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Die Kunst des Leitens XIV: Transparenz als Schlüssel

Ich habe viele Fehler gemacht als Leiter. Einer davon war, in Veränderungsprozessen nicht transparent zu kommunizieren und damit auch nicht transparent zu leiten.

Kleines (eigentlich ist es ein ziemlich großes) Beispiel: In einem großen Prozess, den wir „Vision 2020“ nannten, gabt es für unsere Gemeinde (www.wutachblick.de) in den Jahren 2017 bis 2020 drei große Veränderungsschritte:

  1. Die zwei Gottesdienste, die bis dato in zwei Orten stattfanden, wurden auf einen Ort konzentriert, was natürlich zur Folge hatte, dass in dem einen Ort am Sonntagmorgen kein Gottesdienst mehr stattfand.
  2. Die Kirche dieses Ortes wurde zu unserer Jugendkirche und einem Anbetungszentrum.
  3. Die Leitungs- und allgemeine Gemeindekultur wird durch sechs Werte bestimmt. (Diese Werte kannst du hier nachlesen: www.wutachblick.de/werte).

Um eines deutlich zu sagen: Alle drei Ziele waren und sind richtig und ich würde sie heute genau so wieder definieren – einzig den Weg würde ich an manchen Stellen ändern unter dem großen Stichwort Transparenz. Transparenz heißt so viel wie „(Licht)durchlässig sein“. Ich finde das einen großartigen Vergleich, denn genau das benötigen wir in großen, in komplizierten, in schwerwiegenden Leitungsprozessen: Lichtdurchlässigkeit. Später im Artikel mehr dazu. Zurück zu meinen Fehlern.

In den damaligen Veränderungsprozessen haben wir seitens der Gemeindeleitung manche Teilschritte und Teilvorhaben erst dann kommuniziert, als sie schon ziemlich lange diskutiert und schlussendlich beschlossen waren – nicht immer war das so, aber manchmal. Das führt dazu, dass Gemeindeglieder, die ohnehin unterschiedlich mit Veränderungsprozessen umgehen, auf unterschiedliche Weise auf solche Prozesse reagieren.

Diejenigen, die ohnehin „on track“ sind, sind es auch dann.

Diejenigen, die ohnehin „dagegen“ sind, sind es auch dann.

Aber was ist mit denen, die man mit guten Argumenten begeistern könnte? Genau. Für diese ist Transparenz ein ganz hohes Gut – natürlich auch für alle anderen, aber für die Unentschlossenen, die Skeptiker, die Hinterfrager (und das meine ich alles nicht wertend) auf besondere Weise.

Die Vision mittragen – nicht „die Gemeinde mitnehmen“

Momentan stehen wir als Gemeinde vor einer neuen, immens großen und ich würde sagen in diesem Ausmaß noch nie da gewesenen Herausforderung: Wir müssen mit unseren Gebäuden (zwei Kirchen, zwei Gemeindehäuser, ein Pfarramt) neue Wege gehen – und momentan ist die Richtung klar: Wir veräußern alles und bauen ein neues Gemeindezentrum.

Dieser Veränderungsprozess erfordert eine Menge, das kannst du dir sicher vorstellen.

Auf einen einzigen Gedanken im Blick auf Transparenz aber möchte ich an dieser Stelle nur eingehen.

Anfang März hatten wir Klausur unseres Ältestenkreises – es war eine mega gesegnete Zeit). Auf dieser Klausur habe ich Folgendes gesagt:

Lasst uns nicht davon sprechen, „die Gemeinde mitzunehmen“. Das suggeriert, dass wir sie ziehen und zerren müssen. Lasst uns vielmehr davon reden, dass möglichst viele Menschen die Vision eines neuen Gemeindezentrums mittragen. Denn Visionsträger sind mit dem Herzen dabei, sie sind voller Überzeugung und sind wiederum Multiplikatoren für das Anliegen und können andere zu Visionsträgern machen.

Und genau dafür benötigt man Transparenz.

Menschen lassen sich nur für etwas begeistern und werden selbst zu Trägern einer Vision, wenn die Vision für sie überzeugender und stärker ist, als den Status Quo aufrechtzuerhalten. Bei manch einem geht das recht schnell – andere wiederum benötigen Zeit und Zugang zu Informationen, die ihnen helfen, überzeugt zu werden – oder auch nicht.

Keine Information und keine Transparenz jedoch führen auch zu keinem Erkenntnisgewinn und damit auch viel eher zu einem Festhalten an Bestehendem als der Bereitschaft, Neues zu wagen. Oder um im oben erwähnten Bild der Lichtdurchlässigkeit zu bleiben: Veränderungsprozesse fühlen sich manchmal wie das Tappen im Dunkeln an, weil man (noch) nicht weiß, wohin die Reise geht. Und übrigens: Für Gemeindemitglieder noch mal viel mehr als für die Leitungspersonen, denn Letztere sind viel mehr mit der Materie betraut und mindestens einen Schritt voraus. Also benötigt es Lichtdurchlässigkeit, damit die, die noch ein wenig im Dunkeln tappen, den Weg finden.

Oben habe ich schon geschrieben, dass ich rückblickend einige Fehler in meinem Leitungshandeln gemacht habe. Einer davon war der, Dinge zu spät zu kommunizieren. Dabei ging es gar nicht darum, die Gemeinde nicht informieren zu wollen, sondern vielmehr war der Gedanke der, dass es angeblich weniger überzeugend ist, wenn man erst „halb fertig“ mit den Gedanken ist, als dass man ein „fertiges Konzept“ vorstellt.

Inzwischen sehe ich das anders und bemühe einmal mehr den Vergleich mit den Apps auf deinem Smartphone. Du nutzt gewisse Apps vermutlich mehrmals am Tag, andere täglich, wiederum andere nach Bedarf. Eines aber haben diese Apps alle gemein: Sie werden ständig aktualisiert. Du hast niemals die „perfekte Version“ auf deinem Smartphone sondern immer nur die „momentan beste“ Version.

So sehe ich inzwischen auch Leitungshandeln. Wenn du wartest, bis das Konzept perfekt ausgearbeitet ist, wirst du jede Menge Zeit ins Land gehen lassen und am Ende viel weniger Menschen überzeugen können, da sie vor einem geschlossenen System zu stehen scheinen.

Viel besser ist es, transparent zu kommunizieren, wo du mit deinem Leitungsteam gerade stehst, welches die nächsten Schritte sind und welches die Schritte waren, die bisher gegangen worden sind.

Lass es konkret werden

Das will ich jetzt nämlich tun. Als Gemeindeleitung sind wir von unserem Klausurwochenende zurückgekommen und haben drei affirmative Sätze formuliert, mit denen wir in die Zukunft gehen wollen und das Projekt „Neubau“ angehen werden. Diesen drei Sätzen haben wir jeweils 4-5 erklärende Sätze beigefügt, das Ganze auf eine A4-Seite gepackt, also einen so genannten Onepager draus gemacht. Am Donnerstag nach dem Klausurwochenende haben wir in unserer Team Night alle Mitarbeiter und Leiter über den Status Quo informiert und drei Tage später nach dem Gottesdienst die Gemeinde. Jedes Mal sollten die Leute, die da waren, den Onepager mitnehmen, um ihn sich zuhause zu Gemüte zu führen.

Denn: Wenn man das erste Mal von solch einem gewaltigen Schritt (Neubau) hört, ist man leicht überfordert und weiß erst einmal gar nicht, was man darauf antworten oder wie man darauf reagieren soll. Dafür dient der Onepager als ein Medium der Transparenz, denn wiederum drei Wochen später (also kommende Woche) haben wir Gemeindeversammlung.

In dieser Gemeindeversammlung soll dann in kleinen Gruppen darüber gesprochen werden und alle sich beteiligen können. Erleichtert wird ihnen das Mitreden durch den Onepager, in dem wir als Gemeindeleitung ganz offen und transparent formulieren, was unsere Absicht für die Zukunft ist.

Natürlich gibt es sensible und heikle Themen, mit denen man als Gemeindeleitung nicht so schnell so offen und transparent umgehen kann wie mit der Frage nach einem Neubau – vor allem, wenn es sich um Personalien handelt.

Generell aber glaube ich, dass wir (in Deutschland) zu sehr in der Gefahr stehen, das fertige Gericht servieren zu wollen und nicht ins Rezept uns schauen lassen wollen. Letzteres ist aber unabdingbar, denn gemeinsam kochen macht viel mehr Spaß als nur alleine – und nicht immer verderben viele Köche den Brei.

Deswegen: Transparent zu leiten und zu kommunizieren erzielt den höchsten Impact auf die Visionsvermittlung und das Mittagen der Vision durch Gemeindeglieder. Oder um endlich auch mal die Headline dieses Artikels aufzugreifen: Transparenz ist ein großartiger und wichtiger Schlüssel, um die Vision nicht nur zu vermitteln, sondern Menschen darin zu begleiten, die Vision zu ihrem eigenen Anliegen, zu ihrer eigenen Vision zu machen.

Gleichzeitig ist es etwas ganz anderes als ein „die Gemeinde mitnehmen“. By the way: Ein Schlagwort, das ich neben „Das war schon immer so“ am zweithäufigsten höre und genauso wenig mag wie „Das war schon immer so“.

Ich wünsche dir Mut zu Transparenz. Denn das bedeutet auch, immer einmal wieder sagen zu müssen: „Das weiß ich (noch) nicht.“ Ein Satz, der vielen Leitern schwerfällt – der aber sehr transparent ist.


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#12 Warum echter Worship matchentscheidend ist

Im Gespräch mit Timm Falter (SAP)

Um es vorweg zu nehmen: Der Mensch betet immer etwas oder jemanden an. Die Frage ist, was „echter Worship“ ist und warum dieser matchentscheidend und lebensverändernd ist. Darüber habe ich mich mit Timm Falter unterhalten. Er ist weder Worshipleiter, Musiker noch Pastor, sondern Programmierer bei SAP. Seine Gedanken zum Thema sind nicht weniger als hervorragend. Hör es dir unbedingt an!

  1. Entscheidend ist, wen wir worshippen
  2. Alle anderen Götter außer dem Gott der Bibel werden uns zerstören
  3. Echter Worship lenkt den Blick von den Problemen auf die Größe Gottes

Bibelstellen, die in dieser Folge genannt werden:

  • 2. Mose 20,1-6
  • Römer 5,8
  • 2. Samuel 16,12-15
  • 1. Chronik 23,3-5
  • 2. Chronik 20
  • Apostelgeschichte 16,23-40

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True Story? Good question!

Ist Gott ein Spaßverderber?

Wie steht Gott zum Klimawandel?

Warum sollte ich glauben, was die Bibel über Jesus sagt?

Was tut Gott gegen die Ungerechtigkeit in der Welt?

Zeit für Deep Talk! Oder anders gesagt:

Julia Garschagen beantwortet „die 10 größten Fragen über Gott und die Welt“.

So zumindest lautet der Untertitel des Buches „True Story? Good Question!“ von Julia Garschagen und ihrer Co-Autorin Alicia Fuchs.

Ein moderner Katechismus

So würde ich das Buch bezeichnen. Ok, jetzt mal weniger Theologensprech. Was ist ein Katechismus? In der frühen Kirche, also in den ersten Jahrzehnten und Jahrhunderten der Christenheit, bezeichnet man mit „Katechismus“ den Taufunterricht für Menschen, die sich taufen lassen wollten. In diesem Katechismus waren die „Basics“ des Glaubens enthalten und wurden so den „Täuflingen“ gelehrt. Schließlich ließen sich diese ja (meistens) aus Überzeugung taufen und mussten im Glauben noch die ein oder anderen Dinge gelehrt bekommen (wie das heute übrigens nicht anders ist – wir bleiben ein Leben lang Lernende).

Irgendwie sehe ich „True Story? Good question!“ in dieser Tradition. Im Buch werden auf nicht dogmatische Weise ebenso Basics des christlichen Glaubens behandelt und zusätzlich gesellschaftlich aktuelle Fragen. Insofern ist das Buch ein richtig guter Katechismus für die junge Generation – auch wenn ich mich beim Lesen manchmal fragte: „Wer liest eigentlich noch Bücher?“ Vor allem in der Generation der noch nicht Volljährigen. Aber es wird mit Sicherheit einige Exoten unter ihnen geben.

Was einen Katechismus auszeichnet, ist kein reines „Frage-Antwort-Spielchen“ nach dem Motto „Friss oder stirb“. Einen Katechismus zeichnet aus, dass er zwar Antworten gibt, den Leser aber immer noch zum eigenständigen Denken, Forschen, Grübeln und Glauben animiert. Und das gelingt Julia Garschagen exzellent.

Besonders aufgefallen ist es mir im Kapitel „Mein Glaube, dein Glaube, kein Glaube – Gibt es da einen Unterschied?“, in dem sie nach dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens fragt und ihn in den Kontext der vielen Religionen auf der Welt stellt. Dabei kommt die so oft zitierte Parabel von den Blinden und dem Elefant vor, wird aber weiter geführt und mit dem Vergleich eines Gegenstandes, den man beim Klettern benötigt, ergänzt. Zu viel verrate ich hier aber nicht, denn: Lies selbst! Es lohnt sich. Versprochen!

Theologisch tief, sprachlich ansprechend

Was mich am Buch überzeugt, ist die theologische Tiefe, die aber sprachlich ansprechend daherkommt. Ich hätte auch schreiben können „in einfacher Sprache daherkommt“, aber dann fühlen sich die besonders Schlauen nicht angesprochen. Aber eigentlich ist es genau so: die Sprache ist einfach, ohne trivial zu wirken. Die Sprache ist so gehalten, dass man kein Theologie-Nerd sein muss, um zu wissen, auf was es ankommt im jeweiligen Kapitel.

Ich glaube, das hat einen ganz einfachen Grund: Julia Garschagen und Alicia Fuchs sind beides Frauen, die Fragen über Fragen hatten und haben. Das schreiben sie immer wieder in ihrem Buch und so ist doch vollkommen klar, dass sie beide eine Sprache finden können, die Menschen verstehen, die ebenfalls Fragen haben.

Gleich in ihrer Vorstellung auf den ersten Seiten schreibt die Autorin:

Ich hatte schon immer viele Fragen. Zum Beispiel, ob Fisch für alle Menschen genauso schmeckt wie für mich. Und warum es dann trotzdem Leute gibt, die ihn mögen. […] Was mich sonst noch bewegt: Warum gibt es uns in diesem großen, weiten Universum? Was trägt wirklich? Was inspiriert uns für die Zukunft? Gibt es mehr als das, was ich sehe – irgendetwas Größeres, das über mich hinausgeht?True Story? Good question!, S.7

Julia Garschagen leitet als Theologin das „Pontes Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube“. Darüber hinaus leitet sie „truestory“ (früher: JESUS HOUSE), eine Veranstaltungsreihe, die in Gemeinden vor Ort durchgeführt wird und an der in ganz Deutschland mehrere hundert Gemeinden beteiligt sind.

Thematisch werden, wie oben schon erwähnt, sowohl wichtige theologische Themen angesprochen wie auch sehr aktuelle Themen: Klimawandel, Krieg und Covid.

Mich begeistert, wie Julia Garschagen es schafft, komplexe theologische Fragen so zu formulieren und aufzubereiten, dass sie lebensrelevant und kurzweilig zu lesen sind. Denn eines ist klar: Die Aufmerksamkeitsspanne der „Generation Z“, für die das Buch geschrieben wurde, ist wesentlich geringer als das bei Älteren der Fall ist. Wo TikTok-Videos und YouTube-Shorts nicht länger als 1-2 Minuten gehen, liest auch kein Jugendlicher bzw. junger Erwachsener mehr einen ganzen Roman zu theologischen Fragen.

Deswegen sind die einzelnen Kapitel nicht zu lang und in sich wiederum in einzelne Abschnitte gegliedert, durch das Schriftbild auch schnell zu erfassen und übersichtlich gestaltet.

Hinzu kommt, dass es jede Menge QR-Codes im Buch gibt, die auf en YouTube-Kanal von Truestory verlinken. Dort gibt’s zum jeweiligen Thema passend noch weitere Videos und Vorträge.

Das Buch eignet sich wunderbar als Geschenk zur Konfirmation genauso aber auch als Grundlage für eine Kleingruppe in der Jugendkirche. Oder um es noch zu toppen: Wieso nicht einfach einen Glaubenskurs in der Jugend der Gemeinde mit diesem Buch als Grundlage starten?

Sicher mag jeder hier und da theologisch noch Nuancen anders sehen oder ergänzen – nur zu! Aber ich glaube, es könnte großen Gewinn bringen – und wer weiß: Vielleicht liest die „GenZ“ in der Gruppe lieber als alleine.

Immer wieder habe ich von den „theologischen Fragen“ und den „gesellschaftlich aktuellen Themen“ geschrieben – also: Hier sind sie. Das sind die Themen, um die es im Buch geht:

1 Fortschritt, Forschung, Evolution – Macht die Wissenschaft Gott überflüssig?

2 Ausgrenzung, Missbrauch, Macht – Ist Gott so schrecklich wie die Kirche?

3 Krieg, Covid, Krebs – Warum lässt Gott Leid zu?

4 Rassismus, Armut, Unterdrückung von Frauen – Was tut Gott gegen Ungerechtigkeit?

5 Erderwärmung, Naturkatastrophen, Hunger – Wie steht Gott zum Klimawandel?

6 Mein Glaube, dein Glaube, kein Glaube – Gibt es da einen Unterschied?

7 Alt, langweilig, ausgedacht – Warum sollte ich glauben, was die Bibel über Jesus erzählt?

8 Auferstehung, leeres Grab, ein lebendiger Toter – Ist das nicht totaler Schwachsinn?

9 Himmel, Hölle, Leben nach dem Tod – Wie sieht’s damit aus?

10 Einschränkend, verstaubt, irrelevant – Ist der Glaube mehr als Regeln und Tradition?

Julia Garschagen, Alica Fuchs: True Story? Good Question!
288 Seiten
ISBN: 9783417000504
Verlag: SCM-Verlag
Preis: 17,00 EUR

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#11 Was zeichnet eine gute Gemeinde aus?

Spoiler: Es sind nicht die Programme und Budgets, die eine gute Gemeinde ausmachen. Es sind drei „Mitetelpunkte“ – ja, ich weiß, dass sich das eigentlich widerspricht, aber die Dreieinigkeit Gottes ist auch nicht ganz ohne.

Dieses drei Mittelpunkte sind Jesus, die Bibel und Menschen. Aber nicht irgendwie, sondern

  • der biblische Jesus
  • die Bibel als Wort Gottes
  • Menschen, die Gott so wertvoll sind, dass sie zu Jüngern werden sollen

Jesus hat uns sein Vermächtnis hinterlassen. Seine letzten Worte, ehe er zum Vater zurückkehrte, waren deutlich: „Macht alle Menschen zu Jüngern, indem ihr hingeht zu ihnen, indem ihr sie tauft und indem ihr sie lehrt.“

Daran muss sich eine gute Gemeinde messen.
Das ist Zuspruch und Anspruch zugleich.

Du wirst in dieser Folge also jede Menge Ermutigendes und Herausforderndes zugleich hören. Auch auf die Frage, ob man in einer Gemeinde bleiben oder sie verlassen sollte, gehe ich ein.
Wenn dich die Themen „Vision“ und „Strategie“ interessieren, lass es mich wissen. Beides wäre eine eigene Podcast-Folge wert.

Folgende Bibelstellen zitiere ich (Auflistung in der Reihenfolge, wie sie im Podcast vorkommen):

  • Römer 3,23-25
  • Hebräer 4,12
  • Matthäus 28,18-20
  • 1. Korinther 2,2-5
  • 1. Thessalonicher 1,5
  • Hebräer 10,25
  • Epheser 4,11
  • 1. Korinther 12,1-11

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Der Sühnetod Jesu: Notwendig oder überflüssig?

Stell dir vor, es gibt einen Gott. Dieser Gott liebt die Menschen, die er selbst erschaffen hat. Doch der Mensch will nichts mit diesem Gott zu tun haben – was an sich schon hirnrissig ist, aber wer kennt das nicht: So sind die Menschen nun mal. So entscheidet sich der Mensch bewusst gegen Gott, er rebelliert, er geht einen Weg ohne Gott und ist ab sofort nicht mehr in der Lage, nicht mehr zu sündigen. Er ist ab sofort nicht mehr in der Lage, von sich aus eine Beziehung mit Gott zu leben. Er ist ab sofort nicht mehr in der Lage, sich Gott zu nähern – auch nicht durch (fromme) Taten.

Über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg versucht Gott, durch verschiedene Propheten und Gottesdienstformen, durch Zehn Gebote und Wunder bei den Menschen „zu landen“ und diese missliche Lage aufzuheben. Nur die Menschen wollen irgendwie nicht. Sie ziehen ein Leben ohne Gott vor – oder sagen wir mal so: Sie packen Gott in eine Box und lassen ihn nur dann heraus, wenn sie es wollen. Und auch nicht überall hin. Der Mensch bestimmt selbst, in welchen Bereichen seines Lebens Gott etwas sagen darf – und in welchen Bereichen nicht. Das ist bis heute so.

So geht das über die Jahre und Generationen, bis Gott Mensch wird. Ja genau. Richtig gelesen. Von nun an lebt Gott als Mensch auf der Erde, bei den Menschen als einer von ihnen. Jesus Christus wird geboren und im Alter von ca. 30 Jahren beginnt er, für ca. drei Jahre öffentlich zu wirken. Man stelle sich das mal vor: drei Jahre! Mehr nicht. Und doch hat er diese Welt geprägt und verändert wie es andere in 30 Jahren nicht ansatzweise schaffen.

Drei Jahre – das ist ungefähr die Zeit, als wir von einem Virus namens „Corona“ hörten bis heute. Länger nicht.

Am Ende seines Wirkens stirbt er einen qualvollen Tod: er wird gekreuzigt. Die übelste Folter und Todesmethode der damaligen Zeit. Er wird begraben in einer Fehlshöhle in der Nähe Jerusalems und das Wunder geschieht: Nach drei Tagen ist er wieder auferstanden und lebt. Zunächst erscheint er Maria von Magdala, einer Frau, die ihn zeitlebens begleitete und die zur ersten Verkündigerin der frohen Botschaft wird. Er ist noch einige Tage auf dieser Erde bei seinen Freunden, ehe er dorthin zurückkehrt, woher er auf diese Erde kam: in den Himmel zu seinem Vater.

Sühnetod – was ist das?

Du merkst schon: Ich habe gerade mehrere tausend Jahre Geschichte Gottes mit den Menschen zusammengerafft auf einige Sätze. Aber ich wollte dich zumindest ein bisschen mit hineinnehmen in diese großartige Geschichte, die Gott mit den Menschen hat. Diese Geschichte ist gekennzeichnet davon, dass Gott immer und immer wieder die Nähe und Beziehung zu den Menschen suchte. Er wollte nie weit weg sein, er wollte immer ganz nah bei den Menschen sein, eine Beziehung mit ihnen leben – und er wird es in der Ewigkeit mit denen tun, die ihm hier auf Erden das Vertrauen schenkten.

Übrigens ist das Bild des „Wohnens“ bzw. des „Zeltens“ eines, das durch die Bibel hindurch immer wieder vorkommt. Im ersten Teil der Bibel, als Gottes Volk in der Wüste war, gab es das „Zelt der Begegnung“. Im Neuen Testament schreibt der Jünger Johannes die Lebensgeschichte auf und beginnt diese unter anderem mit den Worten:

Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.Die Bibel - Johannes 1,14

Und ganz am Ende der Zeiten, wenn Gott sein ewiges Reich aufrichten wird, dann – ja dann gilt:

Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.Die Bibel - Offenbarung 21,3

Den „Final Showdown“ zu Jesu Lebzeiten gab es dann, als Jesus am Kreuz starb. Vieles in der Theologie und in der heutigen kirchlichen und gemeindlichen Praxis entscheidet sich an der Frage:

Ist Jesus für mich stellvertretend gestorben oder welche Bedeutung hat sein Tod am Kreuz?

Im Neuen Testament, genauer gesagt im Brief von Paulus an die Gemeinde in Rom, gibt es eine ganz bemerkenswerte Stelle.

Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat. Denn Gott sandte Jesus, damit er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt und unsere Schuld gesühnt wird. Wir sind gerecht vor Gott, wenn wir glauben, dass Jesus sein Blut für uns vergossen und sein Leben für uns geopfert hat. Gott bewies seine Gerechtigkeit, als er die Menschen nicht bestrafte, die in früheren Zeiten gesündigt haben. Er handelte so, weil er Geduld mit ihnen hatte. Und er ist auch jetzt, in dieser Zeit, vollkommen gerecht, indem er die für gerecht erklärt, die an Jesus glauben. Die Bibel - Römer 3,23-26

Hier steht eine Provokation sondergleichen, die dazu führt, dass nicht wenige Theologen unserer Zeit als auch des vergangenen Jahrhunderts/Jahrhunderte große Schwierigkeiten damit haben.

Aber was steht hier denn genau?

1. Wie alles gedacht war
Ursprünglich war der Mensch von Gottes Herrlichkeit erfüllt. Das griechische Wort „doxa“, das für Herrlichkeit im Urtext steht, meint so viel wie Ehre, Glanz, Würde und korreliert mit dem Schöpfungsbericht (1. Mose 1,27), in dem die Erschaffung des Menschen die Gottesebenbildlichkeit des Menschen widerspiegelt.

2. Was der Mensch tat
Der Mensch verliert diese Herrlichkeit durch das, was man landläufig den „Sündenfall“ nennt – die Sache mit Adam, Eva und der Frucht am Baum – nachzulesen in 1. Mose 3.

3. Ein großartiges Geschenk
Gerecht vor Gott wird der Mensch durch Gottes Gnade, denn er hat ein Geschenk für den Menschen.

4. Es gibt Hoffnung
Dieses Geschenk besteht darin, dass dem Menschen die Schuld vergeben werden kann. Wie großartig! Der Mensch muss nicht gefangen bleiben in seiner Schuld vor Gott.

5. Der Sühnetod Jesu verändert alles
Durch den Tod Jesu, durch den er unsere Schuld vor Gott sühnt und sich selbst opfert, kann der Mensch (wieder) leben und die Beziehung zu Gott wird erneuert.

Zu behaupten, Jesu Tod wäre kein Sühnetod, ist nicht nur falsch – es widerspricht der Bibel.

Als Theologe kann ich mich nicht gegen das Wort Gottes stellen – das wäre vermessen und hochmütig. Wer das tut, muss das eines Tages selbst mit seinem Schöpfer ausmachen – das ist nicht meine Sache. Ich für mich habe jedoch erkannt, dass ich mich nicht willentlich gegen Aussagen der Bibel, die heilsentscheidend sind, stellen kann.

Weitere Bibelstellen, in denen von Sühne im Blick auf das Kreuzesgeschehen die Rede ist:

Denn Christus hat unsere Sünden, ja, die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen; er hat sie gesühnt. Die Bibel - 1. Johannes 2,2

In einer anderen Übersetzung (Neues Leben) heißt der Vers folgendermaßen: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“ Hier wird das Wort „Sühne“ nicht mehr explizit genannt und übersetzt, jedoch gut umschrieben: Sühne heißt, dass Jesus nicht nur ein Opfer gab, sondern selbst das Opfer war für unsere (meine und deine) Schuld.

Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Hierin ist die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.Die Bibel - 1. Johannes 4,9-10
Daher musste er [Jesus] in allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig und ein treuer Hoher Priester vor Gott werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen.Die Bibel - Hebräer 2,17

Den letzten Vers finde ich äußerst interessant. Im Hebräerbrief wird Jesus als Hohepriester vergleichen. Im Alten Bund (Alten Testament) war der Hohepriester dafür verantwortlich, innerhalb der Opfer- und Kultvorschriften das zu tun, was dem Volk Versöhnung mit Gott brachte. Besonders eindrücklich ist hier 3. Mose 16. Jesus selbst ist nun Opfer und Hohepriester zugleich. Doch Vorsicht – es bewahrheitet sich, was Paulus schon im ersten Korintherbrief geschrieben hat:

Wenn wir also Christus als den Gekreuzigten verkünden, sind die Juden entrüstet und die Griechen erklären es für Unsinn. Die Bibel - 1. Korinther 1,23

Die Juden waren entrüstet, da es schlichtweg unvorstellbar war, dass Gott selbst am Kreuz stirbt, denn wer am Kreuz hing, war verflucht (5. Mose 21,23). Für die Griechen war es schlichtweg Unsinn – denn welcher Gott ist so machtlos, so klein, so unbedeutend (dachten die Griechen), dass er am Kreuz stirbt?

Beide Äußerungen im Blick auf das Kreuz finden sich auch heute noch in der Theologie: Entrüstung und Unsinn – weil Menschen aus unterschiedlicher Perspektive nicht wahrhaben wollen, dass Jesus für sie starb.

Warum ist das so wichtig?

Weil damit alles steht und fällt.

Sagen wir es mal so: Der Sühnetod Jesu wird hauptsächlich von zwei theologischen Strömungen geleugnet, die in ihrer Konsequenz sich nicht unterscheiden, lediglich in ihrer Herangehensweise und Perspektive. Das ist zum einen die so genannte liberale Theologie, die vor allem in der Landeskirche zu finden ist. Zum anderen ist das die so genannte progressive Theologie, die sich vor allem im freikirchlichen Bereich findet.

Kommt die liberale Theologie hauptsächlich durch die Aufklärung und die rein rationale Herangehensweise an biblische Texte durch die historisch-kritische Methode, so ist die progressive Theologie vor allem eine Abschiednahme von geglaubten und verkündigten Glaubensinhalten. Was am Ende übrig bleibt, unterscheidet sich zwischen den beiden Theologien kaum.

In meinem Podcast „Einfach glauben“ kannst du dir die Folge „#4 Dekonstruktion – Was ist das?“ anhören. In dieser Folge gehe ich darauf ein, wie es dazu kommt, dass Menschen ihren Glauben dekonstruieren und welche theologisch markanten Ergebnisse daraus folgen.

Sowohl in der liberalen Theologie als auch in der progressiven Theologie bleibt im Blick auf Jesus Christus ein Mensch (oftmals nicht mal mehr ein Gott), der uns inspiriert und der für seine Überzeugungen starb. Er brachte sozusagen zum Ausdruck, wie wichtig das ist, wofür er lebte, dass er bereit war, dafür zu sterben. Das ist bis hierhin auch nicht weiter tragisch. Aber wenn wir nun genauer hinschauen, welche Bedeutung der Tod von Jesus am Kreuz hatte, wird die sühnende und erlösende Dimension des Kreuzestodes Jesu sowohl in der liberalen als auch in der progressiven Theologie nicht (mehr) betont und schon gar nicht als Wahrheit geglaubt und gelehrt, die für alle Menschen von Bedeutung ist.

Der Tod am Kreuz wird dann oftmals wie oben schon erwähnt als Bekräftigung seiner Ideale zu Lebenszeit gedeutet bzw. als ein Akt der Solidarisierung mit Menschen in Leid und Not – was aber Jesus ohnehin sein ganzes Leben lang wichtig war.

So bleibt ein Jesus, der unsere Schuld am Kreuz nicht stellvertretend sühnte. Das jedoch ist nicht der Jesus, der mir in der Bibel begegnet.

Das ist fatal – aus zwei Gründen

Zum einen – und das liegt auf der Hand – wird der Sühnetod Jesu als Wiederherstellung der Beziehung zu Gott geleugnet. Offen bleibt die Frage, wie der Mensch vor Gott gerecht wird, wie der Mensch die Beziehung zu Gott wieder leben kann, wie der Mensch ewiges Leben erlangt.

Ohne Sühne bleibt der Mensch für immer in seiner Sündhaftigkeit gefangen.

Es gibt keinen Ausweg, weil der Mensch nichts leisten oder beitragen kann, um sich vor Gott gerecht zu machen. Zur Erinnerung:

Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.Die Bibel - Römer 3,23-24

„Gelöst“ (aber es ist Selbstbetrug, keine Lösung) wird dieses Problem seitens der oben genannten theologischen Richtungen meist dadurch, dass ohnehin am Ende jeder Mensch bei Gott sein wird. Das nennt man in der Theologie „Allversöhnung“ und besagt, dass es in der Ewigkeit kein „Himmel und Hölle“, sondern nur Himmel gibt – für alle. Unabhängig von ihrer Gottesbeziehung hier auf Erden.

Zum anderen erzeugt die Leugnung des Sühnetodes einen ungnädigen, unbarmherzigen und unmenschlichen Druck auf den Menschen. Denn was bleibt von Jesu Wirken, wenn sein Sühnetod geleugnet wird? Meist bleibt Jesus dann ein inspirierter und inspirierender Mensch, der uns in moralischer und ethischer Hinsicht ein großes Vorbild ist. Das bedeutet: Er zeigt uns, wie wir gut mit uns, unseren Mitmenschen und unserer Welt umgehen.

An und für sich ist das nichts Schlechtes – mit einem großen Problem: Diese Forderung wird zur Überforderung, denn es gibt keinen Gott, der an meiner Stelle stirbt, um mich von der Last der Sünde zu befreien um mir überhaupt erst einmal zu ermöglichen, so zu leben, wie Jesus das tat oder an meiner Stelle tun würde.

Was ich leiste und erbringe, muss ich aus mir selbst heraus und aus meiner Begrenztheit heraus tun. Lieben wie Jesus, leben wie Jesus, dienen wie Jesus – ohne dass dieser Jesus stellvertretend für mich starb. Es gibt keinen Ort, wo ich mit meinem schuldigen, sündhaften und unmenschlichen Leben hinkann, um Heilung und Wiederherstellung zu empfangen, um erneuert zu werden.

Ohne Sühne gibt es keinen Ort, wo ich mit meinem schuldigen, sündhaften und unmenschlichen Leben hinkann, um Heilung und Wiederherstellung zu empfangen.

Wo nach biblischer Aussage der Sühnetod Jesu zur Folge hat, dass ich vor Gott gerecht bin, neues Leben empfange und ein neuer Mensch werde – so bleibt alles beim Alten ohne diesen Sühnetod. Und aus dieser alten, unmenschlichen, sündhaften und beschädigten Natur soll der Mensch nun leben wie Jesus, lieben wie Jesus und dienen wie Jesus? Das ist unmöglich. Im wahrsten Sinne.

Es gibt kein Schwimmbad ohne Wasser.

Es gibt kein Fußballspiel ohne Ball.

Es gibt keinen Jesus ohne Sühnetod.

Der Sühnetod Jesu ist Liebe, Gnade und Wahrheit in einem.

Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz vor aller Welt sterben lassen. Jesus hat sein Blut für uns vergossen.Die Bibel - Römer 3,25

Aus Liebe hat Jesus sein Blut vergossen. Ja, das klingt sehr theatralisch und wird heute immer weniger verkündigt – aber es ist so geschehen und die Bibel bezeugt es an mehreren Stellen (Epheser 1,7; 1. Petrus 1,18-19; Offenbarung 1,5; 5,9), dass es Jesu Blut ist, das uns gerecht macht vor Gott.

Aus Gnade hat Gott, der Vater, seinen Sohn für uns sterben lassen. Mehr Gnade geht nicht, denn wir werden durch diese Tat am Kreuz mit Gott wieder „verbunden“. Wenn wir glauben sind wir eins mit Gott – aus Gnade! Denn der Mensch, dessen Natur von Grund auf böse ist (1. Mose 8,21), kann nun wieder in einer Beziehung mit dem Schöpfer dieses Universums leben.

Als Ausdruck von Wahrheit geschah das nicht im privaten und versteckten Raum, sondern in aller Öffentlichkeit. Kreuzigungen waren zur Zeit der Römer ein öffentliches Spektakel – so grausam und bestialisch es auch war.

Jesus hat die Liste der Anklagen gegen uns gelöscht; er hat die Anklageschrift genommen und vernichtet, indem er sie ans Kreuz genagelt hat. Die Bibel - Kolosser 2,14

Stell dir vor, es gibt einen Gott.

Dieser Gott liebt die Menschen, die er selbst erschaffen hat.

Die Menschen jedoch wollen nicht von Gott wissen.

Gott ist das nicht egal und so entscheidet er sich für die Sühne der menschlichen Schuld durch seinen eigenen Tod – aus Liebe:

Gott dagegen beweist uns seine große Liebe dadurch, dass er Christus sandte, damit dieser für uns sterben sollte, als wir noch Sünder waren.Die Bibel - Römer 5,8

Zu diesem Thema empfehle ich dir auch die Folge „Warum musste Jesus sterben?“ meines Podcasts „Einfach glauben“.


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#10 Christsein ohne Gemeinde?

5 Gedanken, warum das nicht geht

  1. Der Mensch ist nicht für’s Alleinsein geschaffen
  2. Die Gemeinde braucht dich
  3. Gemeinde als Trainingsplatz
  4. Jesus im Wort des Bruders oder der Schwester
  5. Der Segen göttlicher Verheißungen

Bibelstellen, die ich in dieser Folge zitiere (in der Reihenfolge, wie sie im Podcast vorkommen):

  • Matthäus 18,20
  • Prediger 4,12
  • 1. Mose 2,18
  • 1. Korinther 12,12-14
  • Epheser 4,11-12
  • 1. Petrus 4,10
  • Kolosser 3,16-17
  • Matthäus 16,18
  • 1. Korinther 1,8-9
  • 1. Korinther 12,4-7
  • 2. Timotheus 1,7

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#9 Erst Corona, jetzt der Krieg: Alles Spaltung oder was?

Eine „Kultur des Himmels“ als Antwort

Es gibt so viele Themen, die die Tendenz haben, zu spalten. In der Corona-Krise haben wir das besonders erlebt, als dieses Thema so zentral wurde, dass Freundschaften kaputt gingen, Familienmitglieder nicht mehr miteinander sprachen und auch Gemeinden einen Riss erlebten.

Weiter scheint es jetzt zu gehen mit der Frage nach der richtigen Haltung zum Ukraine-Krieg. Aber auch Themen wie der Klimawandeln oder das Gendern haben das Potenzial, zu spalten.

Wie sollen Christen damit umgehen? Wozu sind Christen aufgerufen? 5 Haltungen sind es, die den Umgang von Christen mit solchen Themen prägen sollten:

1) Erneuere dein Denken
2) Bete für Verantwortungsträger
3) Liebe und segne deine Feinde
4) Stifte Frieden
5) Lebe die „Kultur des Himmels“

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Ostern neu erleben

Oskar König hat es wieder getan: Er hat ein Buch geschrieben, auch wenn es ihn gar nicht gibt. Wie das?

Hinter Oskar König verbirgt sich nämlich eine Initiative. Pastoren, Leiter und Verantwortliche verschiedener christlichen Gemeinden und Werke in Deutschland. Weil aber keine Denomination im Mittelpunkt stehen soll oder der Fokus auf eine bestimmte Gemeinde gerichtet sein soll, erscheint das Buch „Ostern neu erleben“ unter dem Pseudonym Oskar König.

„Ostern neu erleben“ ist aber noch viel, viel mehr: Es ist erstmals eine Kampagne von den Machern von „Weihnachten neu erleben“ – aber eben nicht für Weihnachten, sondern für Ostern. Der Gedanke: Dieses große christliche Fest nutzen, um viele Menschen darauf aufmerksam zu machen, was wir an Ostern als Christen feiern. Vor allem Menschen, die sonst wenig Berührungspunkte mit dem christlichen Glauben haben.

Dazu gibt es das Buch „Ostern neu erleben“ sowie jede Menge Downloadmaterial für Gottesdienste und Gemeindegruppen – dazu später mehr.

Das Buch

Das Buch ist in vier Kapitel eingeteilt und startet vier Wochen vor Ostern. Zu jedem Tag dieser vier Wochen gibt es jeweils ein kleines Kapitel von 2-3 Seiten. Kurze, prägnante Gedanken rund um Ostern, durch die man sich fast wie in einer Adventszeit vor Weihnachten fühlen könnte: Vier Wochen lang beschäftigt man sich mit Ostern.

Montags bis samstags gibt es Texte, die mit Ostern zu tun haben, mit Jesus und unserem Alltag. Bibelstellen werden zitiert, Fakten zu Ostern geliefert und Anekdoten erzählt. Alles sehr abwechslungsreich, kurzweilig und mit dem Gedanken, Impulse für jeden Tag zu setzen, die nicht nur gut lesbar, sondern auch gut „verdaubar“ sind, da sie in sehr verständlicher Sprache geschrieben sind, ohne trivial zu sein. Richtig gut!

Der Sonntag ist anders. Hier findet sich ein Erzähltext, ja man kann sich sogar eine Person mit zerknittertem A4-Papier beim Poetry-Slam vorstellen – diesen Sonntagstext lesend, auch wenn er nicht in einem gewissen Metrum geschrieben ist oder sich reimt. Er entführt aber in eine andere Welt und lässt die Gedanken bewusst einmal aus dem Alltag aussteigen. Eine schöne Abwechslung.

Und dann lese ich diesen Erzähltext über Ostern und denke „Hm, ja, kann man so sagen – aber ist damit das Ostergeschehen wirklich abgebildet?“ Ähnlich erging es mir auch mit dem Text zu Karfreitag – aber dazu unten mehr.

Vieles in dem Buch ist großartig, keine Frage! Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass den Autoren eine gewisse Niederschwelligkeit wichtig ist, um Menschen mit dem Buch zu erreichen, die vom christlichen Glauben noch nicht viel wissen. Das ist an und für sich lobenswert und richtig wichtig – mir scheint an manchen Stellen die Theologie und zentrale biblische Inhalte zu kurz zu kommen. Das ist schade, zumal genau darin die Challenge besteht, theologische Inhalte sprachlich und in einer Bildsprache für Menschen zu formulieren, die dem Glauben noch etwas „distanziert“ gegenüber stehen ohne dabei aber den theologischen Gehalt zu verringern.

Die Kampagne

Das Buch wiederum ist „nur“ (aber es lohnt sich auch schon an und für sich zu lesen) Teil einer groß angelegten Kampagne. Auf www.ostern-neu-erleben.de kannst du dich als Gemeinde registrieren und erhältst kostenloses Download-Material. Dieses umfasst Predigtentwürfe für sechs Gottesdienste, Grafiken für die Präsentation im Gottesdienste, Grafiken für Werbung, kurze Theaterstücke und vieles, vieles mehr. Fast so etwas wie das Rundumsorglospaket für eine gute Predigtreihe.

Das Schöne: auf der Page kannst du auch eine „Eierbox“ bestellen, die sich wunderbar als Give-Away zum Einladen eignet. Alles in allem wirklich richtig gut. Wir sind als Gemeinde (www.wutachblick.de) auch mit dabei und werden diese Kampagne als Grundlage für unsere Predigtreihe in den Wochen vor Ostern nehmen.

Die Predigtentwürfe bzw. Notizen können dir eine große Hilfe sein, das habe ich selbst schon bei „Weihnachten neu erleben“ erfahren. Dabei bleibt dir natürlich überlassen, was du davon verwendest und ggf. manche Gedanken der Predigt anders formulierst, rausnimmst oder dazunimmst – bevor hier jetzt einer ankommt und sagt: „Ist das alles theologisch auch sauber?“ sage ich einfach: „Dann mach’s halt sauber, wenn’s dir nicht sauber genug ist.“

Und ehrlich: Das muss an der ein oder anderen Stelle auch sein. Natürlich habe ich im Buch erst einmal geschaut, was an Karfreitag geschrieben wird – und war enttäuscht. In grüner Schrift wird in den einzelnen Kapiteln immer das hervorgehoben, was besonders wichtig ist. Im Kapitel über Karfreitag ist es das hier:

Alles, worauf er [Jesus] hingearbeitet hatte, was er gepredigt und getan hatte, jede seiner Facetten, alle Ankündigungen – all das wurde am Kreuz vollendet, erledigt.Ostern neu erleben, S.102

Gefolgt von der Aussage: „Aus Liebe zu seinen Freunden. Das ist die Botschaft des Kreuzes und des Todes von Jesus.“

Ich lese im Karfreitags-Kapitel nichts davon, dass Jesus stellvertretend für Schuld und Sünde starb – und finde es dürftig, am so wichtigen Karfreitag kein Wort darüber zu verlieren. Schade. Chance vertan – und auch nicht unbedingt das beste Empfehlungsschreiben, dieses Buch jemandem in die Hand zu drücken, der noch gar nicht so richtig weiß, warum wir Ostern feiern.

Ich möchte nicht die „Nadel im Heuhaufen“ suchen und jede theologische Aussage auf die Goldwaage legen, aber gerade Karfreitag und Ostersonntag/Ostermontag sind nun mal die Tage, in denen Ostern seine theologische Bedeutung ganz besonders erfährt. Wann, wenn nicht an diesen Tagen, können wir über die biblische Bedeutung des Kreuzestodes Jesu sprechen?

Dennoch: Ich empfehle diese Kampagne sehr, wenn man sie mit Bedacht und eigener theologischen Arbeit begleitet, denn die Chance ist immens, Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen und Ostern einen ganz neuen Stellenwert zu geben.

Dass die Autoren, Initiatoren und Leiter, die in dieser Kampagne mit am Start sind, ihr Herz, ihre Zeit, ihr KnowHow hineingelegt haben und die Downloadmaterialien kostenlos zur Verfügung stellen, ist aller Ehren wert.

Darüber hinaus gibt’s Material für Kleingruppen, Kindergruppen und Jugendgruppen. Ich empfehle dir – wenn du in irgendeiner Form innerhalb einer Kirche tätig bist – dich unbedingt schlau zu machen, ob „Ostern neu erleben“ nicht auch etwas für deine Gemeinde wäre.

Das Buch kannst du über die Homepage beziehen oder direkt beim SCM Verlag unter www.scm-shop.de/ostern-neu-erleben.html.


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