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Karsamstag. Stille auf Golgatha.

Still ist es geworden auf Golgatha. Die aufgebrachte Menge hat sich verzogen, die römischen Soldaten haben ihren Dienst getan. Vom grausamen Schauspiel des Vortages bleiben nur noch zwei Leichen an den Kreuzen, blutverschmierte Nägel, Kleidungsstücke und Seile. Den Rest erledigen Vögel und anderes aasfressendes Getier.

Ein merkwürdiger Schleier hat sich über das Empfinden der Jünger gelegt. Völlig erschöpft und am Boden zerstört sind sie spät in der Nacht eingeschlafen. Kaum aufgewacht erscheint die Realität äußerst surreal. War es das? Ist es wirklich aus mit dem großen Traum von Gottes neuer Welt? Jesus ist tot. In einer Höhle liegt er. Ein schwerer Stein davor, römische Wachen sind postiert. Und jetzt? 

Es fühlt sich seltsam leer an. Unwirklich. Beängstigend. Fragen und Zweifel – mehr bleibt nicht übrig.

Es ist schon ein merkwürdiger Tag, dieser “Zwischentag”. Stirbt an Karfreitag Jesus voller Liebe und Aufopferungsbereitschaft für die Schuld der Menschen, so ist der Samstag der Tag der schrecklichen Diagnose: Das war’s!

Die Diagnose des Arztes ist niederschmetternd.
Der Partner hat dich wirklich verraten und im Stich gelassen.
Der Job ist wirklich gekündigt.
Dein Kind will nichts mehr von dir wissen.
Deine Ehe ist am Boden.
Deine Hoffnung zerstört.
Dein Herz verwundet.
Deine Liebe erkaltet.

Samstag – Tag ohne Träume

Samstag ist der Tag, nachdem dein Traum gestorben ist.

Wir alle kennen diesen Samstag.

  • Du betest die kühnsten und mutigsten Gebete – aber Gott scheint nicht darauf zu reagieren. Samstag.
  • Deine Ehe oder eine gute Freundschaft bröckelt, scheint kaputt zu gehen. Du tust alles, was du kannst, damit es besser wird – aber das wird es nicht. Samstag.
  • Du weißt, dass es in deinem Leben Dinge gibt, die nicht gut sind: Einflüsse, Gewohnheiten, Handlungsweisen – und du versuchst, sie zu ändern. Aber es gelingt dir nicht. Samstag.
  • Du stößt in deinem Leben immer wieder an Grenzen, die du nur schwer akzeptieren kannst und die dir das Leben und auch den Glauben schwer machen. Samstag.

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth sozusagen in ihr Stammbuch (1. Kor 15, 3+4; Hfa):

„Zuerst habe ich euch weitergegeben, was ich selbst empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben. Das ist das Wichtigste, und so steht es schon in der Heiligen Schrift.  Er wurde begraben und am dritten Tag vom Tod auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist.“

1. Tag, am Freitag: gestorben

2. Tag, am Samstag: begraben

3. Tag, am Sonntag: auferstanden

Der Samstag ist der Tag der Enttäuschung, der Fragen, der Wut, der Ohnmacht.

Was zu Beginn des vergangenen Tages noch lebenswert erschien, hat nun keine Bedeutung mehr.

Auf Samstag folgt Sonntag

Nach dem Samstag kommt der Sonntag. Das wissen schon kleine Kinder.

Wir Erwachsene vergessen das leider zu oft, wenn wir in unseren Samstagen gefangen sind. Und ja: Es ist ja auch nicht leicht.

Wir haben einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil gegenüber den Freunden Jesu damals: Wir wissen, was am dritten Tag geschehen ist.

Wir wissen, dass Jesus dem Tod die Macht genommen hat und auferstanden ist von den Toten.

Wir wissen, dass er ein neues und unvergängliches Leben gestiftet hat, das jedem blüht, der ihm vertraut.

An unseren Samstagen haben wir zwei Möglichkeiten.

Entweder wir gehen zugrunde, weil der Traum geplatzt und das Leben nun dunkel erscheint. Oder wir tun nichts anderes – und das ist schon unglaublich schwer – als dem zu vertrauen, der gesagt hat:

“Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?” (Johannes 11,25-26)

Karfreitag. Das Kreuz mit dem Kreuz

Bald ist es wieder soweit. Genauer gesagt: in drei Tagen. Karfreitag steht vor der Tür. Der Tag mit dem Kreuz.

Irgendwie verrückt: Ein Folterinstrument wird zum Wahrzeichen einer weltweiten Bewegung, der Tod eines einzelnen wird glorifiziert und tanzen darf man immer noch  nicht an Karfreitag. Was hat es mit diesem Tag also auf sich?

Ich lehne mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster, wohlwissend, dass nicht sonderlich viele mir beipflichten werden – am allerwenigsten meine Berufsgenossen. Aber sei’s drum.

Ohne Karfreitag könnte ich nicht von einem Gott reden, der mich liebt. Und ohne Karfreitag wüsste ich nicht, wie Menschen vor einer ewigen Gottesferne gerettet werden sollten.

Etwas Weltbewegendes ist geschehen

Als Jesus an Karfreitag starb, ist etwas Weltbewegendes geschehen. Da war einer, der nahm die Schuld der ganzen Welt auf sich, trug sie am Kreuz und starb stellvertretend für mich. Und jetzt kommt der Clou: nicht, damit Gott befriedigt wäre, sondern weil ich es nötig habe. Ich bin weder ein guter Mensch noch ein guter Christ. Sorry, wenn du das bisher von mir dachtest, muss ich dich leider enttäuschen. Denn es vergeht kein Tag, an dem ich nicht irgend etwas sage, rede oder mache, das dem Willen des liebenden und heiligen Gottes widerspricht.

Es gibt auf der anderen Seite aber auch nichts, was Gott beeindrucken würde in meinem Leben.

Dass ich die Bibel lese? Sehr witzig. Er kennt sie auch schon längst; schließlich hat er die Schreiber inspiriert.

Meine guten Taten? Mitnichten. Die guten Werke machen keinen Menschen vor Gott gerecht, sondern entspringen unserer Rechtfertigung vor ihm.

Meine Gebete? Welche jetzt genau: die wenigen, die ich spreche oder die vielen, die ich hätte sprechen sollen, aber es nicht getan habe?

Es gibt einfach nichts, das mich vor Gott als einen gerechten Menschen dastehen lässt.

Das geschieht alleine durch das, was Jesus am Kreuz vollbracht hat:

Er war weder stattlich noch schön. Nein, wir fanden ihn unansehnlich, er gefiel uns nicht! Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet. Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte. Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Der Herr aber lud alle unsere Schuld auf ihn. (Jesaja 53, 2-6)

Verrückt, was viele hundert Jahre vor der Kreuzigung von Jesus über ihn vorausgesagt wurde. Aber genau das ist es: für mich. An meiner Statt. Um meinet willen. Für mich.

Klein aber fein

Ein kleines, aber interessantes Detail wird in der Bibel berichtet.

In dem Moment, in dem Jesus starb, riss der Vorhang im Tempel von oben nach unten in zwei Teile.

Da schrie Jesus noch einmal laut auf und starb. Im selben Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten. (Matthäus 27, 50+51)

OK. Nicht weiter verwunderlich und Du wünschst Dir das vielleicht auch von manchen Gardinen in manchen Gemeindehäusern, die den Charme der späten 80er Jahre versprühen.

Aber bei Jesu Kreuzigung hatte dies eine tiefere Bedeutung. Nach jüdischem Verständnis war hinter dem Vorhang der allerheiligste Bereich im Tempel – die Wohnung Gottes. Allerdings war diese von den Menschen abgetrennt durch einen Vorhang, hinter den einmal im Jahr ein Mann (der Hohepriester) stellvertretend für das Volk durfte.

Diese Sperre, dieses Hindernis ist nun weg. Weil Jesus am Kreuz stirbt, können Menschen dem lebendigen Gott begegnen und in seiner Gegenwart sein.

Es ist das größte Faszinosum und Geheimnis des Glaubens, was da am Kreuz geschah. Aber die Bibel nennt es schlicht:

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

So sehr liebt Gott die Menschen, dass er es nicht aushalten konnte, dass wir in unserer Schuld zugrunde gehen. Deswegen gibt er seinen Sohn auf, damit er die Schuld der ganzen Welt trägt.

 “Seht, das ist Gottes Opferlamm, das die Sünde aller Menschen wegnimmt.” (Johannes 1,29)

Alles Unsinn?

Es wäre ja zu schön um wahr zu sein, wenn das nun alle Menschen glauben würden. Leider ist dem noch nicht so. Und der Karfreitag ist ein merkwürdiger Tag. Zu viele Menschen geht dieser Tag sonstwo vorbei und sie machen sich keinerlei Gedanken.

Davon schreibt auch der Apostel Paulus:

Dass Jesus Christus am Kreuz für uns starb, muss freilich all denen, die verloren gehen, unsinnig erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren gerade durch diese Botschaft vom Kreuz die ganze Macht Gottes. (1. Korinther 1,18)

Und ein paar Verse später:

Die Juden wollen Wunder sehen, und die Griechen suchen nach Weisheit. Wir aber sagen den Menschen, dass Christus am Kreuz für uns sterben musste, auch wenn das für die Juden eine Gotteslästerung ist und für die Griechen blanker Unsinn. (1. Korinther 1,22+23)

Viele Menschen halten das, was am Kreuz geschah und an das wir an Karfreitag denken für blanken Unsinn.

Zutiefst dankbar

Ich bin Gott jedoch zutiefst dankbar und hoffe, das mein Leben lang zu bleiben, dass ich seit Karfreitag von einem Gott weiß, der mich – und dich – über alles liebt und alles, was er hatte, gegeben hat, damit ich frei bin von meiner Schuld, die ich selbst auch nicht ansatzweise vor ihm gutmachen könnte.

Und ich bin ihm dankbar, dass ich dadurch in seiner Gegenwart leben kann. Jeden einzelnen Tag meines Lebens. Und vor allem: über dieses Leben und meinen irdischen Tod hinaus. Dann einmal in seiner Gegenwart zu sein – für immer. Das hat schon was und darauf freue ich mich.

Matt Redman formulierte das in seinem Lied “Once again” so:

Jesus Christ, I think upon Your sacrifice.

You became nothing, poured out to death.

Many times I’ve wondered at Your gift of life,

and I’m in that place once again. […]

Thank you for the cross,

thank you for the cross,

thank you for the cross, my friend.

Dem kann ich mich von ganzem Herzen anschließen.

Buchempfehlung: “Stufen des Gemeindewachstums”

51f1xCQVO6L._SY344_BO1,204,203,200_Wie tickt unsere Gemeinde?

Wie kann sie sich optimal entwickeln?

Wie kann es zu Veränderungen kommen?

Was ist die beste Art, die Gemeinde zu organisieren?

Wer trägt die Verantwortung für Entscheidungen und setzt Impulse?

Diese Fragen stehen auf der Rückseite des Buches “Stufen des Gemeindewachstums. Perspektiven für jede Gemeindegröße”.

Und gerade der Untertitel macht dieses Buch so interessant: “Perspektiven für jede Gemeindegröße”.

Konsequent unterscheidet der Autor Gary L. McIntosh zwischen einer kleinen, mittleren und großen Gemeinde und macht dies unter anderem am Gottesdienstbesuch fest: Kleine Gemeinden haben einen Gottesdienstbesuch von 15-200 Personen, den Gottesdienst mittlerer Gemeinden besuchen 201-400 Personen und in großen Gemeinden liegt der Gottesdienstbesuch über 400 Personen.

Da ist jedoch schon der erste Haken: Die Zahlen sollten dringen “inkulturiert” werden. Das heißt: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Zahlen für Deutschland und vor allem für die Landeskirche repräsentativ sind. Ich habe da so meine Zweifel.

Viel wichtiger und hilfreicher finde ich jedoch, dass die Unterscheidung in “kleine”, “mittlere” und “große” Gemeinde jedoch stringent durchgezogen wird.

Und im Blick auf jede Gemeindegröße werden im Folgenden bestimmte Fragen bzw. Themen angesprochen:

  • Wie ist die Ausrichtung der Gemeinde?
  • Wer gibt den Ton an?
  • Was ist die Rolle des Pastors?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie vollzieht sich ein Veränderungsprozess?
  • Welche Strategien führen zu Wachstum?
  • u.v.m.

In Form einer Tabelle werden die Ergebnisse der einzelnen Kapitel festgehalten bis am Ende des Buches eine sehr ausführliche Tabelle aufzeigt, welche Charakteristika die jeweilige Gemeindegröße aufweist.

Wie gesagt: Inkulturation ist dringend notwendig. Und doch liefert “Stufen des Gemeindwachstums” jede Menge wertvoller Impulse. Alleine schon die Unterscheidung, dass eine kleine Gemeinde beziehungsorientiert, eine mittlere Gemeinde programmorientiert und eine große Gemeinde organisationsorientiert tickt, hat mir für so manches die Augen geöffnet.

Abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen (Schreib-)Stil des Buches, habe ich jede Menge Gedankenanstöße bekommen und kann jedem (Gemeinde-)Leiter dieses Buch wärmstens empfehlen, das mir selbst von einem äußerst innovativen und für mich zutiefst inspirierenden Pfarrer (Danke, Markus!) empfohlen wurde.

Und wer es gleich bestellen möchte, kann das hier tun:

www.pulsmedien.de/pulsbucher/september-2013-gary-mcintosh-stufen-des-gemeindewachstums-perspektiven-fur-jede-gemeindegrose/

Mehr Pfingsten, bitte!

Die Tage habe ich mal wieder eine dieser Erfahrungen gemacht, die einmal reicht. Ein zweites Mal ist nicht nötig. Versammelt waren sehr viele PfarrerInnen und ReligionslehrerInnen. OK, das ist für manche schon eine Erfahrung, die er nicht machen möchte. Aber das ist noch gar nicht das Problem.

Für mich – und ich schreibe hier sehr subjektiv wohlwissend, dass die Welt im Netz sehr klein ist – ist das Problem eher das gewesen, dass ich immer wieder dachte: “Was machst du hier eigentlich?” Sicher: Es ging um’s Tanzen. Im Reliunterricht. (Du kannst das Kopfkino wieder ausschalten. Ich kann nicht tanzen.)

Die beste Botschaft…

Ich habe mich immer wieder gefragt: Ist es das, was Kirche braucht? Ist es das, was Menschen brauchen? Sicher: Wir benötigen super Methoden und geeignete Tools, um die beste Botschaft der Welt an den Mann und an die Frau zu bringen. Aber geht es hier um diese beste Botschaft, die für mich darin besteht, dass Jesus für uns Menschen starb, um uns zu erlösen, freizumachen, wiederherzustellen und in die Gegenwart Gottes zu bringen?

Irgendwie habe ich keine wirkliche Antwort auf diese Frage gefunden.

Und jetzt – nach ein wenig Zeit des Überlegens – merke ich, was wir vor allem benötigen: den Heiligen Geist.

Und ja, genau so. Nicht “die Geistin”, von der bei besagter Veranstaltung auch die Rede war.

Randbemerkung ON: Theologen schaffen es einwandfrei, Worte zu kreieren, die kein Mensch versteht und die auch sonst in keinem Kontext vorkommen. Selbst die Rechtschreibprüfung hier bei WordPress unterstreicht mir “Geistin” rot. Schon wieder. Aber egal. Theologen können das einfach: Aussagen treffen zu Fragen, die nie gestellt wurden und mehr Dunkel als Licht zu bringen. Schade eigentlich. Mal davon abgesehen, dass es theologisch äußerst dürftig ist von “Geistin” (da, schon wieder rot unterstrichen) zu sprechen. Randbemerkung OFF.

Was unsere Kirche braucht: mehr Pfingsten!

Ich oute mich hier mal: Ich bin Charismatiker und das ist gut so!

Seit meines Studiums und dem Besuch einer freien charismatischen Gemeinde, in der ich auch mitarbeitete, kann ich gar nicht mehr anders. Und darüber bin ich äußerst glücklich.

Und immer mehr komme ich zu der Ansicht, dass wir weniger Programme, weniger Strukturdebatten, weniger Meetings und Planungen benötigen, sondern einfach mehr “Pfingsten”, mehr vom Heiligen Geist. Natürlich: das eine tun und das andere nicht lassen.

Streng genommen haben wir den Heiligen Geist in der Landeskirche lange genug gelassen – nämlich in Ruhe.

Und er uns auch.

Pfingsten liegt nun knapp 2000 Jahre zurück. Das sollte uns aber nicht daran hindern, dem Heiligen Geist in unserem kirchlichen Leben mehr Raum zu geben. Denn durch ihn finden Menschen zu Jesus, werden Menschen geheilt, bekommt Gottes Absicht Aktualität und wird Gemeinde lebendig. Durch ihn wird Christsein interessant und bunt. Durch ihn wird Gemeinde gebaut und wächst Gemeinde. Er ist es, der dem einzelnen Kraft und Hoffnung gibt. Das ist sein Job. Das kann er ganz besonders gut!

Egal, ob du Hauptamtlicher bist oder einfach nur Christ (das ist ja schon schwierig genug): Überlege dir mal, wie der Heilige Geist in dir und in deiner Gemeinde noch mehr Raum bekommt. Und vergiss die ganzen Vorurteile gegenüber Charismatikern, Pfingstlern und anderen. Lass mal ruhig zu, dass der Heilige Geist dein Leben und deine Gemeinde bestimmt. Ich wünsche es mir zumindest für mich und meine Gemeinde, weil ich merke: Wo das nicht geschieht, wird’s irgendwie komisch. Dann stehen Interessen von einzelnen Gruppierungen, Richtungen oder Menschen im Mittelpunkt. Die einen sagen “Wir brauchen mehr Orgel” die anderen sagen “Wir brauchen mehr Schöpfungsbewusstsein” andere sagen “Wir müssen mehr für die Armen tun” und andere sagen “Wir müssen uns um die Jugend kümmern” – alles gut und wichtig. Aber weißt du, was das Problem ist?

Diejenigen, die Gott noch nicht kennen, die haben keine Stimme in der Gemeinde. Da ruft keiner laut.

Und doch waren es doch gerade die letzten Worte Jesu hier auf der Erde, die uns das verdeutlichen: “Macht zu Jüngern alle Völker dieser Erde, indem ihr hingeht, indem ihr tauft, indem ihr lehrt!” (nach Mt 28,18-20)

Darum benötigen wir mehr Pfingsten….sowie Pfingstler und Charismatiker in der Landeskirche.

4 Fragen, ob es in deiner Gemeinde um den einzelnen geht

Das Schönste und Beste, das wir als Gemeinde Jesu tun können, ist das Formen und Prägen einer menschlichen Seele. Es gibt nichts benrtvolleres auf dieser ganzen Welt.

Nach biblischem Verständnis ist die Seele eines Menschen unsterblich, denn Gott hat in sie die Ewigkeit gelegt. (Prediger 3,11)

Die Seele eines Menschen wird auch nach dessen Tod weiterleben – in der ewigen Gegenwart Gottes oder der ewigen Gottesferne. Auch wenn diese zweite Option nicht leicht zu verstehen und zu akzeptieren ist.

Wenn dem aber so ist, dann geht es in der Gemeinde Jesu nie um Programme, sondern um den einzelnen Menschen. Und deswegen müssen wir uns gerade als Leiter fragen, ob unsere Gemeinde so aufgestellt ist und so agiert, dass einzelne Menschen diese Gegenwart Gottes schon hier auf Erden erleben.

Und wir müssen uns fragen, ob unsere Gemeinde so aufgestellt ist, dass im Mittelpunkt nicht das Fortbestehen der Gemeinde, sondern die Begegnung des Einzelnen mit dem auferstandenen Jesus Christus ermöglicht wird.

Im besten Fall wird durch die Gemeinde Jesus selbst präsent und vollkommen dargestellt.

Aus diesem Grund muss es in der Gemeinde verschiedene Angebote für verschiedene Menschen geben. Nicht jeder wird durch das gleiche Angebot angesprochen.

Folgende Fragen sollen helfen, herauszufinden, ob in unserer Gemeinde der einzelne Jesus begeget und sein Leben komplett von diesem Jesus gestalten lässt.

1. Geht es um Jesus?

Wenn ich ehrlich bin, ist diese Frage viel zu schwierig, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr einfach klingt. Aber was ist mit unseren Gottesdiensten, unseren Predigten, unserer Musik und anderen Veranstaltungen in der Gemeinde? Stehen dabei wirklich Jesus und der einzelne Mensch im Mittelpunkt oder geht es doch darum, innerhalb der von uns selbst aufgestellten Normen und Traditionen ein Gemeindebild zu pflegen, das wir in den letzten Jahren geschätzt und kennen gelernt haben?

Nichts gegen gute Formen. Beim besten Willen nicht. Guter Inhalt benötigt gute Formen.

Aber bleibt der Inhalt Inhalt oder wird die Form zum Inhalt?

Da Gemeinde von Jesus selbst eingesetzt und beauftragt wird und im Neuen Testament (1. Korinther 12) die Gemeinde mit einem Körper verglichen wird, dessen Kopf Jesus ist, kann es nur eine Schieflage geben, wenn nicht Jesus im Mittelpunkt unserer Überlegungen steht. Denn dann schiebt sich irgend ein anderes Thema ins Zentrum, das von diversen Menschen – oder einzelnen, einflussreichen Personen – zum Mittelpunkt gemacht wird.

2. Finden Menschen zu Jesus?

Natürlich haben wir es nicht selbst in der Hand. Es ist das größte Wunder dieses Universums, wenn ein Mensch sein Leben vertrauensvoll in die Hände Jesu liegt. Es ist das größte Geschenk der Gnade Gottes, das wir empfangen können, wenn wir unser Leben nicht mehr selbst bestimmen sondern von Jesus bestimmen lassen wollen.

Ich kenne manche Gemeinden, die auf den ersten Blick ein tolles Programm bieten, aber auf die Frage, ob Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden keine wirkliche Antwort haben. Und das macht mich traurig.

Wenn im vergangenen Jahr unseres Gemeindelebens kein Mensch neu zu Jesus gefunden hat, sollten wir uns überlegen, ob wir das Richtige tun.

3. Wird geistliches Wachstum ermöglicht?

So sehr ich von Herzen Evangelist bin und mir wünsche, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden, gibt es doch in der Gemeinde auch die Menschen, die schon mit Jesus leben. Aber wie sieht deren Leben aus? Wachsen sie durch die Angebote unserer Gemeinden im Glauben? Wird ihnen ermöglicht, ihre Gaben in der Gemeinde einzusetzen, einen Dienst zu übernehmen, um darin geistliches Wachstum zu erleben? Werden sie darin bestärkt, Jesus nachzufolgen und mehr und mehr ihm die Kontrolle ihres Lebens zu überlassen?

4. Welchen Stellenwert hat der Heilige Geist?

Hier wird es heikel. Denn gerade in der Landeskirche habe ich manchmal den Eindruck, dass der Heilige Geist ganz zu Beginn des Gottesdienstes im Votum vorkommt – und danach nicht mehr so sehr. “Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.” So wird es zu Beginn des Gottesdienstes gesprochen. Und dann? Wie sehr sind unsere Gottesdienste offen, dass der Heilige Geist wirkt ohne, dass wir es ihm vorgeben in welcher Form und in welchem liturgischen Element er das tun darf?

Aber es geht noch um mehr als um die Gottesdienste. Wie sehr sind wir offen dafür, dass der Heilige Geist uns zeigt, welche Angebote, welche Veranstaltungen und welche Formen von Gemeinde angemessen sind, dass er wirkt?

Eines meiner Lieblingsbücher in der Bibel ist die Apostelgeschichte. Darin wird das Wachstum der ersten Generation von Christen beschrieben und ich staune immer wieder, wenn ich lese, was der Heilige Geist in diesen ersten Jahrzehnten der Gemeinde getan hat. In meiner Bibel habe ich einmal alle Stellen in der Apostelgeschichte farbig markiert, an denen vom Wirken des Heiligen Geistes berichtet wird. Und dreimal darfst du raten. Richtig. Meine Bibel ist auf diesen Seiten ziemlich bunt.

Und das wünsche ich mir für die Gemeinde Jesu heute: Dass sie offen dafür ist, wohin sie der Heilige Geist führt – nicht, wohin sie die Lautsprecher der Gemeinde, der Pastor, die Ältesten, diverse Programme oder die Gesellschaft führt.

Und natürlich ergeben sich aus den oben genannten Fragen Konsequenzen für verschiedene Tools in der Gemeindearbeit. Dazu später mehr…

Wer bin ich eigentlich?

“Wer bin ich eigentlich, dass der Herr des Universums meinen Namen und meine Schmerzen kennt?

Wer bin ich eigentlich, dass der helle Morgenstern meinem rastlosen Herz den Weg zeigen sollte?”

So – oder so ähnlich – heißt es in dem Song “Who am I” von Casting Crowns.

Ja, wer bin ich denn, dass der Schöpfer dieses Universums sich um mich kümmert?

Wer bin ich, dass er meinen Namen kennt?

Wer bin ich, dass ich ihm wichtig bin?

Manchmal kenne ich mich selbst ja nicht richtig. Entscheidungen, Gedanken, Gefühle und Taten, die mich im Rückblick erstaunen – nicht immer nur positiv. Und ich frage mich immer wieder: “Wer bist du, David?”

Und dann die lieben Mitmenschen. Wer bin ich für sie? Mal der, mal jener? Mal verstanden, mal nicht? Mal gebraucht, mal nicht?

Das einzige, wovon ich sicher bin, dass ich es bin: Ein von Gott unendlich geliebter Mensch. Genauso wie du.

Es gibt einen Ort, an dem zählt nicht dein Aussehen, nicht deine Leistung, nicht dein IQ, nicht deine Fähigkeiten, nicht wer du für andere Menschen bist, nicht…was auch immer.

Es gibt einen Ort, an dem zählst nur du! Und dieser Ort ist das Herz Gottes, mit dem er dich unbeschreiblich liebt.

“Herr, du fängst mich, wenn ich falle und du sagst mir, wer ich bin: Ich bin dein!” So heißt es in dem Lied weiter.

Manchmal wünschte ich mir, mehr aus dieser Quelle zu leben. Mehr zum Herzen Gottes vorzudringen und mein Leben davon bestimmen zu lassen.

Weniger machen, mehr sein.

Weniger überzeugen, mehr auftanken.

Weniger leisten, mehr empfangen.

Weniger “für andere sein”, mehr vor Gott sein.

Denn der, der das Universum geschaffen hat und der für mich am Kreuz starb, der sagt mir, wer ich wirklich bin: Sein Kind!

Ach wenn mein Herz doch mehr und mehr erkennen könnte, was das in aller Tiefe bedeutet.

 

Wer nicht träumt, hört auf zu leben

Träume
Träume

“Ich habe aufgehört zu träumen!”

Diese Aussage eines kleinen Jungen in einem Film der Hilfsorganisation “Compassion” hat mich zu Tränen gerührt. Was muss nur passieren, dass ein Mensch aufhört zu träumen – und damit aufhört, zu leben?

Wer träumt, durchbricht menschengemachte Mauern.

Wer träumt, hat Hoffnung über alles Widerwärtige hinaus.

Wer träumt, gibt sich nicht mit dem zufrieden, was ist.

Wer träumt lebt Hand in Hand mit seinem Schöpfer, von dem es heißt, dass er “die Ewigkeit in des Menschen Herz gelegt hat”. (Die Bibel, Prediger 3,11)

Denn Träume durchbrechen unsere gängigen Muster und Kategorien.

Träume halten sich nicht an Konventionen.

Träume unterliegen keinen Zwängen von Raum und Zeit.

Träume lassen sich nicht einsperren in menschliche Meinungen.

 

Träume sind viel mehr.

Träume sind mehr als Schäume.

Träume sind das Salz in der Suppe unseres Lebens und das Licht am Ende des Tunnels.

Träume haben eine unglaubliche Kraft.

Und mit Träumen meine ich nicht (nur) das, was Du nachts tust. Mit Träumen meine ich auch Visionen und von Gott geschenkte Offenbarungen.

In der Bibel heißt es auch:

“Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet.” (Sprüche 29,18)

Gott selbst schenkt dir für dein Leben Träume. Er offenbart sich und will nicht, dass der status quo deines Lebens das Ende der Lebensleiter ist – sondern eine Sprosse, auf die noch viele weitere folgen.

Hör’ bitte nicht auf zu träumen, sondern verlass dich darauf, dass Gott es liebt, wenn du träumst.

Wenn du die Zukunft in bunteren Farben siehst als die triste Gegenwart – weil er der Schöpfer mit unendlicher Kreativität ist.

 

Ich träume davon, dass Menschen in unserer Kirche Heimat finden und im Glauben an Jesus Christus wachsen.

Ich träume davon, dass sich die Gemeinde Jesu (wieder) auf ihren Namensgeber besinnt und er das Zentrum ihres Denkens und Tuns ist.

Ich träume davon, ein besserer Vater zu sein als ich es heute bin.

Ich träume davon, ein besserer Leiter zu sein, als ich es heute bin.

Ich träume davon, dass die Kraft des Heiligen Geistes spürbar und lebensverändernd unsere Gemeinden und unsere Gesellschaft durchdringt.

Und ich hoffe, dass ich sensibel dafür bleibe, welche Träume reine Wunschvorstellungen sind und welche Träume von Gott geschenkte Offenbarungen sind.

 

Und wenn dir mal wieder jemand sagt, dass du ein “Träumer” bist – dann freu dich.

Denn dann hat diese Person eines erkannt: Du lebst! Herzlichen Glückwunsch!

Verbunden in Freundschaft. Geistlich im Aufbruch. Leidenschaftlich im Leben.

Wenn du 4 Tage mit Menschen zusammen bist, mit denen dich eine gemeinsame Vision und Leidenschaft verbindet, mit denen Du Siege und Niederlagen teilst, bei denen du ehrlich wie wohl nirgends sonst sein kannst, mit denen Träume wahr werden und Zukunft jetzt ist, wo Gott mitten hinein kommt in die Wirklichkeit – dann merkst du, dass du etwas Größeres und Bedeutenderes tust, als du es bisher dachtest.
So ungefähr könnte ich zusammenfassen, was vom 5.-8. März stattfand: Das Treffen der Netzwerkleitung von churchconvention.

Es ist unglaublich, welche Kraft in einer freundschaftlichen Verbundenheit gepaart mir einer großen gemeinsamen Vision steckt. Allesamt waren wir “rausgerissen” aus unseren momentanen Lebenszusammenhängen. Auch ich – herausgenommen aus den Anforderungen und Unwägbarkeiten meiner momentanen Situation.

Habe ich überhaupt die Zeit für solch ein Treffen?

Werde ich genug Abstand haben, um mich ganz auf das zu fokussieren, was jetzt für churchconvention nötig ist?

Kann ich meinen Beitrag gewinnbringend einbringen für die anderen, für das Netzwerk, für die Kirche, für Gottes Reich?

Die letzte Frage müssen andere beantworten. 😉 Ich selbst bin einfach unbeschreiblich dankbar dafür, dass Gott es schafft, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit gemeinsam (!) an den richtigen Ort zu stellen.

Ich will dich ermutigen, zwei Dinge nicht zu unterschätzen. Oder anders ausgedrückt: Hüte dich davor, auch nur ein bisschen klein von folgenden Dingen zu denken:

1. Die Kraft echter Freundschaft

2. Die Kraft einer gemeinsamen von Gott geschenkten Vision

Beides ist nicht immer da. Beides ist nicht immer abrufbar. Beides macht Höhen und Tiefen durch.

Aber beides hält den Stürmen des Lebens stand.

Beides lässt dich nach vorne blicken.

Beides lässt dich erahnen, wozu Gott dich berufen hat.

Beides lässt aus den einzelnen Teilen mehr werden als nur deren Summe.

Beides ist ein göttliches Geschenk, für das du täglich dankbar sein solltest.