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#14 Ist Jesus wirklich auferstanden?

Warum der Glaube damit steht und fällt

Ist Jesus wirklich auferstanden, wie es die Bibel berichtet – historisch zuverlässig, womöglich am 9. April 30?

In dieser Folge schauen wir 4 Merkmale an, welche die Berichte des Neuen Testaments zunächst als eine zuverlässige Quelle und seriöse Berichterstattung charakterisieren:

  • Die Tonalität der Berichte
  • Die Quellenlage
  • Sachlich-kritische Inhalte der Texte
  • Expertenstatus der Autoren

Das alleine reicht aber noch nicht aus, um die Historizität der Auferstehung Jesu zu belegen. Deswegen nenne ich dir 5 Faktoren der Entstehungsgeschichte des Christentums bzw. der Wirkungsgeschichte der Auferstehung Jesu, die für mich deutlich belegen: Jesus ist wirklich auferstanden:

  1. Die Ausbreitung des Christentums
  2. soziale und kulturelle Umwälzungen
  3. Erscheinungen des Auferstandenen
  4. Das leere Grab
  5. Die Schande vom Kreuz

Bibelstellen, die in dieser Folge eine Rolle spielen:

  • 1. Korinther 15,17-19
  • Lukas 1,1-4
  • 1. Korinther 15,5-7
  • Matthäus 28,11-15
  • Apostelgeschichte 5,34-42
  • 1. Korinther 1,18
  • 1. Korinther 1,23
  • 1. Korinther 15,20-21
  • 1. Korinther 15,55-58

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#13 Wie echter Worship deinen Blick auf Leid verändert

Wenn das Leben nicht nur eitel Sonnenschein ist

In dieser Folge unterhalte ich mich mit Timm Falter (SAP) darüber, wie Leid und Worship miteinander zu tun haben. Es wird ziemlich knackig und herausfordernd, das kann ich dir versprechen!
Gleichzeitig wird es aber authentisch und ehrlich, weil wir aus unserem Leben erzählen. Wir wollen nicht nur Richtigkeiten verbreiten, sondern Wahrheit. Diese Folge ist der zweite Teil einer kleinen Reihe über Worship. Wenn du den ersten Teil (#12 Warum echter Worship matchentscheidend ist) noch nicht gehört hast, hol‘ es unbedingt nach.

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Gott. Du musst es selbst erleben

Vor dieser Buchvorstellung habe ich mich ein halbes Jahr „gedrückt“. Jetzt schreibe ich einfach, auch wenn ich weiß: Der Größe und Tiefe, der Weisheit und Schönheit dieses Buches kann und werde ich nicht gerecht werden. Was Dallas Willard mit „Gott. Du musst es selbst erleben“ produziert hat, ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk jüngerer Theologiegeschichte und ein „MUST READ“ für alle Pastoren und Leiter.

Kein anderes theologisches Buch hat mich in den letzten Jahren so sehr geprägt wie „Gott. Du musst es selbst erleben“. Das hält Einzug nicht nur in meine Theologie, in meinen Glauben, sondern auch in meine Verkündigung und vor allem: Das Buch „Gott. Du musst es selbst erleben“ ist für mich der Schlüssel schlechthin, um zu verstehen, was mit der in der Bibel so oft vorkommenden Wendung „Reich Gottes“ wirklich gemeint ist.

Ok, kommen wir zum Buch. „Gott. Du musst es selbst erleben“ ist schon jetzt ein Klassiker. Warum? Es erschien 1997 im englischen Original „The Divine Conspiracy“. Für viele ist es das Buch schlechthin, das Dallas Willard geschrieben hat. Man kann dem Fontis-Verlag nicht dankbar genug sein, dass er „The Divine Conspiracy“ mit „Gott. Du musst es selbst erleben“ nun in deutscher Sprache veröffentlicht hat.

Ein Buch für das nächste Jahrtausend

Es mag „dick aufgetragen“ klingen, aber was Richard J. Foster am Ende seines Vorwortes zur Originalausgabe 1997 schrieb, trifft es auf den Punkt:

Falls die Wiederkunft Christi noch auf sich warten lässt, ist dies ein Buch für das nächste Jahrtausend.Gott. Du musst es selbst erleben, S.14

Aber lassen wir den Autor mit seinem ersten Satz selbst zu Wort kommen – und es wird deutlich, auf was es Willard mit diesem 700-seitigen Meisterwerk ankommt:

Meine Hoffnung ist es, mit diesem Buch ein neues Hören auf Jesus zu bewirken, vor allem unter denjenigen, die meinen, ihn schon verstanden zu haben.Gott. Du musst es selbst erleben, S.15

Das gilt es beim Lesen dieses Buches immer und immer wieder zu berücksichtigen: Willard schreibt kein evangelistisches Buch nach seiner eigenen Aussage, auch wenn ich ihm widersprechen würde, denn „Gott. Du musst es selbst erleben“ lässt die Tiefe und Schönheit des Evangeliums so sehr erstrahlen, dass ich davon überzeugt bin: Es hat auch eine evangelistische Dimension.

Willard aber kommt es auf etwas ganz anderes an. Er möchte diejenigen, die sich schon Christen nennen, provozieren, herausrufen, einladen und ermutigen, Jesus ganz neu kennen zu lernen. Und genau das ist der rote Faden, der sich durch das Buch zieht.

Gleich auf einer der nächsten Seiten habe ich bei folgendem Zitat an den Rand „aktueller denn je!“ notiert.

Der tatsächliche Gehorsam gegenüber Christus ist praktisch bedeutungslos geworden, und dies sorgt mehr als alles andere dafür, dass das Christentum nur wenig Einfluss besitzt in der heutigen Welt, die immer mehr dazu neigt, politisches oder soziales Handeln als den wichtigsten Dienst für Gott zu betonen.Gott. Du musst es selbst erleben, S.19

Ich glaube in der Tat, dass „Gott. Du musst es selbst erleben“ ein Buch für das „kommende Jahrtausend“ ist – und da Foster dies im letzten Jahrtausend schrieb, sind wir mittendrin.

„Gott. Du musst es selbst erleben“ verfolgt inhaltlich drei große Themenbereiche.

Da ist zum einen die Bergpredigt, die Dallas Willard (nahezu) vollständig und stringent auslegt. Zum zweiten ist es der immer wiederkehrende Begriff vom „Reich Gottes“, dessen wirkliche Bedeutung und Kraft Willard entfaltet. Und als drittes Kernthema ist „Jesus als Lehrer“ etwas, womit viele nicht mehr rechnen oder viele kaum mehr Wert darauf legen. Nebenbemerkung: Wenn du die Bücher von John Mark Comer liest, wirst du einiges von Willards Gedanken bei ihm wiederfinden. Dazu empfehle ich dir bspw. das Buch „Das Ende der Rastlosigkeit“ (hier geht’s zur Buchvorstellung – ein weiteres Buch, das mich maßgeblich in den letzten Monaten geprägt hat).

Die Bergpredigt – was Jesus wirklich meint

Wie oben schon erwähnt, ist das Herzstück dieses Buches die Auslegung der Bergpredigt. Ich habe vor 20 Jahren Theologie studiert, bin seit 17 Jahren im kirchlichen Dienst, lesen sehr viele theologische Bücher, höre jede Menge Podcasts zu theologischen, biblischen Themen und schaue mir Vorträge rund um Theologie und Gemeinde an.

Aber „Gott. Du musst es selbst erleben“ hat mich das erste Mal sagen lassen: „Ach, das also hat Jesus mit seiner Bergpredigt wollen.“

Die Bergpedigt von Jesus steht in Matthäus 5-7. Darin äußert sich Jesus zu allen möglichen (und unmöglichen) Lebensbereichen des Menschen.

Man liest über die Bergpredigt alles Mögliche. Genauer gesagt: Es finden sich viele Auslegungsoptionen der Bergpredigt. Sie sei eine Anleitung, wie wir glücklich leben. Sie sei eine politische Rede Jesu gegen die Ungerechtigkeit und das Leid in dieser Welt. Sie sei eine Anweisung zu einem „christlichen Leben“. Selbst wenn in allen diesen Gedanken über die Bergpredigt etwas dran wäre – sie drückten nicht aus, was Jesus wirklich mit der Bergpredigt sagen wollte.

Und Dallas Willard soll es jetzt also geschafft haben, die Bergpredigt richtig auszulegen? Ja! Nach meiner Meinung schon. So dreist das klingen mag, ich sehe es so.

In seiner Auslegung zur Feindesliebe schreibt Willard:

Der Pharisäer setzt es sich zum Ziel, das Gesetz einzuhalten, statt zu dem Menschen zu werden, dessen Taten ganz natürlich dem Gesetz entsprechen.Gott. Du musst es selbst erleben, S.322

Nur so macht es nämlich Sinn, dass Jesus von sich sagt: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Matthäus 5,17).

Willards Ausführungen über die Bergpredigt sind so alltagsnah, dass es manchmal schon fast unangenehm wird. Auch wenn er ein großer Denker, ein intelligenter Theologe und Philosoph ist, so sind es gerade die Ausführungen zu diesen unseren Alltag betreffenden Themen, die leicht verständlich und schwer verdaulich zugleich sind.

Das Reich Gottes

Ich habe vor 20 Jahren Theologie studiert, bin seit 17 Jahren im kirchlichen Dienst, lesen sehr viele theologische Bücher, höre jede Menge Podcasts zu theologischen, biblischen Themen und schaue mir Vorträge rund um Theologie und Gemeinde an.

Aber „Gott. Du musst es selbst erleben“ hat mich das erste Mal sagen lassen: „Ach, das also hat Jesus mit „Reich Gottes“ gemeint.“

Du merkst: Die Wiederholung war absichtlich, denn dieses Buch war für mich ein theologischer Augenöffner vor allem in genau dieser einen Frage: Was ist eigentlich das Reich Gottes?

Da bin ich jahrelang Pfarrer und Theologe und meine, „es erkannt zu haben“. Ist ja oft so im Leben, dass wir uns auf der Seite der Erkenntnis wähnen, Gott irgendwie nur den Kopf schüttelt und hofft, dass der Mensch doch noch zur Einsicht kommt.

Ja, gerade in Willards Ausführungen zum „Reich Gottes“ habe ich mich im wahrsten Sinne eines Besseren belehren lassen und sehe gerade hier den größten Veränderungsprozess, den dieses Buch in mir angestoßen hat. Bevor nun aber jemand denkt, ich sei vom Glauben abgefallen oder denke nun „ganz anders“ – nein, das Gegenteil ist der Fall.

Willard schafft es, mir die Kraft, die Dynamik, die (positive!) Sprengkraft von diesem biblischen Begriff „Reich Gottes“ vor Augen zu führen. Es ist eher so, dass dich die Tiefendimension von „Reich Gottes“ mehr und mehr verstanden habe, je mehr ich in seinem Buch las.

Auch hier gäbe es viele Zitate und ich empfehle dir besonders das Kapitel 3 „Unsere in Gott eingetauchte Welt: Was Jesus uns über den Kosmos lehrt“, aus dem folgendes Zitat stammt.

Unser praktischer Glaube an Christus und an seine greifbar nahe Herrschaft nimmt unermesslichen Schaden, wenn wir den Himmel mit einem fernen, im Weltall oder sogar außerhalb des Kosmos gelegenen Ort verwechseln. Natürlich ist Gott auch dort. Aber statt davon auszugehen, dass der Himmel und Gott auch permanent bei uns sind, so wie Jesus es uns gezeigt hat, meinen wir, sie befänden sich weit entfernt und wahrscheinlich auch in einer viel späteren Zeit – jedenfalls nicht im Hier und Jetzt. Und dann überrascht es uns, wenn wir uns so einsam fühlen?Gott. Du musst es selbst erleben, S.139

Natürlich habe ich immer geglaubt (und glaube es nach wie vor), dass Jesus und „das Reich Gottes“ (biblisch: das Reich der Himmel) mitten unter uns in dieser Welt sind. Das war nie die Frage für mich. Aber die Tiefe, in die Willard den Leser mit hineinnimmt, wenn er vom „Reich Gottes“ schreibt, ist unbegreiflich schön. Und das alles, ohne in liberales Denken zu verfallen und das Jenseitige nur im Diesseitigen zu verorten, das Übernatürliche im Natürlichen und biblische Aussagen rein analogisch und symbolisch zu verstehen. Das macht Willard unmissverständlich deutlich, wenn er schreibt:

Hier muss betont werden: Die betreffenden Ereignisse sind wirklich passiert, und sie bilden die Grundlage für das biblische und praktische Verständnis., dass Gott wirklich in unserer Welt ist. Vielleicht haben wir aber zu viele „Spezialeffekte“ im Fernsehen und Kino gesehen, wo etwas geschieht, das in der Realität keinen Anhalt hat. Viele Menschen sind heutzutage nicht mehr in der Lage, die Bibel oder kirchengeschichtliche Ereignisse realistisch wahrzunehmen als etwas, das tatsächlich so wie beschrieben passiert ist.Gott. Du musst es selbst erleben, S.137

Jesus als Lehrer

Zugegeben: Hier hat mich Dallas Willard „auf dem falschen Fuß“ erwischt. Jesus ist für mich Sohn Gottes, der Messias, mein Retter und Erlöser. Aber Lehrer? Das wäre sicherlich nicht das erste Attribut, das ich Jesus zuschreiben würde. Vielleicht auch deswegen nicht, weil es v.a. in der liberalen Theologie viele Ansätze gibt, die Jesus nur noch zu einem religiösen Lehrer machen und seine soteriologischen Attribute (Retter, Erlöser, Messias) sowie seine Göttlichkeit außen vor lassen.

Willard aber hat mich eines gelehrt: Wir sollten nicht nur, wir müssen sogar Jesus als Lehrer neu in unserem Leben, in unserer Kirche und in unserer Verkündigung entdecken – und zwar ohne die göttlichen und soteriologischen Aspekte des Wirkens Jesu zur Seite zu schieben. Also: Jesus als Lehrer entdecken und ihn gleichzeitig Sohn Gottes, Messias, Retter und Erlöser sein lassen.

Der Gedanke, dass Jesus als Lehrer in unserer heutigen christlichen Verkündigung sowie im heutigen Gemeindeleben fehlt und das einen großen Schaden hinterlässt, führt Willard immer wieder aus. Für mich aber am prägnantesten an dieser Stelle:

Wir finden uns ganz einfach ab mit der Entfremdung unserer Religion von Jesus als Freund und Lehrer und von unserem alltäglichen Leben als heiliger Berufung und Beauftragung Gottes. Manche ersetzen die von Gott geschenkte Lebendigkeit und persönliche Integrität durch Rituale, andere geben sich mit ein paar vereinzelten „Erfahrungen“ anstelle der Verwandlung ihres Charakters zufrieden. Der eigentliche Grund für diese Entfremdung ist die Abwesenheit Jesu als Lehrer in unserem Leben. Seltsamerweise sind wir bereit, von fast jeder Person zu lernen, wie man lebt, außer von ihm. Wir glauben, dass uns die „neusten Studien“ mehr über Liebe und Sex lehren können als er das und dass wir von Moderatoren einschlägiger Fernsehsendungen mehr über Finanzen erfahren, als wir es von ihm tun würden. In Ratgebern lesen wir, wie wir mit unseren Angehörigen und Kollegen richtig umgehen, und Wissenschaftssendungen erklären uns den Kosmos. Gott. Du musst es selbst erleben, S.115

Und als ob das nicht schon ausreichend wäre, schließt Willard diesen großartigen Abschnitt mit folgender Schlussfolgerung und Bestandsaufnahme.

Wir verlieren jedes Gespür für den Unterschied zwischen Information und Weisheit und handeln entsprechend.Gott. Du musst es selbst erleben, S.115

Und hier liegt der Grund, warum wir Jesus als Lehrer in unserem Leben benötigen: Um weise zu leben, um verändert, transformiert und erneuert in einer Gesellschaft zu leben, die immer weniger nach den Geboten Gottes lebt.

Der Mensch nimmt reine Information auf und meint, damit schon Weisheit erlangt zu haben. Als ob Willard in’s Jahr 2023 hat vorausblicken können, um die ganzen Möchtegern-Influencer und Pseudo-Lebensverbesserer auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken zu entlarven. Denn genau hier geschieht es so oft: Wir werden mit nichts anderem als Information gefüllt – und meinen, weil es eine bestimmte Person gesagt hat, muss es gut, wahr und schön sein. Ist es aber nicht – es ist reine Information, von der noch nicht einmal gesagt werden kann, ob sie hilfreich ist oder nicht. Das alles geschieht tagtäglich tausendfach in den sozialen Netzwerken – auch auf Profilen von Christen. Man muss schon genau hinhören und sehen, wo es Weisheit und wo es reine Information gibt.

Für Willard maßgeblich ist Jesus als Lehrer – und um es fortzuführen: Genau das ist es, was wir heute benötigen: Influencer und Leiter, Normalos und Menschen wie du und ich, die Jesus als Lehrer akzeptieren, ihm nachfolgen und das weitergeben.

Die letzten Seiten / Kapitel des Buches widmet Willard der Frage, wie dies nun alles ganz praktisch umgesetzt werden kann – unter anderem auch in Jüngerschaftskursen in der theologischen Ausbildung.

Du musst es selbst erleben

Und damit meine ich das Buch. Denn es ist ein Erlebnis „Gott. Du musst es selbst erleben“ zu lesen – aber eigentlich nicht nur zu lesen, sondern aufzunehmen, zu verarbeiten und umzusetzen.

Ich gebe dir aber zwei Tipps: Zum einen mach dir bewusst, dass das Lesen dieses Buches ein Marathon ist und kein Sprint. 700 Seiten lesen sich nicht mal nebenbei und es empfiehlt sich meiner Meinung nach auch nicht, irgendwo im Buch anzufangen, sondern es chronologisch zu lesen. Zum zweiten sollten Stift und Textmarker zu deinem ständigen Begleiter gehören, wenn du „Gott. Du musst es selbst erleben“ liest. Nur so ziehst du den größten Gewinn aus der Lektüre.

Unterstützt wirst du dabei vom wirklich gelungen Layout des Buches, welches das Lesen vereinfacht und dir am Rand ausreichend Platz lässt für eigene Notizen und Anmerkungen. Und das, obwohl sich am Rand immer wieder zusammenfassende Sätze bzw. Zitate aus dem Text finden, was ich sehr hilfreich finde, um nicht selbst den Überblick zu verlieren.

Zusammenfassung
„Gott. Du musst es selbst erleben“ ist ein Meisterwerk, das Dallas Willard vor gut 25 Jahren erstmals in englischer Sprache veröffentlichte. Es ist ein Buch, das mit solch einer Kraft in der Sprache und den verwendeten Bildern daherkommt, dass es gar nicht anders kann, als Glaube und Theologie positiv zu verändern. Willard schreibt für Menschen, die schon Christen sind, aber in den entscheidenden Fragen des Lebens die Kraft des Evangeliums neu erfahren müssen. Willard verdeutlicht anhand der Bergpredigt auf eindrucksvolle Weise, wie sehr das Übernatürliche, das von Gott gewirkt ist, seinen Platz im Natürlichen des Menschen hat. Unweigerlich ist „Gott. Du musst es selbst erleben“ nicht nur eine Dokumentation göttlicher Kraft sondern sollte zur theologischen Grundlage und den theologischen Basics jeden theologischen Leiters in diesem Jahrtausend gehören.

Details zum Buch

📕 Seiten: 720

➡️ Verlag: Fontis

💶 Preis: 29,50 EUR


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Die Kunst des Leitens XIV: Transparenz als Schlüssel

Ich habe viele Fehler gemacht als Leiter. Einer davon war, in Veränderungsprozessen nicht transparent zu kommunizieren und damit auch nicht transparent zu leiten.

Kleines (eigentlich ist es ein ziemlich großes) Beispiel: In einem großen Prozess, den wir „Vision 2020“ nannten, gabt es für unsere Gemeinde (www.wutachblick.de) in den Jahren 2017 bis 2020 drei große Veränderungsschritte:

  1. Die zwei Gottesdienste, die bis dato in zwei Orten stattfanden, wurden auf einen Ort konzentriert, was natürlich zur Folge hatte, dass in dem einen Ort am Sonntagmorgen kein Gottesdienst mehr stattfand.
  2. Die Kirche dieses Ortes wurde zu unserer Jugendkirche und einem Anbetungszentrum.
  3. Die Leitungs- und allgemeine Gemeindekultur wird durch sechs Werte bestimmt. (Diese Werte kannst du hier nachlesen: www.wutachblick.de/werte).

Um eines deutlich zu sagen: Alle drei Ziele waren und sind richtig und ich würde sie heute genau so wieder definieren – einzig den Weg würde ich an manchen Stellen ändern unter dem großen Stichwort Transparenz. Transparenz heißt so viel wie „(Licht)durchlässig sein“. Ich finde das einen großartigen Vergleich, denn genau das benötigen wir in großen, in komplizierten, in schwerwiegenden Leitungsprozessen: Lichtdurchlässigkeit. Später im Artikel mehr dazu. Zurück zu meinen Fehlern.

In den damaligen Veränderungsprozessen haben wir seitens der Gemeindeleitung manche Teilschritte und Teilvorhaben erst dann kommuniziert, als sie schon ziemlich lange diskutiert und schlussendlich beschlossen waren – nicht immer war das so, aber manchmal. Das führt dazu, dass Gemeindeglieder, die ohnehin unterschiedlich mit Veränderungsprozessen umgehen, auf unterschiedliche Weise auf solche Prozesse reagieren.

Diejenigen, die ohnehin „on track“ sind, sind es auch dann.

Diejenigen, die ohnehin „dagegen“ sind, sind es auch dann.

Aber was ist mit denen, die man mit guten Argumenten begeistern könnte? Genau. Für diese ist Transparenz ein ganz hohes Gut – natürlich auch für alle anderen, aber für die Unentschlossenen, die Skeptiker, die Hinterfrager (und das meine ich alles nicht wertend) auf besondere Weise.

Die Vision mittragen – nicht „die Gemeinde mitnehmen“

Momentan stehen wir als Gemeinde vor einer neuen, immens großen und ich würde sagen in diesem Ausmaß noch nie da gewesenen Herausforderung: Wir müssen mit unseren Gebäuden (zwei Kirchen, zwei Gemeindehäuser, ein Pfarramt) neue Wege gehen – und momentan ist die Richtung klar: Wir veräußern alles und bauen ein neues Gemeindezentrum.

Dieser Veränderungsprozess erfordert eine Menge, das kannst du dir sicher vorstellen.

Auf einen einzigen Gedanken im Blick auf Transparenz aber möchte ich an dieser Stelle nur eingehen.

Anfang März hatten wir Klausur unseres Ältestenkreises – es war eine mega gesegnete Zeit). Auf dieser Klausur habe ich Folgendes gesagt:

Lasst uns nicht davon sprechen, „die Gemeinde mitzunehmen“. Das suggeriert, dass wir sie ziehen und zerren müssen. Lasst uns vielmehr davon reden, dass möglichst viele Menschen die Vision eines neuen Gemeindezentrums mittragen. Denn Visionsträger sind mit dem Herzen dabei, sie sind voller Überzeugung und sind wiederum Multiplikatoren für das Anliegen und können andere zu Visionsträgern machen.

Und genau dafür benötigt man Transparenz.

Menschen lassen sich nur für etwas begeistern und werden selbst zu Trägern einer Vision, wenn die Vision für sie überzeugender und stärker ist, als den Status Quo aufrechtzuerhalten. Bei manch einem geht das recht schnell – andere wiederum benötigen Zeit und Zugang zu Informationen, die ihnen helfen, überzeugt zu werden – oder auch nicht.

Keine Information und keine Transparenz jedoch führen auch zu keinem Erkenntnisgewinn und damit auch viel eher zu einem Festhalten an Bestehendem als der Bereitschaft, Neues zu wagen. Oder um im oben erwähnten Bild der Lichtdurchlässigkeit zu bleiben: Veränderungsprozesse fühlen sich manchmal wie das Tappen im Dunkeln an, weil man (noch) nicht weiß, wohin die Reise geht. Und übrigens: Für Gemeindemitglieder noch mal viel mehr als für die Leitungspersonen, denn Letztere sind viel mehr mit der Materie betraut und mindestens einen Schritt voraus. Also benötigt es Lichtdurchlässigkeit, damit die, die noch ein wenig im Dunkeln tappen, den Weg finden.

Oben habe ich schon geschrieben, dass ich rückblickend einige Fehler in meinem Leitungshandeln gemacht habe. Einer davon war der, Dinge zu spät zu kommunizieren. Dabei ging es gar nicht darum, die Gemeinde nicht informieren zu wollen, sondern vielmehr war der Gedanke der, dass es angeblich weniger überzeugend ist, wenn man erst „halb fertig“ mit den Gedanken ist, als dass man ein „fertiges Konzept“ vorstellt.

Inzwischen sehe ich das anders und bemühe einmal mehr den Vergleich mit den Apps auf deinem Smartphone. Du nutzt gewisse Apps vermutlich mehrmals am Tag, andere täglich, wiederum andere nach Bedarf. Eines aber haben diese Apps alle gemein: Sie werden ständig aktualisiert. Du hast niemals die „perfekte Version“ auf deinem Smartphone sondern immer nur die „momentan beste“ Version.

So sehe ich inzwischen auch Leitungshandeln. Wenn du wartest, bis das Konzept perfekt ausgearbeitet ist, wirst du jede Menge Zeit ins Land gehen lassen und am Ende viel weniger Menschen überzeugen können, da sie vor einem geschlossenen System zu stehen scheinen.

Viel besser ist es, transparent zu kommunizieren, wo du mit deinem Leitungsteam gerade stehst, welches die nächsten Schritte sind und welches die Schritte waren, die bisher gegangen worden sind.

Lass es konkret werden

Das will ich jetzt nämlich tun. Als Gemeindeleitung sind wir von unserem Klausurwochenende zurückgekommen und haben drei affirmative Sätze formuliert, mit denen wir in die Zukunft gehen wollen und das Projekt „Neubau“ angehen werden. Diesen drei Sätzen haben wir jeweils 4-5 erklärende Sätze beigefügt, das Ganze auf eine A4-Seite gepackt, also einen so genannten Onepager draus gemacht. Am Donnerstag nach dem Klausurwochenende haben wir in unserer Team Night alle Mitarbeiter und Leiter über den Status Quo informiert und drei Tage später nach dem Gottesdienst die Gemeinde. Jedes Mal sollten die Leute, die da waren, den Onepager mitnehmen, um ihn sich zuhause zu Gemüte zu führen.

Denn: Wenn man das erste Mal von solch einem gewaltigen Schritt (Neubau) hört, ist man leicht überfordert und weiß erst einmal gar nicht, was man darauf antworten oder wie man darauf reagieren soll. Dafür dient der Onepager als ein Medium der Transparenz, denn wiederum drei Wochen später (also kommende Woche) haben wir Gemeindeversammlung.

In dieser Gemeindeversammlung soll dann in kleinen Gruppen darüber gesprochen werden und alle sich beteiligen können. Erleichtert wird ihnen das Mitreden durch den Onepager, in dem wir als Gemeindeleitung ganz offen und transparent formulieren, was unsere Absicht für die Zukunft ist.

Natürlich gibt es sensible und heikle Themen, mit denen man als Gemeindeleitung nicht so schnell so offen und transparent umgehen kann wie mit der Frage nach einem Neubau – vor allem, wenn es sich um Personalien handelt.

Generell aber glaube ich, dass wir (in Deutschland) zu sehr in der Gefahr stehen, das fertige Gericht servieren zu wollen und nicht ins Rezept uns schauen lassen wollen. Letzteres ist aber unabdingbar, denn gemeinsam kochen macht viel mehr Spaß als nur alleine – und nicht immer verderben viele Köche den Brei.

Deswegen: Transparent zu leiten und zu kommunizieren erzielt den höchsten Impact auf die Visionsvermittlung und das Mittagen der Vision durch Gemeindeglieder. Oder um endlich auch mal die Headline dieses Artikels aufzugreifen: Transparenz ist ein großartiger und wichtiger Schlüssel, um die Vision nicht nur zu vermitteln, sondern Menschen darin zu begleiten, die Vision zu ihrem eigenen Anliegen, zu ihrer eigenen Vision zu machen.

Gleichzeitig ist es etwas ganz anderes als ein „die Gemeinde mitnehmen“. By the way: Ein Schlagwort, das ich neben „Das war schon immer so“ am zweithäufigsten höre und genauso wenig mag wie „Das war schon immer so“.

Ich wünsche dir Mut zu Transparenz. Denn das bedeutet auch, immer einmal wieder sagen zu müssen: „Das weiß ich (noch) nicht.“ Ein Satz, der vielen Leitern schwerfällt – der aber sehr transparent ist.


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#12 Warum echter Worship matchentscheidend ist

Im Gespräch mit Timm Falter (SAP)

Um es vorweg zu nehmen: Der Mensch betet immer etwas oder jemanden an. Die Frage ist, was „echter Worship“ ist und warum dieser matchentscheidend und lebensverändernd ist. Darüber habe ich mich mit Timm Falter unterhalten. Er ist weder Worshipleiter, Musiker noch Pastor, sondern Programmierer bei SAP. Seine Gedanken zum Thema sind nicht weniger als hervorragend. Hör es dir unbedingt an!

  1. Entscheidend ist, wen wir worshippen
  2. Alle anderen Götter außer dem Gott der Bibel werden uns zerstören
  3. Echter Worship lenkt den Blick von den Problemen auf die Größe Gottes

Bibelstellen, die in dieser Folge genannt werden:

  • 2. Mose 20,1-6
  • Römer 5,8
  • 2. Samuel 16,12-15
  • 1. Chronik 23,3-5
  • 2. Chronik 20
  • Apostelgeschichte 16,23-40

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True Story? Good question!

Ist Gott ein Spaßverderber?

Wie steht Gott zum Klimawandel?

Warum sollte ich glauben, was die Bibel über Jesus sagt?

Was tut Gott gegen die Ungerechtigkeit in der Welt?

Zeit für Deep Talk! Oder anders gesagt:

Julia Garschagen beantwortet „die 10 größten Fragen über Gott und die Welt“.

So zumindest lautet der Untertitel des Buches „True Story? Good Question!“ von Julia Garschagen und ihrer Co-Autorin Alicia Fuchs.

Ein moderner Katechismus

So würde ich das Buch bezeichnen. Ok, jetzt mal weniger Theologensprech. Was ist ein Katechismus? In der frühen Kirche, also in den ersten Jahrzehnten und Jahrhunderten der Christenheit, bezeichnet man mit „Katechismus“ den Taufunterricht für Menschen, die sich taufen lassen wollten. In diesem Katechismus waren die „Basics“ des Glaubens enthalten und wurden so den „Täuflingen“ gelehrt. Schließlich ließen sich diese ja (meistens) aus Überzeugung taufen und mussten im Glauben noch die ein oder anderen Dinge gelehrt bekommen (wie das heute übrigens nicht anders ist – wir bleiben ein Leben lang Lernende).

Irgendwie sehe ich „True Story? Good question!“ in dieser Tradition. Im Buch werden auf nicht dogmatische Weise ebenso Basics des christlichen Glaubens behandelt und zusätzlich gesellschaftlich aktuelle Fragen. Insofern ist das Buch ein richtig guter Katechismus für die junge Generation – auch wenn ich mich beim Lesen manchmal fragte: „Wer liest eigentlich noch Bücher?“ Vor allem in der Generation der noch nicht Volljährigen. Aber es wird mit Sicherheit einige Exoten unter ihnen geben.

Was einen Katechismus auszeichnet, ist kein reines „Frage-Antwort-Spielchen“ nach dem Motto „Friss oder stirb“. Einen Katechismus zeichnet aus, dass er zwar Antworten gibt, den Leser aber immer noch zum eigenständigen Denken, Forschen, Grübeln und Glauben animiert. Und das gelingt Julia Garschagen exzellent.

Besonders aufgefallen ist es mir im Kapitel „Mein Glaube, dein Glaube, kein Glaube – Gibt es da einen Unterschied?“, in dem sie nach dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens fragt und ihn in den Kontext der vielen Religionen auf der Welt stellt. Dabei kommt die so oft zitierte Parabel von den Blinden und dem Elefant vor, wird aber weiter geführt und mit dem Vergleich eines Gegenstandes, den man beim Klettern benötigt, ergänzt. Zu viel verrate ich hier aber nicht, denn: Lies selbst! Es lohnt sich. Versprochen!

Theologisch tief, sprachlich ansprechend

Was mich am Buch überzeugt, ist die theologische Tiefe, die aber sprachlich ansprechend daherkommt. Ich hätte auch schreiben können „in einfacher Sprache daherkommt“, aber dann fühlen sich die besonders Schlauen nicht angesprochen. Aber eigentlich ist es genau so: die Sprache ist einfach, ohne trivial zu wirken. Die Sprache ist so gehalten, dass man kein Theologie-Nerd sein muss, um zu wissen, auf was es ankommt im jeweiligen Kapitel.

Ich glaube, das hat einen ganz einfachen Grund: Julia Garschagen und Alicia Fuchs sind beides Frauen, die Fragen über Fragen hatten und haben. Das schreiben sie immer wieder in ihrem Buch und so ist doch vollkommen klar, dass sie beide eine Sprache finden können, die Menschen verstehen, die ebenfalls Fragen haben.

Gleich in ihrer Vorstellung auf den ersten Seiten schreibt die Autorin:

Ich hatte schon immer viele Fragen. Zum Beispiel, ob Fisch für alle Menschen genauso schmeckt wie für mich. Und warum es dann trotzdem Leute gibt, die ihn mögen. […] Was mich sonst noch bewegt: Warum gibt es uns in diesem großen, weiten Universum? Was trägt wirklich? Was inspiriert uns für die Zukunft? Gibt es mehr als das, was ich sehe – irgendetwas Größeres, das über mich hinausgeht?True Story? Good question!, S.7

Julia Garschagen leitet als Theologin das „Pontes Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube“. Darüber hinaus leitet sie „truestory“ (früher: JESUS HOUSE), eine Veranstaltungsreihe, die in Gemeinden vor Ort durchgeführt wird und an der in ganz Deutschland mehrere hundert Gemeinden beteiligt sind.

Thematisch werden, wie oben schon erwähnt, sowohl wichtige theologische Themen angesprochen wie auch sehr aktuelle Themen: Klimawandel, Krieg und Covid.

Mich begeistert, wie Julia Garschagen es schafft, komplexe theologische Fragen so zu formulieren und aufzubereiten, dass sie lebensrelevant und kurzweilig zu lesen sind. Denn eines ist klar: Die Aufmerksamkeitsspanne der „Generation Z“, für die das Buch geschrieben wurde, ist wesentlich geringer als das bei Älteren der Fall ist. Wo TikTok-Videos und YouTube-Shorts nicht länger als 1-2 Minuten gehen, liest auch kein Jugendlicher bzw. junger Erwachsener mehr einen ganzen Roman zu theologischen Fragen.

Deswegen sind die einzelnen Kapitel nicht zu lang und in sich wiederum in einzelne Abschnitte gegliedert, durch das Schriftbild auch schnell zu erfassen und übersichtlich gestaltet.

Hinzu kommt, dass es jede Menge QR-Codes im Buch gibt, die auf en YouTube-Kanal von Truestory verlinken. Dort gibt’s zum jeweiligen Thema passend noch weitere Videos und Vorträge.

Das Buch eignet sich wunderbar als Geschenk zur Konfirmation genauso aber auch als Grundlage für eine Kleingruppe in der Jugendkirche. Oder um es noch zu toppen: Wieso nicht einfach einen Glaubenskurs in der Jugend der Gemeinde mit diesem Buch als Grundlage starten?

Sicher mag jeder hier und da theologisch noch Nuancen anders sehen oder ergänzen – nur zu! Aber ich glaube, es könnte großen Gewinn bringen – und wer weiß: Vielleicht liest die „GenZ“ in der Gruppe lieber als alleine.

Immer wieder habe ich von den „theologischen Fragen“ und den „gesellschaftlich aktuellen Themen“ geschrieben – also: Hier sind sie. Das sind die Themen, um die es im Buch geht:

1 Fortschritt, Forschung, Evolution – Macht die Wissenschaft Gott überflüssig?

2 Ausgrenzung, Missbrauch, Macht – Ist Gott so schrecklich wie die Kirche?

3 Krieg, Covid, Krebs – Warum lässt Gott Leid zu?

4 Rassismus, Armut, Unterdrückung von Frauen – Was tut Gott gegen Ungerechtigkeit?

5 Erderwärmung, Naturkatastrophen, Hunger – Wie steht Gott zum Klimawandel?

6 Mein Glaube, dein Glaube, kein Glaube – Gibt es da einen Unterschied?

7 Alt, langweilig, ausgedacht – Warum sollte ich glauben, was die Bibel über Jesus erzählt?

8 Auferstehung, leeres Grab, ein lebendiger Toter – Ist das nicht totaler Schwachsinn?

9 Himmel, Hölle, Leben nach dem Tod – Wie sieht’s damit aus?

10 Einschränkend, verstaubt, irrelevant – Ist der Glaube mehr als Regeln und Tradition?

Julia Garschagen, Alica Fuchs: True Story? Good Question!
288 Seiten
ISBN: 9783417000504
Verlag: SCM-Verlag
Preis: 17,00 EUR

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#11 Was zeichnet eine gute Gemeinde aus?

Spoiler: Es sind nicht die Programme und Budgets, die eine gute Gemeinde ausmachen. Es sind drei „Mitetelpunkte“ – ja, ich weiß, dass sich das eigentlich widerspricht, aber die Dreieinigkeit Gottes ist auch nicht ganz ohne.

Dieses drei Mittelpunkte sind Jesus, die Bibel und Menschen. Aber nicht irgendwie, sondern

  • der biblische Jesus
  • die Bibel als Wort Gottes
  • Menschen, die Gott so wertvoll sind, dass sie zu Jüngern werden sollen

Jesus hat uns sein Vermächtnis hinterlassen. Seine letzten Worte, ehe er zum Vater zurückkehrte, waren deutlich: „Macht alle Menschen zu Jüngern, indem ihr hingeht zu ihnen, indem ihr sie tauft und indem ihr sie lehrt.“

Daran muss sich eine gute Gemeinde messen.
Das ist Zuspruch und Anspruch zugleich.

Du wirst in dieser Folge also jede Menge Ermutigendes und Herausforderndes zugleich hören. Auch auf die Frage, ob man in einer Gemeinde bleiben oder sie verlassen sollte, gehe ich ein.
Wenn dich die Themen „Vision“ und „Strategie“ interessieren, lass es mich wissen. Beides wäre eine eigene Podcast-Folge wert.

Folgende Bibelstellen zitiere ich (Auflistung in der Reihenfolge, wie sie im Podcast vorkommen):

  • Römer 3,23-25
  • Hebräer 4,12
  • Matthäus 28,18-20
  • 1. Korinther 2,2-5
  • 1. Thessalonicher 1,5
  • Hebräer 10,25
  • Epheser 4,11
  • 1. Korinther 12,1-11

Du willst deine Fragen loswerden, die dann eventuell Gegenstand einer Podcast-Folge werden? Du willst Feedback loswerden oder persönlich etwas loswerden bzw. eine Frage stellen?

Aber gerne doch! Schreibe mir eine Mail an info@david-brunner.de.

Oder folge mir auf Facebook (hier klicken) und Instagram (hier klicken) und schreibe mir dort deine Fragen oder Feedback.

Ich freue mich, von dir zu lesen!

Weitere interessante Beiträge findest du auf meinem Blog www.david-brunner.de.

Der Sühnetod Jesu: Notwendig oder überflüssig?

Stell dir vor, es gibt einen Gott. Dieser Gott liebt die Menschen, die er selbst erschaffen hat. Doch der Mensch will nichts mit diesem Gott zu tun haben – was an sich schon hirnrissig ist, aber wer kennt das nicht: So sind die Menschen nun mal. So entscheidet sich der Mensch bewusst gegen Gott, er rebelliert, er geht einen Weg ohne Gott und ist ab sofort nicht mehr in der Lage, nicht mehr zu sündigen. Er ist ab sofort nicht mehr in der Lage, von sich aus eine Beziehung mit Gott zu leben. Er ist ab sofort nicht mehr in der Lage, sich Gott zu nähern – auch nicht durch (fromme) Taten.

Über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg versucht Gott, durch verschiedene Propheten und Gottesdienstformen, durch Zehn Gebote und Wunder bei den Menschen „zu landen“ und diese missliche Lage aufzuheben. Nur die Menschen wollen irgendwie nicht. Sie ziehen ein Leben ohne Gott vor – oder sagen wir mal so: Sie packen Gott in eine Box und lassen ihn nur dann heraus, wenn sie es wollen. Und auch nicht überall hin. Der Mensch bestimmt selbst, in welchen Bereichen seines Lebens Gott etwas sagen darf – und in welchen Bereichen nicht. Das ist bis heute so.

So geht das über die Jahre und Generationen, bis Gott Mensch wird. Ja genau. Richtig gelesen. Von nun an lebt Gott als Mensch auf der Erde, bei den Menschen als einer von ihnen. Jesus Christus wird geboren und im Alter von ca. 30 Jahren beginnt er, für ca. drei Jahre öffentlich zu wirken. Man stelle sich das mal vor: drei Jahre! Mehr nicht. Und doch hat er diese Welt geprägt und verändert wie es andere in 30 Jahren nicht ansatzweise schaffen.

Drei Jahre – das ist ungefähr die Zeit, als wir von einem Virus namens „Corona“ hörten bis heute. Länger nicht.

Am Ende seines Wirkens stirbt er einen qualvollen Tod: er wird gekreuzigt. Die übelste Folter und Todesmethode der damaligen Zeit. Er wird begraben in einer Fehlshöhle in der Nähe Jerusalems und das Wunder geschieht: Nach drei Tagen ist er wieder auferstanden und lebt. Zunächst erscheint er Maria von Magdala, einer Frau, die ihn zeitlebens begleitete und die zur ersten Verkündigerin der frohen Botschaft wird. Er ist noch einige Tage auf dieser Erde bei seinen Freunden, ehe er dorthin zurückkehrt, woher er auf diese Erde kam: in den Himmel zu seinem Vater.

Sühnetod – was ist das?

Du merkst schon: Ich habe gerade mehrere tausend Jahre Geschichte Gottes mit den Menschen zusammengerafft auf einige Sätze. Aber ich wollte dich zumindest ein bisschen mit hineinnehmen in diese großartige Geschichte, die Gott mit den Menschen hat. Diese Geschichte ist gekennzeichnet davon, dass Gott immer und immer wieder die Nähe und Beziehung zu den Menschen suchte. Er wollte nie weit weg sein, er wollte immer ganz nah bei den Menschen sein, eine Beziehung mit ihnen leben – und er wird es in der Ewigkeit mit denen tun, die ihm hier auf Erden das Vertrauen schenkten.

Übrigens ist das Bild des „Wohnens“ bzw. des „Zeltens“ eines, das durch die Bibel hindurch immer wieder vorkommt. Im ersten Teil der Bibel, als Gottes Volk in der Wüste war, gab es das „Zelt der Begegnung“. Im Neuen Testament schreibt der Jünger Johannes die Lebensgeschichte auf und beginnt diese unter anderem mit den Worten:

Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.Die Bibel - Johannes 1,14

Und ganz am Ende der Zeiten, wenn Gott sein ewiges Reich aufrichten wird, dann – ja dann gilt:

Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.Die Bibel - Offenbarung 21,3

Den „Final Showdown“ zu Jesu Lebzeiten gab es dann, als Jesus am Kreuz starb. Vieles in der Theologie und in der heutigen kirchlichen und gemeindlichen Praxis entscheidet sich an der Frage:

Ist Jesus für mich stellvertretend gestorben oder welche Bedeutung hat sein Tod am Kreuz?

Im Neuen Testament, genauer gesagt im Brief von Paulus an die Gemeinde in Rom, gibt es eine ganz bemerkenswerte Stelle.

Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat. Denn Gott sandte Jesus, damit er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt und unsere Schuld gesühnt wird. Wir sind gerecht vor Gott, wenn wir glauben, dass Jesus sein Blut für uns vergossen und sein Leben für uns geopfert hat. Gott bewies seine Gerechtigkeit, als er die Menschen nicht bestrafte, die in früheren Zeiten gesündigt haben. Er handelte so, weil er Geduld mit ihnen hatte. Und er ist auch jetzt, in dieser Zeit, vollkommen gerecht, indem er die für gerecht erklärt, die an Jesus glauben. Die Bibel - Römer 3,23-26

Hier steht eine Provokation sondergleichen, die dazu führt, dass nicht wenige Theologen unserer Zeit als auch des vergangenen Jahrhunderts/Jahrhunderte große Schwierigkeiten damit haben.

Aber was steht hier denn genau?

1. Wie alles gedacht war
Ursprünglich war der Mensch von Gottes Herrlichkeit erfüllt. Das griechische Wort „doxa“, das für Herrlichkeit im Urtext steht, meint so viel wie Ehre, Glanz, Würde und korreliert mit dem Schöpfungsbericht (1. Mose 1,27), in dem die Erschaffung des Menschen die Gottesebenbildlichkeit des Menschen widerspiegelt.

2. Was der Mensch tat
Der Mensch verliert diese Herrlichkeit durch das, was man landläufig den „Sündenfall“ nennt – die Sache mit Adam, Eva und der Frucht am Baum – nachzulesen in 1. Mose 3.

3. Ein großartiges Geschenk
Gerecht vor Gott wird der Mensch durch Gottes Gnade, denn er hat ein Geschenk für den Menschen.

4. Es gibt Hoffnung
Dieses Geschenk besteht darin, dass dem Menschen die Schuld vergeben werden kann. Wie großartig! Der Mensch muss nicht gefangen bleiben in seiner Schuld vor Gott.

5. Der Sühnetod Jesu verändert alles
Durch den Tod Jesu, durch den er unsere Schuld vor Gott sühnt und sich selbst opfert, kann der Mensch (wieder) leben und die Beziehung zu Gott wird erneuert.

Zu behaupten, Jesu Tod wäre kein Sühnetod, ist nicht nur falsch – es widerspricht der Bibel.

Als Theologe kann ich mich nicht gegen das Wort Gottes stellen – das wäre vermessen und hochmütig. Wer das tut, muss das eines Tages selbst mit seinem Schöpfer ausmachen – das ist nicht meine Sache. Ich für mich habe jedoch erkannt, dass ich mich nicht willentlich gegen Aussagen der Bibel, die heilsentscheidend sind, stellen kann.

Weitere Bibelstellen, in denen von Sühne im Blick auf das Kreuzesgeschehen die Rede ist:

Denn Christus hat unsere Sünden, ja, die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen; er hat sie gesühnt. Die Bibel - 1. Johannes 2,2

In einer anderen Übersetzung (Neues Leben) heißt der Vers folgendermaßen: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“ Hier wird das Wort „Sühne“ nicht mehr explizit genannt und übersetzt, jedoch gut umschrieben: Sühne heißt, dass Jesus nicht nur ein Opfer gab, sondern selbst das Opfer war für unsere (meine und deine) Schuld.

Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Hierin ist die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.Die Bibel - 1. Johannes 4,9-10
Daher musste er [Jesus] in allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig und ein treuer Hoher Priester vor Gott werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen.Die Bibel - Hebräer 2,17

Den letzten Vers finde ich äußerst interessant. Im Hebräerbrief wird Jesus als Hohepriester vergleichen. Im Alten Bund (Alten Testament) war der Hohepriester dafür verantwortlich, innerhalb der Opfer- und Kultvorschriften das zu tun, was dem Volk Versöhnung mit Gott brachte. Besonders eindrücklich ist hier 3. Mose 16. Jesus selbst ist nun Opfer und Hohepriester zugleich. Doch Vorsicht – es bewahrheitet sich, was Paulus schon im ersten Korintherbrief geschrieben hat:

Wenn wir also Christus als den Gekreuzigten verkünden, sind die Juden entrüstet und die Griechen erklären es für Unsinn. Die Bibel - 1. Korinther 1,23

Die Juden waren entrüstet, da es schlichtweg unvorstellbar war, dass Gott selbst am Kreuz stirbt, denn wer am Kreuz hing, war verflucht (5. Mose 21,23). Für die Griechen war es schlichtweg Unsinn – denn welcher Gott ist so machtlos, so klein, so unbedeutend (dachten die Griechen), dass er am Kreuz stirbt?

Beide Äußerungen im Blick auf das Kreuz finden sich auch heute noch in der Theologie: Entrüstung und Unsinn – weil Menschen aus unterschiedlicher Perspektive nicht wahrhaben wollen, dass Jesus für sie starb.

Warum ist das so wichtig?

Weil damit alles steht und fällt.

Sagen wir es mal so: Der Sühnetod Jesu wird hauptsächlich von zwei theologischen Strömungen geleugnet, die in ihrer Konsequenz sich nicht unterscheiden, lediglich in ihrer Herangehensweise und Perspektive. Das ist zum einen die so genannte liberale Theologie, die vor allem in der Landeskirche zu finden ist. Zum anderen ist das die so genannte progressive Theologie, die sich vor allem im freikirchlichen Bereich findet.

Kommt die liberale Theologie hauptsächlich durch die Aufklärung und die rein rationale Herangehensweise an biblische Texte durch die historisch-kritische Methode, so ist die progressive Theologie vor allem eine Abschiednahme von geglaubten und verkündigten Glaubensinhalten. Was am Ende übrig bleibt, unterscheidet sich zwischen den beiden Theologien kaum.

In meinem Podcast „Einfach glauben“ kannst du dir die Folge „#4 Dekonstruktion – Was ist das?“ anhören. In dieser Folge gehe ich darauf ein, wie es dazu kommt, dass Menschen ihren Glauben dekonstruieren und welche theologisch markanten Ergebnisse daraus folgen.

Sowohl in der liberalen Theologie als auch in der progressiven Theologie bleibt im Blick auf Jesus Christus ein Mensch (oftmals nicht mal mehr ein Gott), der uns inspiriert und der für seine Überzeugungen starb. Er brachte sozusagen zum Ausdruck, wie wichtig das ist, wofür er lebte, dass er bereit war, dafür zu sterben. Das ist bis hierhin auch nicht weiter tragisch. Aber wenn wir nun genauer hinschauen, welche Bedeutung der Tod von Jesus am Kreuz hatte, wird die sühnende und erlösende Dimension des Kreuzestodes Jesu sowohl in der liberalen als auch in der progressiven Theologie nicht (mehr) betont und schon gar nicht als Wahrheit geglaubt und gelehrt, die für alle Menschen von Bedeutung ist.

Der Tod am Kreuz wird dann oftmals wie oben schon erwähnt als Bekräftigung seiner Ideale zu Lebenszeit gedeutet bzw. als ein Akt der Solidarisierung mit Menschen in Leid und Not – was aber Jesus ohnehin sein ganzes Leben lang wichtig war.

So bleibt ein Jesus, der unsere Schuld am Kreuz nicht stellvertretend sühnte. Das jedoch ist nicht der Jesus, der mir in der Bibel begegnet.

Das ist fatal – aus zwei Gründen

Zum einen – und das liegt auf der Hand – wird der Sühnetod Jesu als Wiederherstellung der Beziehung zu Gott geleugnet. Offen bleibt die Frage, wie der Mensch vor Gott gerecht wird, wie der Mensch die Beziehung zu Gott wieder leben kann, wie der Mensch ewiges Leben erlangt.

Ohne Sühne bleibt der Mensch für immer in seiner Sündhaftigkeit gefangen.

Es gibt keinen Ausweg, weil der Mensch nichts leisten oder beitragen kann, um sich vor Gott gerecht zu machen. Zur Erinnerung:

Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.Die Bibel - Römer 3,23-24

„Gelöst“ (aber es ist Selbstbetrug, keine Lösung) wird dieses Problem seitens der oben genannten theologischen Richtungen meist dadurch, dass ohnehin am Ende jeder Mensch bei Gott sein wird. Das nennt man in der Theologie „Allversöhnung“ und besagt, dass es in der Ewigkeit kein „Himmel und Hölle“, sondern nur Himmel gibt – für alle. Unabhängig von ihrer Gottesbeziehung hier auf Erden.

Zum anderen erzeugt die Leugnung des Sühnetodes einen ungnädigen, unbarmherzigen und unmenschlichen Druck auf den Menschen. Denn was bleibt von Jesu Wirken, wenn sein Sühnetod geleugnet wird? Meist bleibt Jesus dann ein inspirierter und inspirierender Mensch, der uns in moralischer und ethischer Hinsicht ein großes Vorbild ist. Das bedeutet: Er zeigt uns, wie wir gut mit uns, unseren Mitmenschen und unserer Welt umgehen.

An und für sich ist das nichts Schlechtes – mit einem großen Problem: Diese Forderung wird zur Überforderung, denn es gibt keinen Gott, der an meiner Stelle stirbt, um mich von der Last der Sünde zu befreien um mir überhaupt erst einmal zu ermöglichen, so zu leben, wie Jesus das tat oder an meiner Stelle tun würde.

Was ich leiste und erbringe, muss ich aus mir selbst heraus und aus meiner Begrenztheit heraus tun. Lieben wie Jesus, leben wie Jesus, dienen wie Jesus – ohne dass dieser Jesus stellvertretend für mich starb. Es gibt keinen Ort, wo ich mit meinem schuldigen, sündhaften und unmenschlichen Leben hinkann, um Heilung und Wiederherstellung zu empfangen, um erneuert zu werden.

Ohne Sühne gibt es keinen Ort, wo ich mit meinem schuldigen, sündhaften und unmenschlichen Leben hinkann, um Heilung und Wiederherstellung zu empfangen.

Wo nach biblischer Aussage der Sühnetod Jesu zur Folge hat, dass ich vor Gott gerecht bin, neues Leben empfange und ein neuer Mensch werde – so bleibt alles beim Alten ohne diesen Sühnetod. Und aus dieser alten, unmenschlichen, sündhaften und beschädigten Natur soll der Mensch nun leben wie Jesus, lieben wie Jesus und dienen wie Jesus? Das ist unmöglich. Im wahrsten Sinne.

Es gibt kein Schwimmbad ohne Wasser.

Es gibt kein Fußballspiel ohne Ball.

Es gibt keinen Jesus ohne Sühnetod.

Der Sühnetod Jesu ist Liebe, Gnade und Wahrheit in einem.

Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz vor aller Welt sterben lassen. Jesus hat sein Blut für uns vergossen.Die Bibel - Römer 3,25

Aus Liebe hat Jesus sein Blut vergossen. Ja, das klingt sehr theatralisch und wird heute immer weniger verkündigt – aber es ist so geschehen und die Bibel bezeugt es an mehreren Stellen (Epheser 1,7; 1. Petrus 1,18-19; Offenbarung 1,5; 5,9), dass es Jesu Blut ist, das uns gerecht macht vor Gott.

Aus Gnade hat Gott, der Vater, seinen Sohn für uns sterben lassen. Mehr Gnade geht nicht, denn wir werden durch diese Tat am Kreuz mit Gott wieder „verbunden“. Wenn wir glauben sind wir eins mit Gott – aus Gnade! Denn der Mensch, dessen Natur von Grund auf böse ist (1. Mose 8,21), kann nun wieder in einer Beziehung mit dem Schöpfer dieses Universums leben.

Als Ausdruck von Wahrheit geschah das nicht im privaten und versteckten Raum, sondern in aller Öffentlichkeit. Kreuzigungen waren zur Zeit der Römer ein öffentliches Spektakel – so grausam und bestialisch es auch war.

Jesus hat die Liste der Anklagen gegen uns gelöscht; er hat die Anklageschrift genommen und vernichtet, indem er sie ans Kreuz genagelt hat. Die Bibel - Kolosser 2,14

Stell dir vor, es gibt einen Gott.

Dieser Gott liebt die Menschen, die er selbst erschaffen hat.

Die Menschen jedoch wollen nicht von Gott wissen.

Gott ist das nicht egal und so entscheidet er sich für die Sühne der menschlichen Schuld durch seinen eigenen Tod – aus Liebe:

Gott dagegen beweist uns seine große Liebe dadurch, dass er Christus sandte, damit dieser für uns sterben sollte, als wir noch Sünder waren.Die Bibel - Römer 5,8

Zu diesem Thema empfehle ich dir auch die Folge „Warum musste Jesus sterben?“ meines Podcasts „Einfach glauben“.


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