“Das Beste geben mit dem, was mir zur Verfügung steht an Gaben, Zeit, Finanzen, Material.”

Das ist Exzellenz.

Es geht nicht darum, andere Menschen zufriedenzustellen oder ihren Ansprüchen zu genügen. Im Gegenteil: Exzellenz hat sehr viel mit einer Reise zu sich selbst, zu seinen Überzeugungen und seinen Gaben zu tun – und wie ich diese für Gott einbringe.

Exzellenz ehrt den Schöpfer

In manchen Gemeinden gibt es das “arrogante Gönnersyndrom”, das sich wie folgt äußern kann:

“Ich habe bei mir auf dem Dachboden noch ein altes Sofa. Das wäre doch super für den Jugendkeller. Ich würde es der Gemeinde auch spenden.”

Oder: “Mein Computer zuhause ist jetzt 8 Jahre alt und schmiert immer mehr ab. Könnt ihr den im Gemeindebüro noch gebrauchen? Ich schenke ihn euch!”

Das ist nichts anderes als Majestätsbeleidigung. Gott hat keinen Schrott produziert, sondern eine wunderschöne Schöpfung. Aber manche Menschen meinen, wir könnten ihn mit dem zweitbesten, was wir haben, zufriedenstellen. Unfassbar.

Der Knackpunkt mag vielleicht darin liegen, dass wir oft nicht verstehen, dass – was immer wir tun – wir tun es für Jesus. So schreibt es Paulus im Kolosserbrief.

Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn letztlich dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn. Ihr könnt sicher sein, dass ihr von ihm einen Lohn bekommt – das Erbe, das er im Himmel für euch bereithält. Darum dient ihm, Christus, dem Herrn!Die Bibel, Kolosser 3,23+24

Mit dem was wir in der Gemeinde, im Beruf, im Alltag, im Verein, in der Schule und wo auch immer tun – wir tun es für Jesus. Sollte es da nicht selbstverständlich sein, dass wir für den das Beste geben, der sein Bestes für uns gab? Sollte es nicht klar sein, dass wir keine faulen Kompromisse eingehen und meinen, schon irgendwie die zweitbeste Lösung als die beste verkaufen zu können?

Ich glaube, es ist immens wichtig, diesen “Switch” zu vollziehen: Wir tun es nicht für Menschen. Wir tun es für Jesus. Natürlich fällt es uns viel leichter – zumindest wenn du Christ bist – das im Blick auf die Gemeinde zu verstehen. Klar, da arbeiten wir “für Jesus” – aber wie oft sind wir scheinbar abhängig vom Lob oder der Kritik anderer Menschen?

Exzellenz entsteht durch Hingabe

Was wir als “Exzellenz” bezeichnen, ist nur ein Teil unserer Selbst. Paulus schreibt im Kolosserbrief “Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe.” Für mich ist das der Schlüssel dazu, wie ich Exzellenz lebe.

Hingabe. Ein großes Wort in der frommen Welt. Ich will es auf einen ganz einfachen, gut zu merkenden Satz reduzieren:

Hingabe ist meine Antwort auf Gottes erlösende Gnade.

So einfach ist das. Wie ich mit meinem Leben auf die Gnade, die Gott mir schenkt, antworte – das ist “mein Level der Hingabe”.

Durch das Kreuz auf Golgatha zeigt sich die Gnade Gottes manifest. Dort sehen wir, was es Gott gekostet hat, uns neues Leben zu schenken. Durch das Kreuzesgeschehen hat Gott uns mit sich versöhnt, macht uns vor sich gerecht und schenkt Versöhnung und Erlösung nicht nur in der vertikalen Gottesbeziehung, sondern auch in der horizontalen Beziehung zu Menschen. Das Kreuz ist die umfassende und endgültige “Bescheinigung” Gottes, dass er voller Gnade ist und diese Gnade ein Geschenk für uns Menschen ist.

Und nun des Pädagogen liebste Frage: “Was macht das mit dir?” Und schon bist du drin im Level deiner Hingabe. Was diese umfassbar große Gnade mit dir anstellt und wie du darauf reagierst in der sichtbare und lebendige Ausdruck deiner Hingabe.

Und aus dieser entspringt deine Exzellenz, durch die du deinen Schöpfer ehrst. Um es einfach zu sagen im Wissen, dass unser Leben niemals so einfach und linear verläuft:

Exzellenz entsteht durch Hingabe. Hingabe ist meine Antwort auf Gottes erlösende Gnade.

Perfektion ist Exzellenz-Feind Nr. 1

Das klingt jetzt alles so nett – in der Praxis ist der Grat aber schmal, auf dem man sich befindet. Denn um die Ecke lauert der Exzellent-Feind Nr. 1: die Perfektion.

Der Unterschied von Exzellenz und Perfektion ist relativ einfach – in der Theorie.

Exzellenz ist intrinsisch motiviert, Perfektion extrinsisch.

Während die Exzellenz sagt “Ich bin “on fire” für Jesus! Ich bin begeistert! Ich bin…” zeigt die Perfektion mit dem Zeigefinger auf den anderen und sagt “Du musst das besser machen! Du musst diesem Ideal entsprechen! Du musst…”

Das Problem: Wir leben in einer “perfekten Gesellschaft”. Eine Gesellschaft, die ständig ihre vom Perfektionismus-Wahn getriebenen Verhaltensmuster an mich anlegt. Nicht nur durch die Werbung – auch ganz einfach durch zwischenmenschliches Verhalten, durch die Art und Weise, wie man am Arbeitsplatz oder in der Schule miteinander umgeht – oder oder oder. Es gibt so viele Momente, in denen wir immer wieder den vermeintlich perfekten Ansprüchen anderer entsprechen sollen – und daran scheitern.

In der Gemeinde arbeite ich in verschiedenen Teams mit. Wenn nun irgendetwas nicht rund läuft und im Meeting ein Mitarbeiter über den anderen Mitarbeiter “herzieht” und ihm direkt oder über ihn sagt, dass er besser werden muss, ist meine Aufgabe als Leiter eine ganz einfache: Ich frage ihn, der gerade so schön am Urteilen ist, was denn sein Beitrag ist, damit die Dinge besser werden. Ich richte seinen Fokus auf sich selbst und nicht auf den anderen. Leichter gesagt als getan.

Wir müssen aber verstehen, liebe Pastorinnen und Pastoren, liebe Leiterinnen und Leiter in und von Gemeinden: Exzellenz ehrt unseren Schöpfer. Diese entsteht durch Hingabe als Antwort auf die erlösende Gnade Gottes. Das wiederum bedeutet, dass ein Richten und Urteilen über andere zu Perfektionismus, aber nicht zu Exzellenz führt.

Exzellenz stellt den Schöpfer in den Mittelpunkt – Perfektion stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Und dort, wo nicht mehr Gott im Mittelpunkt ist, wird’s schräg. Furchtbar schräg.

Der Eisberg

Was wir als “exzellent” bewerten, ist nur die Spitze des Eisbergs. Dahinter (oder darunter) findet sich die Hingabe des Menschen.

Wir empfinden den Gesang im Worship als “exzellent”. Warum? Weil die Person mit ganzer Hingabe singt. Sie trainiert ihre Stimme, sie will auf den Heiligen Geist hören, sie verinnerlicht dass das, was sie tut, nicht für Menschen sondern für Jesus tut. Vielleicht hat sie einige andere Dinge sein lassen, um noch mehr zu proben und sich diesem Dienst hinzugeben.

Wir hören eine exzellente Predigt. Warum? Weil die Person, die sie hält, sich stundenlang hingegeben hat, gebetet hat, im Wort Gottes gesucht und geforscht hat, mit dem Heiligen Geist im Austausch war, “was dran ist”. Sich eingeschlossen hat, fokussiert hat oder whatever – schlicht und einfach: sich hingegeben hat.

Wir nehmen wahr, dass die Gemeinderäume exzellent aussehen. Warum? Weil die Person, die dekoriert und geputzt hat, sich im Klaren darüber war: Ich mache Gott damit eine Freude. Wenn sich die Menschen auch darüber freuen, ist das super – aber in erster Linie diene ich Gott.

Als der Hirtenjunge David zum König von Israel gesalbt wurde, war das eine kleine Überraschung, denn seine Brüder waren durchaus eher von “königlicher Statur” als er. Dennoch wurde er auserwählt. Warum?

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.Die Bibel, 1. Samuel 16,7

So verhält es sich auch mit der Exzellenz und der Hingabe. Du kannst dir sicher sein: Wo Menschen etwas “exzellent” tun, steht dahinter jede Menge Hingabe. Diese wiederum aber ist nicht nur ein nettes Wort – sie wird ganz praktisch mit viel Zeit, Kraft, Nerven, Suchen, Ringen, Fragen, Beten. Exzellenz ist also niemals nur ein zufälliges Produkt. Sie ist viel, viel mehr.

Wie beim Eisberg: Was wir über der Wasseroberfläche sehen ist nicht der größte Teil des Eisbergs. Es ist sogar nur ein kleiner Teil des gesamten Eisberges.

Und deswegen ist es doch vollkommen klar, dass Kirche mehr Exzellenz benötigt und Exzellenz ein Schlüssel für Gemeindewachstum und eine gesunde Kultur in der Gemeinde ist.

Denn es bedeutet, dass noch mehr Menschen die Gnade Gottes für ihr Leben erkannt und empfangen haben und mit ihrer Hingabe darauf antworten. Das wiederum wird ein Segen für unsere Gemeinde, unsere Gesellschaft und unser ganzes Land sein.

Also. Kirche. Mehr Mut zu Exzellenz!

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