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Einfach Gott hören

Dieses Buch ist eine Mischung aus einfühlsamen und kraftvollen Worten, aus schlichten biblischen Überzeugungen und unglaublich starken Transfers in die Realität des 21. Jahrhunderts, gepaart mit vielen Beispielen aus der Kirchengeschichte und ganz praktischen Übungen um das zu tun, was das Buch im Titel trägt: Einfach Gott hören.

Pete Greig wird das nicht gerne hören, wenn man ihn als “Meister des Gebets” bezeichnet und zugegeben, es klingt schon ein wenig komisch – aber wie sonst sollte man ihn bezeichnen, der so viel in Bewegung gesetzt hat für das Gebet, der so ein großes Herz und so eine große Leidenschaft für das Gebet hat? Nicht zuletzt geht die 24/7-Prayer-Bewegung auf ihn zurück.

Zur Zeit ist er Pastor der “Emmaus Road”-Gemeinde, südlich von London (www.emmausrd.com). Wenn ich schreibe “zur Zeit” hat das schlicht und einfach den Grund, dass Pete Greig schon einige Stationen in seinem Leben hinter sich hat, durch die er segensreich wirkte – und zwar nicht nur lokal beschränkt, sondern zumindest Europa-weit, wenn nicht sogar weltweit. So war er für einige Jahre im Leitungsteam der “Holy Trinity Brompton”-Church, kurz “HTB” in London, die bis heute von Nicky Gumbel geleitet wird. Besonders bekannt ist diese Gemeinde durch den ALPHA-Kurs, in dessen Leitungsteam Pete Greig ebenfalls war.

Kurzum: Wenn jemand wie Pete Greig darüber schreibt, wie man “Gott einfach hören” kann, dann sollte man genau hinschauen und lesen. Das habe ich getan und bin tief beeindruckt und begeistert von seinem Buch “Einfach Gott hören”.

Denn so merkwürdig es klingen mag, so wahr ist es in meinen Augen: Gott zu hören ist gar nicht so schwierig. Und auf genau diese Reise nimmt uns Pete Greig in seinem Buch mit – bezeichnenderweise liegt dieser Reise die Geschichte der Emmaus-Jünger aus dem Neuen Testament zu Grunde.

Vox Externa und Vox Interna

Das sind die beiden großen Linien, in die Greig sein Buch unterteilt. Die “Vox Externa” sind dabei die Bibel, die “Lectio divina” sowie Prophetie. Wenn dir jetzt manches davon ein wenig “Spanisch” vorkommt (wie bspw. die “Lectio divina”) – dann keine Sorge: Greig beschreibt das in seinem Buch sehr, sehr genau und einfühlsam. Die “lectio divina” ist eine ganz bestimmte Art, biblische Texte zu lesen, wobei nicht nur unser Verstand, sondern auch unsere Emotionen und unser Vorstellungsvermögen eine große Rolle spielen.

Dankbar bin ich Greig dafür, welchen Stellenwert er der Bibel als dem geoffenbarten Wort Gottes beimisst:

Aber so wunderbar eine Erfahrung auch sein mag (und keine Erfahrung könnte jemals wunderbarer sein, als dem auferstandenen Herrn persönlich zu begegnen), die Bibel bleibt für Christen die oberste Instanz in Sachen Wahrheit – ob wir es fühlen oder nicht.Einfach Gott hören, S.78

Für Greig ist das das Fundament, auf dem alles “Hören auf Gott” aufbaut.

Zum Bereich der “Vox Interna” gehören für Greig u.a. Gottes Flüstern, Träume, Gemeinschaft, Schöpfung und Kultur.

Auch hier finde ich faszinierend, wie Greig alles an die Schrift rückbindet und keinem freigeistigen Christentum das Wort redet und dem Primat des Gefühls in der heutigen Zeit huldigt. Denn bei allem, was wir an geistlichen Eindrücken haben und meinen, Gottes Reden zu hören, empfiehlt Greig den “ABC-Filter” (S.176):

Aufbauend: Erfüllt dieses Wort (ich ergänze “der Eindruck”, da Greig diesen Filter explizit im Blick auf Prophetie schreibt, ihn aber auch darüber hinaus anwendet) die Kriterien von 1. Korinther 14, indem es stärkt, ermutigt, tröstet, erbaut beziehungsweise liebevoll ermahnt?

Biblisch: Stimmt dieses Wort mit dem Zeugnis und der Lehre der Heiligen Schrift überein (und nicht nur mit einem bestimmten Vers, der aus dem Zusammenhang gerissen wurde – siehe Kapitel 2)?

Christusgemäß: Steht dieses Wort im Einklang mit dem Charakter, der Mission und der Botschaft Jesu?

Jetzt lies diesen ABC-Filter nochmals durch, denn er hat so viel Kraft und so viel Tiefe, wenn man ihn Wort für Wort sich zu Gemüte führt – und das, was man als Reden Gottes wahrnimmt, daran prüft.

Viele praktische Hilfen

Das schätze ich so sehr an “Einfach Gott hören”: Es ist auf der einen Seite ein zutiefst geistliches Buch mit vielen eindrücklichen Gedanken von Greig und aus der Kirchengeschichte. Gleichzeitig aber enthält es sehr, sehr viele praktische Hilfen und Tipps.

So endet jedes Kapitel mit praktischen Übungen oder Anregungen bzw. enthält diese auch schon im Kapitel selbst. Alleine dadurch kann man das Buch fast nicht “am Stück” durchlesen, sondern es ist ein Begleiter über Wochen und Monate.

Aber es sind auch einzelne “Nuggets”, die man darin findet.

Zum Beispiel schlicht und einfach die Frage: “Wie gehe ich nun um mit einem prophetischen Wort”? Wo manch einer ins Stottern kommt, bleibt Greig ganz entspannt (warum auch nicht, denn er wird schon eine ganze Menge erlebt haben) und gibt unaufgeregt einen Dreischritt an die Hand (S. 184): Abwägen, Abwarten und Ausprobieren – und führt diese drei Begriffe natürlich aus.

Oder der ganze Bereich der Träume. Hier erlebe ich oftmals ein starres Schema. Also die Annahme, dass es sich bei Träumen um eine Art Symbolsprache (“lexikalischer Ansatz”, wie Greig es nennt) Gottes handeln muss (!), in der bestimmte Figuren, Personen, Farben, Ereignisse, Muster usw. eine jeweils festgelegte Bedeutung haben. Dagegen wenden sich Greig – zurecht, wie ich finde:

Manche Menschen entwickeln ganze Lexika der Traumdeutung und schreiben Symbolen und Zahlen eine bestimmte Bedeutung zu. Eines der vielen Probleme an diesem Ansatz ist, dass er Traumbilder so behandelt, als handelte es sich bei ihnen um eine feste, universelle Sprache. […] Ein weiteres Problem mit dem lexikalischen Ansatz ist, dass er den wichtigen Prozess der geistlichen Unterscheidung umgeht, bei dem wir auf den Heiligen Geist hören und mit andren Menschen darüber sprechen. Sowohl Josef als auch Daniel betonten, adss die Traumdeutung keine erlernte Fähigkeit war, sondern eine Gabe, die sie von Gott erhalten hatten (1. Mose 40,8; 41,16-39; Daniel 1,17; 2,28; 4,15). Wir werden Träume und Visionen nie verstehen, solange wir Gott nicht darum bitten, uns Einsicht zu geben. Der lexikalische Ansatz wird sowohl der Individualität des Träumers als auch der Subjektivität des jeweiligen Kontextes nicht gerecht.Einfach Gott hören, S.240

Ein großartiger Wegbegleiter und Ratgeber

Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass dieses Buch für viele Christen ein Wegbegleiter und Ratgeber auf der Reise ist. Es ist so facettenreich und deckt so viele verschiedene Aspekte des “Hörens auf Gott” ab, dass es genau diesen Status im Leben eines einzelnen Christen haben kann. Aber nicht nur dort – wieso nicht als Kleingruppe dieses Buch “durcharbeiten” oder eine Predigtreihe zum Thema gestalten?

Möglichkeiten gibt es viele, dieses Buch nicht zum Staubfänger verkommen zu lassen, sondern zu einem dauerhaften Wegbegleiter.

Denn eines ist doch klar: Als Christen sind wir darauf angewiesen, dass wir Gottes Reden hören und nicht verpassen; dass wir erkennen, was er uns in unserer heutigen Situation sagen möchte und was seine Gedanken für die Zukunft (persönlich, in der Gemeinde und in unserem Land und darüber hinaus) sind. Nochmal: Die Offenbarungsquelle Nummer 1 ist Gottes Wort, die Bibel, das betont Pete Greig ausführlich. Aber da Gott auch auf andere Weise zu seinen Kindern redet, ist es gut, wenn wir dieses Reden “einfach hören” – und genau dazu ist “Einfach Gott hören” eine wunderbare Hilfe.

Pete Greig: Einfach Gott hören

ISBN: 9783038482703 | Preis: 19,90 EUR

Verlag: Fontis Verlag (www.fontis-shop.de/products/einfach-gott-hoeren)


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