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Falsche Vorbilder

„Wie Influencer uns und unsere Kinder manipulieren“ ist nicht nur der Untertitel dieses großartigen Buches, sondern auch Programm und die Kurzzusammenfassung des Inhalts. Wem (seine) Kinder am Herzen liegen, der sollte dieses Buch unbedingt lesen – oder zumindest Augen und Ohren offen halten nach den Wahrheiten, welche Alicia Joe und Sabine Winkler in ihrem Buch vermitteln. Denn – Achtung Spoiler – es ist haarsträubend und am Rande der Legalität und fast schon auf dem Weg zur Kriminalität, wie vor allem die junge Generation in den sozialen Netzwerken beeinflusst wird und falschen Vorbildern aufsitzt.

Wer schreibt hier eigentlich?

Vorweg: es sind zwei Autorinnen vom Fach, echte Expertinnen, was die Social Media-Welt betrifft. Alicia Joe (mit bürgerlichem Namen Alicia Joester) hat auf YouTube (www.youtube.com/c/AliciaJoe) über 500.000 Abonnenten. In ihren Videos thematisiert sie vor allem Themen der heutigen Netzkultur (junger Menschen) sowie popularwissenschaftliche Themen, setzt sich aber auch kritisch mit gesellschaftlichen Trends wie bspw. der Gendersprache auseinander. Co-Autorin des Buches ist mit Sabine Winkler eine Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin, die ebenfalls sehr vertraut mit diesen Themen ist.

Das ist insofern nicht unwichtig, da ich den beiden Autorinnen jede Menge Wissen um Algorithmen und Funktionsweisen der Social Media-Welt nicht nur zutraue, sondern beim Lesen schlicht und einfach den Eindruck bekomme, dass sie genau wissen, wovon sie schreiben. Da die Gedanken und teilweise Vorwürfe an die „Szene“ nicht unerheblich sind (und jede Menge Namen sogenannter Influencer genannt werden), sollte man schon wissen, wovon man schreibt. Und das ist hier definitiv der Fall.

Übersichtlicher und breit gefächerter Inhalt

Was das Buch an Inhalt bietet, ist großartig! Die beiden Autorinnen widmen sich den größten Rubriken oder in der Social Media-Sprache gesagt: sie widmen sich den unterschiedlichen Influencer-Kategorien. Das ist hilfreich und clever zugleich, denn nicht jeder tappt in jede Falle, sondern ist auf dem einen „Kanal“ ansprechbarer als auf dem anderen. Nicht jeder ist von Beauty-Bloggern genauso fasziniert wie von Instagram-Accounts zum Thema „Travel“ oder „Fitness“. Das macht die große Weite und den Wert des Buches aus: Es geht um die große Weite und Breite der Influencer unserer Zeit.

Hat manch einer sehr wahrscheinlich die Beauty- und Fitness-Abteilung vor Augen, wird wohl kaum jemand hinter Travel- oder Family-Influencern große Gefahr wittern. Dabei ist es erschreckend zu lesen, welchen Einfluss („Influence“) diese Creator haben. Nehmen wir an dieser Stelle nur einmal die Reise-Blogger bzw. Travel-Influencer:

Die Liste der Destinationen, die durch Instagrammer regelrecht überfallen werden, ließe sich beliebig ergänzen: Mohnblumenfelder in Kalifornien, Tulpenfelder im rheinischen Jülchen, die Terrassen auf der griechischen Insel Santorini, die Hängeseilbrücke Geierlay und, und, und…Falsche Vorbilder, S.170

Dabei wird im gesamten Buch deutlich, dass die Autorinnen nicht nur auf Fehlverhalten hinweisen, sondern die Influencer bei ihrer Verantwortung packen und sie regelrecht auffordern, ihr Verhalten zu ändern.

Um ehrlich zu sein: Überall dort, wo Touristen sind, wird es auch Schäden an der Umwelt geben. Den perfekten klimaneutralen Tourismus gibt es nicht. Da aber Reise-Blogger eine Art Vorbildfunktion haben und als Inspirationsquelle für ihre Follower dienen, könnten sie durch ein verändertes Postverhalten doch einiges erreichen.Falsche Vorbilder, S.180

Erhellend und erschreckend zugleich sind die Ausführungen zu so genannten „Familien-Bloggern“. Dies sind (meist) Eltern, die ihr Familienleben mitunter Millionen von Zuschauern zur Verfügung stellen, indem sie alltägliche Situationen filmen und in ihrem YouTube-Kanal hochladen. Da ich gerade diese Sparte für besonders problematisch halte, verzichte ich bewusst auf Verlinkungen entsprechender Accounts, auch wenn sich im Buch – wie auch in den anderen Bereichen – jede Menge Beispiele und konkret benannte Personen/Accounts finden.

Familien-Blogger filmen ihre Kinder häufig in peinlichen Situationen, weil dies guten Content verspricht, sind sich dabei aber vermutlich nicht bewusst, dass dies illegal sein kann. Selbst eine Verpixelung des Gesichts reicht in extremen Situationen nicht aus. Sofern das Kind als Mitglied einer Familie „erkennbar“ ist, ist es bei drastischen Darstellungen wie Nacktbildern oder Fotos aus der Badewanne irrelevant, ob das Gesicht unkenntlich gemacht wird.Falsche Vorbilder, S.110

Und dann nimmt uns Alicia Joe an anderer Stelle des Buches mit hinein in eine ganz simple Recherche von 30 Minuten, durch die sie aller Wahrscheinlichkeit nach sowohl den Namen als auch die Adresse einer Familie bzw. eines Kindes ausfindig machen konnte.

Deswegen schätze ich dieses Buch sehr: Es führt drastisch vor Augen, welchen Gefahren durch so genannte „Influencer“ oder „Creator“ unsere Kinder ausgesetzt sind, denn das Problem ist: Die Kinder und Jugendlichen sehen das Endprodukt – also das Video, das Foto, den Beitrag. Was davon jedoch wahr ist, wie oft das Foto mit einem Bildbearbeitungsprogramm verändert wurde und welche Gefahren hinter übertriebener Fitness lauern – all das ist den Kids und Teens nicht bewusst.

Sie wollen nur dein Geld

Einfacher kann man nicht beschreiben, was (die meisten) Influencer von uns und unseren Kindern wollen und worum es geht: Geld. Schlicht und einfach Geld. An verschiedenen Stellen des Buches machen die beiden Autorinnen dies deutlich, schildern Beispiele und bringen konkrete Zahlenspiele, wie viel Geld auf welcher Plattform mit welchem Beitragsformat verdient werden kann. Dass dabei vor allem nackte Haut und peinliche Situationen am besten ankommen und am meisten Geld einspielen, ist klar.

Das Problem jedoch ist, dass Kinder und Jugendliche das alles nicht so genau durchschauen. Viele von ihnen entwickeln zu Influencern eine Art Beziehung, sehen in ihnen den großen Bruder oder die große Schwester – und wehe, an diesem Idealbild wird gerüttelt.

Die Illusion, die durch parasoziale Freundschaften zu Influencern entsteht, muss endlich überwunden werden. Es muss klar sein: Ein Follow ist eine Konsumentscheidung.Falsche Vorbilder, S.228

Im Prinzip ist in diesem simplen Satz die Quintessenz des Buches zusammengefasst: Ja, es geht wirklich nur ums Geld. Dass man zumindest den weltlichen Influencern eine Art Altruismus bescheinigen könnte, darf getrost in den Bereich der Fabeln verbannt werden. So hart und unbarmherzig diese Erkenntnis zu sein scheint und klingen mag. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die sozialen Medien sind kein Ponyhof und ihre Influencer keine Gönner und Mäzene, sondern knallharte Wirtschaftsunternehmen. Nicht umsonst haben manche von ihnen eigene Manager – oder glaubst du wirklich, dass jeder Beitrag auf YouTube, Instagram oder TikTok das ist, was er vorgibt zu sein? Nein – es geht um’s Geld. Ganz einfach.

Dazu werden im Buch konkrete Zahlen genannt, welche durch diverse Beiträge in den sozialen Medien (hauptsächlich geht es um YouTube und Instagram) generiert werden. Diese machen deutlich, dass ab einer gewissen Klickzahl und Reichweite es durchaus lukrativ sein kann, mit Beiträgen in den sozialen Medien Geld zu verdienen, auch wenn es nicht die Masse ist, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten kann, jedoch auch deutlich wird: Da es schnell in den fünfstelligen Bereich gehen kann, ist es durchaus eine Alternative zu einem „alltäglichen Job“, durch Posts und Beiträge in den sozialen Medien Geld zu verdienen.

„Geld regiert die Welt“ ist ein Sprichwort, dass nicht von ungefähr kommt. Und so zeigt Alicia Joe in ihrem Buch „Falsche Vorbilder“ sehr deutlich auf, wie Geld auch die Welt der sozialen Medien regiert.

Das Perfide: es geht ja nicht nur den Influencern um’s Geld, sondern auch den Betreibern der jeweiligen Plattformen. So bleibt es lediglich unter diesem monetären Gedanken „verständlich“, weshalb die Betreiber keine zusätzlichen rechtlichen Schritte gehen als sie ohnehin schon tun und weshalb sie teilweise ihren eigenen Statuten nicht folgen und es dulden, dass Accounts von Personen geführt werden, die das Mindestalter der jeweiligen Plattform noch gar nicht erreicht haben. Dass ein Satz im Profil ausreicht, der darauf hindeutet, dass die Eltern des Kindes diesen Account „füttern“ ist mehr als nur zweifelhaft. Aber auch hier: Das Geld ist wichtiger als selbst gesetzten Maßstäbe.

Immer wieder wird gerade dieser Missstand im Buch gebrandmarkt, dass Betreiber von Plattformen – vorsichtig ausgedrückt – sich im Graubereich dessen bewegen, was noch legal ist und was nicht.

Falsche Vorbilder – ein Fazit

Ich empfehle dieses Buch sehr. Gibt es doch Einblicke in die „schöne Welt der sozialen Medien“, die man sonst nicht bekommt. Mich überzeugt das Buch nicht nur durch die vielen, vielen konkreten Beispiele und Social Media-Accounts, die genannt werden, sondern auch durch gut recherchierte Fakten und Zahlen, die im Hintergrund stehen.

Die beiden Autorinnen beschreiben die Intention des Buches an dessen Ende wie folgt:

Die Absicht war und ist es, vor allem auf die kritischen Entwicklungen für unsre Gesellschaft aufmerksam zu machen. Eben jene Zusammenhänge, die für einen dreiminütigen Onlineartikel viel zu komplex sind.Falsche Vorbilder, S.229

Insofern, liebe Eltern: Lest dieses Buch, wenn eure Kinder im Teenager-Alter seid. Denn es deckt schonungslos aus, was wir über Influencer wissen sollten – und ja: „falsche Vorbilder“ ist in doppelter Hinsicht der passende Titel für dieses Buch. Sie sind falsch, weil sie gar keine Vorbilder sind. Kein Mensch, kein Teeanger, kein heranwachsender junger Mensch sollte auf Grund falscher Schönheitsideale sich körperlich ruinieren, auf Grund von Geltungsdrang sein Privatleben offenlegen und wegen Klickzahlen und Likes ein für die Natur schädliches Verhalten an den Tag legen.

Falsch sind diese Vorbilder aber auch, weil sie nicht echt sind. Sie täuschen, sie gaukeln vor, sie sind nicht ehrlich.

Insofern ist dieses Buch ein Augenöffner und eine Hilfestellung. Ein guter Anfang wäre schlicht und einfach, den im Buch erwähnten Profilen und Accounts nicht mehr zu folgen und nicht mehr deren Videos zu schauen. Das mag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber wenn es viele machen, werden es diese falschen Vorbilder am nicht mehr so üppig fließenden Geld merken. Und da diese Sprache die ist, die sie am besten zu verstehen scheinen, könnte es doch positive Auswirkungen haben. Wie oben schon erwähnt verzichte ich bewusst auf die Nennung und Verlinkung dieser Accounts, um die Klickzahlen eben nicht doch noch zu „pushen“.

Was das Erscheinungsbild des Buches betrifft, möchte ich positiv erwähnen, dass auf den unsäglichen Genderstern verzichtet wird. Etwas, das leider in vielen Publikationen zur Zeit Einzug hält, weil ein Diktat einer Minderheit unkritisch einfach übernommen wird. Nicht so in diesem Buch – gut so! Denn gerade in Büchern sollte dieser doch gar nicht verwendet werden, da er sprachwissenschaftlich schlicht und einfach vollkommen haltlos, sinnlos und unsachlich ist.

Alicia Joe: Falsche Vorbilder
288 Seiten
ISBN: 978-3-96905-196-2
Verlag: YES (www.m-vg.de/yes/shop/article/23435-falsche-vorbilder/)
Preis: 19,99 EUR

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#5 Warum musste Jesus sterben?

Die Antwort auf diese Frage entscheidet alles!

Um es kurz zu machen: Jesus musste sterben, damit du und ich vor Gott gerecht sein können. Sein Tod ist ein Sühnetod, stellvertretend für dich und mich starb Jesus am Kreuz, damit wir frei sein können von Schuld und Sünde.
Klingt altbacken? Nun ja – das Rad, das an deinem Fahrrad ist oder der Reifen, der an deinem Auto ist, gehen auf die erste Erfindung des Rades zurück – und das war ca. 3.200 vor Christus.

In dieser Folge zitiere ich einige Bibelstellen, die ich dir hier aufliste, damit du selbst nachschauen und prüfen kannst, was die Bibel über den Tod Jesu am Kreuz sagt.

  • Jesaja 53,3-7
  • Johannes 1,29
  • Kolosser 1,19-22
  • Kolosser 2,14
  • Römer 3,25

Bibelstellen, die zum Ausdruck bringen, dass der Mensch freigekauft ist:

  • Matthäus 20,28
  • 1. Korinther 6,20
  • 1. Korinther 7,23
  • 1. Timotheus 2,6
  • 1. Petrus 1,18-19

Warum ist das so wichtig?

  • Römer 1,18-20
  • Römer 3,19-23
  • Galater 1,3-4

Warum fällt das vielen Menschen schwer, zu glauben?

  • 1. Mose 3,1-5
  • 1. Mose 8,21-22

Was am Kreuz geschah:

  • Tetelestai! Es ist vollbracht! Johannes 19,30
  • Johannes 3,16-18
  • 1. Johannes 5,12
  • Römer 3,24-26

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#4 Dekonstruktion – was ist das?

Von Zweifeln, Pubertät und toxischen Beziehungen

„Ich kann das nicht mehr glauben!“ Solche oder ähnliche Aussagen begegnen mir immer wieder. Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen, glauben zentrale Inhalte des christlichen Glaubens nicht mehr. Warum Dekonstruktion etwas anderes als Zweifel ist, aber weshalb Zweifel damit etwas zu tun hat, hörst du in dieser Folge.

Ich nennen dir ebenso fünf Gründe oder Faktoren, die eine Rolle spielen im Blick auf Dekonstruktion.
In dieser Podcast-Folge stelle ich dir das Thema dar, wie ich es sehe. Das ist subjektiv – ich weiß. Ich verzichte auf alle möglichen Theorien und Gedanken und versuche, dir – gemäß dem Podcast-Titel „Einfach glauben“ – ein komplexes Thema „einfach“ zu präsentieren.

Weil es wichtig ist, dass wir unserer Seele und unserem Geist gute Nahrung geben, empfehle ich dir gerne drei „Nahrungsquellen“:

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Offener Brief an die Synode der EKD

Folgendes Schreiben habe ich an die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, per Mail versandt. Ich nehme Bezug auf die Ereignisse rund um die Tagung der 13. Synode der EKD vom 6.bis 9. November 2022 in Magdeburg.

Sehr geehrte Präses der Synode der EKD,

sehr geehrte Mitglieder der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland,

dass Sie sich auf ihrer letzten Synodentagung vom 6. bis 9. November 2022 mit dem Klimawandel und dem schöpfungsbewahrenden Handeln auseinandergesetzt haben, ist richtig und wichtig. Gott gab uns diese Erde, um sie zu bebauen und zu bewahren und nicht, um sie zu zerstören.

Dabei haben Sie als Synode jedoch Schaden über die Evangelische Kirche in Deutschland gebracht. Nach übereinstimmenden Medienberichten (sueddeutsche.de und welt.de) hielt Aimée van Baalen auf der Synode eine Rede, die im Anschluss mit „stehendem Applaus“ (welt.de) gewürdigt wurde.

Aimée van Baalen ist Sprecherin des linksradikalen Aktionsbündnisses „Letzte Generation“. Die „Letzte Generation“ hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu zivilem Ungehorsam aufgerufen und ihre Anliegen mit Aktionen durchgesetzt, die gesetzeswidrig sind und teilweise strafrechtlich verfolgt werden.

Ich frage Sie: Ist es Aufgabe der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, den Schulterschluss mit dieser Organisation zu suchen, deren Protestaktion maßgeblichen Anteil daran hat, dass eine in Berlin gestürzte Fahrradfahrerin nicht gerettet werden konnte, da sich Aktivisten auf der Straße festklebten und somit den Rettungseinsatz behinderten? Die Berliner Feuerwehr hat ihren Bericht öffentlich gemacht und der „Letzten Generation“ damit zumindest eine Beteiligung am Tod der Frau attestiert (nachzulesen unter tagesspiegel.de). Weithin bekannt sind Aktionen, in denen die Aktivisten mit Lebensmitteln in Museen um sich werfen und Gemälde beschmieren.

Fassungslos reagieren Menschen „an der Basis“ unserer Landeskirchen über das, was sich dieser Tage in der Synodentagung in Magdeburg abspielte. Sie als Synode sympathisieren mit einer linksradikalen Gruppierung und rücken dadurch die Evangelische Kirche in Deutschland in ein dubioses Licht. Die Mehrheit der Pfarrerinnen und Pfarrer unserer landeskirchlichen Gemeinden möchten treu ihren Dienst vor Ort tun und Menschen seelsorgerlich begleiten und haben nicht im Entferntesten irgendetwas mit Linksradikalismus zu tun. Nun müssen sie aber für den Schaden gerade stehen, den Sie als Synode angerichtet haben.

Sie, liebe Frau Heinrich, sind selbst in den sozialen Medien aktiv und werden wahrgenommen haben, dass sich die Meldungen regelrecht überschlagen und die EKD in ein schlechtes Licht rücken. Es muss Konsequenzen haben, dass dieser Schaden von Ihnen als Synode angerichtet wurde.

Darüber hinaus hat die Synode einen Beschluss gefasst, in dem sie es für „geboten hält, bei allen PKW-Fahrten im kirchlichen Kontext ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen einzuhalten, um Treibhausgas-Emissionen spürbar zu reduzieren.“ (Nachzulesen unter diesem Link)

Es ist verstörend und erschreckend, wie sich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland politisch äußert, aber das Evangelium dabei außen vorlässt. Natürlich hat der christliche Glaube immer eine politische Dimension im Sinne des verantwortungsvollen Handelns in der Gesellschaft. Dabei muss aber das genuin „Kirchliche“, das Evangelium, das Christliche eine Rolle spielen und nicht einfach nur politische Ansichten kolportiert werden.

Dieses Evangelium aber scheint in Vergessenheit geraten zu sein und politische Themen haben sich in den Vordergrund gedrängt. Damit gibt sich Kirche immer mehr selbst auf und verkennt ihren „unique selling point“, ihr Alleinstellungsmerkmal und das, was sie so besonders macht. Dies gründet einzig und allein im stellvertretenden Sühnetod Jesu für die Menschen – dies zu glauben und darin zu leben, ist Gnade. Erst vor wenigen Tagen haben wir den Reformationstag gefeiert und an die reformatorischen Grundbekenntnisse gedacht: Allein der Glaube. Allein die Schrift. Allein die Gnade. Allein Jesus Christus. Das gilt es, den Menschen in Deutschland zu verkünden und nicht, sich auf politische Spielwiesen zu begeben als Kirche, die ihre wahre Identität preisgibt.

Die Volkskirche (wenn es sie als solche überhaupt noch gibt), deren höchstes repräsentatives Gremium die Synode der EKD ist, hat kein strukturelles oder finanzielles Problem, sondern ein geistliches. Das hat diese Synodentagung sehr deutlich gemacht.

Die Menschen in Deutschland erwarten von der Politik Antworten auf ihre politischen Fragen. Von der Kirche erwarten Menschen Antworten auf Fragen des Glaubens. Weil diese Antworten aber immer weniger gegeben werden und immer mehr Politisches in Kirche und auf Kanzeln eine Rolle spielt, quittieren Menschen diesen Zustand mit ihrem Austritt.

Darüber bin ich nicht glücklich. Ich wünschte, die Menschen würden „in der Kirche bleiben“. Aber mag man es ihnen übel nehmen, wenn sie in der Kirche gar nicht mehr das finden, was sie suchen? Was sollen sie auch anfangen mit einer Kirche, die sich mehr schlecht als recht politisch äußert und immer weniger zum Glauben an Jesus Christus aufruft?

Ich bitte Sie, liebe Präses und liebe Mitglieder der Synode, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und anzuerkennen, welch fatale Auswirkung die vergangene Synodentagung hat. Weder will ich es fordern noch kann ich es erwarten – ich kann es nur erbitten: Entschuldigen Sie sich bei den Menschen, die noch Mitglied der Kirche sind für den Fehler, die Sprecherin einer linksradikalen Gruppierung auf die Synode eingeladen zu haben und dadurch Linksradikalismus nicht nur eine Stimme gegeben zu haben, sondern auch noch mit stehendem Applaus gewürdigt zu haben.

Andernfalls würden Sie konstatieren, dass linksradikale Ideen, Äußerungen und Handlungen salonfähig werden dürfen in der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Herzliche Grüße,

David Brunner


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#3 Was ist so besonders an Jesus?

Von Stars & Sternchen – und warum Jesus so viel mehr ist

In dieser Folge habe ich einige Bibelstellen erwähnt. Es gäbe noch unzählig viele weitere, die über Jesus etwas aussagen. Aber hier nur einige in Auswahl:

  • Matthäus 11,28
  • Johannes 8,12; 10,11
  • 1. Korinther 6,20
  • Philipper 2,6-11
  • Kolosser 1,15-17
  • Hebräer 13,8

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Change Your World. Die Veränderung beginnt an deinem Tisch

Eines vorweg: Dieses Buch ist ein „typischer Maxwell“ – oder vielleicht sogar typisch amerikanisch? Es wimmelt so sehr von Beispielen und Personen, deren Lebensgeschichte oder Lebenswerk oder besondere Errungenschaft beschrieben wird, wie es wohl nur Amerikaner können.

Wo wir Deutschen die nüchterne Sachlichkeit lieben und Argumente hin und her bewegen, erzählt der Amerikaner lieber Geschichten. Das muss man mögen – und das Schöne in diesem Buch: Die Personen sind allesamt „Menschen wie du und ich“, die Veränderung erlebt haben, die ihre Welt verändert haben („Change Your World“) und keine ohnehin schon verehrten Superhelden und Influencer – manche sind es geworden, aber zumindest zu Beginn ihrer Veränderung waren sie „der nette Mann, die nette Frau von nebenan“.

Um was geht’s?

Man könnte den Titel ja für etwas reißerisch halten: „Change you world!“ – „Verändere deine Welt!“ Aber sagen wir es, wie es ist: Genau darum geht’s! Es geht nicht darum, die ganze Welt zu verändern, sondern deine Welt. Es geht in diesem Buch darum, wie du dein Umfeld nicht nur beeinflussen, sondern verändern kannst.

Stell dir vor (und ich wette, du kennst diese Situation), du hast eine großartige Idee. Du bist davon überzeugt, dass sie dir Spaß macht, dass sie deinen Gaben entspricht und dass sie auch noch dazu führen könnte, dass dein Umfeld sich verändert – zum Positiven natürlich. Du beginnst erste Pläne zu schmieden, Ideen zu entwickeln. Es kommen die ersten Zweifel und Hürden – die nimmst du noch spielerisch. Du denkst deine Idee weiter – es kommen die nächsten Herausforderungen: Kann ich das wirklich? Braucht „die Welt“ das von mir? Wer kann mich unterstützen? Wie kann ich das überhaupt in die Tat umsetzen? Woher bekomme ich das nötige Geld?

Und zack – Idee gestorben. Du lässt es bleiben. Die Idee schlummert zwar noch in dir wie ein Feuer, das am Glühen ist – aber die Flamme war schon mal wesentlich größer und loderte – jetzt glimmt da nur noch etwas. Höchstens.

Das Toffifee der persönlichen Entwicklung

Erinnerst du dich noch an die Toffifee-Werbung, die uns über Jahre hinweg suggerierte, dass Toffifee der große Gamechanger ist? Spielende Kinder, die ziemlich viel Blödsinn im Kopf haben, jede Menge lachen und Spaß haben. Eine Mutter, die das beobachtet und sagt: „Aber wenn ich Toffifee ins Spiel bringe“ – verändert sich alles! Die Kids hören auf rumzualbern und futtern Schokolade. Es sei mal dahingestellt, ob das eine gute Entwicklung ist. Aber eines ist klar: Toffifee veränderte alles!

Irgendwie in der Art ist das Buch „Change your world“ für deine grandiose Idee, die zu Scheitern droht: Es hat das Potenzial, alles zu verändern!

Klar, das klingt jetzt zu schön, um wahr zu sein – aber ich meine es so. Wie oben schon erwähnt, muss man sich durch die ersten Seiten ein bisschen hindurchlesen und die vielen Geschichten positiv aufsaugen in dem Wissen, dass auch noch handfestes Material kommt, mit dem man seine eigene Veränderung initiieren kann.

John C. Maxwell und Co-Autor Rob Hoskins nehmen den Leser Schritt für Schritt an die Hand, wie Veränderung geschehen kann.

Ein Schlüsselmoment

…waren für mich folgende Gedanken unter der Überschrift „Kollaboration ist wichtiger als Kooperation“:

Kooperation ist Einheit um der Einheit willen. Kooperation sagt: „Lasst uns miteinander auskommen, sonst erreichen wir nichts.“ Kollaboration ist Einheit um einer gemeinsamen Vision willen. Kollaboration sagt: „Lasst uns zusammenarbeiten, denn wir müssen das erreichen.“ Kooperation bedeutet aus unserer Sicht, dass Leute nicht gegeneinander arbeiten. Aber wo echte Kollaboration stattfindet, arbeiten sie füreinander. Sie arbeiten zielstrebig in dieselbe Richtung und helfen sich gegenseitig, etwas zu erreichen, was sie für erstrebenswert halten.Change your world, S.101

Und darum dreht sich mindestens die zweite Hälfte des Buches.

Es geht darum, wie man gute Teams findet und bildet, wie man selbst Teil von etwas Größerem wird. Es geht um die Wichtigkeit und Priorität von Werten und darum, wie echte Transformation geschieht.

Und nicht zuletzt geht es darum, wie in Entwicklungsprozessen die entscheidenden Faktoren gemessen werden können.

Und zum Schluss geht es immer um einen Tisch. Wie der Untertitel des Buches ja auch verrät: „Die Veränderung geschieht an deinem Tisch“.

Dafür hat John C. Maxwell das Prinzip des „Transformations-Tisches“ erfunden. Vereinfach gesagt geht es darum, dass die oben erwähnten Teams – die kollaborieren und nicht nur kooperieren – sich an einem Tisch treffen und nach einem gewissen Curriculum sich der Idee widmen, die sie entwickeln möchten.

Ich finde das einen hoch spannenden Ansatz, denn gerade im kirchlichen Umfeld muss und wird Kollaboration unterschiedlicher Partner eine große Rolle spielen bei immer weniger zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Unter www.changeyourworld.com gibt es eine Plattform, auf der du dich kostenlos registrieren und noch mehr über die Transformationstische erfahren und selbst Host eines solchen Tisches werden kannst.

Fazit: Lesenswert und hilfreich

Das Buch liest sich gut. Es ist logisch gegliedert, gut in Abschnitte unterteilt und die Autoren schaffen es gut, den Leser mitzunehmen in die unterschiedlichen Bereiche eines Transformationsprozesses.

Hilfreich für die Praxis ist es vor allem auf Grund der oben angesprochenen Plattform, aber auch auf Grund der praktischen Ratschläge, welche die Autoren geben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch vielen Menschen, die größere Veränderungsprozesse angehen, eine wertvolle Hilfestellung ist.

[su_icon_text color=“#000000″ icon=“icon: book“ icon_color=“#000000″]288 Seiten[/su_icon_text] [su_icon_text color=“#000000″ icon=“icon: bookmark“ icon_color=“#000000″ url=“https://www.fontis-shop.de/products/change-your-world“ target=“_blank“]Fontis Verlag[/su_icon_text] [su_icon_text color=“#000000″ icon=“icon: eur“ icon_color=“#000000″ url=“https://www.fontis-shop.de/products/change-your-world“]19,50 EUR[/su_icon_text]

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#2 Glauben alle Menschen an den gleichen Gott?

Von Elefanten, Toleranz und Wahrheit

Kann es wirklich sein, dass es die eine Wahrheit gibt, die für alle Menschen gilt und es deswegen nicht so ist, dass alle an den gleichen Gott glauben? Alter Schwede – solch eine Aussage in unserer heutigen Zeit?!

Und doch ist die Antwort einfach:
„Glauben alle Menschen an den gleichen Gott?“
Natürlich nicht!

Das lässt sich mit keinem Aspekt der biblischen Aussagen über Gott vereinbaren – im Gegenteil: Jesus ist so einzigartig, dass an ihm einfach kein Weg vorbei geht. Und das nicht nur, weil er von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, zum Vater kommt man nur durch mich.“ (Johannes 14,6)

Viele weitere biblische Aussagen weisen eindeutig darauf hin, dass nicht alle Menschen, die an einen Gott glauben, auch an den gleichen Gott glauben.

Alles entscheidet sich an Jesus.

Bibelstellen in dieser Podcast-Folge:

  • Prediger 3,11
  • 1 Könige 18,21
  • Philipper 2,5-11
  • Johannes 14,6
  • Kolosser 2,3

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Disciple im Interview

Foto: Rudi Töws

Seit über 20 Jahren ist Disciple unterwegs in aller Welt und bekannt durch ihre fulminante Show, die das Publikum zum Kochen bringt. Aber die Band hat noch jede Menge mehr auf Lager als Musik: Sie sind bekannt für ihre klaren Worte, die zum Glauben an Jesus ermutigen. Dieses Jahr haben sie mit ihrem Worship-Projekt „Honor & Glory“ ein erstes Album veröffentlicht.

Darüber und über die Einheit der Christen sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Band habe ich mit ihnen gesprochen im Rahmen des Lound and Proud-Festivals (www.lap-festival.de) am 1. Oktober dieses Jahres.

Bei eurer Show gestern habt ihr gesagt, dass ihr gerne in Deutschland spielt – über 20 mal wart ihr hier. Was ist das Besondere an Deutschland?

Wenn wir uns nach einem Auftritt fragen, ob es ein guter Auftritt war, fragen wir nicht: „Wie hast du gespielt?“ oder „Wie hast du gesungen?“ Wir fragen: „Wie war das Publikum drauf?“

Gestern habe ich einen Fan nach dem besten Disciple-Auftritt gefragt und er sagte: „Vor 12 Jahren bei der Christmas Rocknight. Die Leute im Publikum waren so verrückt.“ Also du siehst: Sogar für Fans ist es manchmal entscheidend, wie hoch die Power im Publikum ist, um zu entscheiden, ob es ein guter Auftritt war oder nicht.

Für uns als Band ist klar: Die Power und „Energie“, die in den Auftritten in Deutschland steckt, weil die Menge so abgeht, ist unglaublich. Und ja: Hier in Deutschland ist die Menge wesentlich kraftvoller und energiegeladener als in den USA. Deswegen ist für uns klar: Hier in Deutschland spielen wir unsere besten Shows. Es hat also nichts mit uns als Musikern zu tun, sondern mit den Leuten, die unsere Show besuchen.

Das ist überraschend, denn wir Deutschen sind nicht unbedingt bekannt für unseren Enthusiasmus.

Das mag sein – aber wir kennen euch nur so. Ihr Deutschen seid für uns bekannt dafür, enthusiastisch zu sein – ganz sicher!

Vielleicht müssen einfach mehr Deutsche Disciple hören?

Ja, mit Sicherheit. (lachen)

Aber ich glaube, dass Rockmusik für die Menschen in Europa noch „heiliger“ ist, oder vielleicht ist „populärer“ das richtige Wort, als in den USA. Dort ist es vielleicht 50:50 der Fall.

Zudem war gestern Abend für uns ein ganz besonderer Moment, weil wir durch die Corona-Pandemie total ausgebremst waren und endlich wieder in Deutschland spielen konnten – das erste Mal seit drei Jahren.

Was macht ihr eigentlich nach einer Show?

Das, was viele Bands tun: Wir gehen zu Mc Donald’s – der in Deutschland übrigens viel besser ist als in den USA.

Foto: Rudi Töws (www.instagram.com/ruditoews)

Stichwort „Corona-Pandemie“. Was hat diese Zeit mit euch als Band gemacht?

Oh – jede Menge. Natürlich war das Schlimmste, dass wir nicht spielen konnten. Das haben wir sehr vermisst. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass wir uns als Band nicht so oft haben treffen können. Das war sehr schade.

Ihr habt aber Live-Stream-Konzerte gespielt. Wie war das – so ganz ohne Zuschauer?

Furchtbar! (lachen) Im Ernst: Es ist etwas komplett anderes. Du hast nicht die Leute vor dir, die mit dir zur Musik abgehen, sondern schaust nur in die Kamera und suchst das kleine rote Lämpchen. Das ist wirklich schwierig.

Vorhin bei der Q&A-Session habt ihr angedeutet, dass es auch finanziell schwierig ist. Inwiefern?

Wir spüren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise total. Manchmal werden Shows abgesagt, denn auch der Festival-Szene geht es nicht gut. Dadurch, dass alles teurer wurde, müssen wir manchmal wirklich sehr auf die Finanzen schauen. Wir sind sehr viel unterwegs mit unserem Tourbus – und nicht immer ist es klar, dass wir das Geld für den Sprit zusammen haben, den wir benötigen.

An dieser Stelle des Interviews unterbrach uns ein Feueralarm – zum Glück ein Fehlalarm. Das hatte zur Folge, dass wir für ein paar Minuten einfach so zusammensaßen und warteten, dass der Lärm aufhört. Dann kam die Order, dass wir das Gebäude verlassen müssen. Da am Tag zuvor dieser Alarm auch schon losging, waren die Jungs von Disciple aber total entspannt. Also sind wir raus, hinter’s Gebäude und haben dort im Freien das Interview fortgeführt.

Foto: Rudi Töws (www.instagram.com/ruditoews)

Deine Botschaft, Kevin, war sehr tief, sehr dicht, sehr berührend. Ich hatte den Eindruck, dass du Jesus ganz neu kennen- und lieben gelernt hast. Stimmt der Eindruck? Wie kommt das?

Ja, das stimmt. Ich denke, Sünde ist der beste Lehrmeister. Ich habe im letzten Jahr einige schlechte Entscheidungen getroffen und ich habe Jesus einfach noch mehr lieben gelernt als zuvor. Ich denke, das ist irgendwie so wie Paulus im Neuen Testament schon sagte: „Sollen wir sündigen, damit wir mehr und mehr von Gottes Gnade erfahren können?“

Natürlich sollen wir das nicht. Aber wenn wir das tun, erfahren wir mehr und mehr von seiner Gnade. Das wiederum hat zur Folge, dass wir ihn mehr und mehr lieben, wenn er uns vergibt. Ich habe das definitiv erlebt und meine Liebe zu ihm ist größer als je zuvor. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Du hast viel über die Einheit von Christen und der Liebe von Christen untereinander gestern bei der Show „gepredigt“. Woher kommt das? Fehlt das in den USA oder wieso ist dir das so wichtig?

Ich würde sagen, Politik ist in Amerika fast zu einer Religion geworden. Also habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mit Christen darüber zu sprechen. Ich möchte sie daran erinnern, einander zu lieben, weil die beiden Dinge einander zu nahe gekommen sind. Sie sind nicht getrennt, wie sie es sein sollten.

Religion und Politik vermischen sich schon sehr. Es herrscht die Meinung vor, wenn man Christ ist, „muss man politisch so und so denken.“ Damit umzugehen, ist nicht einfach. Ich versuche, Christen von diesem Denken wegzubringen und dorthin zu führen, dass sie einander lieben sollen – selbst wenn jemand in Sachen Politik nicht einverstanden ist oder eine andere Meinung hat.

Ist das ein besonderes Problem in den USA oder betrifft uns das auch in Europa?

Sagen wir mal so: Wir lieben Sünder, oder? Ja, wir lieben Sünder wirklich. Tun wir das? Also ok, manchmal – es hängt davon ab, um welche Sünde es geht. Es gibt manche Sünden, die hassen wir wirklich. Aber im Großen und Ganzen lieben Christen die Sünder. Aber unser größtes Problem ist, dass wir als Christen uns gegenseitig lieben sollen.

Und deshalb ist es sehr wichtig für uns, uns darauf zu konzentrieren. Es ist sehr einfach, eine Kirche oder eine Konfession oder jemand anderen runterzumachen. Wir alle gewöhnen uns daran. Wir haben Gnade für die Sünder, aber wir haben keine Gnade für einander. Aber als Christ brauche ich viel Gnade in meinem Leben und ich lerne, das auch anderen Christen zu zeigen. Deshalb ist uns das gerade sehr wichtig.

Ihr habt mit „Honor & Glory“ eine zweite Band gestartet von der ihr sagt, dass es ganz um Worship und nur um Gott geht – aber ist das mit Disciple nicht auch der Fall?

Ja, natürlich. In gewisser Weise geht es natürlich auch bei Disciple „nur um Gott“ – aber eben anders. Mit Disciple machen wir „Rock ’n Roll“, wir machen eine Show, wir wollen die Menschen unterhalten, so gut es nur geht – selbst wenn sie unsere Musik gar nicht so sehr mögen.

Eines der größten Komplimente für uns ist, wenn jemand, der keine Rockmusik mag, in die Show kommt, sich die Show ansieht und sagt: „Also ich mag eure Musik nicht, aber das war echt eine gute Show.“

Und auf der anderen Seite sagt jemand, der gar kein Christ ist oder nicht einmal glaubt, die Botschaft hören zu wollen: „Das war eine großartige Show.“ Wir wollen, dass alle nicht uns, sondern die Show großartig finden – und dadurch auch offener sind für das, was wir zu sagen haben über den Glauben an Jesus.

Bei Disciple ist der „Show-Faktor“ einfach riesengroß – und bei „Honor & Glory“ ist er es gerade nicht. Für uns bedeutet es, dass wir einfach auf die Bühne gehen und uns nicht fragen, was nun die Menschen denken, sondern gemeinsam einfach Gott anbeten.

Honor & Glory

Spielt ihr inzwischen viele Konzerte als „Honor & Glory“?

Ja, so langsam, vor allem auch weil das erste Album nun veröffentlicht ist. Aber wir spielen überall dort, wo die Leute uns hören wollen. Für uns ist so ein Festival wie das Loud & Proud Festival das Beste, denn dann können wir beides spielen: Als Disciple und als Honor & Glory.

Die Idee für Honor & Glory entstand 2015 – also sieben Jahre, bevor das erste Album rauskam. Das hat mich überrascht.

Absolut! Aber es war so. Wir standen mal zusammen und haben uns gegenseitig gefragt, was wir am Wochenende machen – und jeder von uns antwortete: „Ich spiele in meiner Gemeinde im Worship.“ Also haben wir uns gefragt: „Warum machen wir das nicht gemeinsam?“

In den folgenden Jahren aber kamen wir kaum dazu, das alles weiterzuentwickeln. Wir haben einfach viele Shows mit Disciple gespielt und haben uns um alles „rund um Disciple“ gekümmert. Auch wenn es an anderen Stellen natürlich negativ war, hat uns die Corona-Pandemie in der Hinsicht sehr geholfen. Wir hatten plötzlich viel mehr Zeit und konnten so die Songs schreiben und das erste Album von Honor & Glory veröffentlichen.

Momentan seid ihr im Studio für ein neues Disciple-Album. Wann wird es veröffentlicht?

Wir hoffen sehr, dass es im Frühjahr 2023 erscheinen wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wenn du Disciple unterstützen möchtest, empfehle ich dir „The Rebel Society“. Das ist eine Online-Community, in der Disciple bzw. Bandmitglieder Videos veröffentlichen, Messages an die Fans richten und es jede Menge „musikalisches Material“ gibt, das man sonst nicht bekommt – wie zum Beispiel drei Akustik-Alben. Nicht zu vergessen den ganzen Spaß, den die Jungs haben – an dem kann man nämlich auch teilhaben.

Welchen Content du bekommst, entscheidet sich daran, welche Mitgliedschaft du wählst.

Ich bin auch Teil der Rebel Society – tut nicht weh, im Gegenteil: Mit meinem Geld unterstütze ich Disciple und bekomme gleichzeitig wertvollen Content. Ich lade dich ein, es mir gleich zu tun!

Noch mehr Infos zu Disciple bekommst du hier:

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Alle Infos dazu findest du hier: www.patreon.com/disciplerocks.

Die großartigen Disciple-Fotos sind von Rudi Töws – schau vorbei auf seiner Seite (www.rtphotography.de) und seinem Instagram-Profil (www.instagram.com/ruditoews). Er macht so unglaublich großartige Fotos!


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