in den letzten Jahrzehnten immer wieder vernachlässigt hat, ist nach menschlichem Ermessen nicht damit zu rechnen, dass sich ihr Zustand bessert. Zu groß sind die Erosionsschäden, die durch bibelkritische Ideologien innerhalb der großen Kirchen entstanden sind.

Übernatürliches Handeln Gottes und die Kirche

Aber auch ein kirchliches Handeln, das alles Übernatürliche versucht wieder irgendwie natürlich zu erklären sorgt dafür, dass die übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes in unseren Kirchen nicht so oft zu finden ist, wie es wünschenswert wäre. Schon Paulus hat die Christen in Thessaloniki ermahnt:

Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! (Die Bibel, 1. Thessalonicher 5,19)

Diese Ermahnung wäre relativ sinnlos, wenn die Möglichkeit nicht bestehen würde, dass wir dem Wirken des Heiligen Geistes im Weg stehen könnten. Am einfachsten und (leider) effektivsten tun wir es dort, wo wir den Geist Gottes versuchen, mit unserem menschlichen Verstand zu erklären oder salopp meinen “Der Geist weht, wo er will”. Wie oft habe ich das schon bei “Kirchens” gehört und jedes Mal gedacht: “Das stimmt doch überhaupt nicht, weil es so gar nicht in der Bibel steht – auch wenn du dich auf Johannes 3,8 berufst. Dort steht aber, dass der “Wind” weht, wo er will – und nicht der Heilige Geist.”

Warum diese Thesen nötig sind? Weil die großen Kirchen in Deutschland ihren Teil dazu beigetragen haben – und ich nehme mich da nicht aus -, dass solch ein Ruf “ad fontes”, zu den Quellen, wieder nötig ist, damit Kirche ihre ganze Kraft und Schönheit entfalten kann, wie von ihr in Apostelgeschichte 2 berichtet wird:

Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete. (Die Bibel, Apostelgeschichte 2,47)

Typisch deutsch

Vollkommen klar ist, dass dieser noch so junge Impuls schon nach wenigen Tagen angegriffen und kritisiert wird. Frei nach dem Motto:

“Ich bin so deutsch, dass ich schon mal motze, auch wenn ich noch gar nicht weiß, um was es geht.”

Da wird davon gesprochen, dass es eine geeignete Kampagne wäre, um die Verkaufszahlen des dazugehörigen Buches in die Höhe schnellen zu lassen, da schlagen sich – natürlich nur verbal – Theologen die Schädel ein um einzelne Worte in einzelnen Thesen.

Können wir das nicht mal lassen? Können wir uns stattdessen nicht mal als Christen, Gemeinden, Werke, Einrichtungen und und und zusammentun und über manche Kleinigkeiten hinwegsehen und einmütig das Beste für unser Land wollen? Ginge das? Ich fände es außerordentlich genial, weil dahinter eine riesengroße Verheißung steht, von der wir im so genannten “hohepriesterlichen Gebet” Jesu lesen:

Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns, so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. (Die Bibel, Johannes 17,21)

Ich freue mich!

Ich bin auch Deutscher. Aber ich will anders reagieren. Ich freue mich einfach übermäßig, dass es diesen Aufbruch gibt. Viele Menschen (über 1.800) haben schon jetzt online unterzeichnet. Ich freue mich, dass diese 10 Thesen kurz, prägnant und inspirierend auf den Punkt bringen, um was es “bei Kirche” eigentlich geht.

Ich freue mich darüber, dass dieses “Mission Manifest” dazu beitragen wird, dass die missionarischen Bemühungen innerhalb der Kirchen aufflammen werden. Davon bin ich überzeugt – und wenn es “nur” bei einzelnen ist. Aber – der einzelne – war da nicht was? Genau. Der ist Jesus unendlich wichtig!

Ich hoffe und erwarte, dass wir in einigen Jahren sagen können: Durch “Mission Manifest” fand nicht nur ein Comeback der Kirche statt, sondern viele Menschen, denen Gott bis zu diesem Zeitpunkt relativ egal war, sind dadurch zu leidenschaftlichen Nachfolgern Jesu geworden.” Warum? Weil es einzelne Christen gab, Menschen wie du und ich, dich sich haben anstecken lassen von “Mission Manifest” und der leidenschaftlichen Liebe zu Jesus und zu den Menschen, die darin zu finden ist.

Und jetzt: Viel Segen und Inspiration beim Lesen der 10 Thesen!

 

 

Die Kraft des Neuen

0

“Ein gutes/fröhliches/gesegnetes/fantastisches/wasauchimmer neues Jahr” wünschen wir uns in den ersten Tagen eines “neuen” Jahres.

Ich habe in der Silvester-Predigt über “Die Kraft des Neuen” gepredigt – weil wir alleine schon in unserem Alltag ständig von “Neuem” umgeben sind.

Es ist überaus inspirierend und nachdankenswert, wie oft in der Bibel davon die Rede ist, dass Gott in unserem Leben “Neues” entstehen lässt und was “neu” bei ihm bedeutet.

Ich möchte das nur mal exemplarisch anhand von vier Bibelstellen genauer betrachten.

1. Neues Leben I

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
(2. Korinther 5,17)

Irgendwann trat Jesus in dein Leben – vielleicht war es eine klassische 180-Grad-Bekehrung, vielleicht war es ein längerer Prozess oder eine Neu-Entscheidung oder bewusste Entscheidung, auch wenn du “christlich sozialisiert” aufgewachsen bist.

In welcher Form auch immer, gab es einen Abschnitt in deinem Leben, als du entschieden hast, Jesus bewusst nachzufolgen und ihm zu vertrauen. Und dieser Abschnitt hat etwas grundlegend Neues in dein Leben gebracht. Dein Denken, deine Haltung, deine Handlungen, deine Werte wurden neu geordnet – nicht, dass jetzt alles besser oder komplett anders wäre. Aber du hast in der Grundausrichtung deines Lebens eine neue Justierung bekommen. Und dafür kannst und sollst du ein Leben lang dankbar sein, weil es die wichtigste Entscheidung war, die du jemals getroffen hast. Niemand kann sie dir nehmen und sie hält für alle Ewigkeit.

Und solltest du beim Lesen dieser Zeilen denken “Ich habe diese Entscheidung aber noch gar nicht getroffen” – dann, ja dann, dann frage ich dich: Warum eigentlich nicht? Was hindert dich? Geh dem nach und entscheide dich für das Richtige!

Das “Neue”, das Jesus schafft, wenn er unser ganzes Wesen verändert, ist die größte und beste Erneuerung unseres Lebens.

2. Neues Leben II

Und der auf dem Thron saß, sprach: “Siehe, ich mache alles neu!” (Offenbarung 21,5)

…und in den Versen davor heißt es, dass Gott bei den Menschen wohnen wird und dass alles Schlechte unseres Lebens wie Leid, Schmerzen und Tränen nicht mehr sein wird. Wann? Ich weiß es nicht – aber dann, wenn Gott den Zeitpunkt für richtig erachtet, dieses “Erste” zu beenden und etwas ganz Neues zu schaffen. Schöpfung 2.0 sozusagen. Das Ende dieses Zeitalters und der Beginn dessen, was Christen “die Ewigkeit” nennen (auch wenn das so nicht ganz korrekt ist, da die Ewigkeit schon längst beginnt, wo Jesus in unser Leben tritt, aber das können wir mal an anderer Stelle vertiefen). Den Zeitpunkt weiß Gott alleine, aber: Christen glauben nicht, dass diese Welt irgendwie untergeht, dass es einen atomaren Krieg und damit Zusammenbruch dieser Welt gibt, dass Aliens kommen und uns alle entführen oder andere apokalyptischen Wahnvorstellungen.

Christen glauben, dass Gott diese Welt vollenden und eine neue, bessere Ewigkeit schaffen wird, die er bereithält für die, die an ihn glauben. Das heißt es, wenn der, der auf dem Thron sitzt, sagt: “Siehe, ich mache alles neu!”

Und wenn er schon diese gesamte Schöpfung und Weltgeschichte in ein 2.0 verwandeln wird – wieviel mehr ist es für ihn ein Ding der absoluten Möglichkeit, Neues zu schaffen – in deinen Beziehungen, in deinen finanziellen Herausforderungen, in deinen beruflichen Sackgassen, in deinen emotionalen Tiefen, in deinen gesundheitlichen Schicksalen und und und. Aber was heißt denn schon “neu”? Darauf werde ich unter 4. genauer eingehen. Lies also erst mal weiter.

3. Herz & Geist: Neu!

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

So lautete die Jahreslosung 2017 und meint genau das, wenn Gott Neues in unserem Leben im Hier und Jetzt und Heute schafft. Er tut es, indem er unser Herz und unseren Geist immer und immer wieder erneuert.

Im Neuen Testament fordert Paulus uns in Epheser 5,18 auf, dass wir uns vom Heiligen Geist erfüllen lassen sollen. Die Zeitform, die dafür im Griechischen verwendet wird, drückt eine kontinuierlich wiederkehrende Handlung aus. Natürlich werden wir mit dem Heiligen Geist erfüllt, wenn wir unser Leben Jesus anvertrauen (siehe 1.). Aber gleichzeitig werden wir aufgefordert, uns immer wieder erneuern und erfüllen zu lassen von Gott – denn er will uns ein neues Herz und einen neuen Geist geben.

Das alles geschieht nicht irgendwann, sondern es geschieht mitten in unserem Alltag, der manchmal ziemlich konfus und durcheinander ist – unser Leben halt mit allem, was dazu gehört: unsere Beziehungen, unsere Finanzen, unsere Freizeit, unser Beruf und und und – in der Predigt-Präsentation habe ich versucht, das einmal so darzustellen:

4. Neues? Unscheinbar!

Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.
(Jesaja 43,19)

Kann es sein, dass Gott schon längst Neues in uns schafft – wir aber blind dafür sind? Jesaja schreibt diese Worte prophetisch in eine Situation, die für das Volk Gottes wohl die größte Katastrophe seiner Geschichte war: das babylonische Exil. Und mitten in dieser Situation nun soll Neues entstehen – unscheinbar. Vielleicht gar nicht so recht erkennbar? Aber warum? Die Antwort liefert Jesaja witzigerweise schon einen Vers davor: “Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!” (Jesaja 43,18)

Ein rückwärts gerichtetes Leben verhindert, dass wir erkennen, was Gott schon längst an Neuem in unserem Leben entstehen lässt. Natürlich ist die Vergangenheit nicht nur rosarot, natürlich gibt es Dinge, die uns in der Vergangenheit das Leben schwer gemacht haben und natürlich gibt es auch Verletzungen und Verwirrungen, die immer noch in der Gegenwart am Heilen sind. Aber all diese Dinge laufen Gefahr, uns den Blick darauf zu rauben, was Gott schon Neues in unserem Leben entstehen lässt.

In keinem der vier Verse ist von “besser” die Rede, sondern von “neu” – warum? Weil es automatisch “besser” ist, wenn Gott etwas “neu” schafft. Nicht immer, nicht unbedingt aus menschlicher Sicht – aber immer aus göttlicher Perspektive.

Wenn Gott in deinem Leben “Neues” entstehen lässt, ist es IMMER besser als es zuvor war. Alleine bei der Schöpfung wird das schon ganz deutlich: Anfangs nur eine Ursuppe erschafft Gott etwas ganz Neues – und es war besser. Viel besser.

Oder Jesus. Auf der Erde unterwegs. Er begegnet Menschen. Er schafft Neues alleine durch seine Gegenwart – und das war immer besser als das, was die Menschen bis dahin kannten.

Vertrauen und Dankbarkeit können ein großartiger Schlüssel dafür sein, was Gott Neues in deinem Leben schaffen will.

Sei es in den ganz konkreten Dingen deines Alltags wie den finanziellen Fragen, deinen Beziehungen, im Beruf oder einfach in deiner Art, dein Leben zu gestalten – Gott will Neues (=Besseres) schaffen. Oder vielleicht hat er etwas absolut komplett Neues für dich vor? Dann lass dich drauf ein! Wenn Gott Neues schafft, ist es immer “besser” als es zuvor war. Vertrau darauf – auch und gerade 2018.

In diesem Sinne ein gesegnetes, erfüllendes, frohes und glückliches neues Jahr!

Weihnachten im Wutachtal 2017

0

“Mein Äußerstes für sein Höchstes.” So heißt nicht nur ein bekanntes Buch von Oswald Chambers, so könnte man auch beschreiben, was viele, viele Menschen aus unserer Gemeinde dieses Jahr rund um Weihnachten geleistet haben.

Wenn du am 23. und 24. Dezember ein Theaterstück aufführst, am 24. Dezember noch einen interaktiven Wimmelgottesdienst für Familien mit Kindern von 0-7 Jahren feierst, wenn das Ganze nicht “einfach nur so” stattfinden soll, sondern die Besucher und Mitfeiernden begeistern soll – dann, ja dann, ist eines klar: Das geht nur mit einem großen Aufwand, den viele, viele fleißige Hände betreiben.

Und das war bei uns in der Gemeinde (www.wutachblick.de) an Weihnachten dieses Jahr absolut der Fall. Ich bin jedem einzelnen und jeder einzelnen so unglaublich dankbar, weil die unzähligen Rückmeldungen gezeigt haben: Es hat sich gelohnt. Die Menschen waren sowohl von den Theateraufführungen als auch vom Wimmelgottesdienst restlos begeistert!

Zu den Theateraufführungen kamen ca. 1.000 Personen und die Presse berichtet sehr, sehr positiv darüber (hier geht’s zum Artikel im SÜDKURIER).

Dem Theaterstück zugrunde lag die Erzählung “Martin, der Schuster” von Leo Tolstoi. Eingebettet war die Aufführung in einige Lieder und eine kurze Predigt von mir. Der Umzug in eine andere Halle war auf Grund von Renovierungsarbeiten der eigentlichen Halle nötig – erwies sich aber im Nachhinein als ohnehin richtig, da wir in der ursprünglichen Halle es nicht geschafft hätten, alle Besucher in zwei Aufführungen willkommen zu heißen.

Den Wimmelgottesdienst haben wir mit ca. 150 Personen gefeiert, wovon ein großer Teil mehr oder weniger “ruhig” vorne bei den Hirten saß…also gut, weniger ruhig, eher lebhaft. Wimmelig halt. Und das war gut so. Sehr gut! Denn genau das sollte es ja auch sein – wimmelig. Nicht mucksmäuschenstill. Wäre ohnehin schwierig gewesen in einer Kirche, in der man kaum hätte umfallen können, weil es so voll war. Das hat so unglaublich viel Spaß gemacht, mit so vielen (kleinen) Kindern Weihnachten zu feiern: Diese leuchtenden Augen, wenn es um Geschenke geht, der kleine Junge, der mal eben ein Schaf umschmeißt oder die Faszination in den Gesichtern, wenn plötzlich ein Engel erscheint in strahlendem weißen Licht und mit entsprechendem Soundtrack.

Den Abschluss bildete dann ein Weihnachtsgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag in einer wieder bis auf den letzten Platz (und darüber hinaus) gefüllten Kirche – mit alten und neuen Weihnachtsliedern und einer Predigt über eine “himmlische Familie” und darüber, was die prophetische Namensgebung aus Jesaja 9 für uns und unsere Beziehungen heute zu sagen hat (die Predigt kannst du hier anhören).

Ich bin so unglaublich dankbar, dass es in meiner Gemeinde so viele Menschen gibt, denen es ein Anliegen ist, ausgerechnet an Weihnachten die Extra-Meile zu gehen und über das “Normale” hinaus sich einzusetzen, damit Menschen die beste Botschaft der Welt hören.

Impressionen vom Wimmelgottesdienst:

Und diese Menschen sind meine persönlichen Helden, die

  • wochen- und monatelang eine Theateraufführung vorbereiten.
  • Tage vorher in der Halle aufbauen.
  • nach den Feiertagen in der Halle wieder abbauen.
  • einen Gottesdienst für die Kleinsten entwickeln.
  • im Vorfeld mit vorbereiten, weil sie am Tag selbst nicht können.
  • Herzblut, Leidenschaft und Zeit über die Maßen investieren.
  • Licht-, Ton- und Videotechnik installieren, unzählige Meter Kabel verlegen, technische Herausforderungen meistern.
  • die Kirche in eine “Hirten-Szene” für einen Wimmelgottesdienst verwandeln.
  • sich Nächte um die Ohren schlagen, weil manche Dinge nicht so klappen, wie sie sollten.
  • ihre Texte auswendig lernen und ihr schauspielerisches Talent zeigen.
  • wochenlang die Lieder proben, um auf den Punkt top vorbereitet zu sein.
  • ein Herz für die Kleinsten und ihre Familien haben.
  • Kostüme nähen, Requisiten zusammen suchen und ein faszinierendes Bühnenbild bauen.
  • ihre “Maske”-Fähigkeiten einbringen und die Schauspieler schminken.
  • alle Mitarbeitenden kulinarisch verpflegen, ein offenes Ohr haben, gute Laune verbreiten und mehr als nur “gute Seele” sind.
  • sich um die Halle kümmern und alles Organisatorische.
  • die Menschen am Abend begrüßen und sie herzlich willkommen heißen.
  • nach den Veranstaltungen sauber machen.
  • hier und da mit ein paar Handgriffen einfach etwas erledigen, ohne dass es jemand sieht oder sie dazu aufgefordert hat.
  • extra Urlaub nehmen, um mit dabei zu sein.

Wir sagen immer so leicht: “Es geht nicht um Menschen. Es geht um Jesus.” Korrekt. So ist es auch. Alle Ehre geht an Gott allein – aber mein Dank, der geht an dieser Stelle ausdrücklich an alle, die “Weihnachten im Wutachtal 2017” möglich gemacht haben. Ihr seid ganz, ganz besondere Menschen. Ihr habt eure euch von Gott geschenkten Gaben zu seiner Ehre eingesetzt und habt vielen, vielen Menschen eine Freude bereitet, ein Staunen ins Gesicht gezaubert und eine Botschaft ins Herz mitgegeben, die sie hoffentlich nicht vergessen werden.

Und ganz wichtig: Es hat einfach jede Menge Spaß gemacht mit euch – ob Theater oder Wimmelgottesdienst. Wir hatten viel Freude an dem, was wir da tun. Und das ist enorm wichtig!

www.weihnachten-im-wutachtal.de

Impressionen von “Martin, der Schuster”:

Einige bewegte und bewegende Bilder gibt es in diesem Video:

Die TOP 5 Beiträge in 2017

0

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen und ich habe hier die TOP 5 Beiträge aus 2017 – sprich: Die Artikel, die 2017 am meisten gelesen wurden auf meinem Blog. Zwei Beiträge davon sind aus dem Jahr 2015, einer aus dem letzten und zwei aus diesem Jahr.

Meist gelesene Beiträge

10 Dinge, die du als Christ nicht glauben solltest

Es gibt vieles, das du als Christ nicht glauben solltest. Ich liste hier nur mal 10 Dinge auf (in Anlehnung an die bekannte Serie “10 Dinge, die Sie nicht tun sollten…”), die mir ganz spontan kommen. Die Reihenfolge ist willkürlich. Und wahrscheinlich müsste es eher “99 Dinge…” heißen – aber das würde ja kein Mensch […]

39 comments

Danke, ICF!

Wenn 1.000 Menschen in leitenden Positionen in ihrer Kirchengemeinde zusammen kommen, gemeinsam Gott anbeten, in unterschiedlichen Workshops dazulernen und durch zwei geniale Messages von Nicolas Legler und Leo Bigger herausgefordert, inspiriert und gesegnet werden – dann, ja dann, liegt ein genialer Tag hinter mir. Zum ersten Mal finden in Zürich in der neuen Samsung Hall […]

0 comments

Buchempfehlung: “Lebe gefährlich. Leidenschaftlich Gott nachjagen”

“Lebe gefährlich”. Spannender Titel. Und dann noch leidenschaftlich. Kurz vor dem letzten Urlaub war ich in der Buchhandlung und mir fiel dieses Buch in die Hand. Ich wusste erst gar nicht, dass es schon wieder ein neues Buch von Mark Batterson gibt. Ich las den Klappentext und dachte: “Oha. Das Buch könnte etwas sein.” Et […]

2 comments

Der unsichtbare Dienst einer Pastorenfrau

Dieser Artikel ist meiner Frau gewidmet, denn sie leistet Grandioses und hat sich bewusst für ihr Schicksal entschieden, als wir geheiratet haben. Und dieses Schicksal heißt: Pastorenfrau zu sein. Dieser Artikel ist keine Abrechnung und er ist auch nicht polemisch gemeint. Er stellt lediglich Tatsachen dar und soll die wahren Heldinnen der Gemeindearbeit ehren: Pastorenfrauen. […]

0 comments

15 skurrile Ausreden, nicht in den Gottesdienst zu gehen

Dieser Artikel ist die Übersetzung des englischen Originals 15 bizarre excuses real people made for missing church. Thom Rainer ist CEO von “LifeWay Christian Resources”. Er hat Pastoren und Gottesdienstbesucher befragt, was die Gründe sind, nicht in den Gottesdienst zu gehen. Diese 15 Gründe (besser gesagt: Ausreden) sind eigentlich unglaublich – aber wahr. Wir hatten […]

0 comments

Die Liste der meist gelesenen Beiträge, die ich dieses Jahr veröffentlicht habe, sieht so aus:

 

Meist gelesene Beiträge aus dem Jahr 2017

Danke, ICF!

Wenn 1.000 Menschen in leitenden Positionen in ihrer Kirchengemeinde zusammen kommen, gemeinsam Gott anbeten, in unterschiedlichen Workshops dazulernen und durch zwei geniale Messages von Nicolas Legler und Leo Bigger herausgefordert, inspiriert und gesegnet werden – dann, ja dann, liegt ein genialer Tag hinter mir. Zum ersten Mal finden in Zürich in der neuen Samsung Hall […]

0 comments

15 skurrile Ausreden, nicht in den Gottesdienst zu gehen

Dieser Artikel ist die Übersetzung des englischen Originals 15 bizarre excuses real people made for missing church. Thom Rainer ist CEO von “LifeWay Christian Resources”. Er hat Pastoren und Gottesdienstbesucher befragt, was die Gründe sind, nicht in den Gottesdienst zu gehen. Diese 15 Gründe (besser gesagt: Ausreden) sind eigentlich unglaublich – aber wahr. Wir hatten […]

0 comments

Wozu starb Jesus am Kreuz?

Das ist die Frage, die sich bis heute viele Theologen und andere Menschen stellen. Und heute an Karfreitag möchte ich versuchen, eine Antwort darauf zu geben. Eine schwierige Auslegung Sicherlich kann man das Kreuzesgeschehen ganz unterschiedlich deuten und es finden sich auch schon im Neuen Testament selbst unterschiedliche Facetten seiner geistlichen Bedeutung. Was ich persönlich […]

1 comment

Roots. Auf der Suche nach dem Ursprung des Glaubens

Welche Bedeutung hat eigentlich das “Alte Testament” für den christlichen Glauben? Schaut man sich landauf landab in der kirchlichen Szene ein wenig um, könnte man den Eindruck bekommen, dass die Antwort lautet: “Nicht wirklich eine große!” Aber leider ist das schlecht und dem christlichen Glauben alles andere als zuträglich. Oder um es noch deutlicher zu […]

0 comments

Entertainment und Heiligkeit

Für mich sind das die wesentlichen Bestandteile eines guten Gottesdienstes. Und gleichzeitig sind es vielleicht auch die Dinge, die in unseren Gottesdiensten landauf landab viel zu oft fehlen. Ich weiß, dass man das pastoraltheologisch nun angreifen kann, vor allem wenn man gängige Bilder von Entertainment und Heiligkeit im Kopf hat. Aber dennoch: Gottesdienst ist immer […]

0 comments

An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an Dich, liebe Leserin und lieber Leser. Ein Blog macht nur Sinn, wenn er gelesen wird und die Beiträge andere inspirieren. Beides ist der Fall, was mir Rückmeldungen zeigen – und das freut mich sehr!

Gerne kannst du über die Kontakt-Seite oder in der Kommentarfunktion Rückmeldung geben – oder mir schreiben, zu welchem Thema du gerne einen Beitrag in 2018 auf meinem Blog lesen würdest.

 

Fürchtet euch nicht!

0

Dieses Jahr feiern wir in unserer Gemeinde das erste Mal einen “Wimmelgottesdienst” – einen interaktiven Mitmachgottesdienst für Familien mit Kindern von 0-7 Jahren.

Die Kernbotschaft, die in diesem Gottesdienst eine Rolle spielt, ist genau die, welche der Engel den Hirten sagte und die auch heute noch gilt:

“Fürchtet euch nicht!”

Es gibt wirklich jede Menge, wovor wir uns fürchten können, keine Frage.

Die großen Sorgen um die weltpolitische Lage, aber auch die “kleinen Sorgen” des Alltags, die aber eigentlich zu den großen Sorgen werden, weil sie so nah an uns dran sind und unseren Alltag bestimmen können – leider nicht auf positive Weise.

“Fürchtet euch nicht!” Die Hirten haben es ernst genommen, haben sich auf den Weg nach Bethlehem gemacht und dort haben sie Jesus gefunden. Und genau das ist es, was uns Weihnachten doch alle Jahre wieder predigt: “Euch ist heute der Retter geboren” – aber vor lauter Weihnachtstrubel und Weihnachtsbäckereien, Weihnachtsmärkten und Weihnachtsgeschenken sind wir ja schon ganz gut darin, diese Tatsache unter dem Glühweinnebel zu verbergen und nicht wirklich ernst zu nehmen – oder leben wir furchtlos?

Die Hirten hören “Fürchtet euch nicht!” – und sie machen sich direkt auf den Weg zum Ursprung ihres Nicht-Fürchtens. Zu Jesus.

Wir benötigen nicht jeden Tag Weihnachten, um uns nicht zu fürchten, aber wir benötigen jeden Tag diese Vergewisserung und Bewegung zu dem hin, der an Weihnachten geboren wurde und der Grund dafür ist, dass das “Fürchtet euch nicht!” keine fromme Floskel, sondern tragende und prägende Kraft in unserem Alltag ist.

Als dieses Baby in der Krippe einige Jahre später als Messias durch die Lande zog, Menschen heilte, Schuld vergab, Tote zum Leben erweckte, Liebe lebte und Gottes Reich verkündete, da sagte er auch einen Satz, der diese Weihnachtsbotschaft uns Tag für Tag ins Herz schreibt:

“In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten:
Ich habe die Welt besiegt.”
(Die Bibel, Johannes 16,33 – Neue Genfer Übersetzung)

In diesem Sinne wünsche ich dir frohe Weihnachten, die Freude darüber, dass der Retter dieser Welt geboren ist und es einen festen Grund gibt, weshalb du keine Furcht haben musst – vor nichts und niemandem! Denn wer Jesus vertraut, der hat diese Welt mit ihm überwunden, auch wenn sie uns so oft bedrängen mag – sie kann uns nicht überwinden, weil die Liebe des Retters, der an Weihnachten das Licht der Welt erblickte, die stärkste Kraft in diesem Universum ist.

Finden, fördern, freisetzen

0

Es war im Zug auf dem Weg nach Karlsruhe. Dort erwartete mich die Prüfung im Fach “Neues Testament” im Rahmen meines ersten theologischen Examens. Ich saß mit einem Kommilitonen in der Bahn und wir unterhielten uns – ok, eigentlich haben wir noch versucht, manches in den Kopf zu bekommen – über die Ämter und Dienste, welche im Neuen Testament vorkommen.

Uns gegenüber saß eine junge Dame, die uns irgendwie zuhörte (waren wir echt so laut?) und an ihrer Lektüre war unschwer zu erkennen, dass sie Christin war, die es mit ihrem Glauben ernst nahm. Ganz unvermittelt sagte sie zu uns: “Apostel, Lehrer, Hirten, Propheten und Evangelisten – steht doch im Epheserbrief.”

Ich weiß bis heute nicht, was meinem Kommilitonen damals durch den Kopf ging – ich dachte nur: “Du hast schon recht, junge Frau. Nur leider ist das im Rahmen unserer Prüfung nicht so einfach, diese Dienste anzubringen, denn dazu muss man einige Vorzeichen setzen.”

Diese Vorzeichen sind für mich im Grund genommen zwei, die man auch machen sollte, wenn man “Finden, fördern, freisetzen” von Stefan Vatter liest.

1. Vorzeichen: Der Geist Gottes wirkt heute noch genauso wie zur Zeit der Abfassung des Neuen Testaments.

2. Vorzeichen: Was im Neuen Testament über verschiedene Ämter und Dienste ausgesagt wird, ist auch für uns heute im 21. Jahrhundert noch gültig.

Je nachdem, aus welchem kirchlichen Background du kommst, hast du jetzt schon etwas Bauchschmerzen oder denkst “Hä? Erzähl mir mehr, was ich schon weiß”.

“Wirksam führen – die Wiederentdeckung des apostolischen Dienstes”

So lautet der Untertitel dieses Buches – und der ist Programm. Stefan Vater beschreibt mit solch einer großen Leidenschaft und theologischen Tiefe den apostolischen und fünffältigen Dienst, dass ich mir beim Lesen immer wieder zwei Fragen stellte:

  1. Wie konnte es nur dazu kommen, dass wir diesen Dienst im Laufe von fast 2000 Jahren Kirchengeschichte so sträflich vernachlässigt und inzwischen in weiten Teilen der Kirche aufgegeben haben?
  2. Wie kann der apostolische Dienst konkret in einer Gemeinde Gestalt gewinnen?

Um ehrlich zu sein: Vielleicht habe ich mir diese beiden Fragen vor allem deswegen gestellt, weil sie mehr oder weniger andauernd im Buch implizit behandelt werden. Dieses Buch ist die zweite, komplett überarbeitet und um viel wertvolle Seiten und Einsichten ergänzte Auflage der ersten Ausgabe. Soweit zu den Rahmenbedingungen. Gehen wir in medias res.

Vatter gliedert seine Ausführungen über den apostolischen Dienst in fünf große Kapitel:

  1. Der Ursprung des apostolischen Dienstes
  2. Wesen und Kennzeichen eines Apostels
  3. Apostolisches Wirken in Reich Gottes, Gemeinde und Welt
  4. Der Apostel im Team
  5. Wege zu einer apostolisch geprägten Gemeinde

Am Aufbau sieht man schon sehr gut, was sich an Kostbarkeiten in diesem Buch wiederfinden: Zunächst geht es um eine biblisch-theologische Grundlegung dessen, was “apostolisch”, “Apostel” und “apostolischer Dienst” überhaupt meinen. Super spannend finde ich Vatters Ausführungen über den “apostolischen Dienst” in der Kirchengeschichte. Hoch spannend, wie er bspw. die irrschottische Mönchsbewegung des frühen Mittelalters beschreibt – aber bis in die heutige Zeit Beispiele und Entwicklungen des apostolischen Dienstes aufzeigt.

Wer trockene theologische Ausführungen befürchtet, der sei beruhigt: die theologischen Ausführungen sind immens – aber sie sind absolut gut verständlich und nachvollziehbar (auch für Laien) ohne aber an Gehalt zu verlieren. Vatter schafft es, hochkomplexe theologische Zusammenhänge so zu beschreiben, dass sie verständlich sind – das ist wahre geistige und geistliche Reife und Weisheit! Es ist ein Genuss, seinen Ausführungen nachzuspüren und die Leidenschaft für den apostolischen Dienst darin zu erkennen.

Aber es bleibt nicht bei diesen theologischen Ausführungen, sondern wird vor allem im zweiten Teil des Buches immer praktischer. Den größten Gewinn hat man zweifelsohne aber nur dann, wenn man die (implizit) herausfordernden Fragestellungen an sich heranlässt bzw. an die Gemeinde (vgl. S. 228):

  • Haben wir die Demut, unsere Bedürftigkeit einzugestehen?
  • Heißen wir die apostolische Gabe im Gebet unter uns willkommen?
  • Eignen wir uns ein biblisches Bild über den apostolischen Dienst an?
  • Lernen wir von apostolisch begabten Personen?
  • Gestehen wir apostolischen Gabenträgern Entwicklungsräume zu?
  • Beten wir als Leitung unter Handauflegung für geeignete Personen?
  • Haben wir die Möglichkeit so jemanden (Teilzeit?) anzustellen?

Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der sich bei manchen Fragen “ertappt” fühlt und – positiv ausgedrückt – verspürt, dass da noch Luft nach oben ist…

Das nächste Programm?

Unweigerlich stellt man sich aber auch die Frage: “Ist das jetzt das nächste Programm, dem ich hinterherrennen muss?”

Sagen wir mal so: Müssen tust du nix. Aber wenn jemand auf sehr, sehr einleuchtende, tiefgreifende und nachvollziehbare Art und Weise biblische Zusammenhänger über den apostolischen Dienst sowie dessen Geschichte in fast 2000 Jahren Gemeinde Jesu darlegt – dann solltest du dir zumindest Gedanken darüber machen, ob da nicht was dran wäre. Denn: “Finden, fördern, freisetzen” ist kein Programm, das man methodologisch einordnen müsste sondern es beschreibt vielmehr das Wesen von Kirche auch heute noch, sozusagen eine Darlegung von Gemeinde auf ontologischer Ebene, auf der wiederum natürlich verschiedene Methoden ihren Platz finden können.

Um es mal ein wenig plastischer auszudrücken: Was bringt es, wenn man als Gemeinde einem Programm à la Willow Creek, ICF, Fresh X, kontemplativ, attraktiv, undsonstwas-iv nachfolgt, dabei aber die biblische Grundlegung vergisst?

Für mich war die Lektüre des Buches sehr, sehr herausfordernd, da ich mich natürlich auch Frage, welchen Stellenwert der apostolische Dienst bzw. der fünffältige Dienst in meiner Kirchengemeinde haben. Nicht umsonst werden wir als Kirchengemeinde an einem Leiterschaftstraining teilnehmen, das genau auf diesen biblischen Grundlagen beruht – dem K5 Leitertraining (www.k5-leitertraining.de).

Bereichert wird dieses ohnehin geniale Buch durch Gastbeiträge bspw. von Peter Wenz oder Wolfhard Margies sowie von thematischen Exkursen Vatters.

Finden, fördern, freisetzen
Stefan Vatter: Finden, fördern, freisetzen

Verlag: Neufeld Verlag

291 Seiten / 14,90 EUR

Gott ist gut

0

Wieso sind es eigentlich die simplen Aussagen, die eine so tiefgreifende Wirkung haben (können)?

Gott ist gut!

Drei Worte, die jede Menge in Bewegung setzen, wenn wir ihnen glauben. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unser Denken von Gott aber ein ganz anderes ist:

  • Der Bock, den ich geschossen habe, ist so groß, dass ihn nicht mal Gott vergeben kann.
  • Wieso sollte Gott mir auch vergeben – ich kann es ja selbst nicht mal.
  • Ich muss Gott erst etwas beweisen, dann wird er sich vielleicht um mich kümmern.
  • Meine Sorgen sind doch viel zu banal für Gott – der muss erst mal die Welt retten.
  • Mich lieben? Nene, so krass ist Gott nun auch wieder nicht drauf!

Nein, nein. Diese Aussagen haben wir in den seltensten Fällen 1:1 so im Kopf oder tragen sie vor uns her. Sie sind eher unterschwellig in unserem Herzen und Verstand drin und versperren uns die Sicht auf einen Gott, der durch und durch gut ist.

Das Problem: Der Teufel hat ein großes Interesse daran, dass du diesen Aussagen Glauben schenkst. Aber glaube mir: Der Teufel ist ein Lügner durch und durch. Er kann nicht anders, denn er ist der Vater der Lüge (Johannes 8,44).

Jetzt stell es dir einfach nur mal vor: Gott ist gut. Punkt.

Gott ist gut. Immer noch. Ja, genau. Gut. Einach gut. Nach wie vor – keine Chance, dass sich das ändern wird!

Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis.
(Die Bibel, Jakobus 1,17)

Vielleicht ist es zu simpel, mag sein. Aber wie wäre es, du denkst an diesen einen Bibelvers – oder auch nur an diese eine Aussage

“Gott ist gut!”

den ganzen Tag über und hältst es dir immer und immer wieder vor Augen.

  • … wenn Sorgen dein Herz quälen.
  • … wenn Angst sich in dir breit machen will.
  • … wenn ein dir lieber Mensch gestorben ist.
  • … wenn deine Zweifel größer als deine Gewissheit sind.
  • … wenn du dir selbst nicht vergeben kannst.
  • … wenn du mal wieder denkst, dass Gott dich nicht mag.
  • … wenn es Streit oder Unversöhntes gibt.

Stell dir einen Reminder im Smartphone ein, häng dir einen Zettel an deinen Computer oder die Kühlschranktür oder schreib es dir irgendwo hin, wo du es immer siehst:

Gott ist gut