Um es vorweg zu sagen: John Eldredge schafft es in der Tat zu beschreiben, was der Untertitel des Buches zum Ausdruck bringt: “Für welche atemberaubende Hoffnung unser Herz geschaffen ist”

Auf sehr konsequente Weise hat Eldredge eine ganz bestimmte Sicht von der Ewigkeit, also dem “Leben nach dem Tod” – und zwar nicht nur individuell, sondern dann, wenn es universell in Kraft treten wird – ab dem Zeitpunkt, den Christen “Die Wiederkehr Jesu” nennen. Und Eldregdes Ansicht ist radikal. Für ihn ist die Ewigkeit kein Ort in himmlischen Sphären oder einem überdimensional großen Thronsaal. Für Eldredge ist der Ort der Ewigkeit – die Erde.

Zunächst wurde ich beim Lesen des Buches etwas unruhig und befürchtete, dass Eldredge vielen missionalen Theologen der Gegenwart folgt und “den Himmel auf die Erde” holen möchte und somit die Ewigkeit ihrer Kraft beraubt. Aber ich gebe Entwarnung. Das tut Eldredge mitnichten, auch wenn ich seinem theologischen Konzept an ein paar Ecken und Enden mal gerne die oder andere kernige Frage stellen möchte. 

So ist das größte theologische Defizit, dass Eldredge sich meiner Meinung nach nicht ausreichend mit den Bibelstellen auf exegetische Weise beschäftigt, die seiner Sicht der Ewigkeit nicht ohne weiteres oder auf den ersten Blick entsprechen. Aber ich halte ihm zugute, dass er auch keine theologische Abhandlung schreiben wollte, sondern den Leser und die Leserin für die “atemberaubende Hoffnung” begeistern möchte, zu der Christen berufen sind.

Und das wiederum gelingt ihm zweifelsohne auf grandiose Weise. Die Stärke dieses Buches liegt in seiner kraftvollen Bildsprache. Dabei bedient sich Eldredge seiner eigenen unglaublich großen Kompetenz, kraftvolle und ausdrucksstarke Bilder mit Worten zu malen. Der Mann hat einfach eine unglaublich große Gabe. Und so kann man gar nicht anders, als sich “die Ewigkeit” auf dieser Erde, die Gott neu machen wird, vorzustellen.

Darüber hinaus sind es aber auch seine gewagten, aber deswegen so inspirierenden Vergleiche bspw. mit “Der Herr der Ringe” (Tolkien) oder “Narnia” (C.S. Lewis). Was Eldredge damit gelingt: Die Hoffnung, zu der Christen durch die Ewigkeit berufen sind, bekommt noch mehr Kraft, als ohnehin schon. 

In meinen Augen steigert sich das Buch. Es beginnt stark – und endet noch stärker. Das Geheimnis dahinter ist nicht nur die bildhafte Sprache sondern auch die konkreten Beispiele und Ereignisse aus Eldredges Leben. Und die haben es in sich, weil sie teilweise kein Happy End haben. Das Schöne: Eldredge macht keine Abstriche an der Kraft der biblischen Hoffnung auf Grund seiner biografischen Erfahrungen, sondern gibt dem Schmerz Raum, um die Hoffnung erst recht kraftvoller werden zu lassen.

Das Buch ist in zehn Kapitel eingeteilt, durchzogen von biblischen Zitaten und persönlichen Beispielen und liest sich sehr einfach, ohne trivial zu wirken. 

Wer seiner christlichen Hoffnung einen Kraft-Schub geben möchte, dem empfehle ich dieses Buch wärmstens. Aber nicht nur deswegen empfehle ich das Buch, sondern auch wegen einer gewissen Sprachlosigkeit, der ich immer wieder begegne. Es ist eine Sprachlosigkeit über das, was “nach dem Tod” kommt. Viele Christen glauben “irgendwie an die Ewigkeit” – aber können wenig dazu sagen, sind sprachlos. Das muss nicht so bleiben und das ist unbegründet, denn in der Bibel finden sich ausreichend Belege und Bilder dafür, was in der Ewigkeit auf Christen wartet.

John Eldredge hat diese Bilder, diese Belege aufgenommen, mit seinen eigenen Erfahrungen, seiner Theologie und weiteren ausdrucksstarken Theologen kombiniert und herausgekommen ist ein Buch, das tut, was es verheißt:

Sehnt sich Ihr Herz nach einer unumstößlichen Hoffnung, die durch alles hindurchträgt? Dann habe ich eine gute Nachricht für Sie: Genau solch eine Hoffnung gibt uns der christliche Glaube. Gott verspricht: Am Ende der Zeiten wird er alles neu machen, was wir jetzt schon lieben – nicht in einem ungewissen, süßlichen Himmel, sondern genau hier auf der Erde.John Eldredge


Infos:
240 Seiten
18,00 EUR
ISBN: 978-3-7655-0996-4
Brunnen Verlag

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Überblick der Rezensionen
Relevanz
8
Lesbarkeit
9
Erscheinungsbild
7
Ehemann // Familienvater // Pfarrer // Autor // Querdenker // Visionär // Whisky // Grillen // Apple // KSC //

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