Vielen ist die Geschichte aus dem ersten Teil der Bibel bekannt: Daniel, ein Prophet Gottes, wird zur Strafe in eine Grube geworfen, in der hungrige Löwen warten. Er soll ihr Abendessen werden – aber Gott bewahrt ihn auf wundersame Weise.

Was bisher geschah…

Der Grund für diese Strafe war ein relativ schlichter: Er lebte seinen Glauben an Gott, genauer gesagt: Er betete. Zuvor wurde er von König Darius von Babylonien zu einem der drei Fürsten seines Königreiches bestimmt. Und das als ein “Fremder”, ein “Ausländer”, ein im Exil lebender Mann.

Die Bibel berichtet, dass Daniel nicht nur irgendein Fürst war, sondern der Beste:

Daniel aber übertraf die Fürsten und Landvögte alle, denn es war ein hoher Geist in ihm; darum gedachte der König, ihn über das ganze Königreich zu setzen.Daniel 6,3

Natürlich führte das bei anderen politischen Entscheidungsträgern zu Neid und Missgunst. Also umschmeichelten diese den König, woraufhin dieser tatsächlich ein Gesetz erließ, dass niemand einen anderen Gott anbeten dürfe als König Darius, den selbsternannten Gott.

Kompromisslos…

Und was tat Daniel, nachdem dieses Gesetz verkündet wurde?

Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. Das obere Stockwerk hatte Fenster in Richtung Jerusalem, die offen standen. Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat.Daniel 6,11

Ziemlich krass. Ziemlich verrückt. Ziemlich kompromisslos. Daniel ließ sich nicht einschüchtern von diesem Gesetz, sondern lebte seinen Glauben weiterhin. Mitten in einer Gesellschaft, in einer Kultur, die sich offen gegen seinen Gott und seinen Glauben wandte.

Kompromissloser Glaube eben. Daniel tat das, wovon wir später im zweiten Teil der Bibel lesen. Denn auch die ersten Christen in Jerusalem rund um ihren “Sprecher” Petrus fanden sich in einer Gesellschaft wieder, die nicht unbedingt als “christlich” bezeichnet werden kann:

Petrus und die anderen Apostel erwiderten: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!”Apostelgeschichte 5,29

Wie aber gelangt man zu solch einem kompromisslosen, starken und gefestigten Glauben? Was tat Daniel, was war an ihm “besonders”, dass er seinen Glauben kompromisslos lebte – koste es ihn auch das Leben?

…aus der Stille

Die Antwort darauf ist leicht zu überlesen. Du hast sie schon gelesen – aber vielleicht ist sie dir gar nicht so ins Auge gestochen.

…Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat.Daniel 6,11

Daniel lebte seinen Glauben aus einer regelmäßigen täglichen Stille heraus. Für ihn war es wichtig, Gott nicht nur dann zu danken, ihn anzubeten und ihn um etwas zu bitten, “wenn es ihm danach war”.

Daniel lebte seinen Glauben aber auch nicht aus einer falschen und gesetzlichen Routine heraus.

Daniel wusste: Kompromissloser Glaube wächst aus der Stille. Er kommt nicht von jetzt auf nachher und schon gar nicht in den besonders heißen Phasen des Lebens von jetzt auf nachher.

Kompromissloser, starker, gefestigter Glaube entsteht dort, wo wir uns bewusst und regelmäßig die Zeit mit Gott nehmen. Nur du und Gott. Sonst niemand und nichts. Kein Smartphone, keine anderen Menschen, keine Emails – nichts.

Diese Zeiten sind deswegen so wichtig, weil dir in diesen Zeiten bewusst wird, wer du bist: Ein Kind des Höchsten! Dir wird deutlich, wie groß und wie wunderbar Gott ist – den Du “Papa” nennen darfst! In diesen Zeiten vergewisserst du dich deiner Identität und wer du in Christus bist.

Im Glauben gibt es keine schnellen und platten Lösungen, keine Patentrezepte und kein Allheilmittel – weil Gott jedem Menschen auf individuelle Weise begegnet. Deswegen sieht deine Zeit “aus der Stille” sicherlich ganz anders aus als meine. Ich nehme sie mir morgens bewusst bevor alles losgeht: das Familienleben, die vielfältigen Aufgaben des Tages, die Emails, die Telefonate, Termine und Begegnungen.

Wann ist deine “Zeit der Stille”?

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