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Was Gott einmal kann,…

…das kann er nicht nur ein zweites, ein drittes oder ein viertes Mal. Er kann es unzählige Male.

In jedem einzelnen Leben, das durch seinen Geist verändert wurde, ist er am Werk.

Jedes Wunder, das sich Tag für Tag hier auf der Erde ereignet, erzählt von seiner Größe und Herrlichkeit.

Jeden Trost, den er spendet in Zeiten der Trauer, zeugt davon, dass er ein Gott ist, der den Leidenden und Traurigen in den Arm nimmt und Geborgenheit schenkt.

In jedem Lied, das ihm die Ehre gibt, ist er gegenwärtig und am Wirken.

In jedem kühnen Glaubensschritt, den Menschen gehen, ist er zugegen und weist den Weg.

Jeder einzelne Atemzug, den wir Menschen nehmen, ist ein Beweis dafür, dass Gottes Güte und Gnade noch lange kein Ende hat.

Jeder Zweifel, durch den wir uns mühsam hindurchringen, ist ein Beleg dafür, dass am Ende des Tunnels nicht einfach nur ein Licht scheint, sondern Jesus selbst wartet und es sich bewahrheitet, was er über sich selbst sagt.

In jeder großzügigen Geste, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert, erkennen wir, dass Gott ein liebender Gott ist.

Gott hat nie aufgehört, Gott zu sein.

Gott hat nie aufgehört, uns Menschen zu lieben.

Gott hat nie aufgehört, uns Menschen Gutes zu tun.

Gott hat nie aufgehört, übernatürlich in unserem Leben zu wirken.

Und das Beste: Er wird damit auch nie aufhören.

Er selbst hat es versprochen in seinem Wort, der Bibel:

Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr! (Klagelieder 3,22+23)

Wenn es in diesen unsicheren und turbulenten Zeiten irgendetwas gibt, worauf du dich verlassen kannst, dann das: Was Gott einmal kann, das kann er unzählige Male, weil sein Erbarmen und seine Güte nicht aufhören werden!

Mit dieser Gewissheit im Herzen, lassen sich Siege demütig feiern und Niederlagen aufopferungsvoll hinnehmen.

Mit dieser Kraft im Herzen lassen sich mutige Schritte nach vorne gehen und Abschied nehmen von geliebtem Gewohnten, weil Gottes Erbarmen und Treue niemals ein Ende haben werden.

Und dann stolpern wir Menschen aber so durch unser Leben, als ob das irgendwie nicht so ganz stimmt. Als ob es da doch noch so einen gewissen Restzweifel gibt, ob das, was Gott in seinem Wort verspricht, wirklich stimmt und ob das, was wir an göttlichem Eingreifen Tag für Tag und in unserem ganzen Leben schon erfahren haben, wirklich auf Gott zurück zu führen ist oder nicht doch nur irgendwie ein Zufall war oder doch irgendwie zu erklären wäre oder oder oder.

Nein. Es stimmt. Gottes Erbarmen und seine Treue hören niemals auf. Als ob es einen himmlischen Reset-Knopf gibt, beginnt Gott jeden einzelnen Tag deines Lebens ganz neu mit dir, freut sich über dich, erbarmt sich über dich, will dir Gutes tun.

Und wir? Was können wir tun?

Vielleicht reicht es schon, wenn wir einen Vers aus dem Neuen Testament dabei beherzigen:

Missachtet ihr die große Güte, Nachsicht und Geduld, die Gott euch bis jetzt erwiesen hat? Seht ihr nicht, dass er euch durch seine Güte zur Umkehr bewegen will? (Die Bibel, Römer 2,4)

Menschen haben ein ganz unterschiedliches Bild von Gott. Aber mich fasziniert immer wieder, dass es eben seine Güte ist, seine Geduld, seine Nachsicht, die mich zum Umkehren bewegt, weil ich weiß, dass ich nicht zu irgendeinem Despoten umkehre, sondern zu einem liebenden, himmlischen, barmherzigen, ewigtreuen, vergebenden, sanftmütigen, tragenden, schützenden und bergenden Vater.

Und der kann bekanntlich die Dinge nicht nur einmal, die er schon getan hat, sondern unzählige weitere Male kann, will und wird er dir zeigen, wie sehr er dich liebt!

So ein wenig inspiriert zu diesen Gedanken hat mich ein Song der Willow Creek Community Church, der extra für ihr 40jähriges Bestehen vor zwei Jahren komponiert wurde (und seit kurzem auf iTunes erhältlich ist): ONLY GOD!

Hallo, hereinspaziert!

Was soll ich sagen? Dieses Buch ist der Knüller! Willst du wissen warum? Dann musst du dich durch ein paar Zeilen hier lesen, wirst am Ende den Link zum Buch anklicken und es bestellen – zumindest, wenn dir Gottesdienste für (Klein-)Kinder auf dem Herzen liegen.

Christiane Fauth hat hier zwar nicht das Rundumsorglospaket abgeliefert, aber es geht schon ziemlich in die Richtung. Einziger Haken: Vorbereiten und durchführen musst du die Gottesdienste schon selbst – aber ich wette: Mit diesem Buch als Inspiration wirst du das mit großer Begeisterung, ausreichend Vorbereitung und ganz viel Liebe und Kreativität tun.

Um was geht’s eigentlich?

„Hallo, hereinspaziert!“ ist ein Arbeitsbuch für Erlebnisgottesdienste mit (kleinen) Kindern. Genauer gesagt trägt das Buch den Untertitel „12 Erlebnisgottesdienste für kleine Leute im Krabbel- und Kindergartenalter“.

Ok, ok, manch einer fühlt sich jetzt vielleicht an so manchen Kleinkindgottesdienst erinnert, der nicht nur die Kinder hat unruhig auf den Kirchenbänken hin und her rutschen lassen. Vergiss es! Die Gottesdienstentwürfe in diesem Buch sind andere.

Christiane Fauth, ihreszeichens Religionspädagogin, geht in diesem Buch durch das Kirchenjahr und das Kalenderjahr: Frühling, Sommer, Herbst, Winter – und verbindet diesen Durchgang natürlich auch mit den markanten kirchlichen Ereignissen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten.

So gibt es für jeden der 12 Gottesdienstentwürfe zunächst eine kleine Checkliste, was an Material, Vorbereitung und Mitarbeitenden benötigt wird aber auch eine kurze Skizze, was Thema, Zielgedanke und Grundelemente der Theaterszenen bzw. der Aktionen sind. Jeder Entwurf trägt einen prägnanten Titel wie „Happy Birthday, liebe Kirche“, „Hab keine Angst, Jona“ oder „Lauft mit uns nach Bethlehem“.

Begrüßung, Gebete, Moderation, Theaterszenen und Aktionen sind vollständig ausformuliert und schlüssig aufeinander bezogen. Das hat den Vorteil, dass man bei der Vorbereitung der Gottesdienste immer weiß, woran man ist, warum welcher (liturgische) Teil an welcher Stelle kommt und durch den Zielgedanken/Checkliste zu Beginn eines Entwurfs verliert man nie das Ziel aus den Augen.

Zusätzlich zu den Abläufen gibt es online Material bestehend aus Illustrationen, Foto-Vorlagen sowie Material-Checklisten zum Abhaken mit Platz für Notizen – so viel dann doch zum Rundumsorglospaket.

Was mich neben der absolut überzeugenden Struktur und wunderbaren Vorbereitung der Entwürfe, die man annähernd 1:1 übernehmen kann und an die jeweils gemeindlichen Settings sehr gut anpassen kann, vollkommen überzeugt sind ein paar einleitende Worte zu Beginn des Buches, aus denen man schon herauslesen kann, welch großes Herzensanliegen diese Erlebnisgottesdienste für die Autorin sind.

Für mich haben diese Ausführungen einen wunderbaren Mehrwert und stärken allen den Rücken, welche sich in der (Klein-)Kind-Arbeit in der Gemeinde investieren, die – leider! – immer noch an so vielen Stellen ein Schatten- und Nischendasein zu führen scheint, durch die Ausführungen Fauths aber das bekommen, was sie verdient: Anerkennung und Wertschätzung!

Dabei geht Fauth bspw. darauf ein, weshalb es aus biblischer aber auch aus religionspädagogischer Sicht so wichtig ist, schon mit den Kleinsten Gottesdienst zu feiern. Weiter führt sie wertvolle Gedanken aus, die den Blick weiten und es eben um mehr als nur eine Veranstaltung in der Gemeinde geht, denn „religiöse Bildung“ (um es mal sehr allgemein zu sagen) findet heutzutage (leider) nicht mehr in vielen Familien statt. Hier hat Gemeinde also schon ganz früh eine wunderbare Möglichkeit, Kindern vom Evangelium als etwas „Neues“ zu erzählen. Dies soll aber nicht trocken und abstrakt geschehen, sondern sich im Alltag, im Leben, im Denken und Handeln der Kinder widerspiegeln – deswegen auch „Erlebnis“-Gottesdienste.

Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dass dieses Buch seine (Klein-)Kinder-Arbeit auf jeden Fall aufwerten wird, der sei noch darauf hingewiesen, dass Fauth auch wertvolle Gedanken zur Werbung, zur Finanzierung und auch zu den Vorbereitungsphasen der Erlebnisgottesdienste beisteuert.

Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Buch nicht nur eine wunderbare Fundgrube für Kleinkindgottesdienste ist, sondern elementare Anliegen der Arbeit mit (Klein-)Kindern anspricht und ihr die Wertschätzung und Anerkennung verleiht, die sie auch verdient. Insofern lohnt es sich alleine schon die einführenden Seiten und Kapitel zu lesen.

Infos:
176 Seiten
16,95 EUR
ISBN: 9783866871588
Verlag: buch+musik

Wer spaltet eigentlich Kirche?

In letzter Zeit habe ich einige theologische Diskussionen in den sozialen Medien mit verfolgt und mich teilweise daran beteiligt. Im Laufe einer Diskussion fragte ich mich: Wer sorgt eigentlich dafür, dass Kirche(n) sich spaltet? Wer sorgt dafür, dass die Einheit der Kirche bewahrt bleibt – oder auch nicht?

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ein befreundeter Pastor brachte im Laufe der Diskussion – in der es eigentlich um eine ganz andere Frage ging – das Apostolische Glaubensbekenntnis zur Sprache. Dieses Glaubensbekenntnis ist Grundlage zumindest aller Landeskirchen in Deutschland, die Pastorinnen und Pastoren werden auf dieses Bekenntnis hin „verpflichtet“ und ordiniert – es ist sozusagen eine Art „Grundgesetz“ der evangelischen Kirche in Deutschland – natürlich neben weiteren Bekenntnissen und nicht zu vergessen: neben der Bibel. Darüber hinaus ist zumindest agendarisch vorgesehen, dass dieses Glaubensbekenntnis nicht nur an hohen Feiertagen in den Gottesdiensten gesprochen wird – was natürlich nicht überall der Fall ist.

Die Sätze dieses Glaubensbekenntnisses gehen auf die Lehre und das Wirken Jesu zurück und sind so etwas wie eine Versicherung und Selbstvergewisserung dessen, was Christen glauben. Entstanden in den frühen ersten Jahrhunderten des Christentums, ist dieses Glaubensbekenntnis mehr als ein Dokument. Es verbindet christliche Kirchen auf der ganzen Welt und über Sprachgrenzen hinweg, weil in ihm das steht, was Christen glauben – und zwar zeitlos.

Im Wortlaut heißt das dann so:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Irrungen und Wirrungen

Nun gibt es alleine schon in diesem Bekenntnis einige Aussagen, die heutzutage seitens Kirchenvertretern und Theologen immer wieder abgelehnt werden.

Am augenscheinlichsten ist das mit der so genannten „Jungfrauengeburt“. Ein Christ, so die Argumentation, der heutigen Zeit und mit dem Wissen der heutigen medizinischen Forschung, könne doch nicht glauben, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde.

Oder wie verhält es sich mit der Aussage, dass Jesus wiederkommen wird „zu richten, die Lebenden und die Toten“, wenn in vielen theologischen und kirchlichen Kreisen das Gericht Gottes und der mögliche doppelte Ausgang dessen doch gar keine Rolle mehr spielt?

Oder was ist, wenn es Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, welche die Auferstehung der Toten leugnen, ja sogar die Auferstehung Jesu selbst?

Da kann man ja schon mal ein wenig durcheinander kommen in der heutigen Zeit – wie aber übrigens auch in allen anderen Zeitaltern der Kirchengeschichte, denn solche theologischen Streitigkeiten sind ja nichts Neues.

Wer die Einheit will und wer spaltet

Ich mache dir Mut, wenn du zu der Kategorie „Ich glaube das aber, was ich im Glaubensbekenntnis bekenne“ gehörst. Du bist es nicht, der gegen die Einheit von Kirche ist. Es sind die anderen. Denn wer sich von Aussagen des Glaubensbekenntnisses löst, löst sich damit aus der Einheit der weltweiten Christenheit – übrigens auch aus der Einheit, die schon seit vielen hundert Jahren besteht und solange bestehen wird, bis Jesus wiederkommt. Ups. Das steht ja sogar so im Glaubensbekenntnis, dass Jesus wiederkommen wird.

Muss man das Ganze dann aber gleich „Spaltung“ nennen? Ich finde schon – denn selbst Paulus hat davon gesprochen ohne dabei den Weg der Versöhnung zu verlassen. An die Gemeinde in Korinth hat Paulus mehrere Briefe geschrieben. Im ersten Korintherbrief (der gar nicht der erste war, aber der Vorgängerbrief ist leider nicht mehr auffindbar) schreibt er:

Liebe Brüder und Schwestern, im Auftrag unseres Herrn Jesus Christus bitte ich euch eindringlich: Hört auf, euch zu streiten! Duldet keine Spaltungen in der Gemeinde, sondern steht fest zusammen und seid euch einig in dem, was ihr denkt und entscheidet! (Die Bibel, 1. Korinther 1,10)

Wenn Paulus das schon in den ersten Versen seines Briefes in dieser Deutlichkeit schreibt, dann muss das ein gewisses Gewicht haben.

Es gibt immer ein „Weg zurück“

Für Paulus ist solch eine „Spaltung“ aber keine endgültige Angelegenheit. Er gebraucht dieses Wort nicht in einem absoluten Verständnis, sondern gerade im 1. Korintherbrief als eine Beschreibung des Parteien-Zustandes, dass es also mehrere Parteiungen innerhalb einer Gemeinde gibt, was es zugegebenermaßen natürlich noch schwieriger macht, da sich eine Gemeinde dann mit diesen Parteiungen auseinander setzen muss und nicht homogen den Weg weitergeht, weil eine Partei gegangen wäre.

Deswegen ist für Paulus das Ringen darum, was Christen glauben, ein so elementares Geschehen, dass es ihm ein großen Anliegen ist, dass diese Parteiungen oder eben Spaltungen in der korinthischen Gemeinde aufhören.

Für ihn gibt es immer ein „Weg zurück“. Und den gibt es für mich auch. Auch für die Kirche. Für jede Gemeinde. Es gibt immer die Möglichkeit, sich auf das zu besinnen, was Christen seit Jahrhunderten glauben, was ihnen durch Verfolgung und Diaspora-Situation eine große Hilfe war und was letzten Endes Grund aller Erneuerung und Erweckung war: Die Besinnung auf das, was wirklich zählt. Und das ist eben im apostolischen Glaubensbekenntnis zusammengefasst und bildet für mich eine Grenze, die nicht unterschritten werden kann. Weniger ist in diesem Fall eben nicht „mehr“.

Dieser Artikel soll kein Kampfartikel oder Abrechnung oder dergleichen sein. Ich möchte wie oben schon geschrieben dir lediglich Mut machen, dass du daran festhältst, was im apostolischen Glaubensbekenntnis überliefert ist.

Ja, natürlich ist es nicht immer leicht. Wenn immer wieder und immer mehr und nicht nur von bestimmten theologischen „Richtungen“ Glaubensinhalte negiert und abgelegt werden – ja was soll man denn da noch glauben?

Genau vor dieser Frage stehen Christen seit es Bekenntnisse (es gibt ja noch einige mehr als das Apostolikum) gibt. Oft wurden sie geschrieben und verfasst, weil sie vor den Kaisern und Regierenden stehen sollten und sagen sollten, woran sie glauben.

Und ein Blick durch die gesamte Kirchengeschichte hindurch zeigt, dass die Gemeinde Jesu dort gewachsen ist, wo Menschen an dem festgehalten haben, was Christen seit ihren ersten Anfängen glauben. In diesem Sinne: Nur Mut! Und gehe den Weg der Versöhnung. Schreibe niemanden ab, sondern lebe und glaube mutig, was viele Generationen an Christen weltweit geglaubt haben, glauben und glauben werden. Ich bin mir sicher, dass die Gemeinde Jesu, dass deine Gemeinde, dadurch so viel Ausstrahlung und Schönheit, so viel Dynamik und Liebe entwickeln wird, dass auch sie ein Teil der weltweit wachsenden Gemeinde Jesu sein wird.

Was ist eigentlich Lobpreis?

Neulich fragte mich meine Tochter:

„Papa, was heißt eigentlich loben?“

Zugegeben dachte ich erst einmal, dass mir jetzt sicherlich nichts einfällt, wie ich ihr verständlich erklären könnte, was „loben“ heißt. Aber im nächsten Moment antwortete ich ihr einfach spontan: „Dem anderen sagen, wie toll er ist.“

Ein Lobpreis-Experiment

Meine Tochter war zufrieden und mir kam der Gedanke: Ist das eigentlich auch Lobpreis? Und falls ja: Wieso drehen sich dann so viele Lieder im „Lobpreis“ um denjenigen, der singt und nicht um den, der besungen wird?

Es wäre doch in der Tat mal ein Versuch wert, zumindest für eine Zeit, für einen Gottesdienst, für einen Monat…die Lieder im Gottesdienst so auszuwählen, dass während der Lobpreis- und Anbetungszeit nur Lieder gesungen werden, in denen es nicht um den Menschen geht. Selbst eine Aussage wie „Gott du bist so toll, weil du mir hilfst“ würde schon durch’s Raster fallen, weil es ja wieder um „mich“ geht.

Und ist genau das nicht das Problem der Lobpreis- und Anbetungskultur in unseren Gemeinden (oh nein, ich pauschalisiere nicht), dass es dann doch irgendwie und letzten Endes um den geht, der singt und nicht alleine um die Größe und die Anbetung Gottes?

Kleiner Einschub an alle, die sich jetzt schon die Hände reiben, weil sie ohnehin der Ansicht sind, dass christliches Liedgut durch die moderne Lobpreiskultur verkommen würde und ohnehin nur die Lieder Inhalt haben, die älter als 200 Jahre sind (was in meinen Augen übrigens nicht stimmt): Auch in vielen „alten“ Chorälen (die ich teilweise sehr mag) ist sehr, sehr oft vom „Ich“ und nicht vom „du“ die Rede oder besser gesagt: Auch das „Du“ kommt nur in Relation zum „Ich“ vor. Ok, ich will hier nicht abdriften, denn streng genommen kann es ein „Du“ auch nur geben, wenn es in Beziehung zum „ich“ steht – aber du weißt hoffentlich noch, was ich eigentlich schreiben wollte.

Ich, mich, meiner, mir – oder um was geht’s?

Natürlich bin ich Gott von Herzen dankbar, dass ich ihn nicht einfach nur „Gott“, sondern „Papa“ nennen darf – und dass das wohl die Gottesbezeichnung ist, welche für mich persönlich am stärksten und kräftigsten ausdrückt, dass der Gott der Bibel ein beziehungsorientierter Gott ist.

Und doch: Schaffen wir es eigentlich, ihn noch anzubeten, ohne dass seine Größe, seine Majestät, seine Hilfe, seine Kraft, seine Stärke sofort und unabdingbar mit uns selbst in Beziehung gebracht wird?

Bibelkenner unter uns werden jetzt mit der Stirn runzeln und sagen „Hä? Was will der Kerl hier? Wenn wir in die Psalmen (Gebete im ersten Teil der Bibel) schauen, ist da ständig vom „Du“ und „Ich“ die Rede.“

Korrekt. Ich habe nämlich auch nicht geschrieben, dass ich diese beziehungsorientierte Sprache komplett mal gerne beiseite schieben würde. Überhaupt nicht.

konsumorientiertes Selfie-Christentum

Aber – um mal zum Knackpunkt zu kommen: Ich glaube, dass unsere westliche Christenheit in großen Teilen (ich bin kein Wissenschaftler, weswegen ich jetzt leider ein wenig pauschalisieren muss und darf) ein sehr egozentrisches und konsumorientiertes Selfie-Christentum lebt. Denn um was geht es eigentlich im Glauben? Dass ich ein gutes Leben hier auf der Erde führe? Dass Jesus mein Lebensverbesserer und Diesseitsschönermacher ist?

Ehrlich: Das glaube ich nicht. Zumindest kann ich das nicht aus der Bibel heraus lesen. Schaue ich mir große Persönlichkeiten der Bibel an wie Paulus, Petrus, Maria, Miriam, Mose oder – last but not least – Jesus, dann kann ich nicht guten Gewissens sagen, dass der letzte Sinn des Lebens darin besteht, dass ich ein „gutes Leben“ führe – zumindest nicht nach menschlichen Gesichtspunkten und Deutehorizonten.

Happy End?!

Ach, ich schweife ab. Sei’s drum. Was ich eigentlich sagen wollte: Lasst uns in unseren Gemeinden Gott anbeten, ihm die Ehre geben, ihn preisen – oder eben: Ihm sagen, wie toll er ist! …und der Rest wird sich mit Sicherheit geben. Man nennt das „Vertrauen“. Vertrauen, dass dieser Gott, den ich anbete, gleichzeitig der Gott ist, den ich „Papa“ nennen darf und der alles im Blick und in seiner Hand hält.

Insofern könnte Lobpreis und Anbetung doch eigentlich auch wie ein kleiner Test oder Wasserstandsmeldung zu sehen sein, wie es um mein Vertrauen bestellt ist.

Aber nein. Ich will nicht das eine gegen das andere ausspielen. Überhaupt nicht. Es braucht Zeiten, in denen wir Gott danken, ihn bitten, ihn anbeten, ihm klagen, ihn anklagen, uns freuen, mit ihm weinen – weil und trotzdem wir in der Beziehung mit ihm leben. Keine Frage. Und dann braucht es eben diese Zeiten, in denen wir es schaffen, von uns weg zu schauen und einzig und allein auf den zu schauen, dem alle Ehre, alle Anbetung und aller Lobpreis wirklich gebührt.

Der Diamant von Burg Silberfels

Mittelalterliche Rittergeschichten haben mich schon immer in ihren Bann gezogen. Das Leben in monumentalen Burgen, der so ganz andere Alltag in einem Zeitalter, das noch nichts von Digitalisierung wusste und letzten Endes natürlich alle Sagen und Geschichten rund um Ritter, Fürsten und Schlachten.

Aber gut. Es geht ja nicht um mich, da ich nicht Zielgruppe von „Der Diamant von Burg Silberfels“ bin aber Melanie Schüer es dennoch irgendwie gehofft hat, dass Papa beim Vorlesen des Buches mindestens genauso gespannt war wie seine beiden Kids.

Vom Verlag sind 8-10jährige als Zielgruppe auserkoren, was meines Erachtens passt, aber beide Altersgrenzen auch ein bis zwei Jahre heruntergesetzt werden könnten.

Dabei ist es nicht alleine die Story, die einen beim Lesen in den Bann zieht. Vielemehr ist es der Stil und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie die Story weitergehen soll. Aber der Reihe nach.

Zwei einfache Bauernkinder, Heinrich und Minna, müssen für einige Zeit auf die Burg ihres Onkels Graf Albrecht. Dort angekommen merken sie schnell, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht und so stolpern sie mehr oder weniger gewollt in die ein und anderen Abenteuer und natürlich in das eine große Abenteuer um den Diamanten von Burg Silberfels. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten…

Eines muss an dieser Stelle aber unbedingt verraten werden. Melanie Schüer hat einen tollen Schreibstil, durch den die Geschichte zum Leben erwacht und beim Lesen Bilder entstehen, die eintauchen lassen in diese Welt der Ritter und Burgen. Meine Kinder lauschten auf jeden Fall sehr gespannt und waren voll dabei.

Die Dialoge sind kurzweilig und kindgerecht geschrieben. Sie sind leicht verständlich aber dennoch alles andere als billig oder trivial. Ein Spagat, der nicht einfach ist, den Melanie Schüer aber mit Bravour meistert.

Sehr cool ist natürlich, dass der Leser immer mal wieder selbst entscheiden kann, wie die Story weitergehen soll. Meistens stehen Heinrich und Minna mit ihren Freunden vor einer wichtigen Entscheidung – und je nachdem, wie sie diese angehen sollen, wird auf einer bestimmten Seite weitergelesen. Für Kinder natürlich eine tolle Möglichkeit, noch mehr in die Geschichte einzusteigen.

Gelungen ist der Autorin auch das Einbinden des christlichen Glaubens. So kommen in der Geschichte immer wieder biblische Geschichten zum Zuge oder der Leser bekommt Anteil daran, wie Heinrich, Minna und ihre Freunde ihren Glauben leben, wie sie beten und im Alltag Kraft aus ihrem christlichen Glauben bekommen.

Alles in allem kann ich nur sagen: Hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Spannung, Inhalt, Stil – einfach genial. Absolute Leseempfehlung meinerseits!

Infos:
168 Seiten
12,95 EUR
ISBN: 978-3-417-28749-3
Verlag: SCM R.Brockhaus

Herr, bist du es?

Dieses Buch ist ein sehr wertvoller Ratgeber in einer höchst brisanten Angelegenheit. Zugegeben: Man muss ja schon eine Annahme setzen, wenn man dieses Buch liest und für die Praxis anwenden möchte, nämlich: Gott spricht als Heiliger Geist auch heute noch zu seinen Menschen.

Mit dieser Annahme beginnen aber die Herausforderungen erst richtig: Woher weiß ich, dass es der Heilige Geist war, der zu mir spricht? War es vielleicht nicht doch mein Wunschdenken? Und wer bin ich überhaupt, dass der Heilige Geist zu mir spricht? Wie kann ich es denn erkennen, um welchen „Geist“ es sich handelt, der mir einen Gedanken schenkt?

Die Bibel spricht im Neuen Testament von der „Gabe der Geisterunterscheidung“, also der Fähigkeit zu erkennen, aus welchem Geist heraus mir ein Eindruck, ein Gedanke, eine Idee oder eine Handlungsaufforderung geschenkt wird. Zugegebenermaßen ist dieses ganze Gebiet deswegen hoch brisant, weil nicht wenig geistlicher Missbrauch und Manipulation gerade dort entsteht, wo Menschen meinen, vollmundig im Auftrag Gottes zu handeln – und es vielleicht gar nicht Gott war, er sie zu irgend etwas aufgefordert hat, sondern vielleicht nur der „menschliche Geist“ in einem selbst.

Eine saubere Grundlegung

Wer das Buch in die Hand nimmt und meint, er findet auf den ersten Seiten gleich eine Antwort auf die Frage „Wie erkenne ich, dass Gott zu mir gesprochen hat?“ – der wird ein wenig enttäuscht werden, aber wird viel mehr bekommen, als er erwartet hat.

Rust – von Haus aus baptistischer Pastor – entfaltet in den ersten Kapiteln sehr tiergehend und ausführlich das Zusammenwirken des Heiligen Geist mit dem Menschen. Dabei setzt er dort an, dass es Gottes ureigenster Wunsch war, sich mit dem Menschen zu „vermengen“ – „Christus in euch“, wie der Apostel Paulus im Neuen Testament beschreibt.

Auch wenn man sich auf den ersten Seiten ein wenig durch die Pneumatologie (die Lehrer des Heiligen Geistes) wühlen darf, ist es doch ein großer Gewinne, da Rust aus der Praxis schreibt und auch mit den ein oder anderen gängigen aber biblisch nicht belegbaren theologischen Meinungen „aufräumt“. Das alles tut er aber auf eine sehr wertschätzende und teils auch autobiografische Weise.

Nicht selten habe ich mich beim Lesen dabei ertappt, wie ich dachte: „Stimmt. Das ist mir auch schon oft begegnet und ich fand es ein wenig merkwürdig.“ Ähnlich scheint es wohl auch Rust gegangen zu sein, wenn er aus seinem großen Fundus der praktischen (Gemeinde-)Erfahrung schreibt.

Die theologische Dichte seiner Gedanken machen das Buch nicht unbedingt zu einer leichten Lektüre. Man sollte sich Zeit und Ruhe nehmen, dieses Buch zu lesen, da es einen unglaublichen Gewinn verspricht für den, der sich mit der Frage nach der Unterscheidung der Geister ernsthaft und gewissenhaft auseinander setzen möchte und keine schnellen, sondern tiergehende und tragende Antworten sucht.

Checkpoints der Geisterunterscheidung

Im letzten Teil des Buches wird es dann ganz konkret und man findet konkrete Antworten auf die Frage: „Wie erkenne ich denn nun, von welchem Geist dieses oder jenes ist?“

Dazu nennt Rust so genannte Checkpoints, die ein Gedanke, eine Idee oder ein Bild durchlaufen muss, um darauf geprüft zu werden, welche(r) Geist(er) dahintersteckt. Diese Checkpoints sind:

  • Jesus Christus
  • Bibel
  • Gemeinde
  • Antriebskräfte
  • Modalität
  • Person

Klingen diese Checkpoints vielleicht ein wenig trivial oder althergebracht? Mag sein – aber ich sehe in ihnen und vor allem in Rusts Ausführungen einen unglaublich großen Gewinn. Natürlich zeigt sich hier auch wieder der große Erfahrungsschatz, aus dem Rust schöpfen kann.

Wo bspw. bei den Checkpoints „Jesus“ und „Bibel“ doch eigentlich alles klar sein sollte – mag man zumindest meinen -, zeigt Rust auf, wie die Herausforderung der Unterscheidung eines „spirituellen Impulses“ im Detail liegt.

Konzentrieren sich die Checkpoints „Jesus Christus“, „Bibel“ und „Gemeinde“ mehr auf den Inhalt eines geistlichen Impulses, legen die anderen Checkpoints das Hauptaugenmerk auf die Person, die einen solchen geistlichen Impuls empfängt. Hier finde ich persönlich den Checkpoint „Antriebskräfte“ äußerst hilfreich und praxisorientiert, da Rust diesen mit folgenden Antriebskräften konkretisiert: Freiheit, Freude, Frieden, Geduld und Demut.

Gerade diese „Checkpoints“ sind es, die den Leser besonders interessieren mögen, der mit der Fragestellung an dieses Buch geht, wie man nun einen geistlichen Impuls bewerten kann.

Dieses Buch ist ein wunderbares Hilfsmittel, um geistliche Impulse auf die richtige Art zu verstehen und weiterzugeben, damit durch diese die Schönheit des Redens Gottes zum Ausdruck kommen und geistlicher Missbrauch oder Manipulation weitestgehend im Keim erstickt werden kann.

Infos:
272 Seiten
17,95 EUR
ISBN: 978-3-417-26809-6
Verlag: SCM R.Brockhaus

Willkommen im Land der Ruhe

Das „Land der Ruhe“ ist für mich eine der schönsten Umschreibungen zum einen für das, was auf Christen nach ihrem Tod wartet und zum anderen für das, was auf Christen Tag für Tag vor ihrem Tod wartet.

In der Bibel finden wir in einem längeren Abschnitt im 4. Kapitel des Hebräerbriefes eine Umschreibung von diesem „Land der Ruhe“. Ich möchte an dieser Stelle nur die Verse 9+10 zitieren, es lohnt sich aber, das gesamte Kapitel – und auch das vorausgehende Kapitel – zu lesen.

Gottes Volk erwartet also bis heute die Zeit der Ruhe, den wahren Sabbat. Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von aller seiner Arbeit ausruhen können, so wie Gott am siebten Schöpfungstag von seinen Werken ruhte.

Der Verfasser des Hebräerbriefes verwendet bei seinen Ausführungen die Wüstenwanderung des Volkes Israel (nachzulesen im 4. Buch Mose) sozusagen als „Negativfolie“. Denn auch dem Volk Israel war das „Land der Ruhe“ verheißen – aber weil sie ungehorsam waren und Gott nicht vertrauten – nicht einmal dann, als er es ihnen (nachzulesen in 4. Mose 13+14) schenken wollte – wurde die Wüstenwanderung zu einem ziemlichen Dilemma.

Die Ausführungen im 4. Kapitel des Hebräerbriefes haben ich dazu gebracht, in einer Predigt dieses „Land der Ruhe“ als das zukünftige und das gegenwärtige, also das „Land der Ruhe“ nach dem Tod und das „Land der Ruhe“ vor dem Tod, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. (Die gesamte Predigt kannst du im Podcast unserer Kirchengemeinde anhören: Hier geht’s zum Podcast.)

Das zukünftige Land der Ruhe

In den Wüstenzeiten und stürmischen Momenten benötigen wir Menschen einen festen Halt. Dann, wenn das Leben eben nicht so spielt, wie wir uns das wünschen, brauchen wir etwas, an dem wir uns wirklich festhalten können, das uns Kraft und echten Trost spendet und keine billige Vertröstung ist.

Als Christ bin ich der festen Überzeugung, dass ich mein Leben mit einer großen Diesseitshaftung bei gleichzeitiger Ewigkeitsperspektive leben sollte – und vor allem leben kann. Der christliche Glaube ist keine Krücke, er ist auch keine Psychohygiene, wie ihm manchmal von den Religionskritikern vorgeworfen wird, sondern ein festes Vertrauen auf den, den wir nicht sehen, aber auf den wir hoffen und den wir erwarten. Dieses zukünftige Land der Ruhe wird in der Bibel im letzten Buch, der Offenbarung, folgendermaßen beschrieben:

Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: „Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei.“ Der auf dem Thron saß, sagte: 
„Sieh doch, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,3-5)

Diese Beschreibung des zukünftigen Landes der Ruhe hat für mich eine unglaublich große und starke Kraft, gerade dort, wo ich dem Tod immer wieder ins Auge schauen muss.

Als Christ glaube ich nicht, dass ich eines Tages im Nichts enden werde, sondern dass ich im „Land der Ruhe“ ankommen und die Ewigkeit mit Gott verbringen werde. Alle tröstenden und heilsamen Aussagen des christlichen Glaubens stehen und fallen für mich mit der Hoffnung auf dieses zukünftige Land der Ruhe. Wenn ich diese Hoffnung, diese Gewissheit nicht hätte, dann wäre der christliche Glaube in der Tat nichts weiteres als Psychohygiene, ja dann wäre er sogar gefährlich, weil alle gegenwärtigen Hoffnungen und Zusagen des göttlichen Trostes im Nichts verpuffen würden. Der Apostel Paulus hat es in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinther so ausgedrückt:

Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. (1. Kor 15,19)

Da ich aber nicht zu den bedauernswertesten Menschen unter allen Menschen gehöre, ist der Glaube an den lebendigen und auferstanden Herrn aller Herren für mich das tragende Fundament meines Glaubens und gleichzeitig das, worauf mein Glaube zulaufen wird, wenn auch für mich die letzte Stunde schlagen wird.

Und nur aus dieser Perspektive macht es Sinn, die zweite Dimension vom „Land der Ruhe“ genauer zu betrachten.

Das gegenwärtige Land der Ruhe

Diese gegenwärtige Land der Ruhe bedeutet: Leben in der bewussten Gegenwart Gottes in allen Wüsten und Stürmen, in allen Höhen und Siegen meines Lebens.

Dieses gegenwärtige Land der Ruhe betrete ich dort, wo ich mir bewusst werde, dass ich mein Leben hier auf der Erde nicht einfach nur so friste, sondern mir bewusst darüber werde, dass die göttliche Kraft der Auferstehung, die alles Leben ins Dasein gerufen hat und immer zum Guten und Besseren verändern kann, jeden einzelnen Moment meines Lebens für mich verfügbar ist. Und das äußert sich für mich in drei Dimensionen, die das Leben eines jeden Menschen bestimmen: Das betrifft unsere Identität, es gibt uns Orientierung und einen Frieden, nach dem unsere Seele ruhelos und rastlos sucht, bis sie ihn gefunden hat.

Identität

Schaue ich mir diverse gesellschaftspolitische Diskussionen momentan an und betrachte ich sie vor allem einmal durch die social media-Brille, fällt mir eines auf: Menschen sind auf der Suche nach ihrer Identität. „Wer bin ich – und wenn ja wie viele“ heißt ein bekanntes Buch zum Thema. Auch Dietrich Bonhoeffer schrieb ein sehr ergreifendes Gedicht zum Thema mit dem Titel „Wer bin ich?„.

Wenn ich bewusst in das „Land der Ruhe“ eintrete, mir also (Aus)Zeiten nehme, in denen nur „Gott und ich“ zählen, dann weiß ich: Ich bin sein Kind, weil sein Wesen schon immer das des Vaters war und auch sein eigentliches Wesen ist (siehe mein Beitrag zu „Gott als Vater – sein eigentliches Wesen„).

Ohne mich jetzt in psychologische Tiefen zu begeben und vielleicht eher auf dünnem psychologischen Eis Schlittschuh zu laufen, so glaube ich doch, dass es für einen Menschen eine unglaublich große Kraft hat, wenn er die Frage „Wer bin ich eigentlich?“ beantworten kann – und zwar nicht fragmentarisch, sondern ganzheitlich.

Diese Zuschreiben meiner Identität oder besser gesagt die Vergewisserung dieser Identität benötige ich immer wieder, um nicht im trubeligen Alltag dann eben doch äußerst fragil und fragmentarisch meine Identität zu suchen.

Orientierung

Was für das Auto ein gutes Navi ist, das ist für mein Leben das „Land der Ruhe“, weil ich hier Orientierung finde für mein Leben. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unsere besten Entscheidungen nicht aus einer Hektik und Unruhe heraus treffen, sondern dann, wenn wir uns im Land der Ruhe befinden, wenn wir auf Gott hören, wenn wir das Flüstern des Heiligen Geistes wahrnehmen und diesem einfach folgen.

Tag für Tag müssen wir unabhängig von unserem Beruf, familiären Stand und sozialen Kontakten viele Entscheidungen treffen. Manche sind trivial, manche sind weitreichend.

Im Land der Ruhe findest du Orientierung für die konkreten Dinge deines Lebens – deine Finanzen, Gesundheit, Gemeinde und Familie betreffend. Und noch vieles mehr.

Frieden

Und zuletzt finde ich im Land der Ruhe einen Frieden, wie ihn mir nichts und niemand auf dieser Welt geben kann.

Jesus hat einmal gesagt:

„Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird doch der Friede bei euch bleiben. Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst! “(Johannes 15,24)

Mein Leben nicht in Abhängigkeit von meinen Entscheidungen und Gefühlen und auch nicht in Abhängigkeit von anderen Menschen und deren Verhalten zu mir führen zu müssen, sondern aus einem Frieden heraus, den Jesus schenkt, ist wohltuend und befreiend zugleich.

Und es entlastet. Es entlastet sehr, denn ich weiß: Dieser Friede ist kein Waffenstillstand, sondern dieser Friede ist SCHALOM, die biblische Realität für ein allumfassendes Geborgensein und Getragensein in der allgegenwärtigen göttlichen Liebe und Fürsorge. Nicht umsonst schreibt Paulus in Kolosses 3,15, dass dieser Frieden unser ganzes Leben bestimmen soll. Schön, wenn er es tut!

Dieses „Land der Ruhe“ birgt so viel, dass wir gut daran täten, es mehr und mehr aufzusuchen in bewussten Ruhezeiten, die wir mit Gott haben, woraus dann keine Handlung sondern eine Haltung wird, immer und zu jeder Zeit in dieses Land eintreten zu können, um das zu bekommen, was wirklich trägt: Trost, Identität, Orientierung und Frieden.

Jesus macht satt

Es gibt Hunger, der macht sich nicht immer so stark bemerkbar und wabert eher als Subton unseres Lebens die ganze Zeit mit. Es ist nicht der physische Hunger, aber der Hunger nach Leben. Nach erfülltem Leben. Nach Leben, das uns sagen lässt:

„Sei zufrieden, meine Seele, es geht dir gut und du hast, was du zum Leben brauchst.“

Manchmal kommt dieser Hunger schon auch zum Vorschein, keine Frage. Manchmal kommt er sogar so sehr zum Vorschein, dass wir die unmöglichsten Dinge tun, weil wir meinen, diesen Hunger zu stillen – und nicht merken, wie wir uns eigentlich schaden.

Jesus hat einmal – ok, eigentlich andauernd – etwas sehr Intereesantes gesagt:

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ (Die Bibel, Johannes 6,35)

Dieses Sattsein meine ich. Nicht ein Sattsein kurz vorm Platzen. Vielmehr ein Sattsein im Sinne von „zufrieden sein“, mit dem eigenen Leben zufrieden sein.

Ich glaube, es ist ein lebenslanger Lernprozess und mich inspirieren gerade ältere Menschen, die zufrieden sind mit ihrem Leben, die nicht „alles haben müssen“ und die sich einfach an dem genügen lassen, was sie haben. Keine schlechte Einstellung, wie ich finde. Vielleicht ist es ja auch ein altersspezifisches Problem – wer weiß.

Dennoch glaube ich aber, dass es auch unabhängig vom Alter Faktoren gibt, die unser Leben derart beeinflussen, dass wir es als „suboptimal“ und mit jeder Menge Luft nach oben empfinden. Das beginnt beim schlichten, sichtbaren Materiellen, geht weiter über das Mit-anderen-Vergleichen und macht auch vor Schicksalsschlägen keinen Halt.

Was kann mein Leben da wirklich zufrieden machen? Ich glaube, Jesus wusste schon, warum er sagt, dass er das Brot ist, das unseren Lebenshunger stillt. Und eigentlich ist es auch nicht so schwierig. Wirklich nicht. In der Bibel lesen, sich im Gebet Jesus öffnen – that’s all. Das müsste doch drin sein, oder? Da fragen wir uns immer, wie wir unser Leben noch „besser“, noch „sinnvoller“, noch „nachhaltiger“ gestalten können – und tun jede Menge Dinge dafür bis wir merken, dass es das auch irgendwie nicht ist.

Wir schlabbern aus trüben Teichen anstatt zur Quelle des Lebens zu gehen, die uns lebensspendendes Wasser und sättigendes Brot ist.

Mich an Jesus hängen und sagen: „Du bist genug. Wenn ich nur dich habe, dann ist mir alles andere nicht so wichtig.“ (Psalm 73) Das bringt’s. Wirklich. Nicht wegen mir, sondern wegen ihm.

Nicht, weil ich etwas tun würde oder könnte, um meinen Hunger zu stillen, sondern weil Jesus alles ist und alles tun kann, um meinen Hunger nach Leben zu stillen, so dass ich meiner Seele sagen kann, dass sie wirklich zufrieden sein kann.

Ob in finanziellen Herausforderungen, in gesundheitlichen Schwierigkeiten, Problemen im Beruf oder mit Mitmenschen. Der springende Punkt ist nicht mein Verhalten oder meine Leistung, sondern die Gewissheit, dass Jesus reicht.

Zu simpel das alles? Mag sein. Aber „kompliziert“ hat uns doch auch nicht wirklich was gebracht.

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