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Auf dem Wasser laufen

An diesen Beitrag habe ich mich lange nicht herangewagt.

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Mal wieder geht mir ein Lied nicht aus dem Ohr. „Meer“ – die deutsche Übertragung des Liedes „Oceans“ von Hillsong United.

Wie ist es eigentlich um mein Vertrauen in Gott bestellt?

Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn ich dieses Lied höre. Und das kann momentan durchaus im zweistelligen Bereich pro Tag liegen. Aber es ist keine schlechte Frage. Denn vom Vertrauen hängt alles ab.

Führ mich dorthin, wo ich unbegrenzt vertraue. Lass mich auf dem Wasser laufen, wo immer du mich hinführst. Führ mich tiefer als ich selber jemals gehen kann, dass ich fest im Glauben stehe in der Gegenwart des Retters.

Ehrlich gesagt weiß ich oftmals gar nicht, ob ich das eigentlich will: Dorthin zu gelangen, wo ich unbegrenzt vertraue.

Einerseits ja. Denn ich wünsche es mir, ein Vertrauen in Gott zu haben, das allen Stürmen und Wellen trotzt. Ein Vertrauen, das echt und tief ist. Ein Vertrauen, das nicht erschüttert werden kann. Ein Vertrauen, das nicht nur in der Theorie ein Fallenlassen in die Arme Gottes ist, sondern sich in ganz praktischen und alltäglichen Situationen zeigt: im Umgang mit Geld, mit meinen Mitmenschen, in meiner Familie, im Beruf und bei allen großen und kleinen Entscheidungen des Alltags.

Andererseits: Sind solche Situationen des unbegrenzten Vertrauens nicht gerade die Situationen, in denen ich merke, dass ich die Dinge und mein Leben nicht selbst in der Hand habe? Dabei habe ich das doch so gerne. Ich möchte die nächsten Schritte und Wege meines Lebens genau wissen und planen – und dann auch gehen. Ja, Pläne sind dafür da, dass sie über den Haufen geworfen werden. Aber es gibt auch Situationen, in denen ist es total frustig, wenn ein Plan nicht aufgeht.

Ich streite mich mit mir selbst. Und am Ende? Ja am Ende muss es doch einen Sieger geben dieser beiden Meinungen.

Die folgenden Überschriften dieses Beitrages sind Zitate aus dem Lied „Meer“.

Mein Glaube trägt im tiefen Meer

Schöner Satz in diesem Lied. Aber ist das so? Trägt mich mein Glaube wirklich im tiefen Meer? Dann, wenn alles über mich hereinbricht? Dann, wenn ich mich selbst nicht ausstehen kann und im Meer des Selbstmitleids bade? Dann, wenn sich ein Meer voller Fragen und Sorgen bis zum fernen Horizont erstreckt? Dann, wenn meine Wünsche und Sehnsüchte im großen Meer der Realität unterzugehen drohen?

Und dann denke ich an meinen Konfirmationsvers, den mein Vater für mich ausgesucht hatte – wohl in väterlicher Weisheit und Weitsicht, dass ich ihn des öfteren mal gebrauchen könnte:

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
(Die Bibel, 1. Johannes 5,4)

Entweder an diesem Vers ist was dran, oder ich kann die Bibel in die Ecke schmeißen. Da ich Letzteres nicht mache, kann ich nur vertrauen – da haben wir es schon wieder -, dass dieser Vers wahr ist. Und schaue ich auf mein Leben zurück, dann weiß ich: Er ist wahr! Mein Glaube trägt wirklich – was aber wiederum nicht bedeutet, dass ich alles aus mir heraus schaffe.

Mein Glaube ist ja auch der Glaube des anderen Christen. Ein Mitchrist oder eine Mitchristin hat auch diesen Glauben, wie er im 1. Johannesbrief beschrieben ist. Und oftmals benötigen wir im Meer das Rettungsboot des Zuspruchs.

Den anderen, die andere, die mir göttliche Verheißungen zuspricht und mich vor’m Untergehen rettet – eben wie ein Nebellicht.

Und deinen Namen ruf ich an

Wohl kaum eine Geschichte aus dem Leben Jesu wird heute so metaphorisch verwendet wie die, als er auf dem Wasser ging und Petrus, einen seiner Freunde, aus dem Boot zu sich rief. Zögernd setzte Petrus einen Fuß nach dem anderen auf das Wasser. Unsicher. Tapsend. Staunend. Fasziniert. Er ging einen Schritt. Und noch einen. Tatsächlich. Das Wasser trägt ihn. Unfassbar. Dann sieht Petrus die Wellen. Den Sturm. Und er beginn, sich zu fürchten.

Doch als Petrus merkte, wie heftig der Sturm war, fürchtete er sich. Er begann zu sinken. „Herr“, schrie er, „rette mich!“ Sofort streckte Jesus seine Hand aus und hielt ihn fest. (Die Bibel, Matthäus 14,30+31)

Ja, so erlebe ich das im Alltag auch immer wieder. Wer den Namen Jesu anruft, der wird gerettet. Aus seiner Ichbezogenheit, aus manchen Problemen und aus dem Meer der größten Nöte. Schaue ich auf Jesus, dann wird mein Leben hell, schaue ich auf mich und das Meer, in dem ich zu versinken drohe, wird mein Leben dunkel.

Und immer wieder wirft Jesus sich als Rettungsring hinein in meinen Alltag, einen ganz gewöhnlichen Alltag, wie ihn sieben Milliarden Menschen auf dieser Erde haben. So wichtig bin ich ihm. So sehr liebt er mich. So sehr zeigt er mir immer wieder: „Ich bin vertrauenswürdig. Rufe mich an in der Not und ich will dich retten – und du sollst mir die Ehre geben!“ (nach Psalm 50,15)

Und dann frage ich mich, warum ich das nicht öfters in Anspruch nehme. Warum ich so weit planen und schauen will, wie es eigentlich schon längst hinter meinem mir möglichen Horizont liegt. Und mir kommt eine weitere Zeile des Liedes in den Sinn:

Ich schau so weit ich sehen kann

Reicht das nicht aus? Nein, denke ich oft. Ich will doch mein Leben in der Hand haben. Ich will selbst planen und die Dinge beeinflussen. Ich nehme mir dieses und jenes vor – und merke am Ende des Tages, dass vieles doch ganz anders gekommen ist.

Projekte in der Gemeinde gehen nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Menschen in meinem Umfeld verhalten sich anders, als ich mir das wünsche – und ich gehe mal fest davon aus, dass ich mich auch oft anders verhalte, als sie es sich wünschen.

Einer der größten Fehler, die wir machen können, ist der, dass wir mehr wollen, als wir sehen. Dass wir weiter planen, denken und Dinge erreichen wollen, als sie uns vor Augen sind. Meist wollen wir den zweiten Schritt vorm ersten machen – aber dann stolpern wir aus dem Boot ins Wasser und drohen zu sinken.

Und deswegen ist es doch gerade ein Ausdruck von Vertrauen, wenn ich nur das tu, was ich vor Augen habe – und den Rest getrost Gott überlasse.

Jesus sagte einmal:

Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt. (Die Bibel, Matthäus 6,34)

Irgendwie ist immer etwas Wahres dran an dem, was Jesus sagt. Und dieser Satz klingt so lapidar – und doch ist er so tief. Wenn wir einfach mal „nur“ die Dinge vor Augen haben, die uns heute begegnen und uns keine Sorgen machen um das, was noch kommen wird, dann nennt man das Vertrauen. Und das muss ich als ein Mensch, der gerne plant, organisiert und strukturiert, wohl noch ziemlich lernen.

Aber es wäre doch mal eine gute Herausforderung, oder nicht? Sozusagen ein Vertrauens-Test: Sorge dich heute mal nur um die Dinge, die heute dran sind – und das Morgen kannst du getrost und vertrauensvoll in Gottes Händen lassen. Ich merke, dass alleine der Gedanke daran nicht nur für mich herausfordernd sein könnte.

Und kommt die Flut, hältst du mich fest in deinem Arm

Und dann kommt sie doch. Eine Welle der Enttäuschung über andere Menschen. Eine Welle des Frusts über nicht in Erfüllung gegangene Wünsche und Träume. Eine Welle der Ernüchterung, wenn Dinge nicht so laufen, wie geplant. Ein paar Wellen zusammen – und schon kommt die Flut.

Aber Gott sagt:

Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst – ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. (Die Bibel, Jesaja 43,2)

Mit dieser Zusage im Rücken müsste es doch eigentlich möglich sein, die Flut zu ertragen. Eigentlich. Wenn da nicht das mangelnde Vertrauen wäre und der Kreis von vorne beginnt. Dabei ist die Bibel doch voll mit Zusagen Gottes, dass er uns gerade dann ganz sicher in seinen Armen hält, wenn die Flut des Lebens über uns hereinbrechen will. Und das kann schon in ganz normalen Alltagssituationen der Fall sein: Wenn wir in der Erziehung unserer Kinder nicht so reagieren, wie wir uns das gewünscht haben. Wenn sich die Arbeit bei der Arbeit türmt und immer höher wird. Wenn die Aussage eines lieben Menschen uns verletzt. Wenn Menschen, denen wir vertraut haben, den Rücken kehren. Wenn der Arzt etwas ausspricht, was aber mal so was von überhaupt nicht angenehm ist.

Dann? Ja dann bin ich gehalten. Wie ein kleines Kind, das friedlich und geborgen in den Armen des Vaters einschläft, auch wenn dieser dafür einige Runden durch die Wohnung gehen musste und seinen geliebten Sohn in den Schlaf wiegen musste. (Ich habe dabei alle Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ auswendig gelernt. Hat ja auch was.)

Oder wie ein größeres Kind, das sich schluchzend und traurig in die Arme des Papas wirft, weil es in diesem Moment an keinem anderen Ort der Welt lieber wäre, als in diesen bergenden und schützenden, festen und starken Armen.

Wie viel mehr ist Gott genau das für mich, wo ich als immer wieder Fehler machender menschlicher Papa schon das Beste für meine Kinder will? Eben. Er ist es unglaublich viel mehr. Und dieses Mehr trägt und hält mich im Meer meines Lebens, dessen Wellen der Enttäuschung, des Frusts und der Ernüchterung dann doch gar nichts tun können gegen die Liebe, mit der Gott mich Tag für Tag, Stunde um Stunde liebt.

And the winner is:

Ja, ich will dorthin, wo mein Vertrauen in Gott unbegrenzt ist. Denn dann lebe ich das Leben, zu dem ich bestimmt bin. Das Leben, das Gott sich für mich gedacht hat. Ein Leben voller Abenteuer, voller Liebe, voller Vorwärtsgehen und nicht so sehr Nachhintenschauen. Ein Leben, das erfüllt ist von seiner Gegenwart – heute. Morgen auch, ja. Aber das Heute zählt!

Eigentlich eine schöne Vorstellung – und dann auch gar nicht mehr so schwer, zu vertrauen – oder doch?

Rooftops

Ich liebe es, neue Lieder kennen zu lernen – und lieben zu lernen. Eines davon ist „Rooftops“ von einer äußerst zu empfehlenden Band namens „Jesus Culture„, deren kraftvollen Lieder mich schon einige Jahre begleiten.

Und so ist auch „Rooftops“ ein Lied voller Kraft und Leidenschaft für Jesus und die Macht seines Namens. Klingt ein wenig hoch? Wart’s ab! Du wirst es schon noch sehen.

So I shout out Your name, from the rooftops I proclaim, that I am Yours, I am Yours!

In meiner Gemeinde läuft gerade die Predigtreihe „Übernatürlich„, in der es um das Wirken Gottes in der Apostelgeschichte geht. Wie ein roter Faden zieht es sich hindurch, dass der Name Jesus eine unglaubliche Kraft hat. Kranke werden in seinem Namen geheilt. Unreine und böse Geister werden in seinem Namen ausgetrieben. Menschen lassen sich auf seinen Namen taufen. Und nicht zuletzt setzt Petrus mal ein markiges Statement im Blick auf den Namen Jesus:

Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können.
(Die Bibel, Apostelgeschichte 4,12)

Würde Petrus nicht gerade vor Gericht stehen und allen Mut zusammen nehmen, um das zu sagen, stelle ich mir vor, wie er eher auf einem der Dächer Jerusalems der damaligen Zeit steht und wie es so schön heißt „From the rooftops I proclaim“ den Namen Jesus den Menschen nicht um die Ohren haut – aber doch hingebungsvoll und leidenschaftlich verkündigt.

Sowohl durch das Lied als auch durch die Beschäftigung mit der Apostelgeschichte wurde mir vielleicht erstmalig oder dann doch zumindest von neuem bewusst, welche Kraft wirklich der Name Jesus hat. Und nicht alleine deswegen bin ich sehr dankbar, dieses Lied kennen gelernt zu haben.

Schnell können wir kraftlos werden angesichts der Sorgen und Bedenken, die wir so mit uns rumtragen; angesichts der Kraftlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, die manchmal unser von Gott so bunt geschaffenes Leben in den Graustufen-Modus zurückversetzen wollen.

Und dann stolperte ich über eine Zeile im Lied, die eigentlich gar nicht im Mittelpunkt steht:

All that I am, I place into Your loving hands.

Und ich frage mich: Ist das so? Gesungen ist das ganz schnell. Die Melodie an dieser Stelle des Liedes ist auch für mich Gesangsamateur recht gut mitzusingen – aber stimmt das auch? Lege ich wirklich alles, was mich ausmacht, in Gottes liebende Hände? Ich meine – alles, das umschließt im Prinzip ja eigentlich alles. Genau. Ausnahmslos alles.

Ich glaube, es benötigt ganz viel Vertrauen. Wenn ich meinen Kindern mein iPad in die Hand gebe, dann mache ich das im Vertrauen darauf, dass ihre Hände es so gut fassen, dass aus dem iPad kein iSchrott wird (ja, liebe Apple-Feinde, das ist es in euren Augen sowieso, aber das wäre ein anderes Thema). Ich habe Vertrauen. Und: ich lasse los.

Und das ist beides so richtig schwierig. Nicht im Blick auf das iPad (ok, anfangs war es das für mich auch), aber vielmehr im Blick auf mein Leben. Aber wieso eigentlich? Meinen Kindern drücke ich das iPad in die Hand, weil ich Vertrauen habe, dass sie es nicht kaputt machen.

Haben wir dieses Vertrauen in Gott, wenn wir ihm alles, was uns ausmacht, anvertrauen? Dieses Vertrauen, dass er es schon nicht kaputt machen wird, sondern heil? Immerhin wird Jesus auch als der Heiland bezeichnet – ein altbackenes Wort, aber ich liebe es. Denn er macht nicht kaputt – er macht heil.

Oder ist da gerade noch so viel Stolz in uns, dass wir meinen, es schon ganz gut selbst auf die Reihe zu bekommen?

Alles, was mich ausmacht, in Gottes liebende Hände zu legen, beginnt damit, dass ich anerkenne, dass er Gott ist – und ich nicht. Dass er den weit größeren Blick auf mein Leben hat, als ich. Dass er mein Leben kennt, dass meine Tage bei ihm gezählt und aufgehoben sind und dass er über mein Leben schon Bescheid wusste, bevor ich das Licht dieser Welt erblickte. Und dass er heil macht, wo ich Angst habe, dass Dinge kaputt sind oder kaputt gehen.

Wenn ich das mache und erst einmal anerkenne, dann geht es hoch und runter:

All the good You’ve done for me, I lift up my hands for all to see.

You’re the only one who brings me to my knees.

Hoch gehen meine Arme – wirklich oder im übertragenen Sinn spielt hier nur eine untergeordnete Rolle – als Ausdruck meiner Anbetung und meines Danks an den, der es verdient hat. Und es geht runter. Auf die Knie. Aber nicht in den Staub vor einem Despoten, sondern als Ausdruck der Dankbarkeit und Ehre, ein Kind dieses Gottes zu sein.

Ja und manchmal ist es dann tatsächlich so, dass ich am liebsten auf’s Dach steigen würde und es ganz laut hinausposaunen würde: „Ich gehöre zu Jesus!“

Manchmal. Aber dann bin ich irgendwie auch wieder froh, dass ich gar nicht weiß, wie ich auf’s Dach komme und lass meine Leidenschaft für ihn an anderen Stellen einfließen und übe mich immer weiter darin, wirklich alles – und damit ist ja jetzt nicht wenig gemeint – in seine liebenden Hände zu legen. Ich befürchte nur, dass ich da mindestens mein ganzes Leben lang benötigen werde, bis ich es einmal geschafft habe, alles, was mich ausmacht, in Gottes liebende Hände zu legen.

Und doch bin ich mir sicher: Das ist der Ort, an dem meine Wünsche, meine Hoffnungen, meine Träume – aber auch meine Wunden, meine Enttäuschungen, meine Verletzungen und mein Zweifel ganz wunderbar aufgehoben sind, weil ich weiß: Jesus geht mit all dem noch wesentlich sorgsamer und behutsamer um als meine Kinder mit meinem iPad.

Er macht nicht kaputt, sondern macht dich heil.

Er engt nicht ein, sondern setzt dich frei.

Er drückt nicht nieder, sondern er hebt dich hoch.

…da kann man schon mal auf’s Dach steigen wollen.

Was für ein Gott?

Was für ein Gott würde sich selbst für die Menschen geben, die ihn ablehnen, die ihm mit Desinteresse begegnen – ja den sie sogar hassen? Wie groß muss die Liebe dieses Gottes für jedes einzelne Geschöpf auf dieser Erde sein?

Falls du gerade Schwierigkeiten hast, dir das vorzustellen, kann ich dich gut verstehen. Diese Liebe muss so grenzenlos und uferlos sein, dass wir sie nicht messen, nicht fassen, nicht festhalten können – sie einfach nur wirken lassen können.

Gott hingegen beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. (Die Bibel, Römer 5,8)

So schreibt es der Apostel und große Völkermissionar Paulus. Und er weiß wovon er redet – oder schreibt. Er selbst war ein glühender Christenhasser und Christenverfolger.

Saulus (= Paulus) führte weiterhin einen wütenden Kampf gegen die Jünger des Herrn. Er drohte ihnen mit dem Tod und war entschlossen, die Gemeinde auszurotten. Auch in Damaskus wollte er die Anhänger der neuen Lehre aufspüren, um sie alle – Männer wie Frauen – in Ketten nach Jerusalem zu bringen. (Apostelgeschichte 9,2)

Dass Jesus für uns Menschen stirbt, als wir noch gar nichts von ihm wissen wollten (=Sünder waren), ist keine Theorie aus der Denkstube des Apostels, sondern Realität und an seinem Leben hautnah mitzuverfolgen.

Ein Gott, der…

Ein Gott, der sein Leben gibt – damit ich Leben habe.

Ein Gott, der sich hingibt – damit ich aufgeben kann.

Ein Gott, der sich selbst gibt – damit ich ich werde.

Ein Gott, der für mich stirbt – damit ich ewig lebe.

Ein Gott, der mich liebt – damit ich ihn, mich und andere lieben kann.

Ein Gott, der mich sieht – damit jeder Moment meines Lebens ein göttlicher Augen-Blick wird.

Ein Gott, der mich erlöst – damit ich frei aufatmen kann.

Ein Gott, der mich wiederherstellt – damit mein Versagen mich nicht mehr anklagt.

Ein Gott, der mich befreit – damit mein Leben sich unter seinem weiten Horizont abspielt.

Und das alles geschieht an einem Ort: Golgatha.

Ein Gott, dessen Liebe real ist!

Der Ort der Sühne, der Vergebung, der Heilung, der Befreiung, der Wiederherstellung, der Veränderung, kurz: Der Ort, an dem die Liebe Gottes zu jedem Menschen so sichtbar wurde, dass es einen „Point of no return“ gibt: Gott hat sich festgelegt, uns Menschen zu lieben – und damit das alles keine hohlen Floskeln und fromme Sprüche sind, ist dieser Ort göttlicher Gnade ausgerechnet eine Mülldeponie damaliger Zeit – Golgatha eben.

Der Ort, an dem aller Schutt und alle Asche unseres Lebens hingehört, damit daraus ein Leben unvergleichlicher Schönheit, Kraft und Liebe entsteht.

Es hat Jesus jede Menge gekostet – genauer gesagt: sein Leben! Für mich gegeben, für dich gegeben!

Was ist das für ein Gott, der so etwas tut? Was ist das für eine göttliche Liebe, die nicht aufhört, zu hoffen, zu ermutigen, aufzubauen? Was ist das für ein Gott, der nicht aufhört, auch heute noch Menschen mit seiner Liebe zu überschütten?

Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn. (Die Bibel, Römer 8,38-39)

Zu dieser großartigen Erkenntnis gelangt Paulus, der einst ein glühender Christenverfolger war und so sehr von Gottes Liebe überrascht wurde, dass er zu einem leidenschaftlichen Jesus-Nachfolger wurde.

Ein Gott, der grenzenlosen Hoffnung!

Wie auch immer du zu Jesus stehst. Nichts in dieser Welt kann so stark sein, dass es dich von ihm fernhält. Nichts in dieser Welt ist stärker als seine Liebe, die er am Kreuz von Golgatha eindrucksvoll bewiesen hat.

Für mich ist das eine unerschütterliche Hoffnung, die grenzenlos ist und die nicht nur mein Denken und Verstehen überragt. Sie überragt sogar meine Schuld, mein Versagen und mein Scheitern.

Denn wann immer unser Gewissen uns anklagt, dürfen wir wissen: Gott in seiner Größe ist barmherziger als unser eigenes Herz, und ihm ist nichts verborgen. Er, der uns durch und durch kennt, sieht nicht nur unsere Verfehlungen. (Die Bibel, 1. Johannes 3,20)

Schau deswegen nicht auf dich. Schau auf Jesus! Der Blick auf mich selbst macht mein Leben manchmal sehr, sehr dunkel. Der Blick auf Jesus lässt meinen Glauben und mein Leben in hellem Licht erstrahlen.

Weil er alles dafür getan hat, dass niemand und nichts seiner Liebe im Weg stehen kann. Auch du selbst kannst ihm nicht im Weg stehen. Geht nicht. Ist einfach so. Auch wenn du es vielleicht manchmal anders denkst oder erlebst. Das Leben von Paulus und seine 180-Grad-Wende hin zu Jesus, den er so glühend und hasserfüllt verfolgt hat, ist nur eines von unzähligen Beispielen, was mit einem Menschen geschieht, der auf Jesus schaut:

Sein Leben wird vollkommen verwandelt in ein neues Leben, das besser ist als alles, was wir uns auch nur ansatzweise selbst ausdenken und wünschen können.

Wie groß ist Gott?

Die Frage darf man doch noch stellen, oder?

Im Trubel des Alltags und in den Wirren unserer Gedanken geschieht nämlich schnell Folgendes: Wir sperren Gott in unser Denken ein. Ganz egal, ob wir über ihn nachdenken, über uns nachdenken oder über etwas, das uns beschäftigt. Wir weisen Gott einen Platz zu im Rahmen unserer begrenzten Denkmöglichkeiten. Und je mehr sich unsere Gedanken füllen, desto mehr kreisen sie um allerhand Dinge – und immer weniger um Gott. Und er wird immer kleiner. Irgendwann ist er dann so klein, dass wir ihm einen bestimmten Platz in unseren Gedanken zuweisen und sagen: „Platz! Sei still! Das ist deine Ecke!“ Ja und dann? Dann wundern wir uns, warum wir so wenig empfangen.

Gott – und unsere Gedanken

Aber Gott ist anders. Gott passt nicht in unsere Gedanken. Gott ist weit mehr.

Es gab mal einen Menschen, der eine wunderbare Gabe hatte: Er konnte die Sehnsucht des Menschen nach Gott in Worte fassen, die über die Jahrtausende hinweg Bestand haben und zumindest mich heute noch berühren. Er heißt David. Und seine Gedanken über Gott sind in vielen Gebeten der Bibel, den Psalmen, aufbewahrt. In einem dieser Gebete sagt er Folgendes:

Hätte ich Flügel und könnte mich wie die Morgenröte niederlassen am äußersten Ende des Meeres, so würde auch dort deine Hand mich leiten, ja, deine rechte Hand würde mich halten! Und spräche ich: »Nur noch Finsternis soll mich umgeben, und der helle Tag um mich her soll sich verwandeln in tiefste Nacht!«, dann wäre selbst die Finsternis nicht finster für dich, und die Nacht würde leuchten wie der Tag. Ja – für dich wäre tiefste Dunkelheit so hell wie das Licht! Du bist es ja auch, der meinen Körper und meine Seele erschaffen hat, kunstvoll hast du mich gebildet im Leib meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich so wunderbar erschaffen bin, es erfüllt mich mit Ehrfurcht. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar! Dir war ich nicht verborgen, als ich Gestalt annahm, als ich im Dunkeln erschaffen wurde, kunstvoll gebildet im tiefen Schoß der Erde. Deine Augen sahen mich schon, als mein Leben im Leib meiner Mutter entstand. Alle Tage, die noch kommen sollten, waren in deinem Buch bereits aufgeschrieben, bevor noch einer von ihnen eintraf. Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, o Gott, es sind unbegreiflich viele! Wollte ich sie zählen, so wären sie zahlreicher als alle Sandkörner dieser Welt. Und schlafe ich ein und erwache, so bin ich immer noch bei dir. (Die Bibel, Psalm 139, 9-18)

Nochmal die Frage: Wie groß ist Gott?

Unbeschreiblich. Undenkbar. Unvorstellbar. Ungeschaffen. Einzigartig. Ewig.

Wer bin ich, dass ich ihm in meinen Gedanken einen Platz zuweise, der ohnehin zu klein ist für ihn?

 

Göttlicher Reichtum

Und dann „stolpere“ ich heute über eine Bibelstelle, die mich mit diesem Gebet Davids zusammen ins Staunen versetzt:

Wir alle haben aus der Fülle seines Reichtums Gnade und immer neu Gnade empfangen. (Die Bibel, Johannes 1,16)

Dieser Gott hält es einfach nicht aus, seine ganze Größe, seine Schönheit, seine Fülle, seine Gnade für sich zu behalten. Wir dürfen sie abgreifen. Ergreifen. Erleben. Erfahren.

Aber nicht nur so ein kleines Stückchen, wie Kinder das machen, wenn sie teilen und mit ihrer kindlich-egoistischen Optik zwei vollkommen ungleich große Stücke dir als gleich groß verkaufen wollen.

Nein. Gott gibt alles. Alles!

Die Frage ist: Nehmen wir das in Anspruch oder weisen wir ihm einen Platz in unserem Denken und Herzen zu, bei dem er Glück hat, dass es zumindest noch ein überdachter Stehplatz ist?

Johannes schreibt, dass wir von dieser unbeschreiblichen Gnade Gottes nicht nur ein Stückchen abbekommen, das halt unter den Tisch gefallen ist. Nein. Wir haben es mit der ganzen Fülle des göttlichen Reichtums zu tun. Wer sich aufmacht, um vom Gnadenthron Gottes zu kommen, der bekommt nicht nur ein wenig. Der bekommt alles. Alles aus der Fülle des göttlichen Reichtums.

Das wiederum übersteigt mein Denken kolossal! Aber wen wundert’s? Es geht ja um Gott. Und ich möchte nicht an einen Gott glauben, der in mein Denken passt. Dann wäre es ein ziemlich mickriger Gott.

 

Vom Kreuz zum Thron – und zurück

Ich will lieber an einen Gott glauben, der so unfassbar groß, so unbeschreiblich gnädig und unendlich liebend ist. Und das hat er sich etwas kosten lassen. Und zwar alles. Wieder einmal. Gott ist kein Gott der halben Sachen. Er gibt alles. Im wahrsten Sinne. Zum ersten Mal am Kreuz.

Chris Tomlin singt davon in seinem Lied „At the cross (Love ran red)“:

There’s a place where mercy reigns and never dies. There’s a place where streams of grace flow deep and wide.

Where all the love I’ve ever found comes like a flood, comes flowing down.

At the cross, at the cross I surrender my life, I’m in awe of You, I’m in awe of You.

Where Your love ran red and my sin washed white, I owe all to You, I owe all to You, Jesus.

There’s a place where sin and shame are powerless. Where my heart has peace with God and forgiveness.

Where all the love I’ve ever found comes like a flood, comes flowing down.

Gott hat es sich nicht nur wenig kosten lassen, uns Gnade von der Fülle seines göttlichen Reichtums zu geben. Es hat ihn seinen Sohn, sein Herz, sein Ein und Alles gekostet, damit wir erleben können: Es gibt einen zweiten Ort, ein zweites Mal, das immerwährend und andauernd ist, an dem Gott uns alles gibt: vor seinem Thron.

Gott geistert ja nicht durch die unsichtbare Welt herum, wie ein rastloser Satellit. Nach biblischem Zeugnis sitzt er auf seinem Thron und wird dort angebetet – nichts anderes tun Christen, wenn sie Gott anbeten. Manche haben da ja so eine diffuse Vorstellung. Ich finde es aber ein unglaublich faszinierendes Momentum zu wissen, dass der Gott, den ich anbete, der Gott ist, der auf dem Thron sitzt. Und vor diesem Thron ist ganz viel Platz. Ein weiter Raum. Stufen. Und Gesagt. Anbetung pur. Und Platz – für mich, um eines zu tun: Gnade um Gnade aus der Fülle seines göttlichen Reichtums zu nehmen. Nicht nur ein wenig, was vom Thron halt so runterfällt, sondern so viel ich brauche – und noch mehr.

Diese Gedanken sind mir zu hoch, zu weit, zu tief. Zu unfassbar. Irgendwie geht es mir da so wie meinem Namenskollegen aus dem Alten Testament, der es in viel schöneren Worten ausgedrückt hat. Denke ich darüber nach, wie groß Gott ist, habe ich zwei Möglichkeiten: Ich kann verzweifeln, weil ich ihn einfach nicht in und dann wieder aus meinem Kopf und meinen Gedanken bekomme, ihn einsperre wie einen unglücklichen Vogel im Käfig, der eigentlich fliegen und mir die Weite des Lebens zeigen will.

 

Geschehen lassen

Oder ich öffne mich dem Gedanken, dass Gott unfassbar groß, unbeschreiblich gnädig und unendlich liebend ist. Und ich öffne mich ihm, gebe mich ihm hin – „surrender“, wie Chris Tomlin es nennt. Kapitulieren vor dem Kreuz und dem Thron und einfach geschehen lassen, annehmen und danken, dass Gottes Gnade niemals aufhört und er mir aus der Fülle seines göttlichen Reichtums gibt. Und zwar gerne. Und dann: staunend vor seinem Kreuz stehen. Staunend und das Herz weit offen, weil es nichts gibt, das unser Herz so sehr erfüllt, wie seine unendliche Liebe. So schwer es ist, das zu glauben und so kompliziert es im Alltag auch oft ist: Es ist wahr.

Vor dem Kreuz Jesu und dem Thron Gottes gibt es nur eine angemessene Reaktion: Dankbar, anbetend, empfangend und staunend geschehen lassen, was Gott für mich bereithält.

Das ist die Kraftquelle meines Lebens, weil ich nicht über einen Gott schreibe, der sich in einem Schicksal ergibt oder ein Konstrukt meines Denkens ist. Nein. Es ist ein Gott, der in die Geschichte eingreift, der mein Leben und meinen Alltag sieht und erfüllt. Immer wieder neu.

Wie groß ist Gott?

Unfassbar groß.

Unbeschreiblich gnädig.

Unendlich liebend.

 

Was wäre ich ohne Jesus?

Die absolute Gretchenfrage, über die ich kürzlich mit jemandem gesprochen habe.

Ja, was wäre ich denn eigentlich ohne Jesus, ohne meine Beziehung zu ihm?

Leblos

Ich wäre verloren – auf Zeit und Ewigkeit. In der Zeit, weil mir schlicht und einfach der Leuchtturm in den Wirren meines Lebens fehlen würde. In der Ewigkeit, weil ich glaube, dass es mit Gott auch über meinen Tod hinaus Gemeinschaft nur geben kann durch eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus.

Und das ist es, was mich Tag für Tag am Leben erhält. Dieses Leben, das Jesus schenkt, ist nicht auf die Ewigkeit beschränkt. Es beginnt hier und jetzt bis es dann einmal zur Vollendung in seiner Herrlichkeit kommt. Er hat es selbst zu einer Frau gesagt, die Durst hatte nach wahrem Leben:

Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben. (Die Bibel. Johannes 4,14)

Es gibt kein schöneres, kein erfüllenderes, kein begeisternderes, kein erhabeneres, kein leidenschaftlicheres Leben als das, welches Jesus schenkt.

Haltlos

Manche Menschen greifen in ihrer Not nach dem beliebten Strohhalm. Egal, was es ist – Hauptsache es hilft. Ob es sie in Abhängigkeiten oder ungute Verhaltensmuster führt, ob es sie in ihrer Tiefe berührt oder nicht – da ist die Spezie „Mensch“ manchmal leider etwas willenlos. Mit 37 Jahren habe ich jetzt nicht die Lebenserfahrung wie manch anderer, aber ich weiß eines: Es gab und es gibt momentan ausreichend Situationen, da brauche ich etwas oder jemanden, an dem ich mich festhalten kann. Freunde, liebe Menschen, sind das sehr oft. Und doch: auch sie sind fehlbar (Auch du! Ich weiß. Das sitzt jetzt tief. Aber du bist fehlbar!) Einer ist es nicht: Jesus. Deswegen ist er mein Halt in den stürmischen und turbulenten Zeiten und Phasen meines Lebens.

Hoffnungslos

Streng genommen stimmt diese Überschrift nicht ganz. Ich könnte auch ohne eine vertrauensvolle Liebesbeziehung Hoffnung haben – die sich aber lediglich im Diensseits und in allem Irdischen erschöpft. Das ist aber so fragmentarisch, dass es sich nicht lohnt, darin die Hoffnungen zu setzen. Stellst du dir manchmal diese Frage „Wenn ich nur,…dann…“? Ich stelle sie mir nicht mehr, denn ich habe erfahren (müssen), dass Menschen, Werte, Haltungen oder Versprechungen niemals meine Hoffnung zufriedenstellen können. Ja vielmehr: Sie enttäuschen meine Hoffnung. Manchmal so richtig schonungslos. Wenn ich bei einer Beerdigung am Grab stehe und davor die Predigt halte (was in meinem Beruf dann ja doch das ein oder andere Mal vorkommt), sage ich genau das: „Ich könnte hier nicht stehen, wenn mir Jesus nicht die Hoffnung auf ein Leben mit ihm auch nach meinem Tod geben würde.“

Lieblos

Jesus selbst sagte einmal:

Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.  (Die Bibel, Johannes 15,13)

Und das Schöne: Er sagte es nicht nur, sondern er ließ seinen Worten Taten folgen. Diese Liebe, die Jesus zu jedem Menschen hat, ist so tief, so breit, so hoch, dass wir sie niemals ganz fassen werden können. Das einzige, das wir tun können: Uns dieser Liebe aussetzen, gefüllt werden und überfließen, wenn wir sie nicht mehr halten können. Ich wäre ohne diese Liebe ein Mensch, der noch liebloser ist, als er es ohnehin schon ist. Diese unbeschreibliche, unglaubliche, unerschöpfliche und nie versiegende Liebe ist es, die mir fehlen würde, wenn ich ohne Jesus leben müsste. Und ich bin mir sicher: Sie würde auch meinen Mitmenschen fehlen, wenn ich sie denn mal aus mir fließen lasse. Und weil ich weiß, dass die Liebe Jesu zu mir keine reine Emotion ist, sondern ein Faktum, eine Wahrheit, eine Entscheidung, die er auf Golgatha getroffen hat, als er für mich starb, stelle ich mich jeden Tag auf diese Liebe, sauge sie auf – und hoffe, sie zumindest ansatzweise auch weiterzugeben.

Geistlos

Was mich gerade sehr fasziniert ist, dass es eine Realität gibt, welche die unsere bei weitem übersteigt. Nach biblischem Zeugnis ist Gott nicht irgendwo. Er ist auf seinem Thron und wird rund um die Uhr angebetet. Heerscharen von himmlischen Wesen sind vor seinem Thron und beten ihn an.

Der Mensch ist unheilbar spirituell. Das ist ihm angeboren. Manche erkennen dies, manche vernachlässigen dies. Viele aber tun eines: Sie mixen sich ihre Spiritualität zusammen. Eines der größten Geschenke, das Gott uns macht, ist sein Heiliger Geist, der mein Geist belebt und mir Gewissheit über die wirklich wichtigen Fragen des Lebens gibt.

Er tut aber noch etwas anderes. Er lässt mich immer und immer wieder Anteil haben an dieser geistlichen Realität. Einem Lichtstrahl gleich dringt diese Realität in mein Leben – mal mehr, mal weniger – aber immer faszinierend. Vor seiner Himmelfahrt sagte Jesus seinen Jüngern, die zugegebenermaßen und verständlicherweise ein wenig im Off waren:

Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden. (Die Bibel. Apostelgeschichte 1,8)

Über diese Kraft habe ich im Artikel „Ostern ist immer“ geschrieben und nenne sie die „Auferstehungskraft“.

Sie versiegt nie. Sie ist immerwährend stark. Und es sind besondere Momente, heilige Momente, in denen wir das Flüstern des Heiligen Geistes wahrnehmen: in Bildern, im Lobpreis, in Visionen. Wie auch immer. Es sind Momente, in denen das Übernatürliche das Natürliche trifft – und verändert. Diese Momente regen meinen Geist so sehr an, dass ich der festen Gewissheit bin, ohne Jesus ein geistlos Leben zu führen. Ein Leben, in dem weder ich von Gott inspiriert werde noch andere Menschen inspiriere. Lateinfreunde unter den geneigten Bloglesern merken: Inspirieren ist hier tatsächlich wörtlich gemeint. Inspiratio ist die Beseelung, die Einhauchung, das Hineinkommen („in“) des Geistes („spiritus“). Gottes Geist durchdringt meinen Geist und lässt ihn manchmal in himmlische Sphären steigen. Also bitte. Was würde da fehlen, wenn ich ohne Jesus leben müsste? Eine unbeschreiblich und im Wortsinne unfassbare Dimension.

Ziellos

Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb du auf dieser Erde bist? Und weshalb dein Leben lediglich eine Zeitspanne von einigen Jahrzehnten umfasst, was in Anbetracht des Alters der Menschheit dann doch ein recht kleiner Zeitraum ist? Dein Leben hat ein Ziel. Du hast ein Ziel. Und dieses Ziel ist das, welches Gott sich schon von Anfang an für den Menschen vorgestellt hat: Die ungetrübte Gemeinschaft mit ihm. In 1. Mose 3,8 wird beschrieben, wie Gott im Garten Eden, im Paradies, umhergeht. Er lebt in direkter Gemeinschaft mit seinen Menschen.

Das korrespondiert mit dem, was wir im letzten Buch der Bibel lesen können über die Ewigkeit bei Gott:

Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen:“Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird immer bei ihnen sein.“ (Offenbarung 21,3)

Das griechische Wort für „Wohnung“ bedeutet eher Zelt oder Hütte. Und dieser Begriff wird unter anderem auch dafür verwendet, wenn im (griechischen) Neuen Testament (vor allem im Hebräerbrief und in der Offenbarung) von der Stiftshütte die Rede ist. Also dem Heiligtum, in dem nach alttestamentlicher Vorstellung Gott selbst wohnte.

Hier schließen sich also zwei Kreise: Das Ziel deines Lebens ist die innige Gemeinschaft mit Gott – und die lässt er sich nicht nehmen und diese wird nicht „irgendwie“ sein – nein: Er wird unter den Menschen wohnen. Die Stiftshütte wird geöffnet – aber nicht zum Tag der offenen Tür, sondern zu einer face-to-face-Gemeinschaft mit Gott.

Dieses Ziel lässt mir den Atem stocken und ich bin einmal mehr dankbar, dass ich die Frage „Was wäre ich ohne Jesus?“ im Konkunktiv stellen darf.

Kurzum: Ein anderer Mensch

Typisch Theologe: Einfache Frage, komplizierte Antwort. Aber ein Leben mit Jesus birgt so viele Dimensionen in sich, dass die Antwort nicht einfach sein kann. Jesus hat es sich mit uns Menschen schließlich auch nicht einfach gemacht – er starb am Kreuz, er wurde von seinem Vater auferweckt und sein Geist erfüllt jeden, der ihm vertraut, mit Auferstehungskraft.

Wenn das mal nichts ist!

Du gehörst mir!

Eigentlich eine Aussage, die ein wenig befremdlich ist. „Du gehörst mir“ – das rüttelt ja schon ein wenig an unseren Selbstbestimmungswünschen und der urmenschlichen Sehnsucht nach Freiheit. Jemand anderem gehören – das klingt nicht gut. Da kommen Gedanken an Leibeigene und Sklaven in den Sinn. Nein. Ich will mir gehören. Niemand anderem. Ich will mein Leben selbstbestimmt führen und nicht fremdbestimmt. Selbstgesteuert und nicht fremdgesteuert.

Vielleicht kommt es aber auch darauf an, wer es ist, der diese Aussage trifft: „Du gehörst mir!“

Ich höre sie aus dem Mund eines liebenden und immerwährend gnädigen Gottes:

Fürchte dich nicht, ich habe dich befreit! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! (Die Bibel, Jesaja 43,1)

Aus diesem Mund klingt das für mich nicht befremdlich sondern vertraut. Nicht einengend, sondern die Grenzen meines irdischen Daseins erweiternd. Nicht erdrückend, sondern befreiend. Aus zwei ganz einfachen Gründen.

Fürchte dich nicht!

Gott leitet die Beschreibung unseres Abhängigkeitsverhältnisses zu ihm mit den Worten ein: „Fürchte dich nicht!“ Und wenn wir ehrlich zu uns sind: Grund genug zum Fürchten haben wir. Dazu müssen wir nicht einmal die im Zusammenhang mit Furcht oft zitierten Nachrichten und tagesaktuellen Meldungen der großen weiten Welt anschauen und hören. Dazu reicht etwas ganz anderes: Ein Hören auf unser Herz. Und wenn wir ehrlich sind – ja, das ist an dieser Stelle nicht ganz einfach – werden wir Momente der Furcht erkennen.

Gerade dort, wo das Leben nicht den Weg nimmt, den wir gerne hätten. Gerade dort, wo uns die Dinge aus den Händen zu gleiten scheinen und wir nicht mehr alles unter Kontrolle haben. Gerade dort, wo wir wissen, dass jetzt eigentlich der nächste Schritt dran ist – aber das Land, das wir betreten, ein Land der Ungewissheit, der Veränderung und des Nichtwissens ist. Dabei wissen wir doch so gerne alles und tun meistens nur Dinge, die wir im Vorfeld abschätzen und einschätzen können. Alles andere nennen wir Abenteuer, Experiment, Ungewissheit, Zweifel. Situationen in unserem Leben, die wir eben nicht programmiert haben und die uns treffen, ohne dass wir es ahnten. Und oft ist das begleitet von Furcht.

Gott sagt aber: „Fürchte dich nicht!“ Und wenn er das sagt – sollten wir es dann nicht auch befolgen? So schwer das ist? Sollten wir dann nicht einfach seine ausgestreckte Hand nehmen, einschlagen, fest zugreifen und nie mehr loslassen?

Das Leben ist voll von Furchtmomenten – großen und kleinen. Manchmal zieht es uns den Boden unter den Füßen weg, manchmal ist es einfach ein Moment des Nichtwissens. Wie gut, wenn wir dann nicht alleine sind. Wie gut, wenn wir dann wissen, dass es jemanden gibt, der sagt: Fürchte dich nicht!

Du bist frei!

Gott sagt aber noch viel mehr. Er sagt „Ich habe dich befreit!“ Und wenn mich jemand befreit, dann bin ich frei. Ich bin weder gefangen noch eingeengt von den Dingen um mich herum. Ich bin frei, weil es jemanden gibt, der mich frei gemacht hat und mich befreit leben lässt. Vielleicht ist das gerade auch eine Folgerung dessen, dass ich furchtlos lebe. Im Neuen Testament ist ein Jesus-Wort überliefert, das ich in dieser Hinsicht äußerst befreiend finde:

Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen! (Die Bibel, Johannes 8,32)

Ich sehe schon die Diskussion: Was ist Wahrheit? Falsche Frage! Wer ist Wahrheit? Das ist die richtige Frage, auf die es eine einzige und ewig gültige Antwort gibt:

Jesus sagt: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“ (Die Bibel, Johannes 14,6)

Wer einmal diese wahre Freiheit und befreiende Wahrheit entdeckt hat, weil er mit Jesus lebt, für den ist es ein Wohlklang, wenn er hört: „Du gehörst mir!“ Weil es kein Geringerer sagt, als der, der dieses Universum erschaffen und ins Dasein geliebt hat. Und der auch dann noch sagt „Du gehörst mir!“, wenn unser Herz uns mal wieder verurteilen und die Furcht überhand nehmen will. Der auch dann noch sagt „Du gehörst mir!“, wenn wir das Zeitliche segnen und in seine Herrlichkeit eintreten.

Weil das aber alles andere als ein Vertrösten auf das Jenseits ist, sondern die Ewigkeit Gottes schon hier und jetzt, während du diesen Artikel liest, in dein Leben dringen will, ein kleiner Tipp: Nimm dir einen Moment und lass es auf dich wirken, dass Gott zu dir sagt: „Du gehörst mir!“

Kind des Höchsten

Wer bin ich eigentlich?

Diese Frage kann man sich in Anbetracht unseres Lebens ja schon mal stellen. Wer bin ich eigentlich? Bin ich der, für den ich mich halte? Bin ich der, für den mich die anderen halten? Und wer sind denn „die anderen“? Sehen meine Kinder in mir den gleichen wie meine Freunde oder die Leser dieses Blogs?

Wer bin ich?

Kaum eine Frage treibt uns mehr um. Nicht zu wissen, wer man ist, muss grausam sein. Die Bestimmung der eigenen Identität schafft nicht nur Klarheit nach außen, sondern nach innen. Sie schafft Heimat und Geborgenheit. Sie gibt Sicherheit und lässt uns gleichzeitig mutig nach vorne gehen. Auch wenn das Schritt für Schritt geschieht.

Wer bin ich? Was macht mich im Letzten aus? Wer bin ich heute, morgen und auch dann, wenn ich meinen letzten Atemzug nehmen werde, ehe ich in eine andere Realität übergehe?

Viele Attribute und Zuschreibungen von außen könnten nun mein Wesen, meine Identität bestimmen. Aber immer nur unzureichend. Menschliche Kategorien und Denkmuster kommen an ihre Grenzen. Ich bin Pfarrer – zumindest bis zur Pensionierung. Ich bin jung – zumindest dachte ich das mal. Ich bin humorvoll – bis Situationen kommen, in denen das Lachen zum Kloß im Hals wird.

Wer bin ich eigentlich?

Ein Kind des Höchsten

Es gibt eine Beschreibung der Identität eines Christen, die bleibt. Heute, morgen und in Ewigkeit. Johannes, einer der Biographen Jesu, schreibt Folgendes von ihm:

All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. (Johannes 1,12)

Ich bin ein Kind Gottes. Ein Kind des Höchsten. Ein Kind dessen, der mich in dieses Leben geliebt hat. Ein Kind dessen, der Himmel und Erde gemacht hat. Ein Kind dessen, der dieses Universum in seiner Länge, Breite und Tiefe erschaffen hat. Ein Kind dessen, der verschwenderische Liebe und unerschöpfliche Kreativität in die Gestaltung seiner Schöpfung gelegt hat. Ein Kind dessen, der sich nicht zu schade war, selbst als Kind auf diese Erde zu kommen. Ein Kind dessen, der als einziger von sich behaupten kann, dass er der vollkommene Vater ist, wie es Jakobus im Neuen Testament schreibt:

Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis.  (Jakobus 1,17)

Es wird Ereignisse und Situationen in unserem Leben geben, die uns bis ins Innerste erschüttern. Dagegen sind wir nicht gefeit. Als Kind Gottes weiß ich aber, dass sich bei meinem Vater im Himmel die Dinge nicht ändern. Er ist nicht heute so und morgen anders. Er ist und bleibt und wird es immer sein: gut und vollkommen. Als Vater. Mein Vater!

Beschenkt vom Höchsten

Wenn ich ein paar Tage unterwegs bin und nach Hause komme, fragen meine Kinder immer mal wieder: „Papa, hast du uns Geschenke mitgebracht?“ Manches ändert sich wohl nie. Und manchmal muss ich die Frage mit „Nein“ beantworten, manchmal habe ich etwas im Gepäck – zur Freude meiner Kinder.

Gott, der Vater, hat alle, die an seinen Sohn Jesus glauben und ihm vertrauen, schon längst ein wunderbares Geschenk gemacht, mit dem wir jeden Tag spielen sollten:

Weil ihr nun seine Kinder seid, schenkte euch Gott seinen Geist, denselben Geist, den auch der Sohn hat. Deshalb dürft ihr jetzt im Gebet zu Gott sagen: „Lieber Vater!“ (Galater 4,6)

Können wir einen kurzen Moment innehalten?

Den, der auf dem ewigen Thron sitzt und von den himmlischen Engelscharen in einem unvergleichlich schönen Lobpreis angebetet wird.

Den, dessen Güte, Liebe und Barmherzigkeit nie versiegt.

Den, der unaufhörlich damit beschäftigt ist, dir seine Liebe zu zeigen.

Den darfst du „Papa“ nennen. Das aramäische Wort „Abba“ ist nichts anderes, als wenn ein kleines Kind das erste Mal „Papa“ sagt. Ein wenig gelallt, aber aus tiefstem Herzen.

Weil Gottes Geist in dir lebt, kannst du dich so vertrauensvoll an Gott wenden. Papa. Mein Papa.

In der Gegenwart des Höchsten

Meinen Kindern ist es letzten Endes egal, was ich mit ihnen anstelle: ob wir etwas spielen, toben oder Stockbrot grillen. Für sie ist eines wichtig: die Nähe zu ihrem Papa. Das wird wohl den meisten Kindern so gehen.

Und nichts anderes wäre auch im Blick auf den himmlischen Papa eine ganz gute Entscheidung. Seine Gegenwart suchen. Tag für Tag. Einfach vor ihm sein. Mit ihm reden, auf ihn hören. Erfüllt werden von seinem Geist. Spüren, wie er dich liebt. Gestärkt in den Alltag gehen.

Warum machen wir das eigentlich so selten? Warum sind wir so oft mit uns beschäftigt, aber so wenig mit Gott? Warum meinen wir, Antworten auf unsere Fragen und Geborgenheit in unseren Zweifeln überall zu finden – aber nicht bei Gott?

Jesus bringt das – wie so oft – ganz gut auf den Punkt, wenn er sagt:

Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten. (Matthäus 7,11)

Niemand lässt sich gerne sagen, dass er böse ist. Aber es ist ja nicht weiter verwunderlich. Auch du bist es. Ich auch. Wir denken, sagen und tun Dinge, die sind böse. Gleichzeitig schaffen wir es aber auch, Gutes zu denken, sagen und tun.

Wie viel mehr muss Gott für den bereit haben, der ihn sucht, ihn bittet und bei ihm erfüllt werden möchte? Immerhin gibt es bei Gott ja nur Gutes. Nichts Schlechtes. Nichts Böses. Und nochmal: Wir reden hier von dem Gott, der dieses Universum liebevoll erdacht und raffiniert erschaffen hat, bei dem Du keine Nummer bist, sondern ein geliebter Mensch.

Wie das Baby auf dem Bild in diesem Moment den Herzschlag seines Vaters spürt. Wie der Vater auf diesem Bild die Nähe seines Kindes genießt. Nicht anders verhält es sich mit dir und deinem himmlischen Vater. Nah an seinem Herzen, in seiner Gegenwart bekommst du alles geschenkt, was du zum Leben brauchst.

Glauben – tragfähig, standhaft, mutig.

Liebe – unwandelbar, unveränderlich, ewig.

Hoffnung – unaufhörlich, beständig, fest.

Und hier erhältst du Antwort auf die Frage: „Wer bin ich eigentlich?“

Stärker als jede Furcht

Dass in der Musik Kraft liegt, wissen nicht nur Musiktherapeuten. In er Bibel gibt es unzählige Stellen, an denen die Gemeinde aufgefordert wird, Gott Loblieder zu singen und sich mit diesen Liedern gegenseitig zu stärken. Und dann gibt es ja diese Lieder, die einen ganz besonderen Impact haben.
Lieder, die man rauf und runter hört – und sie werden nicht langweilig.
Lieder, die auch nach langer Zeit nichts von ihrer Kraft verlieren.
Lieder, die deswegen so stark sind, weil in ihnen eine große Kraft liegt.
Lieder, die nicht Nebensächliches thematisieren, sondern Wahrheit aussprechen.

No longer slaves

Ein solches Lied ist für mich zur Zeit „No longer slaves“.
Um es in eigenen Worten zu sagen, was in diesem Lied ausgesagt wird:
Ich bin kein Sklave der Furcht – ich bin ein Kind Gottes. Und er selbst wird das Meer vor mir teilen, so dass ich hindurch gehen kann.
Eine großartige Wahrheit: Als Kind Gottes muss ich mich nicht der Furcht ergeben. Ich muss ihr keine Macht über mein Leben geben. Im Gegenteil: Im Glauben spreche ich aus und proklamiere, dass Jesus stärker ist als alle Furcht, alle Angst, alles Nichtwissen um die Zukunft.

Unglaublich gut, diese Wahrheit – mit einem Haken.

Der Haken

Der Moment, in dem man am Ufer steht und wartet, dass Gott das Meer endlich teilt.
Der Moment, in dem die Wogen des Meeres so bedrohlich und die Weite des Meeres so unüberwindbar scheinen. Was dann? Resignieren? Aufgeben? Alles doch nur Illusion?

Vor einer ähnlichen Situation stand Gottes auserwähltes Volk, als er selbst es aus Ägypten herausgeführt hat. Sie waren in der Zwickmühle: Vor ihnen das Meer – hinter ihnen, am Horizont, konnten sie schon den aufgewirbelten Staub der bedrohlichen Reiterscharen des Pharaos sehen, der es sich alles nochmal anders überlegt hatte.

Jetzt sitzen sie in der Klemme. Da tritt Mose vor Gott. Bittet. Fleht. Weint. Klagt.
Und dann hat er nach seinem Zwiegespräch mit Gott eine Botschaft an die verzweifelten Menschen:

„Der Herr selbst wird für euch kämpfen, wartet ihr nur ruhig ab!“ (2. Mose 14,14)

Die Kraft des Wartens

Deswegen wohl gibt es ein weiteres wunderschönes Lied mit dem Titel „Es liegt Kraft in dem Warten auf den Herrn“.

Für mich macht es die Situation oft nicht leichter – aber erträglicher.
Nicht kürzer – aber erfüllter.

Ich weiß: Wenn ich am Ufer stehend den Blick über das Meer schweifen lasse und mir einfach keine Lösung kommt, dann will ich ruhig sein. Ruhig bleiben. Im Vertrauen darauf, dass Gott selbst für mich kämpft.

Denn es geschieht nicht Nichts, wenn wir meinen, es geschieht nichts. Gott selbst hat ein Auge auf seine Kinder und nutzt diese Momente des Wartens, des Aushalten, des Nichtwissens, um für seine Kinder zu kämpfen. Und manchmal steht er ja vielleicht wie auf dem Bild der Vater der neben dem Kind, hält unsere Hand und flüstert uns leise zu: „Sei ganz ruhig. Habe keine Angst. Ich werde für dich kämpfen und dir den Weg durch das Meer bahnen!“

Was könnte es Besseres geben?

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