Gedanken

Gott als Vater – sein eigentliches Wesen

Gott als Vater zu haben, ist im positiven Sinn "mindblowing" und das Beste, was dir geschehen kann.

Ich weiß, die Überschrift ist etwas provokant, aber ich sehe es so. Angefangen hat alles mit der Vorbereitung auf meine Predigt “Warum liebt Gott die Menschen?”. Dabei bin ich auf ein paar interessante Dinge in der Bibel sowie der Kirchengeschichte gestoßen.

Zum einen war da das Apostolische Glaubensbekenntnis, das alle Christen auf der ganzen Welt miteinander verbindet und das inzwischen ca. 1600 Jahre alt ist.

Dort heißt es im so genannten ersten Artikel:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Ehrlich gesagt habe ich mir darüber bisher noch nicht all zu viele Gedanken gemacht. Das klingt so vertraut, da ich es schon seit vielen, vielen Jahren bekenne. Aber ist es nicht erstaunlich, dass zunächst vom Vater die Rede ist – und dann vom Allmächtigen und dem Schöpfer?

Wir meinen oft, dass das erste, das Gott tat, seine Schöpfung war. Liegt ja auch nahe, wenn man die ersten Seiten der Bibel sich durchliest, auf denen beschrieben wird, wie Gott diese Schöpfung kunstvoll ins Dasein rief. Soweit so gut – aber weshalb wird Gott gerade im Glaubensbekenntnis dann zunächst als “Vater” bekannt? Übrigens auch in der ursprünglichen lateinischen Form (Credo in Deum, Patrem omnipotentem, Creatorem caeli et terrae.).

Muss da nicht etwas dran sein?

Und ob da was dran ist!

Und den nächsten Hinweis darauf, dass Gottes eigentliches Wesen das Vater-Sein ist, gibt’s auch in der Schöpfungsgeschichte. In 1. Mose 1,2 steht:

Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.

Klingt jetzt nicht so spannend, aber interessant wird’s wenn man sich das hebräische Wort anschaut, das für “schweben” verwendet wird und im ersten Teil der Bibel höchst selten vorkommt. Was dieses Wort meint, wird in 5. Mose 32,11 sozusagen ausführlich beschrieben:

Ein Adler scheucht die Jungen aus dem Nest, damit sie selber fliegen lernen. Doch wachsam schwebt er über ihnen, und wenn eins müde wird und fällt, dann breitet er die Flügel unter ihm und fängt es auf und trägt es fort.

Lesen wir diese beiden Stellen (1. Mose 1,2 und 5. Mose 32,11) zusammen, bekommen wir doch ein sehr eindrückliches Bild davon, was vor der Schöpfung geschah und was Gottes Wesen in seinem tiefsten Inneren ist:

Als ob der Mensch schon da sei – so schwebt der Geist Gottes über der noch zu entstehenden Schöpfung. Als ob Gott schon den Menschen sieht, so wacht er über ihm.

Ich finde das äußerst erstaunlich und faszinierend.

Der Schöpfer dieses Universums interessiert sich für dich. Er interessiert sich dafür, wie es dir geht, was dich umtreibt, womit du zu kämpfen hast, welche Sorgen du hast, in welche Sünde du dich immer wieder verstrickst, wie es dir mit deinen Finanzen und in deiner Gesundheit geht, was du mit deiner von ihm geschenkten Zeit anstellst und ob du in dem Umfeld (Schule, Beruf, Verein, Nachbarschaft) bist, das dir gut tut.

Du denkst vielleicht: Ich bin einer von vielen – genauer: von 7 Milliarden Menschen.

Aber Gott sagt:
DU bist mir wichtig;
DICH liebe ich;
für DICH bin ich in diese Welt gekommen;
für DICH bin ich gestorben;
mit DIR will ich leben;
DEIN Vater will ich sein.

Dieses väterliche, fürsorgliche Wesen Gottes kommt auch in einer wunderbaren Begebenheit zum Ausdruck:

Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden, einen Garten an. Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte. (1. Mose 2,8)

Gott setzt den Menschen in’s gemachte Nest. Wie Eltern, die ihr (erstes) Baby erwarten und alles tun, damit sich der neue Erdenbürger wohlfühlen: Kinderzimmer richten, streichen und dekorieren; die Wickelkommode mit Windeln, Creme und Tüchern bestücken, Spielzeug kaufen, einen Kinderwagen kaufen und nicht zuletzt: Den Schnuller aus einer unfassbaren großen Menge an Schnullern auswählen, welcher der Beste für das kleine Baby ist – und Spielzeug. Jede Menge Spielzeug – bis Eltern in den ersten Monaten dann erkennen, dass Keiner am liebsten mit dem rumspielen, was so in der Wohnung rumliegt.

Eltern tun alles, dass ihr Kind sich willkommen fühlt und “ins gemachte Nest kommt”. Und genau so ist Gott! Er lässt den Menschen von Beginn seines Lebens an von seiner kreativen Macht und Liebe sehen, schmecken spüren und erleben.

Alles in allem sind das für mich einfach unglaublich wunderschöne Momente, in denen ich erkennen kann, dass Gottes eigentliches Wesen das des Vaters ist. Wie schön!

Und um dem noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, beschreibt die Bibel auch, WIE Gott als Vater ist:

Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis. (Jakobus 1,17)

Meine vielleicht ein wenig kühne Behauptung ist, dass wir Christen es vielleicht manchmal noch nicht so ganz verstanden, begriffen oder ergriffen haben, wie sehr Gott als Vater absolut berechenbar ist: Nämlich insofern, dass er nur Gutes will und tut und gibt. Wir zweifeln aber sehr daran – das ist zumindest mein Eindruck, weil wir sonst anders leben würden.

Ich finde es auf jeden Fall unglaublich schön und in gewisser Weise auch unverständlich, dass der Schöpfer dieses Universums der vollkommene Vater seiner Kinder ist. Wir sind nicht automatisch seine Kinder – es aber zu werden, ist gar nicht so schwierig. Die Bibel sagt darüber:

Die ihn (Jesus) aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. (Johannes 1,12)

Worauf wartest du? Ein himmlischer Vater wartet auf dich!

1 Kommentar zu “Gott als Vater – sein eigentliches Wesen

  1. Pingback: Willkommen im Land der Ruhe - david-brunner.de

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