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Generation Gleichschritt

„Ich habe den Eindruck, dass ich nicht mehr alles sagen darf“ ist so ein Satz, der in letzter Zeit immer lauter wird. Personen, die dafür verantwortlich sind, wiegeln natürlich ab. Das stimme nicht, jeder dürfe sagen, was er will.

Also gut. Dann schauen wir uns mal Fakten an.

Mai 2022. Deutschland. Das Meinungsforschungsinstitut INSA stellt die Frage: „Haben Sie manchmal das Gefühl, dass man bestimmte Aussagen nicht mehr tätigen kann, ohne dafür von anderen Menschen kritisiert oder verurteilt zu werden?“

70% antworten, dass sie manchmal das Gefühl haben, bestimmte Aussagen nicht mehr äußern zu dürfen, ohne dafür von anderen verurteilt zu werden. Nur 19% fühlen keine Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Wie kann das sein? Wo ist sie hin, die vielbeschworene Toleranz in unserer Gesellschaft?

Genau damit beschäftigt sich Ralf Schuler in seinem Buch „Generation Gleichschritt. Wie das Mitlaufen zum Volkssport wurde„.

Um was geht’s?

Diese Frage zu beantworten geht am besten dann, wenn man die Geschichte des Autors zumindest in groben Zügen kennt. Ralf Schuler (Jahrgang 1965) hat schon in seinen Zeiten als Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR erfahren müssen, was es heißt, seine Meinung zu sagen. Auf Grund seiner nicht immer „staatskonformen“ Meinung wurde ihm ein Studienplatz nach dem Abitur verwehrt. Später war Schuler Redakteur bei der Tageszeitung „Die Welt“, Politikchef bei der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“, ab 2011 bei der BILD-Zeitung und leitete ab 2013 das Parlamentsbüro der BILD-Zeitung bis zu seinem dortigen Ende im Jahr 2022 und begleitete Bundeskanzlerin Angelika Merkel auf unzähligen Reisen.

Das ist insofern nicht unerheblich zu wissen, da es das Mindset und die Haltung von Ralf Schuler kontextualisiert in eine Biografie, die zeitlebens sich nicht anpasste sondern auch gegen die vorherrschende(n) Meinung(en) die je eigene Meinung zum Ausdruck brachte.

Schuler betrachtet in seinem Buch die Entwicklung der Gesellschaft in Deutschland im Blick auf Meinungsvielfalt, wie sie vor allem in der Öffentlichkeit durch Medien und Politik präsent ist – oder eben auch nicht.

Um es vorweg zu nehmen und auf den Punkt zu bringen – Schuler formuliert es schlicht und klar:

Eine Debatte, die nur aus einer Meinung besteht, ist keine.Generation Gleichschritt, S.133

Deswegen ist sein Buch eine Hinführung zu seiner Wahrnehmung (die ich voll und ganz teile), dass in unserer Gesellschaft heute es zu einem Gleichschritt zu kommen scheint (und teilweise schon gekommen ist), dass eben nur diese eine Meinung existieren dürfe.

In vier plus eins Teilen geht Schuler dem Ganzen auf den Grund:

1 Links, zwo, drei… Oder: Eine Bestandsaufnahme

2 Herdentrieb: Wie Konformität die Freiheit unterwandert

3 Der Preis der Meinungsfreiheit: Man kann alles sagen, aber…

4 Vom Jeder zum Ich… Oder: Wie man mentale Leitplanken aufbricht

5 Merkel-Jahre

Ich schreibe „vier plus eins“ Teile deswegen, da das fünfte Kapitel „Merkel-Jahre“ natürlich stark gefärbt ist durch die subjektive Sicht Schulers auf Angela Merkel und die Arbeit ihrer Regierung. Für mich war es nicht erheblich oder erhellend, was den „Volkssport Mitlaufen“ betrifft, gleichzeitig bekommt der Leser Einblicke in das Wirken Angela Merkels, das sicherlich überraschend und besonders ist, da Schuler über Jahre sehr nah an Angela Merkel war.

Der Beitrag, der in diesem Kapitel für das gesamte Buch zu finden ist, liegt darin, dass in der Tat in den „Merkel-Jahren“ diese Generation Gleichschritt ihren Anfang nahm. Wer jedoch die vier Kapitel zuvor aufmerksam gelesen hat, wird das auch schon festgestellt haben.

Freie Meinung – ja aber…

Diesen Gedanken hatte ich immer wieder beim Lesen des Buches und ich finde, dass Schuler genau das herausstellt und nicht polemisch behauptet: „Man darf nicht mehr seine Meinung sagen.“ Das ist nicht das Problem – auch nicht bei der INSA-Umfrage, die ich eingangs zitierte und die im Buch im ersten Kapitel aufgegriffen wird.

Vielmehr geht es um die Folgen für diejenigen, die eine zum vorherrschenden Mainstream konträre Meinung haben. „Ist ja klar, dass jemand mit dieser Biografie so etwas schreibt“ mag der ein oder andere denken.

Weit gefehlt! Die Vergleiche zur eigenen DDR-Vergangenheit halten sich stark in Grenzen. Vielmehr schafft es Schuler, sachlich und mit Fakten belegt zu benennen, dass freie Meinungsäußerung schön und gut ist – jedoch einen herben Dämpfer bekommt, wenn Konsequenzen folgen für diejenigen, die nicht das sagen, was die Meinungsmacher unserer Zeit hören wollen.

Schuler ist dabei nicht alleine. Im Buch kommen verschiedene Personen zu Wort. Beispielsweise Anna Schneider von der „WELT“, die folgendermaßen zitiert wird:

Wie frei kann man also sprechen, wenn man nicht nur mit Kritik (die im Meinungskampf naturgemäß auch hart sein kann), sondern mit sozialer Ächtung oder gesellschaftlichem Ausschluss zu rechnen hat? […] Wagt man es, seine nonkonformistische Meinung zu äußern, neigen vor allem die Angehörigen des politisch linken Spektrums dazu, gar nicht erst in der Sache zu argumentieren, sondern mit Totschlagschmähungen wie „rechts“, „Rechtsradikal“ oder gar „Nazi“ um sich zu wrfen.Generation Gleichschritt, S.146

Es ist dieser kleine aber wichtige Unterschied, den Schuler in seinem Buch immer wieder deutlich macht: Es geht nicht darum, nichts mehr sagen zu dürfen, sondern darum, was die Folgen sind, wenn man sich nicht der Meinung der politisch Linken anschließt. Soziale Ächtung kann ganz offensichtlich aber auch versteckt geschehen.

Ideologie des Kollektiven

Schuler zitiert in seinem Buch aber auch andere. So zum Beispiel Publizist und Autor Markus Günther. Dieser schreibt unter anderem sehr treffend:

Der Mensch, der in einer Masse aufgeht, wird manipulierbar, er büßt seine Kritikfähigkeit und sein Differenzierungsvermögen ein, bildet sich seine Meinung quasi automatisch durch „geistige Ansteckung“ im Strom der Masse.“Generation Gleichschritt, S.153-154

Um dann zu der Schlussfolgerung zu kommen, die meines Erachtens auch Schuler teilt, wenn es darum geht, zu fragen, wie diese „Generation Gleichschritt“ überhaupt entstehen konnte und was die große Gefahr darin ist:

Die verheerendsten Ideologien waren die Ideologien des Kollektivs.Generation Gleichschritt, S.154

Zugegeben: Das klingt ein bisschen gespenstisch und sehr pessimistisch – gleichzeitig hat dieser Gedanke seie Berechtigung und für Schuler liegt hierin der Grund, weshalb die momentane Entwicklung der Gesellschaft bzw. der Debattenkultur unserer Gesellschaft als äußerst kritisch zu bewerten ist.

„Generation Gleichschritt“ ist ein enorm wertvolles Buch. Es liefert nämlich einen Beitrag zur momentanen Debatten- und Meinungskultur in unserer Gesellschaft, den man sonst kaum findet. Schuler beteiligt sich nicht an Verschwörungstheorien oder stellt krude Theorien auf. Vielmehr deckt er auf – und zwar schonungslos. Er deckt auf, dass in vielen Teilen unserer Gesellschaft und vor allem in den Medien die Meinung einer Minderheit der Mehrheit aufgezwängt wird. Bestes Beispiel ist hierfür die Frage nach der sogenannten „gendergerechten Sprache“. Die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist gegen eine solche Sprache mit Sternchen oder Doppelpunkt im Wort – einige Meinungsmacher halten jedoch krampfhaft an ihr fest.

Insofern empfehle ich das Buch „Generation Gleichschritt“, weil es einen wichtigen Beitrag in unserer heutigen Debattenkultur liefert und so manche Augen öffnet.

📕 Seiten: 240

➡️ Verlag: Fontis

💶 Preis: 22,90 EUR


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Gott ist queer!?

In welcher Form ist es angemessen, von Gott zu reden? Darf Gott alles sein, was wir uns wünschen? Muss Gott jeder kategorialen Zuschreibung des Menschen entsprechen?

Seit einigen Wochen macht im Internet – vor allem in den sozialen Medien – ein Satz die Runde, der lautet: „Gott ist queer!“

Ausgesprochen wurde dieser Satz in der Abschlusspredigt des Deutschen Evangelischen Kirchentages, der vom 7. bis 11. Juni in Nürnberg stattfand. Warum schreibe ich über diesen Satz? Ich glaube, er drückt aus, was viele in der Kirche denken – genauer gesagt: viele Theologen. Der Pastor, der diesen Satz aussprach, hat sich im Nachhinein aber auch Kritik ausgesetzt gesehen, die ihn persönlich – teils rassistisch – angriff. Das verurteile ich zutiefst! Mir geht es aber nicht um den Pastor, sondern um die Aussage: „Gott ist queer!“

Im Kontext zitiert: „Jetzt ist die Zeit zu sagen: Gott ist queer!“

Das geschah in Anlehnung an das Kirchentagsmotto „Jetzt ist die Zeit“. Es war also durchaus eine programmatisch gedachte Ansage. Diese sollte die Zuhörer bewegen, diese Aussage nicht nur zu bejahen, sondern dafür zu kämpfen. [Hier findest du die Predigt in der ARD Mediathek; die zitierte Stelle findet sich ab Minute 32:53]

Inzwischen sind die Gemüter ein bisschen abgekühlt. So ist es möglich, sachlicher darüber zu diskutieren, als das noch vor Wochen der Fall war. Man könnte jedoch auch meinen, dass das alles kalter Kaffee und Schnee von gestern ist. Das entspricht aber nicht der Realität. Auch diejenigen, die den Satz „Gott ist queer“ feiern, tun das nach wie vor durch Artikel, Podcasts und YouTube-Videos.

Um es nochmals zu betonen: Mir geht es nicht darum, einen anderen Pfarrer oder Menschen, die von sich sagen, dass sie queer sind, zu kritisieren. Das liegt mir fern! Ich setze mich mit der Aussage „Gott ist queer“ deswegen auseinander, weil sie sinnbildlich für einen zweifelhaften Umgang mit der Bibel steht und gleichzeitig einem Hype zur Seite springt, der sich seit einiger Zeit in der Gesellschaft breit macht (vgl. den Artikel „Ein deutscher Irrweg namens Selbstbestimmungsgesetz“ in der NZZ). Dabei wird das, was das Evangelium lebens- und gesellschaftsverändernd macht, über Bord geworfen – zum Schaden von Kirche und Gesellschaft.

Drei Dinge sind es, die ich dir mitgeben will und ich weiß: Auch ich kann daneben liegen. Aber so what: Das hier ist mein Blog und keine wissenschaftliche Abhandlung. Ich schreibe meine Meinung, meine Gedanken – du magst das anders sehen und das ist ok.

Die Aussage „Gott ist queer“ ist falsch

Nun, zugegeben, das ist meine persönliche Meinung.

Gott ist nicht das, was in den Augen einiger Menschen gerade „in“ ist. Gott ist nicht das, wofür ihn einige gerne haben wollen. Er ist auch nicht für alles Mögliche und Unmögliche heranzuziehen. Gott ist nicht das Produkt unserer Wünsche und Ideen – und mit Sicherheit ist Gott auch nicht queer. Gleichzeitig gibt es einen regelrechten Hype darum, was alles und wer alles queer sei. Wo ich bisher dachte, dass dies nur auf den Menschen bezogen sei, habe ich mich wohl geirrt. Da ist sogar das Trinkpäckchen „Durstlöscher“ im Pride-Monat Juni nicht mehr nur ein „Durstlöscher“. Stattdessen steht in großen Lettern auf dem Trinkpäckchen „Durstlöscher:in“.

Schon 2021 hat das Magazin „funk“ Braunbären als „zu 75% Veganer:innen“ bezeichnet (Quelle).

Der Doppelpunkt bzw. das so genannte „Gendersternchen“ im Wort soll dieser queeren Realität auf einer sprachlichen Ebene Rechnung tragen.

„Queer“ ist ein Trend unserer Zeit im Blick auf die Frage der menschlichen Identität und Sexualität. Dabei soll alles Denkbare zum neuen Normal stilisiert werden. Unbestritten gibt es Menschen, die mit ihrem biologischen Geschlecht hadern. Auch gibt es Menschen, deren biologisches Geschlecht nicht ohne weiteres bestimmbar ist. Diese Menschen müssen unbedingt Liebe, Annahme und Akzeptanz nicht nur irgendwie spüren, sondern empfangen. Ihnen müssen wir als Menschen und als Kirche hoffnungsvoll und liebevoll zur Seite stehen, damit sie ihre von Gott geschenkte Identität annehmen. Ich glaube, da haben wir alle „Luft nach oben“. Für mich ist das ein ganz sensibles Feld, bei dem es mir so wichtig ist, den Menschen anzunehmen, zu lieben und wenn gewünscht seelsorgerlich zur Seite zu stehen.

Gleichzeitig kann nicht die Lösung sein, alles als „normal“ zu definieren.

Doch genau das geschieht momentan an vielen Stellen – unter anderem eben auch, was die menschliche Sexualität und Identität betrifft. Das geht so weit, dass viele der Überzeugung sind, der Mensch könne seine Identität frei wählen. Dabei besteht die Würde des Menschen doch gerade darin, dass er diese und seine Identität von seinem Schöpfer zugesprochen bekommt. Und dieser schuf den Menschen als Mann und Frau – genauer gesagt: männlich und weiblich, also bipolar. Die Vereinigung dieser beiden Geschlechter nennt die Bibel „Ehe“. Heteronormativität ist keine Idee von Konservativen. Es ist ein biblisches und damit göttliches Grundprinzip. Selbst der größte Gegner von Heteronormativität und Bipolarität ist das „Produkt“ eines Mannes und einer Frau.

Das war nur ein kleiner Exkurs – zurück zum Thema, denn es geht mir um die theologische Bewertung der Aussage „Gott ist queer“.

Nun soll Gott also queer sein? Mitnichten! Wir können Gott nicht als Schirmherr für alle möglichen Ideen, Gedanken und Ideologien heranziehen, wie wir das gerne hätten. Wir können nur dann verantwortlich von Gott reden, wenn das auf einer biblischen Basis geschieht. Und deswegen möchte ich dir mit den beiden folgenden Gedanken und Abschnitten zeigen, weshalb es nicht nur meine subjektive Empfindung ist, dass die Aussage „Gott ist queer“ falsch ist.

Die Aussage „Gott ist queer“ ist unbiblisch

Wenn wir Aussagen über Gott treffen, müssen sie sich daran messen lasen, ob sie dem, was die Bibel über Gott sagt, entsprechen oder ob sie dem widersprechen. In letzterem Fall spreche ich von „unbiblisch“.

Unsere Beschreibungen und Zuschreibungen von und an Gott müssen sich an der Bibel messen lassen. „Gott ist wie ein guter Vater für mich“ lässt sich mit vielen Bibelstellen belegen: Unter anderem spricht Jesus vom „Vater unser“ in Matthäus 6,9 sowie davon, dass „euer himmlischer Vater euch gut versorgt“ in Matthäus 6,26. Deswegen ist es auch unbiblisch, wenn wir – wie ich es jüngst in einem Gottesdienst auf YouTube gesehen habe – meinen, wie könnten das „Vaterunser“ beginnen mit „Gott [und jetzt lassen wir hier eine Pause, damit jeder einsetzen kann, was für ihn passt] unser“. Jesus hat uns das „Vater unser“ gelehrt und nicht das „Mutter unser“, das „Ewiger unser“ oder „Gott unser“. Ich kann das doof finden, mich dagegen wehren, das von Jesus nicht in Ordnung finden und einen Hass auf alle Kirchen schieben, die das Vaterunser wirklich noch als „Vater unser im Himmel…“ beten. Das kann ich alles machen. Am Ende bleibt dennoch eines so sicher wie das Amen in der Kirche: Jesus hat seinen Jüngern und uns das „Vater unser“ gelehrt.

Wir können als Menschen nur menschlich von Gott reden. Weil Gott aber so viel mehr ist als das, was wir jemals denken und sagen können, benötigen wir Bilder und Vergleiche, Zuschreibungen und Beschreibungen.

Also fragen wir uns: Was ist eigentlich „queer“? Was bedeutet das? Das ist einerseits einfach – andererseits auch nicht. Ich zitiere an dieser Stelle Wikipedia (Quelle):

Queer [‚kwɪə(ɹ)] ist heute eine Sammelbezeichnung für sexuelle Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, sowie Geschlechtsidentitäten, die nichtbinär oder nicht-cisgender sind. Seit etwa Mitte der 1990er Jahre wird der Begriff zunehmend als positive Eigenbezeichnung queerer Personen verwendet.

Im Gegensatz zu anderen Begriffen aus der Familie der sexuellen Orientierungen (wie schwul, lesbisch, bi- oder asexuell) und geschlechtlichen Identitäten (wie trans oder intergeschlechtlich) gibt es für den Ausdruck queer keine einheitliche Definition; er unterliegt in seiner Verwendung Aneignungs- und Interpretationspraktiken, sodass eine genaue Definition der Bezeichnung auch Gegenstand von Diskussionen ist. Die theoretische Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen leistet die Queer-Theorie.

Es geht hier also um die Frage nach der sexuellen Orientierung. Ich fasse es noch weiter: Es geht auch um die geschlechtliche Identität – des Menschen.

Wenn jemand das Wort „queer“ in Bezug auf Gott verwendet, muss die Frage erlaubt sein: Spielt die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität Gottes in der Bibel eine Rolle? Mir ist keine Stelle in der Bibel bekannt, in der die sexuelle Orientierung Gottes bzw. seine geschlechtliche Identität diskutiert wird. Zurecht wird immer wieder betont, dass Gott viel größer ist als unsere Vorstellungskraft und alle menschlichen Kategorien.

Gott spricht: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege.“Jesaja 55,8

Wenn ich Gott als „queer“ bezeichne, ist das keine Äußerung, die dem biblischen Befund standhält. „Queer“ ist ein menschlicher Containerbegriff. In ihm finden alle möglichen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten ihren Platz.

Dabei ist Gott doch aber gerade nicht in menschliche Kategorien und Schubladen einzuordnen.

Deswegen halte ich die Aussage „Gott ist queer“ nicht nur für unbiblisch. Ich halte sie für vollkommen unzulänglich, was die Größe und Heiligkeit Gottes betrifft. Über die Jahrtausende hinweg wurde Gott schon alles mögliche genannt. Es gibt reihenweise Bücher, in denen er beschrieben wird. Manches davon ist wunderschön, manches davon nicht. Aber ich habe noch keinen Vergleich Gottes gehört, der so getrieben ist vom Zeitgeist und gleichzeitig so wenig von der Ehrfurcht vor Gott wie die Aussage „Gott ist queer“.

Gott ist Gott – aber mit Sicherheit nicht queer.

Die Aussage „Gott ist queer“ verstößt gegen das erste Gebot

„Gott ist queer“ ist nicht nur eine unbiblische Aussage, sondern auch ein Verstoß gegen das erste Gebot. Ich zitiere an dieser Stelle den Anfang des Dekalogs, der je nach Kirchentradition in ein oder in zwei Gebote gefasst wird. In protestantischen Kirchen üblicherweise in ein, nämlich das erste Gebot:

Dann sprach Gott folgende Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Du sollst außer mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Götzenbild anfertigen von etwas, das im Himmel, auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie weder verehren noch dich vor ihnen zu Boden werfen, denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott! Ich lasse die Sünden derer, die mich hassen, nicht ungestraft, sondern ich kümmere mich bei den Kindern um die Sünden ihrer Eltern, bis in die dritte und vierte Generation.“Die Bibel, 2. Mose 20,1-5

Der Mensch soll weder ein Bild als Gott verehren, noch soll er sich davor zu Boden werfen. Beides geschieht jedoch mit der Aussage „Gott ist queer“.

Hier geht es nicht darum, den biblischen Gott als solchen zu verehren und anzubeten. Vielmehr geht es darum, eine menschliche Meinung, ein menschliches Bild, eine menschliche Kategorie zu verehren. Von dieser meint man, sie würde Gott beschreiben – was sie jedoch gar nicht tut, wie ich oben dargelegt habe.

Mit der Aussage „Gott ist queer“ wird also nicht Gott verehrt, sondern ein Zerrbild von Gott, ein Gott, den man gerne so haben möchte – den es aber so nicht gibt. Es ist die Verehrung eines von Menschen geschaffenen Bildes von Gott. Und das ist ein Verstoß gegen das erste Gebot.

Dieses Beispiel macht deutlich, wie gut die Zehn Gebote sind: Gott selbst will uns davor bewahren, dass wir einen Gott anbeten, den es so gar nicht gibt. Die Folge einer solchen Anbetung wäre, dass wir uns von jemandem etwas erhoffen, was er niemals im Stande ist zu geben. Gleichzeitig nimmt in unserem Denken und Glauben den Platz dessen ein, der auf dem Thron unseres Herzens sitzen möchte.

Ein zweiter Verstoß gegen das erste Gebot besteht darin, dass man sich vor diesem Zerrbild von Gott zu Boden wirft. Wenn wir den Kontext ernst nehmen, ist dies erst einmal gar nicht im übertragenen Sinn gemeint. In der Kultur des Volkes Israel bzw. in der Kultur der umliegenden Völker wurde die Verehrung einer Gottheit auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man sich vor ihr auf den Boden wirft. Das geschieht heute bei uns und in unserer Kultur nicht. Zumindest nicht im wörtlichen Sinn, jedoch im übertragenen Sinn.

Meine Wahrnehmung ist, dass sich gerade Kirche, und personal gesprochen viele Theologen und hauptamtlich Tätige in der Kirche, vor diesem Bild regelrecht niederwerfen. Diesem Bild von einem „queeren Gott“ wird gehuldigt. Kaum gibt es in dem ganzen Themenbereich „queer“ etwas Neues, kommt von meiner Kirchenleitung ein Brief oder eine Mail. Darin wird dieser Trend aufgegriffen und „wärmstens empfohlen“, diesem nachzugehen. So geschehen beispielsweise mit dem Gendersternchen, das seitens der Kirchenleitung schon lange uns Pfarrern empfohlen wird – wo doch der „Rat für Rechtschreibung“ erst vor wenigen Tagen verlautbaren ließ, dass es keine neuen Regeln im Blick auf Gender-Sonderzeichen gibt (Quelle: tagesschau.de). Die Kirchenleitung meint, es besser zu wissen und sich über Experten in Sachen Sprache hinwegsetzen zu müssen. Wem wird hier gehuldigt? Vor wem kniet man hier nieder? Wer wird hier verehrt? Ich überlasse es dem geneigten Leser, selbst Antworten auf diese Fragen zu finden.

Was die Aussage „Gott ist queer“ betriffft, so will ich auf einer (zwischen-)menschlichen Ebene nicht die Motive vieler Theologen in Frage stellen. Ich glaube sogar, dass ihre Absichten gut sind: Sie möchten zum Ausdruck bringen, dass Gott alle Menschen gleich liebt. Das ist auch korrekt. Dazu braucht es aber keine Aussage „Gott ist queer“. Wer die Bibel aufmerksam liest, wird feststellen: Gott liebt jeden Menschen gleichermaßen. Dazu braucht es keine Erneuerung unserer Sprache sondern ein mutiges und vertrauensvolles Glauben und Bekennen, dass die Bibel Gottes Wort ist, das zeitlos gültig ist.

Nun aber ein falsches und unbiblisches Bild von Gott zu zeichnen bzw. es so weit zu strapazieren, dass Regenbogenflaggen Kirchenräume und Altäre „schmücken“ oder eine Kunstausstellung über queeren Sex mit teilweise expliziten Bildern in einer Kirche ausgestellt wird (Quelle), ist ein Verstoß gegen das erste der Zehn Gebote.

Die Herausforderung und der Auftrag bleiben

Es ist und bleibt eine Herausforderung, als Mensch von Gott zu reden. Wir können das nur in unseren menschlichen Kategorien. Gleichzeitig ist die große Gefahr, dass wir Trugbildern aufsitzen, wenn wir Gott für alles Mögliche (und Unmögliche) heranziehen und meinen: „So ist Gott!“ Denn am Ende ist es nicht Gott, sondern ein Götzenbild, das niemandem hilft.

Die Bibel ist voll mit kraftvollen, großartigen und hoffnungvollen Bildern von und über Gott – da braucht es keine neuen Bilder, schon gar nicht, wenn sie falsch und unbiblisch sind und gegen die Zehn Gebote verstoßen.

Warum schreibe ich über diesen Satz? Zum einen, weil es ein ganz aktueller Aufhänger ist und zumindest in einem Teil der Kirchen-Bubble (landes- wie freikirchlich) ein Dauerthema ist. Und die Entwicklung, die das Thema nimmt, ist keine gute. Ich kenne Pfarrerinnen und Pfarrer, die mir sagen: „Ich traue mich nicht mehr, etwas gegen diese Gedanken zu sagen.“ Und das, wo viele immer wieder von Kirche als einem „safe space“ reden. Unbedingt. Aber dann bitte auch für die, die nicht der Ansicht sind, dass Gott queer ist und die nicht einer Gender-Theorie folgen, da sie biblisch zu anderen Schlüssen kommen.

An der Aussage „Gott ist queer“ und der daraufhin stattfindenden Auseinandersetzung werden einige Dinge deutlich.

Zum einen, dass Kirche dort kraftlos wird, wo sie lediglich reproduziert, was manche Gruppierungen in der Gesellschaft sich wünschen. Wurde und wird der Satz „Gott ist queer“ innerkirchlich teils frenetisch gefeiert, spielt er außerkirchlich keine Rolle. Im Gegenteil. Im Anschluss an den Kirchentag rieb sich die säkulare Presse verwundert die Augen. (Beispiel: NZZ)

Gleichzeitig ist die Kraft, die von Kirche ausgeht, immer rückgebunden an die Bibel und muss sich an biblischen Inhalten messen lassen. Wo kirchliche Verlautbarungen der Botschaft der Bibel widersprechen, muss diesen Aussagen widersprochen werden. Nicht um der Provokation willen. Sondern um der Kraft des Evangeliums willen. Jesus hat schon gesagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,24) Genauso gilt heute: Kirche kann nicht Gott und einem Trugbild von Gott dienen.

Und das ist der letzte Gedanke: Wir wünschen uns Gottes Segen und dass sich sein Reich durchsetzt. Das gibt es aber nicht ohne Gehorsam. Wer einem falschen Gott(esbild) huldigt, kann nicht erwarten, dass Segen biblischen Ausmaßes über seinen Dienst kommt. Genau in dieser Spannung aber befindet sich die Landeskirche im Moment. Sie will einerseits, dass Gott sichtbar wird. Andererseits verleugnet sie in Teilen die biblische Botschaft. Ein Blick in die Prophetenbücher des Alten Testaments reicht, um festzustellen: Das ist noch nie gut gegangen.

Wo sich Kirche in Einklang mit dem zeitlos gültigen Wort Gottes äußert, hat sie eine kraftvolle Stimme, die Menschen und eine ganze Gesellschaft verändern kann, weil sie sich an ihrem eigentlichen Auftrag orientiert, den Jesus ihr als Vermächtnis hinterlassen hat: „Macht alle Menschen zu Jüngern!“ (Matthäus 28,18-20)

Und das ist meine Hoffnung und mein Traum von Kirche, ja auch von Landeskirche: Dass sie kraftvoll das Wort Gottes verkündigt und Reich Gottes wächst, weil Kirche verstanden hat: Der christliche Glauben war nie gesellschaftsopportun. Dort, wo das Christentum am meisten wuchs (und heute noch wächst), geschieht es, wo Kirche mutig aufsteht und gegen manche Verirrungen und Verwirrungen Gottes Wort verkündigt, wie es in der Bibel offenbart ist.

Ich bin mir sicher: Trotz allen Schrumpfungsprozessen wird Kirche neu aufblühen und gegen den Trend wachsen, wo sie kindlich Jesus vertraut, dem Heiligen Geist Raum gibt und im Gehorsam gegenüber Gottes Wort lebt und sich nicht dem beugt, was gesellschaftliche Strömungen sich wünschen.

Ich glaube, hoffe und bete, dass dieses Wachstum geschieht – auch und gerade in der Landeskirche.


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#21 Die Bibel – erstunken und erlogen!?

Mit Vorurteilen wird jetzt aufgeräumt

Immer wieder ist davon zu hören, dass die Bibel „erstunken und erlogen“ ist und über die Jahrhunderte verändert und gefälscht wurde. Weißt du was? Das ist Quatsch! Warum? Das erkläre ich dir in dieser Podcastfolge.

Es gibt so viele Gründe, welche die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit der Bibel dick und fett unterstreichen. Hör rein in diese Folge und lass dich davon inspirieren. Lerne diese Argumente kennen, verinnerliche sie – und du wirst sie parat haben in den Momenten, in denen du sie benötigst.

  • 1500 Jahre Entstehungszeit
  • viele Zitate aus dem Alten im Neuen Testament
  • 40 Autoren aus unterschiedlichen Milieus und von unterschiedlichen Kontinenten
  • die Sensationsfunde von Qumran
  • die Bibel als bestbezeugtes Buch der Antike
  • fast das gesamte Neue Testament ist bei den Kirchenvätern zitiert

Das Buch „Pergamente und Papyri“ stelle ich dir hier vor:
www.david-brunner.de/pergamente-und-papyri/

Drei großartige Videos über Qumran:

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#20 SPECIAL: Mit Rockmusik das Evangelium verkündigen?

im Gespräch mit Fabian Strunk

Diese Folge ist eine besondere Folge, denn ich rede mit einem besonderen Menschen: Fabian Strunk, Veranstalter des „Lound & Proud Festivals“. Es geht um Heavy Metal, fromme Vorbehalte, die großartigen Chancen, durch Musik Reich Gottes zu bauen – und nicht zuletzt gibt’s ein Gewinnspiel.

…aber dazu musst du schon bis zum Ende hören, denn: Wir verlosen 2×2 Kombitickets für das „Lound & Proud Festival“.

Mehr zum Festival findest du hier:
www.lap-festival.de

Wenn du die Arbeit von Fabian unterstützen möchtest (was ich dir sehr ans Herz lege), dann bekommst du auf seiner Facebook-Seite noch mehr Infos:
www.facebook.com/fabian.strunk oder du schreibst ihm einfach eine Mail an info@lap-festival.de.

Den im Podcast angesprochenen Gottesdienst/Konzert mit „Chaotic Resemblance“ in der Calvary Chapel Siegen findest du hier: www.youtube.com/watch?v=2ZueIu7IkNw

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#19 Wie ist die Bibel entstanden?

Ein faszinierender Prozess

Um die Bibel ranken sich viele Gerüchte. Was an ihnen stimm? Was nicht? Mit dieser Folge starten wir in eine kleine Reihe rund um die Bibel. Es geht um ihre Entstehung, ihre Überlieferung und letzten Endes um ihre Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Können wir der Bibel im 21. Jahrhundert noch trauen?

Der Entstehungsprozess der Bibel ist inspirierend, faszinierend und übernatürlich zugleich.

Die Bibelstellen, die in dieser Folge vorkommen:

  • Matthäus 23,34-35
  • 1.Mose 4,8
  • 2.Chronik 24,20-21
  • 2.Korinther 3,14
  • 1.Korinther 15,1-4
  • Apostelgeschichte 12,12
  • 1.Petrus 5,13
  • Kolosser 4,14
  • Markus 1,22
  • Apostelgeschichte 17,11
  • 1.Thessalonicher 2,13
  • Kolosser 4,16
  • 1.Thessalonicher 5,27

Bible Journals des ICF München:
https://shop.icf-muenchen.de/products/bible-journal-altes-testament

Meine Rezension zu den Bible Journals:
www.david-brunner.de/bible-journals-deine-reise-durch-die-bibel/

#18 Was ist nur mit der Kirche los?

Banalisierung, Mitgliederschwund oder geistlicher Aufbruch?

Was ist nur mit der Kirche los? Sie verliert immer mehr Mitglieder, ihre gesellschaftliche Relevanz wird immer geringer. Unter den Jungen in der Kirche (16-39jährige) hegen viele den Gedanken, aus der Kirche auszutreten.
Aber: Sind diese Probleme nicht hausgemacht? Ich meine: ja! Was liberale Theologie und das Bibelverständnis damit zu tun hat, erfährst du in dieser Folge. Und noch etwas weiteres: Was mir Hoffnung macht und wie es zu neuen Aufbrüchen kommen kann.

Das immer wieder zitierte Buch „Untergehen oder umkehren. Warum der christliche Glaube seine beste Zeit noch vor sich hat“ von Alexander Garth findest du hier:
www.eva-leipzig.de/productinfo.php?info=p5142Untergehen-oder-Umkehren.html

Hier erfährst du noch mehr über Alexander Garth:
www.alexandergarth.de

Folgende Zitate kommen in der Podcastfolge vor:

„Als “liberal” wird eine Theologie bezeichnet, weil sie sich befreien (Latein: liberare) möchte von den Zwängen der Tradition mit ihren starren Glaubenssystemen, spekulativen Dogmen und Wundern, um modernen Menschen Zugänge zum Glauben zu eröffnen.Ich finde den Begriff “liberal” unangemessen, weil hier Theologie nicht von etwas befreit wird, um die eigentliche Essenz zum Vorschein zu bringen. Vielmehr wird Theologie in ein System von ideologischen und methodischen Vorentscheidungen gezwängt.“ (S.83)

„Im Zuge einer reduktiv überfremdeten Christologie ist Jesus nicht mehr der Retter vor der Verlorenheit des Menschen, sondern einer, der im Auftrag Gottes gute Tipps für ein besseres Leben gibt, ein moralischer Influencer, dessen Tod nur eine zeitliche Erlösung aus dem Kreislauf der Vergeltung von Bösem mit Bösem bedeuten könnte. Die menschlichen Abgründe wie auch die himmlische Berufung des Menschen werden verharmlost, das Böse wie das Gute. Ein auf postmoderne Menschenfreundlichkeit zurechtgestutzter Jesus bedeutet in der Konsequenz die totale Banalisierung des Glaubens. Die Verkündigung verkommt zum oberflächlichen, in reiner Diesseitigkeit gefangenem Gerede, das nichts mehr zu sagen hat über die großen Themen wie Tod, Erlösung, Himmel, Vollkommenheit, Schuld und Vergebung, Vollendung der Welt, ewige Vernichtung des Bösen und Gottes neue Welt.“ (S.150)

„Auf die Kirchen kommt ein Umgestsaltungsprozess nie geahnten Ausmaßes zu. Er beginnt im Kleinen mit Projekten und Gemeinden, die sich auf den ursprünglichen Auftrag der Kirche besinnen und auf ihre Kraft. Denn Pfingsten war und Pfingsten ist heute. Der Himmel ist offen.“ (S.211)

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Bible Journals. Deine Reise durch die Bibel

Erst neulich habe ich mit meiner Frau gesprochen und mich gefragt – also auch sie, ja, aber ich frage mich das selbst immer wieder – wie die Bibel noch besser verstanden werden kann. Ich meine damit nicht, dass wir noch eine Bibelübersetzung benötigen. Es geht mir um ein echtes Verstehen – mit Herz und Verstand – aus dem tiefe Weisheit wächst.

Sprich: Wie kann ich die Bibel lesen (und verstehen), dass sie in ihrem Gesamtzusammenhang mein Leben mitten im 21. Jahrhundert prägt? Wie kann ich die Bibel verstehen in ihrer Ganzheit, mit ihrem „roten Faden“, mit den großen Linien und nicht nur einzelnen Bibelversen? Wäre es nicht cool, wenn es ein Buch gäbe, das genau diese Themen aufgreift und dafür sorgt, dass wir ein tieferes Verständnis der Bibel erlangen, gepaart mit konkreter Anwendung für unser Leben?

Wenige Tage später hatte ich die „Bible Journals“ des ICF München (Instagram-Profil des ICF München) in der Hand und wusste: Das ist die Lösung!

Was Tobi Teichen (Instagram-Profil von Tobi) und Christopher Hentschel (Instagram-Profil von Chris) mit einem Team von 30 Personen (Künstler, Theologen, Didaktiker und Praktiker) in zwei Jahren Entwicklungszeit produziert haben, ist der Wahnsinn.

In einem Jahr durch die Bibel

Es gibt ein Journal für das Alte Testament und eines für das Neue Testament. Die Journals sind so aufgebaut, dass man nach 52 Wochen (28 Wochen für das Alte Testament und 24 Wochen für das Neue Testament) „einmal durch die Bibel ist“. Genauer gesagt: durch die großen Linien der Bibel. Die großen Themen, der rote Faden, die Heilsgeschichte, wie sie sich durch die Bibel hindurch zeigt.

Die Themen im Alten Testament:

  • Schöpfung & Fall
  • Mütter und Väter des Glaubens
  • Jahwe
  • Verheißenes Land
  • Königlos
  • Israels Königreich
  • Propheten

Die Themen im Neuen Testament:

  • Jesus
  • Messias
  • Geisterfüllte Kirche
  • Auferstehung

Jede Woche enthält vier Sessions, denen jeweils ein (oder mehrere) biblischer Text zugrunde liegt. Der fünfte Tag der Woche dient der Reflexion dessen, was an den ersten vier Tagen gelesen wurde. Am sechsten Tag der Woche wird das Thema dieser Woche in seinem Gesamtzusammenhang der Bibel und der Geschichte Gottes mit den Menschen beleuchtet. Der siebte Tag ist „frei“ – aber natürlich nicht frei vom Bibellesen sondern frei in der Gestaltung, das Thema der Woche auf ganz individuelle Weise nochmals zu gestalten oder am Ende des Journals ganz persönliche Notizen aufzuschreiben.

So schafft man es wirklich in 52 Wochen – also in einem Jahr – einmal durch die Bibel in (meist) chronologischer Folge. Die „Bible Journals“ sind also dein Navi durch das Wort Gottes – von der Schöpfung dieser Welt (1. Buch Mose) bis zur ewigen Vollendung der Schöpfung Gottes (Offenbarung).

Die Auswirkung davon ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Der Leser (wobei „lesen“ nicht das einzige ist, was man mit den Journals tut, doch dazu später mehr) lernt ganzheitlich und in großen Linien die Bibel zu verstehen. Das ist deswegen so wichtig, weil sowohl das Alte Testament (logisch) als auch das Neue Testament (Jesus war Jude) im jüdischen Kontext geschrieben wurde. Und die jüdische Kultur kennt nicht die Kurzatmigkeit und das entkontextualisierte Zitieren von Bibelversen unserer Zeit, denn Gott war schon immer auch ein Gott der Geschichte. So ist in der jüdischen Kultur die Verankerung des Kleinen in das Große und des Gegenwärtigen in das Vergangene und Zukünftige Teil ihrer DNA.

Dieser Aspekt ist mir deswegen so wichtig, weil ich es – leider – so oft schon erfahren habe, wie Bibelstellen aus dem Kontext gerissen nicht nur Positives bewirken können. Zudem glaube ich, dass es für das geistliche Wachstum eines Christen unabdingbar ist, die Bibel als offenbartes und ewig gültiges Wort Gottes in ihrem Gesamtzusammenhang zu verstehen und nicht nur einzelne Verse, Kapitel oder Bücher, die wir selektiv lesen.

Die Schönheit und Kraft der Bibel entfaltet sich vor allem dort, wo wir sie im Kontext und in der Fülle aus beiden Teilen (Altes und Neues Testament) lesen. Genau dafür sind die „Bible Journals“ nicht nur einfach eine nette Hilfe, sondern in meinen Augen das Beste, was ich bisher „auf dem Markt“ gefunden habe.

Ästhetik trifft auf Tiefgang

Jetzt denkst du vielleicht: „Ein Jahr lang das Bible Journal „machen“. Das ist ziemlich lange. Schaffe ich das?“ Deinen Bedenken würde ich stattgeben, wenn du vor dir eine Textwüste hättest, die auch noch langweilig geschrieben ist. Klar. Wer „quält“ sich da schon durch mühsame Begleitlektüre.

Wie gut, dass die „Bible Journals“ des ICF München ganz anders sind! Wie bei allen Produkten aus dem Hause ICF München wird auf Ästhetik sehr viel wert gelegt. Bei mir war das der Grund für den Wow-Effekt, als ich die Journals das erste Mal durchblätterte. Da konnte ich die Texttiefe noch gar nicht wahrnehmen, sondern bekomme einen ersten visuellen Eindruck der beiden Bücher. Und dieser Eindruck war gewaltig schön.

Die einzelnen Sessions sind sehr übersichtlich geschrieben, nicht zu viel Text, Platz für unterschiedliche Aufgaben wie Fragen, die zu beantworten sind, Tabellen oder einfach viel Platz zum freien Schreiben. Kleinere Zeichnungen und Icons sind für Menschen wie mich, die sehr visuell denken und ein fotografisches Gedächtnis haben, natürlich perfekt.

Das ästhetische Highlight sind die Doppelseiten „nach“ jeder Session, die das große Ganze zeigen oder das Thema in die Heilsgeschichte, den roten Faden der Bibel einbetten. Diese sind sehr, sehr vielfältig gestaltet – aber liefern als Comic oder als Schaubilder tolle Perspektiven, um eben nicht nur einen Bibelabschnitt als solchen zu lesen, sondern zu verstehen, welche Rolle dieser im großen Ganzen spielt. Das Puzzleteil wird dadurch in das gesamte Puzzle eingefügt.

Lesen, scannen, hören, reden, schreiben, tun

Aus der Psychologie des Lernens wissen wir: Reines hören oder reines Lesen sorgt nicht in dem Maße dafür, dass wir Inhalte verinnerlichen, als wenn wir sie auch aktiv anwenden. Genau diese Erkenntnisse spiegeln sich in den „Bible Journals“ wider. Es geht um viel mehr als nur um’s Lesen.

Du kannst „nur“ lesen, was zu den jeweiligen Bibeltexten steht – klar. Aber wenn du Gottes Wort noch mehr verinnerlichen möchtest, dass es in deinem Herzen tiefe Wurzeln schlägt und reichlich Frucht trägt, liefern dir die „Bible Journals“ jede Menge Hilfsmittel über das Lesen hinaus.

Du kannst Fragen beantworten und eigene Gedanken und Erkenntnisse notieren.

Du kannst QR-Codes abscannen und Audio-Podcasts zum Thema anhören.

Du kannst einzelne „Steps“ gehen, um das Gelesene (und Gehörte) in deinem Alltag anzuwenden.

Du kannst dir für jede Session online Zusatzmaterial downloaden – auch, um es mit (d)einer Kleingruppe gemeinsame zu bearbeiten.

Du kannst mit dem, was du in der Woche gelesen hast, am siebten Tag der Woche mit Gott auf ganz individuelle Weise „ins Gespräch“ gehen.

Das heißt auf gut deutsch: Die „Bible Journals“ sind weit mehr als nur das nächste Andachtsbuch oder der nächste Leseplan für die Bibel – sie sind viel mehr.

Bibellesen – Next Level

Ich bin mir sicher: Durch die „Bible Journals“ wird dein Bibellesen auf das „Next Level“ gehoben. Und wenn du bisher eher so der Lesemuffel warst, dann werden dir die „Bible Journals“ helfen, neu oder erneut in Gottes Wort einzutauchen und die Tiefe dieses Schatzes zu ergründen.

Die „Bible Journals“ liefern dir so viele unterschiedlichen Methoden und Tools an die Hand, dass ich am liebsten fragen würde: „Was brauchst du denn noch, um endlich in der Bibel zu lesen?“ Denn leider ist das ja Realität: Nur wenig Christen lesen regelmäßig ihre Bibel – was ich beim besten Willen überhaupt nicht verstehe.

Die „Bible Journals“ lassen das Wort Gottes in seiner ganzen Tiefe, in seiner unvergleichlichen Schönheit und seiner kraftvollen Dynamik zur Entfaltung kommen wie kein anderes Bibellese-Tool, das ich bisher kenne.

Und glaube mir: Ich habe schon so einige Sachen mir angeschaut.

Meiner Meinung nach eignen sich die „Bible Journals“ sowohl zum Einstieg in das Lesen der Bibel als auch zur Vertiefung. Egal, ob du die Bibel noch nie (ganz) gelesen hast oder ob du regelmäßig Bibel liest: Du wirst feststellen, dass Bibellesen mit den „Bible Journals“ zu einem Bibellesen 2.0 wird.

Ja, trotz allem mag das eine Challenge sein, mit den Bible Journals ein Jahr lang durch die Bibel zu reisen. Das wird zu Beginn sehr deutlich angesprochen. Deswegen gibt es nicht nur den Hinweis, sondern sind die Journals auch entsprechend geschrieben, dass sie wunderbar in einer Small Group gelesen werden können oder einfach mit ein, zwei Freunden zusammen, so dass ihr euch gegenseitig motivieren könnt.

Worauf wartest du noch? Gehe direkt zum Shop des ICF München, gehe nicht über LOS, warte nicht länger – und bestelle dir die „Bible Journals“. Der einzige Grund, nicht sofort zu bestellen, ist die Möglichkeit, dass du erst noch ein paar Freunde fragst, ob sie mir dir lesen, ebenfalls die „Bible Journals“ wollen und du eine Sammelbestellung tätigst – und zwar hier: https://shop.icf-muenchen.de/.


Noch mehr inspirierenden Content bekommst du in meinem Podcast „Einfach glauben“. In einer immer komplexer werdenden Welt, helfe ich dir genau dabei: einfach glauben!

In diesem Podcast bekommst du Anregungen und Inspiration wie „einfach glauben“ mitten im 21. Jahrhundert, mitten im Alltag, mitten in deinem Leben geht.

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#17 Wie lebe ich mit dem Heiligen Geist?

Praktische Tipps für den Alltag

Der Heilige Geist – für viele ein Mysterium. Leider. Denn ohne den Heiligen Geist ist unser Glaube tot. Mit dem Heiligen Geist aber wird der Glaube im Alltag ganz praktisch. Darum geht’s in dieser Folge. Ich gebe dir ein paar konkrete Gedanken mit auf den Weg, um den Glauben mit dem Heiligen Geist zu leben.

Bibelstellen, die in dieser Folge vorkommen:

  • Apostelgeschichte 2,1-4
  • 1. Korinther 12,3
  • Johannes 1,12
  • Philipper 2,6-8
  • Sacharja 9,9
  • Jesaja 11,2-5
  • Jesaja 53,3-5
  • Johannes 16,7.13
  • Johannes 14,26
  • 2. Timotheus 3,16-17

Predigten im ICF München über den Heiligen Geist bzw. das Leben mit dem Heiligen Geist:

Das Geheimnis des Heiligen Geistes
www.youtube.com/watch?v=rOKcGFelaRQ

Holy Spirit – Natürlich übernatürlich
www.youtube.com/watch?v=KnXO-xe_i48

Wie redet Gott?
www.youtube.com/watch?v=CE4XslgjT2A

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